Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Gesundheitswesen und speziell im OP-Bereich


Diplomarbeit, 2004
139 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALT

VORWORT

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

ZUSAMMENFASSUNG

ABSTRACT

1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Inhaltlicher Aufbau

2 DAS GESUNDHEITSWESEN — EIN ÜBERBLICK
2.1 Definition essentieller Begriffe
2.1.1 Gesundheit
2.1.2 Gesundheitswesen
2.1.3 Gesundheitsökonomie
2.2 Das Gesundheitswesen im globalen Kontext
2.2.1 Globale Betrashtung
2.2.2 Internationaler Vergleish - Wirtsshaftssektor Gesundheit
2.2.3 Internationaler Vergleish – Gesundheitszustand
2.3 Das österreichische Gesundheitswesen
2.3.1 Gesshishtlisher Rüskblisk
2.3.2 Berufsgruppen im Gesundheitswesen
2.3.3 Organisation
2.3.4 Finanzierung und Kosten

3 FOKUS: DIE KRANKENANSTALTEN
3.1 Allgemeines
3.2 Krankenanstalten in Österreich
3.3 Organisation und Finanzierung
3.3.1 Krankenhausorganisation - einst und heute
3.3.2 Krankenhausfinanzierung – Das LKF-System
3.4 Krankenhausprozesse – Ein Vergleich zu Produktionsprozessen
3.5 Der OP
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Der OP-Prozess

4 DIE NOTWENDIGKEIT VON OPTIMIERUNGEN IM HEIMISCHEN GESUNDHEITSWESEN
4.1 Ursachen – Der Weg in die Krise
4.1.1 Sozialdemographisshe Entwisklung
4.1.2 Explosion des Mashbaren
4.1.3 Steuerungs- und Organisationsfehler in der Vergangenheit
4.2 Die Gesundheitsreform – Ein ambitionierter, aber wenig effektiver Ansatz
4.3 Gegenwärtige Situation
4.4 Argumente für den Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule – Ein Appell
4.4.1 Chanse zur Problemerkennung für Manager und Personal
4.4.2 Datenerhebung
4.4.3 Automatisshe Prozesserfassung
4.4.4 Großes, aber nosh verstesktes und unerkanntes Optimierungspotential
4.4.5 OP-Prozessoptimierung
4.4.6 Kosten/Nutzen-Verhältnis der Simulation
4.4.7 Beeindruskende internationale Benshmarks
4.4.8 Mehr Geld für alternative Nutzung
4.4.9 Ein Ausweg aus der Krise

5 THEORETISCHE GRUNDLAGEN ZU MODERNEN PLANUNGS- UND ANALYSEMODULEN
5.1 Definition essentieller Begriffe
5.1.1 System
5.1.2 Modell
5.1.3 Simulation
5.1.4 Computersimulation
5.1.5 Ssheduling
5.2 Anwendung, Einsatzgebiete und Bedeutung der Simulation
5.2.1 Die Gesshishte der Simulation
5.2.2 Erfolgsfaktoren der Simulationsteshnologie
5.3 Simulationsarten
5.4 Prozess einer Simulationsstudie
5.5 Die Zukunft der Computersimulation – Ein Ausblick

6 DAS PROJEKT — DEFINITION UND ORGANISATION ..
6.1 Motivation
6.2 Projektteam
6.3 Projektziel
6.3.1 Zielgruppe
6.3.2 Voraussetzungen der Krankenanstalten
6.3.3 Angestrebte Outputs der Simulationsstudie
6.4 Projektplan

7 DARSTELLUNG DER SIMULATIONSSTUDIE — ENTWICKLUNG DES PROTOTYPS
7.1 Problemformulierung
7.2 Datenerhebung und Modellentwicklung
7.2.1 Datenherkunft und -besshreibung
7.2.2 Datenanalyse und Bildung der Modell-Inputdaten
7.2.3 Entwisklung des Modellkonzepts
7.2.4 Das Modellkonzept
7.3 Modellimplementation
7.4 Modellvalidierung
7.5 Statistische Versuchsplanung und Durchführung der Experimente
7.5.1 Anzahl Simulationsläufe – Vertrauensbereish
7.5.2 Faktoren und Antworten
7.5.3 Experimente und Ergebnisse
7.5.4 Die Haupteffekte

