In vorliegender Arbeit möchte ich zwischen dem Diskurs um die Interkulturelle Pädagogik und den Zielsetzungen des Deutschen Auslandsschulwesens einen Zusammenhang herstellen. Ausgangspunkt ist die zentrale Fragestellung: Kann die Interkulturelle Pädagogik von der “Begegnung” an Deutschen Auslandsschulen lernen? Beide Konzepte teilen einige grundlegende Gemeinsamkeiten, insbesondere in ihrem Anspruch, kulturelle Vielfalt zu berücksichtigen, kulturelle Differenzen zu überbrücken und interkulturelles Verständnis zu fördern. Idealerweise geschieht dies durch einen wertschätzenden Austausch auf Augenhöhe, so möchte man zumindest meinen. Die ersten beiden Kapitel dieser Arbeit befassen sich mit der Entwicklung und Kritik der Interkulturellen Pädagogik sowie einer grundlegenden Einführung in das Deutsche Auslandsschulwesen. Während die Interkulturelle Pädagogik Bildungsprozesse in heterogenen Kontexten gestalten will, setzen Deutsche Auslandsschulen auf interkulturellen Austausch durch die “Begegnung” von SchülerInnen unterschiedlicher (kultureller) Herkunft. Während die Interkulturelle Pädagogik eine zunehmend wichtige Rolle im Diskurs über die Ausgestaltung von Bildungssystemen in Einwanderungsgesellschaften spielt, fokussiert das Deutsche Auslandsschulwesen auf die Verbreitung deutscher Bildungsstandards weltweit und ist damit Teil der sogenannten auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Im dritten Kapitel werden diese Annahmen kritisch reflektiert. Es wird dabei aufgezeigt, dass sowohl die Interkulturelle Pädagogik mit ihrem geschichtlichen Kontext auf die durch Migration entstandenen Herausforderungen im deutschen Bildungswesen, ähnlich wie das Deutsche Auslandsschulwesen bei ihren Zielsetzungen von Partnerschaft, Austausch und Dialog bis heute eher die Note unbefriedigend erhalten würden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und thematischer Kontext
1.1 Geschichte der Interkulturellen Pädagogik
1.2 Kritik an der Interkulturellen Pädagogik
1.3 Zum Begriff „Interkulturalität“
2. Das Deutsche Auslandsschulwesen
3. Kritische Einordnung und Zusammenhang
3.1 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Diskurs der Interkulturellen Pädagogik und den Zielen des Deutschen Auslandsschulwesens. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die Interkulturelle Pädagogik von deutschen „Begegnungsschulen“ im Ausland lernen kann, wobei insbesondere die kritische Reflexion von kultureller Vielfalt und institutionellen Strukturen im Vordergrund steht.
- Historische Entwicklung und Kritik der Interkulturellen Pädagogik
- Strukturen und Zielsetzungen des Deutschen Auslandsschulwesens
- Konzeptualisierung von „Begegnungsschulen“
- Spannungsfeld zwischen nationalen Interessen und interkulturellem Anspruch
- Analyse von Machtverhältnissen und Bildungsdiskursen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und thematischer Kontext
In vorliegender Arbeit möchte ich zwischen dem Diskurs um die Interkulturelle Pädagogik und den Zielsetzungen des Deutschen Auslandsschulwesens einen Zusammenhang herstellen. Ausgangspunkt ist die zentrale Fragestellung: Kann die Interkulturelle Pädagogik von der „Begegnung“ an Deutschen Auslandsschulen lernen? Beide Konzepte teilen einige grundlegende Gemeinsamkeiten, insbesondere in ihrem Anspruch, kulturelle Vielfalt zu berücksichtigen, kulturelle Differenzen zu überbrücken und interkulturelles Verständnis zu fördern. Idealerweise geschieht dies durch einen wertschätzenden Austausch auf Augenhöhe, so möchte man zumindest meinen.
