Eindimensionale und zweidimensionale Führungsstile


Seminararbeit, 2009

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein- und Zweidimensionale Fuhrungsstile
2.1 Eindimensionale Fuhrungsstile
2.1.1 Fuhrungskontinuum
2.1.2 Kritik
2.2 Zweidimensionaler Fuhrungsstil
2.2.1 Managerial Grid
2.2.2 Kritik

3. Kontigenzmodell

4. Konklusion

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Fuhrungsstilkontinuum

Abbildung 2 Das Managerial Grid

Tabelle 1 Kontigenzmodell nach Fiedler

1. Einleitung

Das Thema Fuhrung ist vielleicht eines der am meisten diskutierten Themen in den verschie- densten sozialwissenschaftlichen Feldern.

„Fuhrung ist die Fahigkeit, eine Richtung vorzugeben, andere im Sinne eines gemein- samen Ziels zu beeinflussen, sie zu motivieren und zum Handeln zu bringen und sie fur ihre Leistung in die Verantwortung zu nehmen.“[1]

Zu diesem Thema entstanden bislang die verschiedensten Ansatze. Ging man anfangs noch davon aus, dass Fuhrungsfahigkeit eine naturgegebene Eigenschaft bestimmter Menschen war, so ist man mittlerweile der Ansicht, dass Fuhren eine lernbare Eigenschaft ist.

Mit der Annahme, dass das Verhalten eines Vorgesetzten die Arbeitsleistung seiner Mitarbeiter maBgeblich beeinflusst, beschaftigt sich die Verhaltenstheorie der Fuhrung. Dem- nach musste es einen besten Fuhrungsstil geben. Diese Annahme fuhrte in der Fuhrungslehre zur Entwicklung verschiedener Fuhrungsstiltheorien. Doch was versteht man eigentlich unter dem Begriff Fuhrungsstil?

„Mit dem Begriff Fuhrungsstil wird die situationsbestandige, personliche Grundeinstel- lung des Vorgesetzten bezeichnet, die sein langfristig relativ stabiles Fuhrungsverhalten gegenuber den Mitarbeitern bestimmt“, so Merkli, Paschen, Borkircher (2008: 37).

„Unter einem Fuhrungsstil versteht man eine grundsatzliche Handlungsmaxime des Vorgesetzten. Gegenuber dem in der konkreten Situation stark modifizierbaren Fuh­rungsverhalten bleibt der Fuhrungsstil uber einen langeren Zeitraum konstant.“ (Scholz 1994, S. 437.)

Nach der letzten Definition unterscheidet man zwischen Fuhrungsstil und Fuhrungsverhalten. Fuhrungsstil bezeichnet die personliche Grundeinstellung, die das situationsbestandige Fuh- rungsverhalten bestimmt; Fuhrungsverhalten hingegen ist das situationsabhangige und beob- achtbare Verhalten des Vorgesetzten. Da der Fuhrungsstil durch die personliche Grundeinstel- lung oder Wertehaltung beeinflusst wird, wird dieser auch durch das vorhandene Menschen- bild beeinflusst.

Diese Arbeit beschaftigt sich mit der Frage, ob es einen besten Fuhrungsstil gibt, wel­ches in seinen Grundzugen gleichbleibend und von der Fuhrungssituation unabhangig ist.

Meine Hypothese ist, dass es keinen solchen besten Fuhrungsstil gibt, da Fuhrungserfolg der Fuhrungssituation anzupassen ist.

Im folgenden Kapitel werden die beiden Fuhrungsstile, anhand des Fuhrungskonti- nuums nach Tannenbaum/Schmidt und dem Managerial Grid von Blake/Mouton untersucht. Im dritten Kapitel wird anhand des Kontigenzmodells nach Fiedler ein Konzept vorgestellt, mit dem das situative Fuhrungsverhalten in den Mittelpunkt der Forschung ruckt. Man wird feststellen, dass Fuhrungsstile je nach Situation unterschiedlich wirken.

2. Ein- und Zweidimensionale Fuhrungsstile

2.1 Eindimensionale Fuhrungsstile

Der eindimensionale Fuhrungsstil ist dadurch charakterisiert, dass eine EinflussgroBe im Fuh­rungsverhalten den Stil bestimmt und daraus zwei gegensatzliche Fuhrungsstile abgeleitet werden konnen.