8 ERGEBNISANALYSE UND RESÜMEE
8.1 Die Ergebnisse
8.2 Interpretation der Ergebnisse
8.2.1 Faktor: Anzahl der OP-Säle
8.2.2 Faktor: At OP-Auf- und Vorbereitung
8.2.3 Faktor: Warteraum-Regel
8.2.4 Anderweitig möglishe Experimente
8.3 Resümee – Abschließendes Statement

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

VORWORT

Zur Thematik . Moderne Planungs- und Analysemodule, konkret die Computersimulation und Schedulingwerkzeuge, sind praktisch erprobte und wissenschaftlich fundierte Instrumente, welche zu drastischen Ver- besserungen hinsichtlich der Effizienz in unterschiedlichsten Prozessen, im Personaleinsatz und zu daraus resultierenden Kostenreduktionen in Wirt- schaftsbereichen unterschiedlichster Art beitragen können. In Branchen wie der Fertigungsindustrie, der internationalen Logistik oder des Flugver- kehrs, um nur diese Einsatzgebiete zu nennen, befindet sich die Simulati- on in der Wirtschaftswelt zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf Erfolgskurs und wird flächendeckend zur Systemanalyse als Optimierungsunterstüt- zung eingesetzt. Unternehmen sehen sich immer stärker werdendem glo- balem Druck ausgesetzt und werden dazu gezwungen effizient zu wirt- schaften. Die Simulation hilft dabei Prozesse besser zu verstehen und zu organisieren, Systemschwachstellen zu lokalisieren, versteckte Rationali- sierungspotentiale zu erkennen und Kosten zu reduzieren. Es wird damit gelernt vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen.

Auch im Gesundheitswesen, besonders im Ausland, erfreut sich die Com- putersimulation enorm erfolgreicher und vielseitigster Anwendung, aller- dings kaum in Österreich. Trotz der seit mehr als 20 Jahren bekannten Kostenexplosion wird der Einsatz solcher Werkzeuge praktisch negiert. Das heimische Gesundheitssystem leidet unter dem ständig zunehmenden Kostendruck, speziell in den öffentlichen Krankenanstalten. Immer deutli- cher wird die Tatsache, dass fundamentale Veränderungen notwendig sind, um die exzellente und sozial gerechte Gesundheitsversorgung auch für nachfolgende Generationen zu sichern. Mit Reformen und Neustrukturie- rungen in Organisation und Finanzierung versucht der Staat der Krise ent- gegen zu wirken. Die Notwendigkeit dieser Reformen ist unbestritten, doch damit ist das brachliegende Effektivitätssteigerungspotential noch lange nicht ausgeschöpft. Die vorliegende Arbeit soll zeigen, welchen Bei- trag die Simulation mittels der Systemanalyse zur Effizienzsteigerung in medizinischen Prozessen leisten kann und wie die betroffenen Personen- gruppen und die heimischen Spitäler von den daraus gewonnenen Er- kenntnissen profitieren können. Es wird anhand eines OP-Simulation Pro- totyps demonstriert, dass moderne Planungs- und Analysemodule imstan- de sind, einen keinesfalls belanglosen Anteil zur Bewältigung der Gesund- heitskrise beizutragen.

Die vorliegende Arbeit versucht insbesondere das Management der heimi- schen Krankenanstalten zu ermutigen, Gebrauch von der Computersimu- lation als mächtige Unterstützung zur Systemoptimierung zu machen. Die Führungsebenen sind an der Reihe den Einsatz moderner wissenschaftli- cher Methoden und Tools zu forcieren, das brachliegende Verbesserungs- potential auszuschöpfen, den Kostendruck zu verringern und dem öster- reichischen Gesundheitswesen eine nachhaltige Zukunft zu verschaffen. Die vorliegende Arbeit soll Motivation und Anleitung dafür liefern.

Zum Ver1asser. Detaillierte Informationen zum Verfasser dieser Arbeit können dem angefügten Lebenslauf am Ende der Arbeit entnommen wer- den.

Danksagung . Zahlreiche Personen haben zum Entstehen dieser Arbeit beigetragen. Allen vorweg gilt mein Dank einer Person, ohne diese die nachfolgende Arbeit unmöglich entstehen hätte können. Dr. Karl Heinz Weigl hat mir nicht nur die Ehre gewährt mit ihm zu arbeiten, sondern hat auch das beschriebene Projekt ins Leben gerufen, meine Arbeit fortlaufend unterstützt, die für die Simulationsstudie nötigen Ressourcen zur Verfü- gung gestellt und nicht zuletzt konnte ich mir in unserer gemeinsamen Zusammenarbeit zahlreiche und substantielle Dinge für mein zukünftiges Leben mitnehmen – vielen Dank dafür!

