Francisco Franco Bahamonde

Die politische Rede des Caudillos untersucht anhand der “Mensaje radiado a todos los españoles” (1 de octubre 1937)


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

18 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Sprache in der Politik

3. Politische Inszenierung – Theorie

4. Die Funktionen des politischen Diskurses im autoritären Regime

5. Zur Person Francos

6. Mensaje radiado a todos los españoles (1 de octubre 1937)
6.1. Intentionen
6.2. Überzeugung / Propaganda
6.3. Klischees
6.3.1. Nationalität
6.3.2. Religiosität

7. Rhetorische Auffälligkeiten
7.1. Phonologie
7.1.1. Rhythmische Struktur
7.1.2. Homoioptoton und Homoioteleuton
7.2. Syntax
7.3. Semantik
7.4. Politisches Vokabular

8. Bibliographie

1. Einleitung

In vorliegender Arbeit habe ich den Versuch einer Diskursanalyse gestartet. Ich habe mich auf die Zeit der Diktatur in Spanien zurückerinnert und bin dabei natürlich auf die Person Francisco Franco Bahamonde gestoßen. Aufgrund meines großen Interesses an der Politik habe ich mich dann mit der politischen Rede Francos auseinandergesetzt und dabei versucht, eine seiner gehaltenen Reden, im Detail zu analysieren.

Die politische Rhetorik gewann eine neue Dimension bei der Vorbereitung und nach dem Ausbruch der Französischen Revolution, direkt als politische Beredsamkeit oder durch die Entwicklung einer kritischen bürgerlichen Publizistik. Die öffentliche und politische Rede vermag im Idealfall einen Wende- oder Höhepunkt im Handeln zu antizipieren. Sie mag das Volk - wie zuzeiten der Naziherrschaft - "verführen" oder "beglücken" - wie es anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands geschah. Die politische Rhetorik zielt ganz unmittelbar auf ein zuhörendes Kollektiv, das es zu überzeugen gilt.

Ich habe meine Arbeit in sechs Kapitel gegliedert, wobei ich zunächst ein wenig auf die Funktion und Verwendung der Sprache in der Politik eingehen möchte und danach einen Abstecher in die Theorie der politischen Inszenierung wagen werde.

Den eher grundlegend-allgemeinen Teil schließt das Kapitel über die Funktionen des politischen Diskurses im autoritären Regime ab, das natürlich im Bezug auf Spanien sehr wichtig erscheint, da auch das politische System Spaniens zwischen 1936 und 1975 als durchaus autoritär anzusehen ist.

Anschließend daran werde ich versuchen die Person Francos auf ihre Besonderheiten zu untersuchen, die sich später dann natürlich auf seine Präsentation vor seiner Anhängerschaft und seine Reden ausgewirkt hat.

Dann folgen die Kapitel, die sich ausschließlich mit der Rede Francos vom 1. Oktober 1937 beschäftigen. Zuerst analysiere ich die Intentionen, Überzeugungsmechanismen und Klischees dieser Rede und gehe später auf die rhetorischen Auffälligkeiten genauer ein. Hier betrachte ich die Phonologie, die Syntax und Semantik, sowie das politische Vokabular in sehr ausführlicher Form.

2. Sprache in der Politik

1) Die repräsentative Funktion
2) Die expressive Funktion
3) Die appellative Funktion

Die Sprache als wichtigstes Instrument der menschlichen Kommunikation, v. a. in der Gesellschaftsorganisation, übernimmt eine entscheidende Rolle. Die Sprache übt im politischen Feld verschiedene Funktionen aus:

1) um einen Konsens bei problematischen Themen zu schaffen
2) um Ideen, Meinungen und Einstellungen zu vermitteln, die einer organisatorischen Entwicklung der Gesellschaft dienen
3) um die Lösung eines Konfliktes mittels Gewalt zu vermeiden.

Im Sinne von Dieckmann hat die Sprache die Funktion eines gesellschaftlichen Kontrollinstruments.[1]

3. Politische Inszenierung – Theorie

Thomas Meyer hat eine umfassende analytische und empirische Untersuchung von Politikinszenierung vorgelegt. Seine wichtigsten Fragestellungen sind, welche Strategien Journalisten zur Inszenierung politischer Themen anwenden und wie sich theatralische Diskursformen zum „Anspruch der Massenmedien auf Information und Argumentation“[2] verhalten.

