Inwiefern beeinflusst der Migrationshintergrund die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern?
Zunächst werden die Begriffe „Migrationshintergrund“ und „Lesekompetenz“ erklärt. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die IGLU 2016, PISA 2018 und das im Praxissemester selbst durchgeführte ELFE II Testverfahren vorgestellt und analysiert. Die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund wird verglichen und in Kapitel 3.2 wird dann anhand der Ergebnisse der Studien herausgestellt, ob ein Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und Lesekompetenz besteht. Abschließend folgt ein Fazit mit der Beantwortung der oben gestellten Fragestellung.
Die PISA Studie 2000 zeigte auf, dass fünfzehnjährige Schülerinnen und Schüler enorme Defizite im Lesen aufwiesen. Deutschland erreichte 384 Punkte, was unter dem Durchschnittswert der OECD lag. Die Lesekompetenz sowie ihre Förderung rückten immer mehr in den Fokus, sodass achtzehn Jahre später Jugendliche 498 Punkte erzielten und damit über dem OECD- Durchschnitt sind, der bei 487 liegt. Dennoch ist rund ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler nicht in der Lage, den Sinn von Texten zu erfassen und reflektieren. Infolgedessen konnten diese Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht mehr als die Kompetenzstufe I erreichen.
Im aktuellen OECD- Zuwanderungsranking befindet sich Deutschland nach der USA auf Platz zwei der Länder mit den höchsten Einwanderungsquoten. Jedes fünfte Kind hat eine Migrationserfahrung und ist im Ausland geboren. Die Zahlen der Kinder deuten auf eine Beständigkeit hin, sodass diese Tatsache auch das deutsche Bildungssystem betrifft. Somit gibt es an jeder Schule in Deutschland Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 „Migrationshintergrund“
2.2 „Lesekompetenz“
3. Der Migrationshintergrund und die Lesekompetenz
3.1 Die Schulleistungsmessungen
3.2 Der Zusammenhang von Migrationshintergrund und Lesekompetenz
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Migrationshintergrundes auf die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung nationaler und internationaler Leistungsstudien.
- Definition von Migrationshintergrund und Lesekompetenz
- Analyse der Leistungsdaten aus IGLU 2016 und PISA 2018
- Ergebnisse eines empirischen ELFE II Testverfahrens
- Vergleich der Kompetenzstufen zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund
- Diskussion möglicher Ursachen für Leistungsunterschiede
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Schulleistungsmessungen
Die „Internationale Grundschul- Lese- Untersuchung“ ist eine international vergleichende Schulleistungsstudie, die seit 2001 alle fünf Jahre durchgeführt wird. Das Ziel IGLUs ist es, den internationalen und nationalen Vergleich der Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe zu analysieren (vgl. Sälzer 2016, 20). Innerhalb des nationalen Vergleichs stellt IGLU 2016 in Abbildung 7.3 Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund gegenüber. Die Leistungen der Heranwachsenden werden in Kompetenzstufen eingeordnet.
Zu erkennen ist, dass Schülerinnen und Schülern, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden, die Kompetenzstufe Fünf mit 4,6 Prozent erreicht haben. Viertklässlerinnen und Viertklässler, bei denen ein Elternteil im Ausland geboren wurde, erzielen mit 10,2 Prozent die Kompetenzstufe Fünf. Deutschstämmige Schülerinnen und Schüler erreichen mit 15,5 Prozent die Kompetenzstufe Fünf (siehe Seite 15). Somit ist zu erkennen, dass zwischen Kindern, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden und deutschstämmigen Kindern ein Unterschied von circa zehn Prozent besteht. Die Mehrzahl der autochthonen Kinder erreicht mit 42,7 Prozent die Kompetenzstufe Vier.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Lesekompetenz bei Schülern mit Migrationshintergrund dar und benennt die untersuchten Studien sowie das Ziel der Arbeit.
2. Begriffsklärung: Der Abschnitt erläutert die terminologischen Grundlagen der Begriffe „Migrationshintergrund“ und „Lesekompetenz“ im Kontext der behandelten Studien.
3. Der Migrationshintergrund und die Lesekompetenz: Dieses Kapitel vergleicht die Leistungen von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund anhand von IGLU, PISA und einem eigenen Testverfahren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und schlechteren Leistungen in der Lesekompetenz.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Migrationshintergrund, Schulleistung, IGLU, PISA, ELFE II, Bildungsgerechtigkeit, Leseverständnis, Sprachförderung, Integrationshintergrund, Testverfahren, Kompetenzstufen, Heranwachsende, Schulleistungsmessung, Bildungsbenachteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht wissenschaftlich, inwiefern ein Migrationshintergrund die Lesekompetenz von Schülern beeinflusst und welche Leistungsunterschiede dabei feststellbar sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen, der Auswertung großer Schulleistungsstudien sowie der Durchführung eines eigenen Leseverständnistests in einer Schulklasse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Inwiefern beeinflusst der Migrationshintergrund die Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern?
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden sowohl eine Literaturanalyse existierender Studien (IGLU, PISA) als auch eine empirische Erhebung mittels des ELFE II-Testverfahrens in einer sechsten Klasse durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Analyse nationaler und internationaler Leistungsdaten sowie eine detaillierte Auswertung des schuleigenen Praxistests.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Lesekompetenz, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung und diverse quantitative Schulleistungsanalysen.
Worin liegt der spezifische Erkenntniswert des Schultests innerhalb der Arbeit?
Der Test (ELFE II) dient dazu, die theoretischen Ergebnisse der großen internationalen Studien durch ein konkretes, selbst durchgeführtes Beispiel in einer realen Unterrichtssituation zu untermauern.
Warum wird im Fazit zwischen verschiedenen Generationen mit Migrationshintergrund differenziert?
Es wird betont, dass die Gruppe mit Migrationshintergrund heterogen ist, da beispielsweise Sprachkenntnisse und das Alter bei der Einwanderung deutliche Unterschiede in der Leseleistung bewirken können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574854