Die ersten beiden Kapitel dieser Arbeit befassen sich mit der Entwicklung und Kritik der Interkulturellen Pädagogik sowie einer grundlegenden Einführung in das Deutsche Auslandsschulwesen. Während die Interkulturelle Pädagogik Bildungsprozesse in heterogenen Kontexten gestalten will, setzen Deutsche Auslandsschulen auf interkulturellen Austausch durch die „Begegnung“ von SchülerInnen unterschiedlicher (kultureller) Herkunft. Während die Interkulturelle Pädagogik eine zunehmend wichtige Rolle im Diskurs über die Ausgestaltung von Bildungssystemen in Einwanderungsgesellschaften spielt, fokussiert das Deutsche Auslandsschulwesen auf die Verbreitung deutscher Bildungsstandards weltweit und ist damit Teil der sogenannten auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Im dritten Kapitel werden diese Annahmen kritisch reflektiert. Es wird dabei aufgezeigt, dass sowohl die Interkulturelle Pädagogik mit ihrem geschichtlichen Kontext als auch die durch Migration entstandenen Herausforderungen im deutschen Bildungswesen, ähnlich wie das Deutsche Auslandsschulwesen bei ihren Zielsetzungen von Partnerschaft, Austausch und Dialog bis heute eher die Note unbefriedigend erhalten würden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und thematischer Kontext: Einführung in die Forschungsfrage zum Zusammenhang zwischen Interkultureller Pädagogik und dem Deutschen Auslandsschulwesen sowie Darstellung der Zielsetzung.
1.1 Geschichte der Interkulturellen Pädagogik: Überblick über die Entstehung und Entwicklung des Fachgebiets seit den 1960er Jahren vor dem Hintergrund internationaler Migration.
1.2 Kritik an der Interkulturellen Pädagogik: Auseinandersetzung mit theoretischen Defiziten und der Notwendigkeit einer umfassenderen, weniger defizitorientierten Perspektive.
1.3 Zum Begriff „Interkulturalität“: Definition des Begriffs als Interaktionskontext und kritische Reflexion des damit verbundenen Potentialbegriffs.
2. Das Deutsche Auslandsschulwesen: Darstellung der Strukturen, Zielsetzungen und der historischen Genese der weltweit operierenden deutschen Auslandsschulen unter Führung des Auswärtigen Amtes.
3. Kritische Einordnung und Zusammenhang: Reflexion über die paradoxe Rollenverteilung der Auslandsschulen als Orte deutscher Identität und gleichzeitig propagierte Orte der interkulturellen Begegnung.
3.1 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der vorangegangenen Analysen und Aufzeigung des weiteren Forschungsbedarfs.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Deutsches Auslandsschulwesen, Begegnungsschulen, Bildungsstandards, Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, Migration, Interkulturalität, Heterogenität, Bildungsdiskurs, Postkoloniale Strukturen, LehrerInnenausbildung, Partnerschaft, Austausch, Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem theoretischen Diskurs der Interkulturellen Pädagogik und der praktischen Umsetzung des Deutschen Auslandsschulwesens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Geschichte der Interkulturellen Pädagogik, die Struktur deutscher Auslandsschulen sowie die kritische Analyse von Bildungskonzepten im Kontext globaler Migration.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Untersuchung verfolgt die Frage, ob die Interkulturelle Pädagogik Erkenntnisse aus der Praxis deutscher „Begegnungsschulen“ im Ausland gewinnen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische, bildungspolitische und theoretische Ansätze der Interkulturellen Pädagogik und des Auslandsschulwesens miteinander in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Fachgebiets, die Strukturen des Auslandsschulwesens und eine kritische Auseinandersetzung mit der „Begegnungs“-Hypothese sowie den zugrundeliegenden Machtverhältnissen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Interkulturelle Pädagogik, Auslandsschulwesen, Begegnungskonzept, Migration und Bildungspolitik.
Was unterscheidet deutsche Auslandsschulen von anderen Privatschulen?
Sie zeichnen sich durch ihre institutionelle Anbindung an das deutsche Auswärtige Amt und die spezifische Ausrichtung auf deutsche Bildungsstandards und Abschlüsse aus.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung der "Begegnungs"-Idee?
Die Autorin äußert Skepsis und weist darauf hin, dass ökonomische und machtpolitische Aspekte die interkulturelle Begegnung oft überlagern oder einschränken.
- Arbeit zitieren
- Sherina Beha (Autor:in), 2025, Kann die Interkulturelle Pädagogik von deutschen "Begegnungsschulen" im Ausland lernen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574670