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Die Themen Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen"

Titel: Die Themen Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nikita Iagniatinski (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
In dieser Hausarbeit geht es um die Themen Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen―. Um das Thema zeitlich einzuordnen, wird zunächst ein historischer Überblick zu den Rangklassen im russischen Zarenreich gegeben. Im ersten großen Teil der Hausarbeit werden die Beamten und die Bürokratie in den „Toten Seelen― behandelt. Dafür soll die Sekundärliteratur von J.M. Nikišov, E.S. Smirnova-Čikina und S. Mašinskij herangezogen und detailliert besprochen werden. Diese Quellen wurden deshalb ausgewählt, weil sie am besten und am umfangreichsten das vorliegende Thema behandeln. Nach den Untersuchungen einzelner Autoren sollen weitere Analysen der Kanzlei und der Finanzbehörde folgen. Am Ende dieses Teils der Hausarbeit wird die Erscheinung der Protektion zuerst allgemein definiert, dann in einzelnen Beispielen beschrieben und analysiert. Wichtig ist, durch die Sekundärliteratur und eigene Analysen das Bild der Beamten im Roman herauszuarbeiten und festzustellen, wie sich Gogols Kritik an ihnen äußert.
Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich mit Čičikovs Karriere, der Korruption und der Justiz. Zunächst geht es um seine Arbeit als Aktuar und den Umgang mit Bittstellern. Dann wird die Geschichte um die Kommission zum Bau eines staatlichen Gebäudes, danach Čičikovs Arbeit beim Zoll und die Machenschaften der Schmugglergesellschaft behandelt. Was sind die Gründe für das Handeln der Hauptperson, was strebt sie an, welchen Weg wählt sie um ihre Ziele zu erreichen, welche Prioritäten setzt sie? Diese Fragen müssen beantwortet werden. Im Abschnitt über die Justiz wird auf die Rollen des Polizeimeisters und des Staatsanwalts näher eingegangen. Es soll geklärt werden, ob sie sich von anderen Beamten in der Stadt unterscheiden. Im Schlussteil werden die vorangegangenen Kapitel zusammengefasst und es soll geklärt werden, ob die Justiz im Roman richtig funktioniert und falls nicht, weshalb. Außerdem wird ein Bezug des Themas auf die Gegenwart gemacht. Stimmt die Darstellung der administrativen Gewalt im Buch mit der Realität überein oder gibt es gravierende Unterschiede? Welche Parallelen zu unserer Zeit lassen sich feststellen?

Leseprobe


1. Einleitung

2. Das Gesetz über Rangklassen

3. Die Beamten, die Bürokratie in den „Toten Seelen“

3.1. Das Bild der Beamten nach J.M. Nikišov

3.2. Das Bild der Beamten und Čičikovs nach E.S. Smirnova-Čikina

3.3. Das Bild des Beamtentums nach S. Mašinskij

3.4. Weitere Beschreibungen und Analysen der Beamten

3.5. Protektion

4. Čičikovs Karriere und Justiz

4.1. Stelle des Aktuars, Umgang mit Bestechungen, der erste große Coup

4.2. Arbeit beim Zoll

4.3. Čičikovs Natur

4.4. Die Diener der Justiz

5. Schlussbetrachtung und Bezug auf die Gegenwart

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung von Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen“. Ziel ist es, mittels Sekundärliteratur das Bild der Beamten zu analysieren, Čičikovs Karriere unter dem Aspekt der Korruption zu beleuchten und eine Verbindung zur administrativen Realität sowie der heutigen Zeit herzustellen.

  • Historischer Kontext der Rangklassen im russischen Zarenreich
  • Analyse des Beamtentums und bürokratischer Strukturen durch verschiedene Autoren
  • Untersuchung von Korruption und Protektion anhand von Čičikovs Werdegang
  • Die Rolle von Justizorganen wie Polizeimeister und Staatsanwalt
  • Vergleichende Betrachtung der administrativen Gewalt und gesellschaftlicher Parallelen zur Gegenwart

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Bild des Beamtentums nach S. Mašinskij

Gogol‘ berichtet über die Stadt, über dieses administratives bürokratisches Zentrum, das das Leben vorwärts bringen müsste, aber in Wirklichkeit eine unbewegliche Welt der Leere, des Nichtstuns, einer toten Gefühllosigkeit darstellt. Die russische Stadt jener Zeit ist vor allem eine Stadt der Beamten. Mašinskij bemerkt ebenso wie Nikišov, dass Gogol‘ ein ausdrucksvolles Gruppenbild der administrativen Gewalt malt. Ganz oben sitzt der Gouverneur, der viele Auszeichnungen bekommen hat und toll stickt. Der Polizeimeister, der zweite Mann in der Verwaltung des Gouvernements, ist zwar korrupt, aber trotzdem sehr beliebt in der Stadt. Dann gibt es noch den obengenannten Ivan Antonovič, der sich mit Bestechungen gut auskennt, und einige andere, über die Sobakevič sagt: „даром бременят землю“.

