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Anatolische Götter in der Bronzezeit

Title: Anatolische Götter in der Bronzezeit

Seminar Paper , 2020 , 41 Pages , Grade: 6 (Schweiz - sehr gut)

Autor:in: Markus Stricker (Author)

Archaeology
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Summary Excerpt Details

Die Göttinnen und Idole der Frühbronzezeit (3400-2000 v. Chr.) umfassten verschiedene weibliche Kultfiguren, die eine zentrale Rolle in religiösen Praktiken spielten. Besonders auffällig sind der Beycesultan-Typ und die Kusura-Variante, zwei bekannte Formen weiblicher Idole mit stilistischen und rituellen Besonderheiten. Mehrköpfige Idole könnten eine spezielle kultische Funktion erfüllt haben, während kultische Frauenskulpturen aus Metall die Verbindung zwischen Religion und Handwerkskunst verdeutlichen. Während der altassyrischen Kolonialperiode (2000-1600 v. Chr.) entwickelten sich kenesithische Gottheiten, die in assyrisch-anatolischen Roll- und Stempelsiegeln dargestellt wurden und den anatolischen Stil reflektierten. Die alt- und mittelhethitische Zeit (1600-1350 v. Chr.) war geprägt von einer komplexen religiösen Landschaft, in der die Religionen der Hethiter, Hattier und Hurriter miteinander verflochten waren. Das Pantheon von Ḫattuša umfasste eine Vielzahl von Gottheiten mit unterschiedlichen Funktionen. Im hethitischen Großreich (1350-1200 v. Chr.) entwickelte sich eine differenzierte Götterwelt, die in den Tempeln und Ritualen von Ḫattuša deutlich wurde. Das Wesen der Götter war eng mit dem politischen und gesellschaftlichen Leben verbunden. Besonders eindrucksvoll sind die Darstellungen in Yazılıkaya, einer bedeutenden Felsheiligtumsstätte. In Kammer A zeigt eine Hauptszene zentrale Gottheiten, während Kammer B eine tiefere mythologische Bedeutung birgt.
Die Arbeit unternimmt eine Annäherung an die Entwicklung der anatolischen Götter in der Bronzezeit mit zahlreichen Abbildungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Göttinnen und Idole der Frühbronzezeit (3400-2000 v. Chr)

1.2. Weibliche Idole

1.3. Beycesultan-Typ

1.4. Kusura-Variante

1.5. Das 1- bis 4-köpfige Idol

1.6. Kultische Frauenskulpturen aus Metall

2. Altassyrische Kolonialperiode (2000-1600 v. Chr.) – Die kenesithischen Gottheiten

2.1. Assyrisch-anatolische Roll- und Stempelsiegel

2.2. Anatolischer Stil

3. Alt- und mittelhethitische Zeit (1600-1350 v. Chr.) – Das Reichspantheon und Ḫattuša

3.1. Religionen der Hethiter, Hattier und Hurriter

4. Hethitisches Grossreich (1350-1200 v. Chr.)

4.1. Das Pantheon von Ḫattuša

4.2. Das Wesen der Götter

4.3. Yazılıkaya

4.4. Kammer A – Hauptszene

4.5. Kammer B

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und Transformation des anatolischen Götterpantheons in Anatolien während der gesamten Bronzezeit, basierend auf archäologischen Funden und schriftlichen Zeugnissen. Das zentrale Forschungsziel ist die Nachzeichnung der religiösen Praxis von den frühbronzezeitlichen Idolen bis hin zu den komplexen Götterwelten des hethitischen Grossreichs.

  • Frühbronzezeitliche Kultfiguren und Idole
  • Religiöse Entwicklungen in der altassyrischen Kolonialperiode
  • Das hethitische Reichspantheon und seine Struktur
  • Die Bedeutung von Yazılıkaya als religiöses Zentrum
  • Der Übergang zur Spätbronzezeit und der Untergang des Hethiterreiches