Dank gebührt weiters Herrn , welcher mir in Fragen zum Gesundheitswesen und speziell zu den österreichischen Krankenan- stalten, vor allem aber bei der Erfassung des OP-Prozesses, stets eine zu- verlässige Ansprechperson war. Außerdem dankend zu erwähnen ist Herr

, welcher mir die Beobachtung einer Hüftgelenksimplantation am AKH Wien ermöglichte, anhand derer ich wesentliche Erfahrungen im OP-Bereich erlangen konnte.

Nicht zuletzt möchte ich meiner Familie, meinen Freunden und meinem Wohnungskollegen von ganzem Herzen für die mentale Unterstützung während der Erstellung dieser Arbeit danken.

Steyr, im Mai 2004

Robert Andexer

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNG 1 : INHALTLICHER AUFBAU DER ARBEIT

ABBILDUNG 2 : GRAFISCHE DEFINITION DER GESUNDHEITSÖKONOMIE

ABBILDUNG 3 : ORGANISATIONSSTRUKTUR DES ÖSTERREICHISCHEN GESUNDHEITSWESENS

ABBILDUNG 4 : TYPISCHES ORGANIGRAMM EINES STANDARDKRANKENHAUSES IN DEN 80ER JAHREN

ABBILDUNG 5 : VERWALTUNGSBEREICHE EINES ALLGEMEINEN KRANKENHAUSES IN DER GEGENWART

ABBILDUNG 6 : DER OP-PROZESS

ABBILDUNG 7 : GRAFISCHE DEFINITION DES SYSTEMBEGRIFFS

ABBILDUNG 8 : GRAFISCHE DEFINITION EINES MODELLS

ABBILDUNG 9 : MODELLTYPEN NACH BIETHAHN

ABBILDUNG 10 : EIGENSCHAFTEN EINES SIMULATIONSMODELLS

ABBILDUNG 11 : DER PROZESS EINER SIMULATIONSSTUDIE

ABBILDUNG 12 : DAS GANTT CHART ZUM DURCHGEFÜHRTEN PROJEKT

ABBILDUNG 13 : REDUZIERTER SIMULATIONSPROZESS

ABBILDUNG 14 : DIE SYSTEMGRENZE DES SIMULATIONSMODELLS

ABBILDUNG 15 : RELATIVE HÄUFIGKEITEN DER OP-KLASSEN 2002

ABBILDUNG 16 : RESTRIKTIONEN BEZÜGLICH DER PROZESSZEITEN AUF GRUND VORHANDENER DATENBASIS

ABBILDUNG 17 : PATIENTENEIGENSCHAFTEN - GESCHLECHT

ABBILDUNG 18 : PATIENTENEIGENSCHAFTEN – ALTERSGRUPPEN

ABBILDUNG 19 : PATIENTENEIGENSCHAFTEN – GEWICHTSKLASSEN

ABBILDUNG 20 : PATIENTENANKUNFTSZEITEN

ABBILDUNG 21 : DIE MODELLARCHITEKTUR

ABBILDUNG 22 : ANIMATION DES OP-MIX IM MODELL.

ABBILDUNG 23 : ANIMATION DER ERSTELLTEN OP-SIMULATION

TABELLENVERZEICHNIS

TABELLE 1 : GESUNDHEITSAUSGABEN IN % DES BIP IN AUSGEWÄHLTEN LÄNDERN AB 1970

TABELLE 2 : LEBENSERWARTUNG DER MÄNNLICHEN BEVÖLKERUNG IN EUROPA UND AUSGEWÄHLTEN AUßEREUROPÄISCHEN STAATEN

TABELLE 3 : LEBENSERWARTUNG DER WEIBLICHEN BEVÖLKERUNG IN EUROPA UND AUSGEWÄHLTEN AUßEREUROPÄISCHEN STAATEN

TABELLE 4 : GESCHICHTE DES ÖSTERREICHISCHEN GESUNDHEITSWESENS.

