Für die Forschungsarbeit werden an einer Realschule Schülerinnen und Schüler zum Thema Geschichtsbewusstsein und Geschichtsunterricht befragt. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Planung des Studienprojekts. Zunächst ist es wichtig zu klären, was die Begriffe Geschichtsbewusstsein und Migrationshintergrund bedeuten, sodass in Kapitel zwei die Definitionen genannt werden. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel vorgestellt. Der Kernlehrplan der Realschulen wird hinzugezogen und die Kompetenzen sowie die Themenbereiche der Sekundarstufe I werden hinsichtlich der Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins analysiert. Die geplante Methodik in Kapitel vier gibt wieder, wie die Fragebögen aufgebaut sind und wie die Durchführung sowie die Auswertung erfolgen werden. Abschließend folgt ein Ausblick, indem auch nochmal die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsklärung „Migrationshintergrund“
2.2 Begriffsklärung „Geschichtsbewusstsein“
2.3 Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel
3. Lehrplanbezug
3.1 Der Kernlehrplan der Realschulen in Nordrhein- Westfalen
4. Geplante Methodik
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss eines Migrationshintergrundes auf das Geschichtsbewusstsein von Schülerinnen und Schülern. Basierend auf der theoretischen Rahmung durch das Dimensionenmodell von Hans Jürgen Pandel sowie einer Analyse der curricularen Vorgaben in Nordrhein-Westfalen zielt das Studienprojekt darauf ab, durch eine empirische Erhebung zu klären, ob sich das Geschichtsbewusstsein allochthoner und autochthoner Lernender unterscheidet und inwiefern der aktuelle Geschichtsunterricht dieser Heterogenität gerecht wird.
- Strukturbestimmung des individuellen Geschichtsbewusstseins
- Analyse der Rolle von Identität und Herkunftskontext
- Kritische Reflexion des Kernlehrplans im Fach Geschichte
- Konzeption eines quantitativen Erhebungsinstruments
- Vergleich von autochthonen und allochthonen Schülergruppen
Auszug aus dem Buch
2.3 Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel
Im Kapitel 2.1 wurden verschiedene Definitionen zum Geschichtsbewusstsein genannt. Hans- Jürgen Pandel ist der Meinung, dass „auf das einzelne Individuum bezogene, Geschichtsbewusstsein eine individuelle mentale Struktur ist, die durch ein System von sieben aufeinander verweisenden Kategorien“ besteht. Er entwickelte 1987 ein Theoriemodell, welches das Geschichtsbewusstsein in sieben miteinander sich verbindenden und vernetzen Dimensionen erklärt. Die Ausbildung der folgenden Dimensionen ergibt eine „individuelle mentale Strukturierung“, die als Geschichtsbewusstsein bezeichnet werden kann.
Zu beginnen ist mit den Dimensionen zur Erfassung der Geschichtlichkeit, dem Temporalbewusstsein, welches für die Unterscheidung der Zeitmodi wie beispielsweise Vergangenheit und Zukunft zuständig ist. Infolgedessen ist zum Beispiel wichtig, wie weit das Geschichtsbewusstsein in die Vergangenheit zurück und in die Zukunft vorausdenkt. Die nächste Dimension ist das Wirklichkeitsbewusstsein, das dafür zuständig ist, real und fiktiv zu unterscheiden. Für das Geschichtsbewusstsein ist es vonnöten, zwischen Fiktion und Wahrheit, also zwischen erfundenen und geschehenen Ereignissen, zu trennen. Das Historizitätsbewusstsein bestimmt das Wissen, dass Personen, Dinge und Ereignisse veränderbar sind, aber auch, dass andere statisch bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Heterogenität in deutschen Schulen durch den Prozess der Migration und leitet daraus die Forschungsfrage ab, welchen Einfluss der Migrationshintergrund auf das individuelle Geschichtsbewusstsein hat.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe „Migrationshintergrund“ sowie „Geschichtsbewusstsein“ und führt das Theoriemodell von Hans Jürgen Pandel als analytische Basis ein.
3. Lehrplanbezug: Hier wird der Kernlehrplan Geschichte für Realschulen in Nordrhein-Westfalen analysiert, um aufzuzeigen, wie dort die Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins konzipiert ist und wo Diskrepanzen zur Lebenswelt heutiger Schülerinnen und Schüler liegen.
4. Geplante Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das Design des geplanten Studienprojekts, das durch standardisierte Fragebögen bei zwei Vergleichsgruppen quantitative Daten über das Geschichtsbewusstsein erheben soll.
5. Ausblick: Der Ausblick fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und erläutert die weitere Vorgehensweise bei der praktischen Durchführung des Studienprojekts an der XY-Schule.
Schlüsselwörter
Geschichtsbewusstsein, Migrationshintergrund, Geschichtsdidaktik, Pandel, Identitätsbewusstsein, Lehrplan, Realschule, empirische Forschung, Geschichtsunterricht, Interkulturelle Erziehung, Temporalbewusstsein, Wirklichkeitsbewusstsein, Historizitätsbewusstsein, Schülerinnen und Schüler, Fragebogenerhebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Fokus liegt auf der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Migrationshintergrund von Schülerinnen und Schülern und der Ausprägung ihres individuellen Geschichtsbewusstseins im schulischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Begriffe Migrationshintergrund und Geschichtsbewusstsein, die theoretischen Dimensionen nach Pandel sowie die Curriculumsanalyse des Kernlehrplans Geschichte für Realschulen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, welchen Einfluss der Migrationshintergrund auf das Geschichtsbewusstsein hat, um so Hypothesen über etwaige Unterschiede zwischen allochthonen und autochthonen Lernern zu verifizieren oder zu falsifizieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es ist ein quantitatives Untersuchungsdesign geplant, welches auf standardisierten Fragebögen basiert, um Daten über die sieben Dimensionen des Geschichtsbewusstseins bei entsprechenden Schülergruppen zu erheben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, eine Analyse der schulischen Anforderungen gemäß Lehrplan und eine detaillierte Ausarbeitung der geplanten methodischen Vorgehensweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die zentralen Begriffe umfassen das Geschichtsbewusstsein, den Migrationshintergrund, geschichtsdidaktische Konzepte nach Pandel sowie die empirische Erhebung in der Sekundarstufe I.
Warum spielt die Identität für diese Arbeit eine besondere Rolle?
Wie Pandel aufzeigt, ist das Identitätsbewusstsein eine wesentliche soziale Kategorie des Geschichtsbewusstseins, da sich Schülerinnen und Schüler über Gruppen- und Herkunftszugehörigkeiten von anderen abgrenzen oder mit ihnen identifizieren.
Wie ist der Fragebogen konzipiert?
Der Fragebogen umfasst 22 Fragen, die offene, halboffene und geschlossene Formate kombinieren und gezielt die sieben Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel abfragen, wobei auch demographische Daten zur Person und Herkunft erhoben werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Das Geschichtsbewusstsein von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574855