Nunmehr zum zweiten Mal haben Bibliotheken aus ganz Deutschland im Novem¬ber 2009 eine Aktionswoche mit dem Motto ‚Deutschland liest. Treffpunkt Bibli¬othek‘ durchgeführt (vgl. www.treffpunkt-bibliothek.de). Als Studentin der Bildungswissenschaften absolvierte ich von September bis November 2010 ein Praktikum an der Stadtbibliothek xxx. Praktikumsaufgabe war die selbstständige Bearbeitung, Planung, Orga¬nisation, Bewerbung und (Mit-)Durchführung von zwei Veranstaltungen für di¬ese Aktionswoche. Eine Veranstaltung fand in der Stadtbibliothek xxx statt (Elternführung mit parallel stattfindendem Bilderbuchkino), die andere in einem Familienzentrum (Vorleseaktion in fünf Sprachen und Büchertisch). Diese Kita (Migrantenanteil 80%) ist ein Bildungspartner der Stadtbibliothek xxx.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufgabe und Bedingungen
2.1 Projektbeschreibung und Zielsetzung
2.2 Analyse der Handlungsbedingungen
3. Darstellung der Handlungen im Arbeitsprozess
3.1 Planung
3.2 Durchführung
3.3 Nachbereitung
4. Reflexionsprozesse
4.1 Reflexion über bildungspraktisches Handeln
4.2 Reflexion über Kompetenzentwicklung
5. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Dokumentation der Konzeption, Durchführung und Reflexion einer bibliothekspädagogischen Projektreihe, die darauf abzielt, die Bildungs- und Lesekompetenzschancen benachteiligter Kinder durch die Einbindung der Eltern zu fördern. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie bildungspraktisches Handeln im institutionellen Rahmen einer Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit einer Kindertagesstätte effektiv gestaltet werden kann.
- Konzeption und Durchführung bibliothekspädagogischer Bildungsangebote
- Bedeutung der Leseförderung und Mehrsprachigkeit im familialen Kontext
- Analyse von Handlungsbedingungen in öffentlichen Bildungs- und Kultureinrichtungen
- Didaktische Planung und zielgruppengerechte Informationsvermittlung (Elternarbeit)
- Reflexion des Theorie-Praxis-Transfers in der Bibliothekspädagogik
Auszug aus dem Buch
3. Darstellung der Handlungen im Arbeitsprozess
Die Veranstaltungen plante ich komplett eigenverantwortlich (siehe oben). Im Zentrum der Arbeit standen dabei ‚Leseförderung, Mehrsprachigkeit, Bildung‘. Die Angebote für die Kinder waren nur als ‚Vorwand‘ gedacht – primäres Ziel war es durch die Aktionen ‚an die Eltern zu kommen‘ und ihnen die Bedeutung und Wichtigkeit der Sprache als Schlüssel zum Lesenkönnen und das Lesekönnen als fächerübergreifender Schlüssel / Kernkompetenz für Erfolg in Schule und Beruf aufzuzeigen. Dazu entwickelte ich eine Elternführung und einen Eltern-Ratgeber (Flyer).
3.1 Planung
Wie erreicht man bildungsferne Schichten? Tenor der im Oktober 2009 von der Stiftung Lesen veröffentlichten Studie zur Lesesozialisation ist: Kinder, die gerne lesen, haben Erfolg in der Schule. Und: „Die Sprach- und Leseförderung im familialen Kontext ist der entscheidende Faktor für die Ausprägung des kindlichen Leseverhaltens. Und was im frühkindlichen Alter (…) versäumt wird, kann später nicht oder nur mit Mühe nachgeholt werden.“ (Stiftung Lesen, 2009)
Hintergründige Absicht der von mir geplanten Veranstaltungen war es, den Kindern und Eltern, denen die Stadtbibliothek XXXX bisher unbekannt ist, diese als einen Ort zu präsentieren, an dem man kostenlos verschiedenste attraktive (Bilder)Bücher und andere Medienformate ausleihen kann. Über die Kinder sollten die Eltern erreicht werden, um letztlich die Bildungschancen für die Kinder zu vergrößern. Zwei inhaltliche Schwerpunkte meiner Arbeit waren daher die Konzeption einer Elternführung sowie der Entwurf eines Informationsflyers für Eltern. Bibliothekspädagogik als „Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens in Bibliotheken“ (Schultka 2009b) ist ganzheitlich und richtet sich daher mit ihren „edukativen Serviceangeboten“ (ebd.) von ihrer Natur aus ganz selbstverständlich nicht nur an
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Dokumentation bildungspraktischen Handelns im Rahmen der Projektreihe und erläutert den Aufbau der Hausarbeit.
