In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den britisch-sowjetischen Verhandlungen auseinandersetzen, wie sie sich im Mai des Jahres 1939 nach Darstellung von Donald Cameron Watt in seinem Werk „How war came“ (1989) zugetragen haben. Diese Verhandlungen sind Gegenstand der Erörterungen von Watt in Kapitel 14 dieses Buches.
Im ersten Teil der Arbeit werde ich einen groben Überblick darüber geben, wie sich die Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und Großbritannien nach der Darstellung von D. C. Watt entwickelt haben, um das Verständnis der weiteren Ausführungen zu erleichtern.
Im zweiten Teil will ich dann mit den Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, prüfen, inwiefern die Darstellung D. C. Watts den Tatsachen entspricht.
Im dritten Teil versuche ich schließlich zu zeigen, wie sich das Verhalten der Briten den Sowjets gegenüber geändert hat bzw. inwieweit sie sich den sowjetischen Forderungen angenähert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über die britisch-sowjetischen Verhandlungen im Mai 1939
3. Versuch der Beurteilung der Darstellungsweise D. C. Watts
4. Die Zugeständnisse der Briten an die Sowjets
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die britisch-sowjetischen Verhandlungen im Mai 1939 auf Basis von Donald Cameron Watts Werk "How war came". Ziel ist es, die Entwicklung der diplomatischen Bemühungen zu analysieren, die methodische Darstellungsweise Watts kritisch zu prüfen und die britischen Zugeständnisse sowie das Scheitern der Verhandlungen zu bewerten.
- Analyse der britisch-sowjetischen diplomatischen Beziehungen im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs.
- Kritische Würdigung der quellenorientierten Geschichtsschreibung von D. C. Watt.
- Untersuchung der britischen Garantieerklärungen und deren Wahrnehmung durch die Sowjetunion.
- Evaluation der Rolle von Schlüsselakteuren wie Litwinow, Molotow und Lord Halifax.
- Bewertung der Einflussfaktoren, die zum Scheitern der Bündnisverhandlungen führten.
Auszug aus dem Buch
3. Versuch der Beurteilung der Darstellungsweise D. C. Watts
Im zweiten Teil will ich jetzt einen Vergleich zwischen der Darstellungsweise von D. C. Watt mit anderen Quellen anstellen.
D. C. Watt selbst zieht zur Darstellung der Ereignisse, die er in Kapitel 14 behandelt, hauptsächlich Primärquellen heran. Dies wird schon bei einem kleinen Überblick über das Literaturverzeichnis dieses Kapitels deutlich. Im Vordergrund stehen Dokumente, die Telegramme oder Sitzungsdokumente wiedergeben. Namentlich verwendet D. C. Watt u. a. folgende Literatur:
- Documents on British Foreign Policy, 1919 – 1939, 3rd series, 1938 – 1939
- Soviet Documents on Foreign Policy, 1917 – 1941, vol. III
- Documents on German Foreign Policy, Series D, 1936 – 1941, vol. VI
- Foreign Relations of the United States, 1939, vol. I
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die britisch-sowjetischen Verhandlungen von 1939 nach Watt detailliert zu analysieren und die eigene Vorgehensweise auf Basis von Primärquellen zu begründen.
2. Überblick über die britisch-sowjetischen Verhandlungen im Mai 1939: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext, angefangen beim gescheiterten sowjetischen Vorschlag eines Dreierbündnisses bis hin zum wachsenden Druck in Großbritannien, eine Einigung mit Moskau zu erzielen.
3. Versuch der Beurteilung der Darstellungsweise D. C. Watts: Die Autorin vergleicht Watts Darstellung mit den verwendeten Primärquellen und attestiert ihm eine hohe Genauigkeit sowie eine quellennahe Arbeitsweise, wobei sie punktuell kritische Anmerkungen macht.
4. Die Zugeständnisse der Briten an die Sowjets: Hier werden die inhaltlichen Anpassungen der britischen Vertragsentwürfe analysiert, wobei die Unvereinbarkeit der britischen Position mit den sowjetischen Forderungen nach Garantien für die baltischen Staaten hervorgehoben wird.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Scheitern der Bündnisgespräche maßgeblich auf die zögerliche Haltung der Briten und die unüberbrückbaren Differenzen bezüglich der baltischen Staaten zurückzuführen ist.
Schlüsselwörter
Britisch-sowjetische Verhandlungen, Mai 1939, Donald Cameron Watt, How war came, Neville Chamberlain, Maxim Litwinow, Wjatscheslaw Molotow, Lord Halifax, Kollektive Sicherheit, Bündnispolitik, Diplomatie, Primärquellen, Baltische Staaten, Zweiter Weltkrieg, Außenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die diplomatischen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Sowjetunion im Mai 1939 vor dem Hintergrund des heraufziehenden Zweiten Weltkriegs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die britische Bündnispolitik, die sowjetischen Sicherheitsinteressen und die quellenkritische Auseinandersetzung mit der historiographischen Darstellung durch D. C. Watt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der britisch-sowjetischen Verhandlungen nachzuvollziehen und zu prüfen, warum diese trotz intensiver Bemühungen letztlich scheiterten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wendet eine quellenkritische Methode an, indem sie Watts Kapitel 14 direkt mit den zeitgenössischen Primärquellen wie Telegrammen und Sitzungsberichten vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, eine Quellenkritik von Watts Arbeit und eine detaillierte Analyse der britischen Zugeständnisse und deren Scheitern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diplomatiegeschichte, Bündnisverhandlungen, Außenpolitik, Quellenkritik und die Akteure der damaligen Zeit charakterisieren.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von Wjatscheslaw Molotow?
Die Autorin übernimmt die zeitgenössische, kritische Sichtweise des Botschafters Seeds, der Molotow als diplomatisches Enigma und weniger kooperativ als seinen Vorgänger Litwinow empfand.
Warum scheiterten die Verhandlungen laut der Autorin primär?
Das Scheitern wird auf eine Kombination aus der initialen britischen Ablehnung, einer zu späten Erkenntnis über die Notwendigkeit des Bündnisses und dem ungelösten Streitpunkt um Sicherheitsgarantien für die baltischen Staaten zurückgeführt.
- Arbeit zitieren
- Isabel Meyer (Autor:in), 2004, Großbritanniens Weg in den Zweiten Weltkrieg. Eine Darstellung der britisch-sowjetischen Verhandlungen im Mai 1939 anhand des Buches "How war came" von Donald Cameron Watt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157559