In dieser Arbeit wird die Palliativbedürftigkeit demenzerkrankter Menschen untersucht, dabei werden die Fragen nach dem Beginn palliativer Pflege bei an Demenz erkrankten Menschen sowie nach den benötigten Kompetenzen Pflegender in der palliativen Begleitung beantwortet. Die Arbeit ist deskriptiv analytisch.
Zu Beginn werden die Begrifflichkeiten von Demenz und Palliative Care geklärt. Des Weiteren werden internationale und nationale Aspekte zur Wahrnehmung und Einschätzung demenzerkrankter sterbender Menschen aufgezeigt, die den Begründungsrahmen für diese Arbeit bilden.
Hauptbestandteil ist das dritte Kapitel, in dem die Palliativbedürftigkeit demenzerkrankter Menschen in unterschiedlichen Aspekten aufgezeigt wird, auch wird die Lebensqualität als zentrales Ziel palliativer Pflege in den Blick genommen. Kurz vorgestellt werden die demenzspezifischen Instrumente QUALID (Qualitiy of Life in Late-Stage Dementia Scale), DS-DAT (Discomfort Scale for Dementia of Alzheimer Type), STI (Serial Trail Intervention) und das Heidelberger Instrument zur Erfassung von Lebensqualität bei Demenz (H.I.L.D.E.), die die Lebensqualität durch unterschiedliche Verfahren erfassen.
Eingegangen wird weiterhin auf die Kernkompetenzen palliativ Pflegender. Abschließend werden zwei Konzepte in der Sterbebegleitung beispielhaft vorgestellt:
„HoLDe“, ein Begleitungskonzept der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier und „AnSehen“ ein Konzept zur Sterbebegleitung von Menschen mit Demenz des Ev. Erwachsenenbildungswerkes Nordrhein und der Diakonie im Rheinland.
Demenzerkrankte Menschen können im fortgeschrittenen Stadium noch lange Zeit leben und sie sind in diesem Zeitraum palliativbedürftig. Menschen, die an fortgeschrittener Demenz leiden, können ihre Wünsche nicht mehr mitteilen, doch gelten bei diesen Menschen die Grundbedürfnisse jedes schwer erkrankten oder sterbenden Menschen, um ihnen bis zum Lebensende ein hohes Maß an Lebensqualität zu sichern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Methodische Vorgehensweise
1.3 Begriffsklärung
1.3.1 Demenz
1.3.2 Definition Palliative Care
2. Begründungsrahmen
3. Palliativbedürftigkeit demenzerkrankter Menschen
3.1 Begründung palliativer Pflege
3.2 Beginn palliativer Pflege
3.3 Lebensqualität
3.4 Kernkompetenzen palliativ Pflegender
4. Konzepte in der Sterbebegleitung demenzerkrankter Menschen
4.1 HoLDe - Begleitungskonzept der Wohnanlage Sophienhof
4.2 AnSehen – Konzept zur Sterbebegleitung von Menschen mit Demenz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Palliativbedürftigkeit von Menschen mit Demenz, um aufzuzeigen, wie eine angemessene Sterbebegleitung und Lebensqualität in diesem spezifischen Kontext sichergestellt werden können, nachdem die aktuelle Versorgungspraxis oft Defizite aufweist.
- Palliativbedürftigkeit bei Demenz im fortgeschrittenen Stadium
- Herausforderungen in der Wahrnehmung und Einschätzung sterbender Demenzkranker
- Bedeutung der Lebensqualität als zentrales Ziel palliativer Ansätze
- Kernkompetenzen und multiprofessionelle Anforderungen an Pflegende
- Konzepte und Ansätze zur Implementierung einer Abschiedskultur
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Demenz
Der Begriff leitet sich ab aus lat.: Mens = Verstand und de = abnehmend und bedeutet so viel wie abnehmender Geist, Verstand.
Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die mit einem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten einhergehen und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten eingeschränkt oder nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können.
Die Häufigkeit, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Begründet in der noch uneinheitlichen Anwendung diagnostischer Kriterien fehlen genaue Zahlen von Neuerkrankungen oder Krankheitshäufigkeit.
Klassifiziert wird die Demenz nach DSM-IV unter „Delir, Demenz, amnestische oder andere kognitive Störungen“ bzw. nach ICD-10 unter „organischen, einschließlich symptomatischen psychischen Störungen“. Die WHO differenziert in Beeinträchtigung (impairment), Behinderung (disability) und Handikap (handicap).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Sterbebegleitung bei Demenz sowie Darlegung des Aufbaus und der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Begründungsrahmen: Analyse der internationalen und nationalen Situation sowie Aufzeigen der Mängel in der derzeitigen palliativen Versorgung demenzerkrankter Menschen.
3. Palliativbedürftigkeit demenzerkrankter Menschen: Untersuchung der Palliativbedürftigkeit, des Beginns palliativer Maßnahmen, der Lebensqualität und der notwendigen Kernkompetenzen für Pflegende.
4. Konzepte in der Sterbebegleitung demenzerkrankter Menschen: Vorstellung konkreter Ansätze wie „HoLDe“ und „AnSehen“, die eine hospizliche Abschiedskultur in der Pflege implementieren.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer kompetenten palliativen Begleitung, um auch bei fortgeschrittener Demenz Lebensqualität bis zuletzt zu sichern.
Schlüsselwörter
Demenz, Palliative Care, Sterbebegleitung, Lebensqualität, Palliativbedürftigkeit, Pflegeexperten, Abschiedskultur, Hospizidee, Symptomkontrolle, multiprofessionelle Teams, Assessmentinstrumente, Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation, würdevolle Begleitung, Demenzplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der Palliativpflege von Menschen mit Demenz und hinterfragt, wie eine fachlich fundierte und würdevolle Sterbebegleitung für diese Personengruppe in der Praxis gelingen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Palliativbedürftigkeit bei Demenz, die Sicherung der Lebensqualität, notwendige Kompetenzen des Pflegepersonals und die Etablierung einer Abschiedskultur in Pflegeeinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Palliativbedürftigkeit von Menschen mit fortgeschrittener Demenz wissenschaftlich zu begründen und Ansätze aufzuzeigen, wie diese Menschen palliative Versorgung erhalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptiv analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur sowie einschlägigen Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Begründungsrahmen, untersucht die Palliativbedürftigkeit, definiert Kriterien der Lebensqualität und stellt spezifische Konzepte zur Sterbebegleitung vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Demenz, Palliative Care, Sterbebegleitung, Lebensqualität und Pflegekompetenz stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Was ist unter dem "HoLDe-Konzept" zu verstehen?
Es handelt sich um ein lebensweltorientiertes Begleitungskonzept der Wohnanlage Sophienhof, das Hospiz, Lebenswelt und Demenz miteinander verknüpft, um eine hospizliche Sterbekultur im Heim zu etablieren.
Was bedeutet "AnSehen geben" in der Sterbebegleitung?
Das Projekt „AnSehen“ zielt darauf ab, dem Menschen mit Demenz würdevoll zu begegnen, indem seine Persönlichkeit unabhängig vom körperlichen Zustand akzeptiert und wertgeschätzt wird.
- Arbeit zitieren
- Marion Deiters (Autor:in), 2009, Palliative Pflege von Menschen mit Demenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157431