2. Aufgabe und Bedingungen: Hier werden die Rahmenbedingungen der Praktikumsaufgabe, die Zielsetzung der Kooperation mit der Kita und die institutionellen Voraussetzungen der Stadtbibliothek detailliert analysiert.
3. Darstellung der Handlungen im Arbeitsprozess: Dieses Kapitel beschreibt die Planung, Durchführung und Nachbereitung der zwei Bildungsaktionen inklusive der Konzeption der Elternführung und des Flyers.
4. Reflexionsprozesse: Die Autorin reflektiert hier ihr Handeln auf Basis bildungswissenschaftlicher Theorien und setzt sich mit ihrem persönlichen Kompetenzzuwachs auseinander.
5. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse evaluiert und Vorschläge für die zukünftige Gestaltung und Verstetigung der bibliothekspädagogischen Arbeit abgeleitet.
Schlüsselwörter
Bildungsplanung, Stadtbibliothek, Leseförderung, Mehrsprachigkeit, Bildungspartnerschaft, Bibliothekspädagogik, Elternarbeit, Medienkompetenz, Bildungssozialisation, Sprachförderung, Projektarbeit, Praxistransfer, Kompetenzentwicklung, Kindertagesstätte, Bildungsferne Zielgruppen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit dokumentiert das bildungspraktische Handeln der Autorin bei der Konzeption, Durchführung und Reflexion einer Projektreihe in einer Stadtbibliothek, mit dem Ziel, Bildungschancen für Kinder zu verbessern.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Bibliotheksarbeit, Leseförderung, Mehrsprachigkeit und der Einbindung von Eltern aus bildungsfernen Schichten.
Was war das primäre Ziel der durchgeführten Maßnahmen?
Das Ziel war es, Eltern für die Bedeutung von Sprache und Vorlesen zu sensibilisieren und die Hemmschwelle zum Besuch der Stadtbibliothek abzubauen, um so langfristig die Lese- und Medienkompetenz der Kinder zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Ansätze wurden verwendet?
Die Autorin bezieht sich auf bibliothekspädagogische Konzepte, Ansätze zur Sprachförderung sowie theoretische Grundlagen des Lehrens und Lernens, um ihr praktisches Handeln zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, die detaillierte Darstellung der Planungs- und Durchführungsphase (Elternführung und Flyer-Konzeption) sowie die systematische Nachbereitung.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen gehören Bibliothekspädagogik, Bildungspartnerschaft, Leseförderung, Sprachförderung und Kompetenzentwicklung.
Warum war die Zusammenarbeit mit der Kita besonders wichtig?
Die Kita fungierte als Bildungspartner, um gezielt Eltern zu erreichen, die die Bibliothek bisher nicht nutzten, und um die Maßnahmen direkt in den Alltag der Familien zu integrieren.
Wie wurde die Wirksamkeit der Projekte evaluiert?
Die Evaluation erfolgte pragmatisch durch die Analyse der Teilnehmerzahlen, das direkte Feedback der Eltern und Kooperationspartner sowie die Beobachtung der Leser-Neuanmeldungen.
- Quote paper
- Bettina Rütten (Author), 2010, Bildungsplanung in einer Stadtbibliothek , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157494