Auszug aus dem Buch

1.1. Göttinnen und Idole der Frühbronzezeit (3400-2000 v. Chr.)

In der frühen Bronzezeit ergaben sich in Anatolien wichtige soziale Änderungen, welche auch den religiösen Glauben der Bewohner und ihre Einstellung zum Tod widerspiegelten. Die Entstehung sozialer Klassen führte langsam, aber stetig zur Herausbildung einer herrschenden Klasse, welche auch Priester beinhaltete. Diese Entwicklung äusserte sich auch in der Architektur, nämlich in Herrscherresidenzen und Tempeln für Götter. Die in der frühen Bronzezeit in Anatolien einsetzende Urbanisierung führte zu einem System von Stadtstaaten und hatte auch einen Einfluss auf die lokalen Pantheons. Neue Bevölkerungsgruppen strömten aus dem Balkan nach Anatolien. Es bildeten sich im Wesentlichen drei Sprachgruppen, die hethitische, die luwische und die palaische. Der anatolische Sprachzweig des Indogermanischen hat sich erst in Anatolien zu diesen drei Sprachen entwickelt. Da es zu dieser Zeit zunächst noch keine schriftlichen Zeugnisse gab, basiert unser Wissen über diese Periode auf archäologischen Befunden. Im Zuge dieser Veränderungen entstand ein bestimmter Typus von weiblichen Figurinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Anatoliens von der Frühbronzezeit bis zum Zusammenbruch des Hethitischen Reiches und legt den Grundstein für die Untersuchung religiöser Praktiken.

2. Altassyrische Kolonialperiode (2000-1600 v. Chr.) – Die kenesithischen Gottheiten: Das Kapitel befasst sich mit der Etablierung assyrischer Handelsniederlassungen und den dadurch beeinflussten religiösen Symboliken, insbesondere dargestellt durch Siegelabrollungen.

3. Alt- und mittelhethitische Zeit (1600-1350 v. Chr.) – Das Reichspantheon und Ḫattuša: Hier wird der rasche Übergang und die Komplexität der unterschiedlichen Götterwelten der verschiedenen Völker im hethitischen Grossreich thematisiert.

4. Hethitisches Grossreich (1350-1200 v. Chr.): Dieses Kapitel analysiert das Staatspantheon in Ḫattuša, die mythische Einordnung der Götter sowie die zentrale Bedeutung des Felsheiligtums Yazılıkaya.

5. Schlussbemerkungen: Der Abschnitt reflektiert über das Ende der hethitischen Dynastie und die Kontinuität luwischer Kulte in den nachfolgenden Stadtstaaten.

Schlüsselwörter

Anatolien, Bronzezeit, Hethiter, Götter, Yazılıkaya, Pantheon, Idole, Keilschrift, Religion, Stadtstaaten, Siegel, archäologische Funde, Urbanisierung, Ḫattuša, Mythologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der Entwicklung der anatolischen Götterwelt während der Bronzezeit, von den frühen Idolen bis zur komplexen hethitischen Religion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der archäologischen Analyse von Idolen, dem Einfluss des assyrischen Handels und dem Aufbau des hethitischen Reichspantheons.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine historische Annäherung an die religiösen Vorstellungen und Praktiken im alten Anatolien durch eine fundierte archäologische Auswertung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse archäologischer Befunde, wie Siegelabdrücke und Statuetten, ergänzt durch historische Texte und wissenschaftliche Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: beginnend bei der Frühbronzezeit über die assyrische Kolonialperiode bis hin zur hethitischen Großreichszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Anatolien, Bronzezeit, Hethiter, Pantheon, Götterfiguren und archäologische Forschung sind zentral.

Welche Rolle spielt Yazılıkaya in der Arbeit?

Yazılıkaya wird als das wohl wichtigste hethitische Felsheiligtum beschrieben, insbesondere im Kontext seiner Funktion als Ort für Neujahrsfeste und Prozessionen.

Wie werden die Götter im hethitischen Reich charakterisiert?

Sie werden als numinose, individuell handelnde Wesen verstanden, die tief in die Naturkräfte und das Schicksal des Staates und seiner Bewohner eingebunden sind.

Gibt es Belege für die Identität der frühen Idole?

Der Autor weist darauf hin, dass es keine expliziten Beweise gibt, dass es sich um Muttergottheiten handelt, sondern eher um Objekte mit magischer oder kultischer Funktionalität.

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Details

Title
Anatolische Götter in der Bronzezeit
College
University of Bern  (Archäologie)
Course
Seminar
Grade
6 (Schweiz - sehr gut)
Author
Markus Stricker (Author)
Publication Year
2020
Pages
41
Catalog Number
V1574330
ISBN (PDF)
9783389133408
ISBN (Book)
9783389133415
Language
German
Tags
Anatolische Götter Anatolien Bronzezeit Türkei Beycesultan-Typ Kusurs-Variante Hethiter Hattier Hurriter Hattu Ḫattuša Yazılıkaya Hethitisches Grossreich mehrköpfige Idole
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Stricker (Author), 2020, Anatolische Götter in der Bronzezeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574330
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