TABELLE 5 : ANZAHL DES MEDIZINISCHEN FACHPERSONALS 1970 BIS 2001

TABELLE 6 : ANZAHL PERSONAL AUS AUSGEWÄHLTEN BERUFSGRUPPEN IM GESUNDHEITSWESEN NACH BUNDESLÄNDER ZUM 31. DEZEMBER 2001

TABELLE 7 : GESUNDHEITSAUSGABEN IN ÖSTERREICH LAUT OECD/VGR –KONZEPT (ESVG 95) VON 1997 BIS 2002, IN MIO EURO

TABELLE 8 : ZAHL DER KRANKENANSTALTEN UND SYSTEMISIERTE BETTEN IN ÖSTERREICH SEIT 1980 (STAND JEWEILS ZUM 31. DEZEMBER)

TABELLE 9 : AUFBAU DER ÖSTERREICHISCHEN BEVÖLKERUNG NACH ALTERSGRUPPEN (IN PROZENT) – STAND 2000 UND PROGNOSEN FÜR 2015 UND 2030

TABELLE 10 : NATÜRLICHE BEVÖLKERUNGSBEWEGUNG IN ÖSTERREICH IN DEN JAHREN 1970 BIS 2030

TABELLE 11 : SIMULATIONSUNTERSTÜTZUNG IM BETRIEBLICHEN ENTSCHEIDUNGSPROZESS (QUELLE: DR. WEIGL)

TABELLE 12 : DAS KERNPROJEKTTEAM

TABELLE 13 : ALTERNATIVE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN DER SIMULATION IM KRANKENHAUSBEREICH

TABELLE 14 : STRUKTUR DER ZUGRUNDE LIEGENDEN MS ACCESS DATENBANK .

TABELLE 15 : STRUKTUR DER DATENBANK NACH ANALYSE UND FILTERUNG

TABELLE 16 : PROZESS DER DATENFILTERUNG

TABELLE 17 : DER INTRAOPERATIVE PROZESS

TABELLE 18 : KLASSIFIZIERUNG DER EINGRIFFSARTEN

TABELLE 19 : PERSONALBELEGUNG PRO OP-TYP

TABELLE 20 : OP-TYP-KLASSEN-MATRIX

TABELLE 21 : FAKTOREN UND DEREN EINTEILUNG

TABELLE 22 : DEFINIERTE ANTWORTEN

TABELLE 23 : FAKTORENKOMBINATIONEN

TABELLE 24 : ANTWORTEN OPERIERTE PATIENTEN

TABELLE 25 : ANTWORTEN DURCHSCHNITTLICHE OP-AUSLASTUNG

TABELLE 26 : HAUPTEFFEKTE DER FAKTOREN AUF DIE ANTWORTEN

ZUSAMMENFASSUNG

Das österreichische Gesundheitswesen befindet sich seit mehr als zwei Jahr- zehnten in Finanzierungsschwierigkeiten. Die gesundheitliche Versorgung in unserem Land ist von exzellenter Qualität, allerdings, auch auf Grund komple- xer Entwicklungen, dementsprechend teuer. Vor allem die öffentlichen Kran- kenanstalten sind von der Kostenexplosion stark betroffen und kämpfen ge- gen Ineffizienzen in den selten einer wirtschaftlichen Betrachtung unterzoge- nen Prozessen. Die Simulationstechnologie ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts enorm ausgereift und kann einen beachtlichen Beitrag zur Verbesserung der Prozesse und der Organisation innerhalb des Gesundheitssystems leisten, wie dies in anderen Ländern seit vielen Jahren demonstriert wird.

Aufgabe dieser Arbeit war es, mittels eines standardisierten Simulationsmo- dells, einen lediglich fiktiv entwickelten OP, als sehr kostenintensiven Bereich im Krankenhaus, abzubilden und zu demonstrieren, wie die Simulation und Schedulingwerkzeuge dort die Effektivitätssteigerung und Kostenreduktion, und folglich eine Systemoptimierung unterstützen können. Zu Beginn werden das Gesundheitswesen und speziell die Krankenanstalten einer globalen Ana- lyse unterzogen. Im Anschluss folgt eine Untersuchung der Ursachen für die Kostenkrise und eine Argumentation für die Notwendigkeit des Einsatzes mo- derner Planungs- und Analysemodule in Österreichs Spitälern, um schließlich auf die Simulation und das Scheduling im theoretischen Kontext einzugehen.