Laut Meyer bedeutet Inszenieren „ein kalkuliertes Auswählen, Organisieren und Strukturieren von Darstellungsmitteln, das in besonderer Weise strategisch auf Wirkung berechnet ist“.
Theatralische Inszenierung ist ein besonderer Fall von Inszenierung mit Hilfe von bestimmten Zeichen.

Dabei sind die Inszenierung durch die Journalisten und die Selbstinszenierung der politischen Akteure miteinander verflochten: Die Politiker beobachten, dass sie von den Massenmedien beobachtet werden, und richten ihr Handeln danach aus. Die Massenmedien wiederum behandeln einerseits dieses Handeln als neues Ereignis, andererseits thematisieren sie die Tatsache, dass sie durch die Politiker beobachtet werden. Daraus ergibt sich, dass Politiker ihre Auftritte immer mehr als medienwirksames Ereignis inszenieren.[3]

Wichtiger Bestandteil von Meyers Inszenierungsbegriff ist die „Prozessualität“[4]. Dabei werden Darstellungselemente so angeordnet, dass ihre sinnliche Aufnahme das Denken beeinflusst. Die emotionale Wirkung von Bildern wird ausgenutzt, um die Richtung des Denkens zu steuern. An anderer Stelle resümiert Meyer, dass sich „als Ergebnis der bisherigen Forschung (.) feststellen (lässt), dass das Bildliche stärkere Emotionen auslöst und nachhaltiger wirkt, als das geschriebene oder gesprochene Wort“. Er weist weiterhin darauf hin, dass Bilder im Gegensatz zu geschriebenem oder gesprochenem Text meist als authentisch wahrgenommen und nicht in Frage gestellt werden.[5]

Die kommunikativen Intentionen des Redners hängen von verschiedenen Faktoren ab, denen der Sprecher mehr oder weniger ausgesetzt ist und die seine linguistische Strategie beeinflussen.

1) Die Situation in der der kommunikative Akt stattfindet (politische und soziale Situation, Ambiente, Zahl der Zuhörer,...)
2) Der Sprecher selbst (seine Kompetenzen, Erfahrungen und seine soziale Position, seine Glaubwürdigkeit, sein körperlicher und geistiger Zustand,...)
3) Die Zuhörer (soziale Position, Berufsstand, demographische und geographische Faktoren, Einstellung gegenüber dem Sprecher, Erfahrungen,...)

4. Die Funktionen des politischen Diskurses im autoritären Regime

Im folgenden Diagramm lässt sich zeigen, wie unterschiedlich die Reden in autoritären bzw. totalitären Regimes und in Demokratie aufgebaut sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Inhalt des Diskurses soll am Ende dazu dienen, dass die Zuhörer sich mit den Strukturen der derzeitigen Herrschaft identifizieren, um Gewaltausübung zu vermeiden.

In der Einleitung dominieren die affektiven Elemente. Der Sprecher muss einen Ebene zwischen sich und den Zuhörern schaffen und dabei ein Ambiente des Wohlwollens, des Interesses und der Aufmerksamkeit für seinen Diskurs herstellen. Zugleich muss er versuchen die Rezipienten zum Hauptthema zu führen und ihnen seinen eigenen Standpunkt verständlich machen.

[...]


[1] Dieckmann, Walter: Sprache in der Politik. Einführung in die Pragmatik und Semantik der politischen Sprache, Heidelberg 1969, S. 71.

[2] Meyer, Thomas/ Ontrup, Rüdiger/ Schicha, Christian: Die Inszenierung des Politischen. Zur Theatralität von Mediendiskursen, Wiesbaden 2000, S. 17.

[3] Meyer 2000, S. 15.

[4] Ebd., S. 63.

[5] Ebd., S. 135.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Francisco Franco Bahamonde
Untertitel
Die politische Rede des Caudillos untersucht anhand der “Mensaje radiado a todos los españoles” (1 de octubre 1937)
Hochschule
Universität Wien  (Romanistik)
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V157621
ISBN (eBook)
9783640709335
ISBN (Buch)
9783640709168
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Inszenierung, Franco, politischer Diskurs, Spanien, Franquismus, Propaganda, politisches Vokabular, Rede, Diskursanalyse
Arbeit zitieren
MMag. Kathrin Wiedenbauer (Autor), 2005, Francisco Franco Bahamonde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157621

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