Neue Wege zur Gewinnung und Einbeziehung neuer Ehrenamtlicher in die Arbeitsbereiche der freien Wohlfahrtspflege


Hausarbeit, 2009
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Strukturen der Organisation am Beispiel des Caritasverbandes und Strukturwandel des Ehrenamts

3. Inhaltliche und formale Voraussetzungen

4. Gesetzliche Rahmenbedingungen

5. Strategien der Werbung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars ‚Wohlfahrtsverbände und Ehrenamt’ im Modul 08 werde ich mich in der folgenden Hausarbeit mit der Thematik ‚Neue Wege zur Gewinnung und Einbeziehung neuer Ehrenamtlicher in die Arbeitsbereiche der freien Wohlfahrtspflege’ beschäftigen.

Zunächst soll eine kurze Definition der Begrifflichkeiten Wohlfahrtspflege und Ehrenamt als Einstieg dienen. „Eine einheitliche Definition zum Ehrenamt, die einigermaßen konsensfähig ist, gibt es nicht.“[1] So oder so ähnlich beginnen die meisten versuchten Definitionen des Begriffs Ehrenamt. Allerdings gibt es einige Aspekte, die laut der ‚Bundesarbeitsgemeinschaft für freie Wohlfahrtspflege’ und der ‚Enquetekommission des Deutschen Bundestages’ kennzeichnend für ehrenamtliche Tätigkeiten sind. Darunter fallen die Faktoren Freiwilligkeit, Unentgeltlichkeit, Gemeinwohlorientierung und im öffentlichen Raum stattfindend[2]. Auch ist die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit in unserer Gesellschaft weitgehend unumstritten. Der Sozialstaat Deutschland lebt von der mitwirkenden Gestaltung der Bürger/innen und von ihrem freiwilligen Einsatz. Denn ohne den Einsatz in Vereinen, Verbänden oder ähnlichem wäre das Gemeinwesen nicht denkbar. „Von der Vielzahl und Vielfalt freiwilliger Tätigkeiten hängt die Qualität des Lebens in unserem Lande entscheidend ab.“[3]. Des Weiteren gibt es für den Begriff Ehrenamt verschiedene Bezeichnungen wie beispielsweise Freiwilligenarbeit, Bürgerengagement oder Selbsthilfegruppen. Grundsätzlich unterliegt das Ehrenamt und das damit verbundene soziale Engagement jedweder Natur einem Strukturwandel, auf den in der folgenden Hausarbeit näher eingegangen werden soll.

Der Bereich der Wohlfahrtspflege umfasst national und international die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, der ambulanten Krankenpflege, des Krankenhauswesens, der Katastrophenhilfe und Teile des Bildungswesens[4]. Die Wohlfahrtspflege wird in vielen Quellen als Bestandteil des staatlichen Fürsorgesystems in Deutschland eingeordnet. Dabei stehen bedarfswirtschaftlich-gemeinschaftliche Ziele und somit die ‚Förderung der Allgemeinheit’ im Vordergrund. Die freie Wohlfahrtspflege in Deutschland wird von sechs Spitzenverbänden repräsentiert, welche unterschiedliche Richtlinien und Ziele verfolgen. Zu den Spitzenverbänden gehören das ‚Deutsche Rote Kreuz’ (DRK), das ‚Diakonische Werk’, der ‚Deutsche Caritasverband’, der ‚Paritätische Wohlfahrtsverband’, die ‚Arbeiterwohlfahrt’ (AWO) und die ‚Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland’ (ZWST). Für einen Spitzenverband gilt, dass sich seine Tätigkeit über das gesamte Bundesgebiet erstrecken muss, der ‚ Verband im gesamten Spektrum der Wohlfahrtspflege tätig ist’, der Verband als Zusammenschluss identifizierbar ist, in weltanschaulicher Hinsicht eine Einheit bildet und das er für qualifizierte und korrekte Arbeit steht[5]. Die Spitzenverbände und die ihnen angehörigen Einrichtungen könnten jedoch ohne Ehrenamtlichkeit und soziales Engagement nicht bestehen. Aus diesem Grund sollte man sich die Frage stellen, was von staatlicher und gesellschaftlicher Seite unternommen werden muss, damit die bereits vorhandenen Helfer optimale Rahmenbedingungen haben und dadurch neue Ehrenamtliche hinzu gewonnen werden können. Hierzu zählen u. a. Punkte wie der Schutz vor Risiken, die Qualifikations- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die Involvierung der Ehrenamtlichen in die täglichen Arbeitsabläufe und die Arbeit inhaltlich und formal zu unterstützen. Diese Faktoren sollen in der nachfolgenden Hausarbeit unter den Überschriften ‚Strukturen der Organisation’ am Beispiel des deutschen Caritasverbands und unter Einbeziehung des Strukturwandels des Ehrenamts, ‚inhaltliche und formale Voraussetzungen’, ‚gesetzliche Rahmenbedingungen’ und ‚Strategien der Werbung’ näher umfasst und im Anschluss im Speziellen unter dem Punkt Fazit kritisch beleuchtet und zukunftsrelevant ausgeführt werden.

2. Strukturen der Organisation am Beispiel des Caritasverbandes und Strukturwandel des Ehrenamts

Wie bereits oben erwähnt, unterteilt sich die freie Wohlfahrtspflege in sechs Spitzenverbände und macht somit einen großen Teil des dritten Sektors aus. Mit dem dritten Sektor wird der weder gewinnorientierte noch staatliche Teil der Volkswirtschaft umschrieben[6]. Diese sechs Spitzenverbände haben unterschiedliche Verbandsstrukturen und Ziele in ihrer Arbeit. Die Satzung der ‚Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.’ sieht unter anderem die Beratung und Abstimmung in allen Aufgabenbereichen der freien Wohlfahrtspflege, die Pflege und Stärkung der sozialen Verantwortung in der Bevölkerung, die Mitwirkung an der Gesetzgebung und die Öffentlichkeitsarbeit als zentrale Aufgabenstellung vor[7].