Eine Besonderheit der Abbildung der Beamten in der Verwaltung des Gouvernements ist, dass hier ihr Verhältnis zur Amts- bzw. der Staatspflicht offenbart wird. Der staatliche Dienst ist für diese Funktionäre nur ein Mittel für ein sorgloses und müßiges Leben. Das bestätigt z.B. Sobakevič. In der Szene in der Kanzlei, wo die Formalitäten für den Kauf der „toten Seelen“ erledigt und Zeugen gesucht werden, rät er:

„Пошлите теперь же к прокурору, он человек праздный и, верно, сидит дома, за него все делает стряпчий Золотуха, первейший хапуга в мире. Инспектор врачебной управы, он также человек праздный и, верно, дома, если не поехал куда-нибудь играть в карты, да еще тут много есть, кто поближе…“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themen Bürokratie und Justiz in Gogols Werk sowie Vorstellung der verwendeten Sekundärliteratur und Forschungsfragen.

2. Das Gesetz über Rangklassen: Historischer Überblick über die 1722 eingeführte russische Rangtabelle, ihre Struktur und ihre Auswirkungen auf die soziale Mobilität und Bürokratisierung.

3. Die Beamten, die Bürokratie in den „Toten Seelen“: Detaillierte Analyse des Beamtenapparates und der administrativen Welt durch die Perspektiven von Nikišov, Smirnova-Čikina und Mašinskij sowie Definition des Begriffs Protektion.

4. Čičikovs Karriere und Justiz: Untersuchung von Čičikovs Aufstieg durch Korruption, seine Arbeitsweise in verschiedenen Ämtern und die Rolle der Justizvertreter im Roman.

5. Schlussbetrachtung und Bezug auf die Gegenwart: Zusammenfassende Bewertung der Beamtenstruktur im Roman und Vergleich mit modernen administrativen Systemen und Korruptionsphänomenen.

Schlüsselwörter

Gogol, Die toten Seelen, Bürokratie, Justiz, Korruption, Beamtenapparat, Rangtabelle, Čičikov, Protektion, Zarenreich, Verwaltungsgeschichte, administrative Gewalt, Amtsmissbrauch, Staatsdiener, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Bürokratie, Korruption und Justiz im Roman „Die toten Seelen“ von N.V. Gogol.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das russische Rangklassensystem, das Verhalten der Beamtenschaft im Roman, die Rolle von Protektion und der Werdegang der Hauptfigur Čičikov.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll das Bild der Beamten herausgearbeitet werden, um Gogols Kritik an der administrativen Gewalt zu verstehen und Vergleiche zur damaligen und heutigen Realität zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Sekundärliteratur bekannter Forscher heranzieht und mit eigenen Textanalysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Beamten-Gruppenbildes (Dicke/Dünne), die Analyse der Korruptionsmechanismen und die Charakterisierung der Justizdiener.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Korruption, Bürokratie, Beamtenwesen, Čičikov, Protektion und Verwaltungsstrukturen.

Warum spielt die Rangtabelle für das Verständnis des Romans eine Rolle?

Sie liefert den historischen Kontext für das Handeln der Beamten und erklärt, warum Status und Titel im Zarenreich eine so zentrale Rolle für die Karriere spielten.

Inwieweit lässt sich ein Bezug zur Gegenwart herstellen?

Die Arbeit vergleicht die im Roman beschriebene „organisierte Verantwortungslosigkeit“ und die Praxis der Bestechung mit modernen Fällen von Amtsmissbrauch in Russland.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Themen Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen"
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Slavistik)
Veranstaltung
HS Gogol "Tote Seelen" (Mertvye dushi)
Note
2,0
Autor
Nikita Iagniatinski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V157557
ISBN (eBook)
9783640749065
ISBN (Buch)
9783640749539
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Themen Bürokratie Justiz Gogols Roman Seelen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nikita Iagniatinski (Autor:in), 2010, Die Themen Bürokratie und Justiz in N.V. Gogols Roman „Die toten Seelen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157557
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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