Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit den Nationalratswahlen vom 25. November 1945. Der spezielle Fokus wird auf die Wahlplakatanalyse zweier Plakate der SPÖ und der KPÖ gelegt. Um einen roten Faden für den Leser gewährleisten zu können, werden die zwei Wahlplakate, die Zeit vor den Wahlen, der Wahlausgang und das Phänomen „Plakat“ per se, genauer beleuchtet. Im Schlussteil wird die Arbeit nochmals reflektiert und etwaige entstandene Problematiken aufgezeigt.
Diese Seminararbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die folgenden Forschungsfragen so ausführlich als möglich zu beantworten:
- Welche Techniken verwendeten die verschiedenen Parteien, um welche Gruppierungen anzusprechen?
- Welche Auswirkungen hatte der Zweite Weltkrieg auf den Wahlkampf und die Wahlplakatgestaltung der SPÖ und der KPÖ?
- Wie wurden die Gesellschaftsprobleme von den Parteien aufgegriffen und anschließend im Wahlkampf instrumentalisiert?
Der Hauptteil, die Quellenbearbeitung, wird anhand des Analysemodells von Panofsky/ Wohlfeil aufgelöst. Die Analyse inkludiert eine vor-ikonographische, eine ikonographisch-historische Analyse, eine historisch-gesellschaftliche Einbindung des Bildes und eine abschließende Interpretation des Plakates selbst, welche ich mit meiner persönlichen Einschätzung versehen habe.
Die Informationen für den Hauptteil und vor allem die Einleitungskapitel werden aus der vorhergegangenen Literaturrecherche bezogen, auf Quellen wurden bis auf die beiden Wahlplakate in dieser Seminararbeit nicht zurückgegriffen. Das liegt einerseits an der wenig erforschten Thematik und andererseits an der Befangenheit der Autoren, welche ihre Werke größtenteils aus subjektiver Sicht entstehen ließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vor den Nationalratswahlen
2.1 Die SPÖ
2.2 Die KPÖ
2.3 Wahlprogramm der Nationalratswahlen 1945
2.4 Wahlergebnis der Nationalratswahlen 1945
3. Das politische Wahlplakat
3.1 Definition und Herkunft des Plakats
3.2 Strategien zur Abgrenzung von Konkurrenzparteien
3.3 Frauen als Adressaten
4. Quellenanalyse
4.1 Wahlplakat der SPÖ
4.2 Wahlplakat der KPÖ
5. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit analysiert die Rolle von Wahlplakaten bei den ersten Nationalratswahlen der Zweiten Republik am 25. November 1945. Ziel ist es, die eingesetzten kommunikativen Techniken und Instrumentalisierungen gesellschaftlicher Probleme seitens der SPÖ und der KPÖ anhand ausgewählter Plakatbeispiele zu untersuchen.
- Analyseerstellung nach dem Modell von Panofsky/Wohlfeil
- Untersuchung der Wahlkampfstrategien der SPÖ und KPÖ
- Rolle der Frau als wahlentscheidende Zielgruppe
- Instrumentalisierung von Kriegserfahrungen und NS-Symbolik
- Historische Einordnung des Wahlausgangs 1945
Auszug aus dem Buch
Das „o“ mit den drei Pfeilen:
Die drei Pfeile der Sozialdemokraten stellten das Pendant zum Hakenkreuz der Nationalsozialisten dar. Ähnlich wie die NSDAP benötigten auch die Sozialisten ein Symbol zur Verkörperung von Stärke, so wurden die drei Pfeile 1932 bei einem Propagandaausschuss von Sergej Tschachotin vorgestellt. Schnell verbreitete sich das Zeichen und repräsentierte von nun an den Kampf der Arbeiterschaft gegen die Faschisten. Im selben Jahr noch entschied Otto Kanitz, sich das neue Parteiabzeichen auch als Kampfabzeichen anzuheften. Ganz bewusst wurden die drei Pfeile in Richtung Boden gerichtet, da man die Gegner im Kampf gegen Faschismus und Kapitalismus am Boden sah. Um 1945 wurden die drei, bis dato alleinstehenden, Pfeile mit einem roten Ring umkreist, dem sogenannten „Roten Ring der Einheit“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfragen und der methodischen Herangehensweise an die Wahlplakatanalyse nach Panofsky/Wohlfeil.
Vor den Nationalratswahlen: Darstellung der politischen Ausgangslage der SPÖ und KPÖ sowie der Wahlprogramme und Wahlergebnisse des Jahres 1945.
Das politische Wahlplakat: Theoretische Grundlagen zu Definitionen, Abgrenzungsstrategien und der Bedeutung der Frau als Wählergruppe.
Quellenanalyse: Detaillierte ikonographische Untersuchung der ausgewählten Wahlplakate von SPÖ und KPÖ sowie deren historisch-gesellschaftliche Interpretation.
Conclusio: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Bedeutung des Mediums Plakat im historischen Kontext.
Schlüsselwörter
Nationalratswahl 1945, Zweite Republik, SPÖ, KPÖ, Wahlplakat, Panofsky Wohlfeil, politische Werbung, Frauenwahlrecht, Antifaschismus, Demokratisierung, Bildanalyse, Wahlkampf, Propaganda, Nationalsozialismus, Sozialdemokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Wahlplakaten der Parteien SPÖ und KPÖ anlässlich der ersten Nationalratswahlen der Zweiten Republik Österreichs im Jahr 1945.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Wahlkampfstrategien, die optische Gestaltung der Plakate, die politisch instrumentalisierte Symbolik sowie die gezielte Adressierung von Frauen als Wählergruppe.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, welche Techniken die Parteien verwendeten, um Wählergruppen anzusprechen und wie gesellschaftliche Probleme sowie die NS-Vergangenheit in der Plakatwerbung instrumentalisiert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Analyse der Bildquellen erfolgt systematisch nach dem Modell von Panofsky/Wohlfeil, das eine mehrstufige methodische Auswertung umfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Auseinandersetzung mit dem Wahlkampf 1945, theoretische Aspekte zum Plakatdesign und schließlich die konkrete, bildanalytische Auswertung zweier spezifischer Wahlplakate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nationalratswahl 1945, politische Kommunikation, Plakatanalyse, Antifaschismus und die historische Rolle der Sozialdemokratie und der Kommunisten.
Warum spielt die Frau auf den Wahlplakaten von 1945 eine so wichtige Rolle?
Da Frauen 63 % der Wählerschaft bei den Wahlen 1945 stellten, versuchten sowohl SPÖ als auch KPÖ gezielt über Mutterinstinkte, Moralvorstellungen oder Aufrufe zum gemeinsamen Wiederaufbau diese Wählergruppe für sich zu gewinnen.
Wie unterscheiden sich die Strategien der SPÖ und KPÖ bei der Darstellung der NS-Vergangenheit?
Während die SPÖ nationale Symbole und eine zukunftsorientierte Motivik wählt, um sich vom „Dreck“ der NS-Vergangenheit abzugrenzen, verwendet die KPÖ eine konfrontative Bildsprache, etwa durch die Darstellung von Heinrich Himmler als übermächtiger Bedrohung.
- Arbeit zitieren
- Sascha Kremer (Autor:in), 2021, Die ersten Nationalratswahlen der zweiten Republik. "Schicksalswahlen" vom 25. November 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574697