Herzstück der Arbeit stellt, mittels der objektorientierten Simulationssoftware „ARENA“ entwickeltes Simulationsmodell, als Prototyp einer OP-Simulation dar. Modelliert und analysiert wird dabei der intraoperative Prozess, als zentraler und ressourcenintensivster Teil der Krankenhausprozesslandschaft. Das Mo- dell basiert auf keinem gegenständlich existierenden Realsystem, wird jedoch mit, in einem österreichischen Krankenhaus erhobenen, realen Inputdaten gespeist. Neben der detaillierten Beschreibung der technischen Umsetzung wird anhand dieses Modell-Prototyps gezeigt, wie durch Systemanalyse mit- tels der Simulation das Systemverhalten analysiert und Effektivitätssteige- rungspotentiale mittels Experimenten erkannt werden können. Die im Zuge der Experimente untersuchten Ergebnisparameter sind der Patientendurchsatz und die durchschnittliche OP-Auslastung über den Simulationszeitraum. Die Ergebnisse unterstreichen den Nutzen dieser Technologien für das österreichi- sche Gesundheitswesen und sollen dazu beitragen, Hemmnisse bezüglich des praktischen Einsatzes dieser Tools zu reduzieren.

ABSTRACT

The Austrian public health system faces financial troubles for over 20 years. Concerning the quality and the technological standard of the system, it can be considered as one of the best worldwide. This though, and other complex de- velopments, lead to an immense cost pressure situation. The mentioned crisis can especially be observed in the area of public hospitals, where internal processes and organisation are historical old styled and due to that quite inef- ficient. Simulation technology has become a powerful tool in the beginning of the 21st century and can lead to enormous improvement of system perform- ance within the health care industry. Successful international simulation pro- jects in this area verify that statement.

The purpose of this thesis is to outline the possibilities of simulation and scheduling tools by developing a simulation model prototype of a fictitious surgery department, as a very cost intensive part of the hospital, and show how these instruments can lead to increase in efficiency, cost reduction and support system optimisation. Starting with a theoretical overview about the health care system and particularly about hospitals, this thesis investigates the reasons for the financial crisis and discusses the essential needs of mod- ern planning and analysing modules for the national medical system before examining those tools on the basis of current literature.

As the core of this thesis, the technical development and analysis of the sur- gery department simulation prototype is described. The model was realised with the international well known `ARENA' simulation software. The study does not represent a real existing system, is based though on real data, collected in an Austrian clinic. First modelling and later testing the model, it can be shown how simulation and scheduling technologies are able to examine the behaviour of systems and to find ways of improving efficiency by running simulation experiments. The experiments executed on the prototype investi- gate the patient throughput and the operation room capacity usage on a weekly basis.

The simulation study highlights the possible benefits of modern planning and analysing modules for the Austrian public health system. It should overcome inhibitions toward the practical use of these powerful technologies which can certainly support efforts to find a way out of the critical situation in our medi- cal system.

1 EINLEITUNG

1.1 PROBLEMSTELLUNG

Das heimische Gesundheitswesen, das zu den besten weltweit gehört, be- findet sich seit Jahrzehnten in der Krise. Allzu regelmäßig berichten Politi- ker, Medien und Experten über den kritischen Zustand der staatlichen Gesundheitsversorgung. Komplexe Entwicklungen und fehlende Gegen- maßnahmen in der Vergangenheit haben die Kosten überproportional an- steigen lassen. Die Kostenexplosion in öffentlichen Spitälern, Personal- mangel und die daraus resultierende Überbeanspruchung der Mitarbeiter führen zu Reibungsverlusten in der Gesundheitsversorgung und zwingen den Staat zu radikalen Reformen. Folglich wird das Produkt „Gesund- heit“ immer teurer und dies trifft all jene, die auf staatliche Gesundheits- versorgung angewiesen sind.

