Wann immer man Nachrichten im Fernsehen anschaut, kann man sich fast sicher sein, mindestens einen Politiker zu Gesicht zu bekommen. Tagtäglich blicken uns Angela Merkel, Guido Westerwelle, Barack Obama oder andere Spitzenpolitiker über unser Fernsehgerät in die Augen. So viele Jahre schon kann man unzählige Berichte über sie anschauen, Interviews verfolgen oder einfach nur Fotos von ihnen betrachten. Man hat das Gefühl, die Personen hinter der Mattscheibe zu kennen, sie sind zu unseren Vertrauen geworden.
Doch man muss sich darüber klar werden, dass das, was uns in den Medien von Politikern präsentiert wird, lediglich Images sind. Wenn man sich dessen bewusst wird, eröffnen sich einige Fragen. Was ist ein Image? Was macht ein Politikerimage aus? Wie wird es konstruiert und von wem? Warum ist es üblich, Politikerimages in den Medien darzustellen? Wieviel von der Privatperson steckt in so einem Image bzw. lassen sich überhaupt Gemeinsamkeiten zwischen dem Politiker im Privaten und in der Öffentlichkeit finden? Weshalb haben diese Images Bestand und warum scheitern manche Imageentwürfe? Alle diese Fragen möchte ich Schritt für Schritt auf der Basis der konstruktivistischen Theorie von Siegfried J. Schmidt beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Theorie des Konstruktivismus
- Allgemeine Informationen und konstruktivistische Grundbegriffe
- Der soziokulturelle Konstruktivismus nach Siegfried J. Schmidt
- Die Wirklichkeitskonstruktion durch die Medien
- Die Konstruktion von Politikerimages
- Die Medialisierung der Politik
- Der Kampf um die Aufmerksamkeit
- Politische Inszenierung
- Politische Entertainisierung - Politainment
- Personalisierung der Politik
- Politikerimages in den Medien
- Was ist ein Politikerimage?
- Das Image-Rezept: Was muss man bei der Konstruktion von Politikerimages beachten?
- Aufrechterhaltung eines Politikerimages
- Der Umgang der Medienrezipienten mit Politikerimages
- Der Zusammenbruch von konstruierten Politikerimages
- Die Medialisierung der Politik
- Zusammenfassung und kritische Stimmen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Konstruktion von Politikerimages in den Medien. Sie beleuchtet die Rolle des Konstruktivismus, insbesondere des soziokulturellen Konstruktivismus nach Siegfried J. Schmidt, in der Wirklichkeitskonstruktion durch die Medien. Die Arbeit analysiert, wie Politikerimages in den Medien geschaffen, präsentiert und wahrgenommen werden, und untersucht die Mechanismen, die zur Aufrechterhaltung oder zum Zusammenbruch von Politikerimages führen.
- Der soziokulturelle Konstruktivismus und seine Bedeutung für die Wirklichkeitskonstruktion
- Die Medialisierung der Politik und die zunehmende Personalisierung von Politikern
- Die Konstruktion und Präsentation von Politikerimages in den Medien
- Die Wahrnehmung und Interpretation von Politikerimages durch die Medienrezipienten
- Faktoren, die zum Scheitern oder zur Aufrechterhaltung von Politikerimages beitragen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Politikerimages in den Medien ein und stellt die zentralen Fragestellungen der Arbeit vor. Kapitel 1 erläutert die Theorie des Konstruktivismus, insbesondere den soziokulturellen Konstruktivismus nach Siegfried J. Schmidt, und erklärt wichtige konstruktivistische Grundbegriffe. Kapitel 2 beleuchtet, wie die Medien Wirklichkeiten konstruieren und welche medialen Methoden dabei zum Einsatz kommen. Kapitel 3 untersucht die Medialisierung der Politik und die daraus resultierenden Folgen für die Konstruktion von Politikerimages. Es analysiert verschiedene Aspekte der Image-Konstruktion, wie das Image-Rezept und die Aufrechterhaltung von Politikerimages, sowie die Wahrnehmung und Interpretation von Images durch die Medienrezipienten. Dieses Kapitel untersucht auch die Gründe, warum manche Images scheitern und andere zusammenbrechen.
Schlüsselwörter
Politikerimages, Konstruktivismus, soziokultureller Konstruktivismus, Medien, Medialisierung, Wirklichkeitskonstruktion, Personalisierung, Image-Rezept, Medienrezipienten, Wahrnehmung, Scheitern, Aufrechterhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Politikerimage?
Ein Politikerimage ist eine mediale Konstruktion, die ein gezieltes Bild einer Persönlichkeit vermittelt. Es ist nicht identisch mit der Privatperson, sondern ein für die Öffentlichkeit geschaffener Entwurf von Kompetenz, Vertrauen und Charakter.
Wie wird ein Politikerimage konstruiert?
Die Konstruktion erfolgt durch strategische Kommunikation, gezielte Inszenierungen in den Medien, Personalisierung politischer Themen und die Anpassung an die Erwartungen der Wähler.
Welche Rolle spielt der Konstruktivismus bei Politikerimages?
Nach Siegfried J. Schmidt ist Realität das Ergebnis von Beobachtungs- und Kommunikationsprozessen. Medien konstruieren eine Wirklichkeit, die von den Rezipienten als "wahr" wahrgenommen wird, auch wenn es sich um ein künstliches Image handelt.
Was versteht man unter "Politainment"?
Politainment ist die Verschmelzung von Politik und Entertainment. Politiker nutzen Unterhaltungsformate, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und ihr Image nahbarer und sympathischer zu gestalten.
Warum scheitern manche Politikerimages?
Images scheitern oft, wenn eine zu große Diskrepanz zwischen dem konstruierten Bild und dem tatsächlichen Verhalten (z. B. durch Skandale) entsteht. Die Glaubwürdigkeit bricht zusammen, wenn die mediale Fassade Risse bekommt.
Wie gehen Medienrezipienten mit Politikerimages um?
Rezipienten nutzen Images als Orientierungshilfe in einer komplexen politischen Welt. Sie bauen oft eine parasoziale Beziehung zu Politikern auf, bei der sie das Gefühl haben, die Person durch die mediale Präsenz wirklich zu kennen.
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- Anja Gutmair (Author), 2010, Politikerimages in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157430