Die allgemeine Struktur eines solchen Spitzenvereins soll im Folgenden anhand des größten deutschen Verbands und dem größten deutschen Arbeitgeber, der ‚Caritas’, aufgezeigt werden[8]. Unter dem ‚Caritasverband e. V.’ organisiert die katholische Kirche die soziale Arbeit. Der Caritasverband wurde 1897 von dem Priester Lorenz Werthmann gegründet. Bereits zu der damaligen Zeit nahm der Verband einen hohen Stellenwert im Bereich der sozialen Arbeit ein. Der Verband bestand nachfolgend trotz der zwei in Deutschland herrschenden Weltkriege weiter und hat sich während der vergangenen 60 Jahre zu einer internationalen Hilfsorganisation entwickelt. Nach der Wende konnten die in der ehemaligen DDR ansässigen Teilverbände erneut als eingetragene Vereine in Kraft treten.

Im Hinblick auf die Organisationsstruktur des Caritasverbands sind vor allem die Mitgliederverbände bedeutend. Diese bestehen aus ‚Diözesan- und Landes-Caritasverbände und anerkannten caritativen Fachverbänden’[9]. Hierzu zählen alle unter der katholischen Kirche zusammengefassten eingetragenen Vereine, wie beispielsweise der ‚Malteser Hilfsdienst e. V.’ oder ‚Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V.’ Unter dem Dachverband des Deutschen Caritasverbandes bündeln sich aktuell 27 Diözesan-Caritasverbände, 600 Regional- und Orts-Caritasverbände, 19 Fach- und Einrichtungsverbände sowie rund 250 überdiözesan tätige Orden ihre Arbeit. Die Zentrale des 1897 gegründeten Deutschen Caritasverbandes ist in Freiburg, die Hauptvertretungen in Berlin und Brüssel. Der deutsche Caritasverband besteht laut Satzung aus persönlichen und korporativen Mitgliedern, die unter der Leitung verschiedener Organe vereint sind. Hierzu zählen der Präsident, die Delegiertenversammlung, der Caritasrat und der Vorstand, wobei der Präsident die Repräsentation des Verbands in ‚Kirche, Staat und Gesellschaft’[10] darstellt. Der Präsident hat den Vorsitz beim Vorstand und ihm ‚obliegt die Einberufung der Delegationsversammlung und des Caritasrates’[11]. Die Delegiertenversammlung setzt sich aus stimmberechtigten Mitgliedern und beratenden Mitgliedern zusammen. Zu den stimmberechtigten Mitgliedern gehören der Präsident, der Vizepräsident, die Mitglieder des Vorstands, die Vorsitzenden und der Direktor der Diözesan-Caritasverbände, zwei Vertreter je Fachverband, ein Vertreter der Vereinigungen, sechs Vertreter der Orden, drei Vertreter einer Ortsebene des Caritasverbands und sieben weitere Personen. Eine ähnliche Zusammensetzung trifft auf den Caritasrat zu. Grundsätzlich unterscheiden sich der Caritasrat und die Delegiertenversammlung nur in der Aufteilung der Aufgabenschwerpunkte. Der Vorstand des Caritasverbands setzt sich aus dem Präsidenten, dem Generalsekretär und drei weiteren Vorstandmitgliedern zusammen.

Dem Caritasverband gehörten laut einer Statistik aus dem Jahre 2006 25.000 Einrichtungen und Dienste an, in denen 3 3.000 Auszubildende , Schüler und Berufspraktikanten, rund 10.200 Zivildienstleistende und 3.500 Freiwillige im Sozialen Jahr beschäftigt sind. Aktuell sind zudem ca. 500.000 Hauptamtliche und ebenso viele ehramtliche Mitarbeiter in dem Verein tätig. Im deutschen Caritasverband gibt es mehr als 50 Freiwilligenzentren, die eine Anlaufstelle für die Ehrenamtlichen bilden und für alle Fragen diesbezüglich zuständig sind. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten, informieren und vermitteln Menschen, die sich engagieren wollen. Falls gewünscht, stehen sie auch während des Einsatzes als Ansprechpartner zur Verfügung[12].

[...]


[1] Rauschenbach 2001, S. 345

[2] vgl. Igl 1996, S. 8 & www.dgsv.de

[3] www.miz.org

[4] vgl. Hüdepohl 1996, S. 11

[5] Beher 2000, S. 65

[6] vgl. www.wikipedia.de

[7] vgl. Goll 1991, S.111

[8] vgl. www.caritas.de

[9] vgl. www.caritas.de

[10] www.caritas.de/Satzung

[11] www.caritas.de

[12] vgl. www.caritas.de

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Neue Wege zur Gewinnung und Einbeziehung neuer Ehrenamtlicher in die Arbeitsbereiche der freien Wohlfahrtspflege
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Wohlfahrtsverbände und Ehrenamt
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V157497
ISBN (eBook)
9783640702572
ISBN (Buch)
9783640702459
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue, Wege, Gewinnung, Einbeziehung, Ehrenamtlicher, Arbeitsbereiche, Wohlfahrtspflege
Arbeit zitieren
Nina Bethke (Autor), 2009, Neue Wege zur Gewinnung und Einbeziehung neuer Ehrenamtlicher in die Arbeitsbereiche der freien Wohlfahrtspflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157497

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