Das bekannteste eindimensionale Model ist das Fuhrungskontinuum von Tannenbaum/ Schmidt, welches auf die Studien der Iowa State University aufbaut. Die von Kurt Lewin ge- fuhrten Iowa-Studien fuhrten zur Differenzierung drei verschiedener Fuhrungsstile: Autorita- rer Fuhrungsstil, demokratischer Fuhrungsstil und Laissez-faire-Fuhrungsstil.

Beim autoritaren Fuhrungsstil entscheidet nur der Vorgesetzte, wogegen beim demo- kratischen Fuhrungsstil die Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden. Beim Laissez-faire-Fuhrungsstil genieBen die Mitarbeiter vollste Freiheiten, da der Vorge­setzte keine Einflussnahme ausubt (vgl. Borowski 2008: 174-75).

2.1.1 Fuhrungskontinuum

Im Fuhrungskontinuum nach Tannenbaum/ Schmidt[2] lassen sich autoritarer und kooperativer Fuhrungsstil als Extrempunkte auf einem Kontinuum darstellen. Je nach Grad der Partizipati- on am Entscheidungsprozess entfernt man sich von einem Extrempunkt. In diesem Fuhrungs­kontinuum unterscheiden Tannenbaum/ Schmidt zwischen sieben verschiedenen Klassifikati- onen (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Fuhrungsstilkontinuum (TANNENBAUM/ SCHMIDT 1958: 96; vgl. WUNDERER 2000: 209)

Es handelt sich um einen autoritaren Fuhrungsstil, wenn der Vorgesetzte ohne Konsultation der Mitarbeiter entscheidet. Ganz im Gegensatz zum kooperativen Fuhrungsstil, wo die Gruppe entscheidet und der Vorgesetzte als Koordinator agiert. WUNDERER (2000: 209) cha- rakterisiert die verschiedenen Stufen, indem er die Extrempunkte zwischen autoritar und teil­autonom unterscheidet. Im Folgenden werden die funf Zwischenstufen entlang der Achse vom autoritaren in Richtung kooperativen Fuhrungsstil erklart[3].

Nimmt die Autoritat ab, indem der Vorgesetzte zwar entscheidet, aber stets bestrebt ist, seine Untergebenen von seinen Entscheidungen zu uberzeugen, so ist das patriarchalisch. Gestattet der Vorgesetzte Fragen zu seinen Entscheidungen, um durch deren Beantwortung die Akzeptanz bei seinen Untergebenen zu erreichen anstatt reine Uberzeugungsarbeit zu leis- ten, so spricht Wunderer von informierend. Die Mitte der Achse ist die beratende Stufe. Der Vorgesetzte informiert seine Mitarbeiter uber die Entscheidungen, die er beabsichtigt zu tref- fen. Die Mitarbeiter haben die Moglichkeit ihre Meinung frei zu auBern und damit gegebe- nenfalls die Entscheidung des Vorgesetzten zu beeinflussen. In der kooperativen Stufe entwi- ckelt die Gruppe Vorschlage. Der Vorgesetzte entscheidet sich fur eine der gemeinsam her- ausgearbeiteten Problemlosungen. Entscheidet die Gruppe nachdem der Vorgesetzte das Problem aufgezeigt und die Grenzen des Entscheidungsspielraums definiert hat, so handelt es sich um eine delegative Stufe.

Beispiel:

(1) Das beste Beispiel fur einen autoritaren Fuhrungsstil ist wohl das Militar mit seiner streng hierarchisch geordneten Organisationsstruktur. Hier befiehlt der Vorgesetzte ohne Konsultation seiner Untergebenen.

[...]


[1] Onpulson, http://www.onpulson.de/lexikon/fuehrung.htm, 09.09.2009.

[2] Originaler Titel: „Continuum of leadership behaviour“(TANNENBAUM/ Schmidt 1973: 164).

[3] Es folgen Wunderers Charakterbezeichnungen auf die funf Zwischenstufen vom Fuhrungskontinuum.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Eindimensionale und zweidimensionale Führungsstile
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Führung von Mitarbeitern
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V157524
ISBN (eBook)
9783640702138
ISBN (Buch)
9783640702367
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Führung, Führungsstile, Managerial Grid, Kontigenzmodell, eindimensionale Führungsstil, zweidimensionale Führungsstil, Führungsstil, Führungsstilkontinuum, Führungskontiuum, Style of Leadership, Leadership, Managerial style, Management style, Führung von Mitarbeitern
Arbeit zitieren
Michael Gerhold (Autor), 2009, Eindimensionale und zweidimensionale Führungsstile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157524

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