Wo aber liegen die Ursachen für diese Entwicklungen und vor allem, wel- cher Ideen, Instrumente oder Methoden bedarf es, um diesen entspre- chend zu begegnen? Fundamentalen Einfluss auf die schwierige Situation hat mit Sicherheit die sozialdemografische Entwicklung in Österreich. Die Bevölkerungsstruktur befindet sich im Wandel: Die Geburtenrate ist rück- läufig und die Lebenserwartung steigt. Dies bedeutet, dass immer weniger Steuerzahler einen ständig steigenden medizinischen Bedarf finanzieren müssen, nicht zuletzt durch die rapide Überalterung unserer Gesellschaft. Doch nicht nur die sozialen Strukturen beeinflussen den Zustand des Gesundheitssystems und dessen Zukunft. Die rasant voranschreitende medizinische und medizin-technische Entwicklung bietet immer mehr Mög- lichkeiten zur Behandlung kranker Menschen („Explosion des Machba- ren“1 ). Somit entsteht der Zwang, diese Entwicklungen den „Gesundheits- konsumenten“ auch zugänglich zu machen - Investitionen in Milliarden- höhe sind die Folge. Den beiden soeben erwähnten Ursachen, und auch anderen Problemen, wie beispielsweise dem ständig zunehmenden Druck des internationalen Wettbewerbes2, wird nur sehr schwer aktiv begegnen zu sein. Einer weiteren, fundamentalen Ursache kann jedoch sehr wohl aktiv entgegengesteuert werden - diese birgt zudem ein unheimlich lukra- tives Potential, um die heikle Situation zu entschärfen.

Die Rede ist von den historisch veralteten Organisationsstrukturen, dem noch unzureichend effektiven wirtschaftlichen Handeln und der erst lang- sam erkennbaren Prozessorientierung und -verbesserung in den öffentli- chen Krankenanstalten. Die staatlichen Spitäler verschlingen seit jeher fast die Hälfte der Gesamtgesundheitsausgaben und stellen somit den größten Kostenblock im österreichischen Gesundheitswesen dar3, weshalb es nahe liegt, mit der Problemlösung dort anzusetzen. Bis dato wurden kaum innovative Managementkonzepte aus anderen Wirtschaftszweigen adaptiert, vom Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule, als mäch- tige Tools zur Unterstützung der Systemoptimierung war in Österreich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum zu hören. Positiv ist anzumerken, dass auf Bundesebene zumindest erkannt wurde, dass auch im Gesund- heitswesen und speziell in den öffentlichen Spitälern auf moderne Konzep- te aus der Privatwirtschaft zurückgegriffen werden muss. So war ein wich- tiger Eckpfeiler der 1997 in Kraft getretenen Gesundheitsreform die Ein- führung der Qualitätssicherung in den staatlichen Krankenanstalten4 und damit ein erster Schritt in Richtung Prozessdenken und Prozessverbesse- rung getan. Zudem positiv zu bewerten ist der erst junge Gedanke, Kran- kenhäuser als Unternehmen anzusehen und diese unter privatwirtschaftli- chen Aspekten zu betrachten5.

Nichts desto trotz funktioniert beispielsweise der Operationsprozess, als teuerster Bereich in einem Krankenhaus, seit Jahren noch immer fast identisch. Prozesse werden kaum hinterfragt oder bewusst gemanagt und Effektivitätsverbesserungen finden kaum statt bzw. stehen nicht im Mit- telpunkt der Managementfunktion im Gesundheitswesen. Folglich ist die Kapazitätsauslastung eines durchschnittlichen österreichischen OPs wenig zufrieden stellend und liegt teilweise weit unter der 50-Prozent-Marke.

Um der Krise im österreichischen Gesundheitssystem effektiv zu begegnen sind völlig neue Ansätze und Ideen gefordert. Einen viel versprechenden Beitrag kann hierzu der Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule in den öffentlichen Krankenanstalten leisten, in denen Einsparungen, gene- riert durch Systemoptimierungen mittels Unterstützung erwähnter In- strumente, fundamentale und positive Veränderungen im österreichischen Gesundheitswesen zur Folge haben können. Es liegt beim Management der Krankenhäuser diese Chance zu erkennen, die Kosten zu reduzieren und die Effizienz in den Prozessen zu steigern, um den schwierigen Rah- menbedingungen optimistisch begegnen zu können und auch in Zukunft eine derart hochwertige und vor allem finanzierbare Gesundheitsversor- gung in Österreich zu ermöglichen.

1.2 ZIELSETZUNG

Der sozialdemografischen Entwicklung in Österreich wird nur sehr schwer entgegenzuwirken sein und auch der Zwang neuartigste technologische Entwicklungen aufzugreifen und einzusetzen wird nicht nachlassen, bzw. diese zu ignorieren wäre ein schlechter Ansatz zur Sicherung der heimi- schen Gesundheitsversorgung. Der Schlüssel zur Bewältigung der heiklen Situation liegt bei den Verantwortlichen der öffentlichen Spitäler, egal ob bei Politikern, Krankenhausbetriebsgesellschaften, dem allgemeinen Ma- nagement oder internen Kommissionen zur Qualitätssicherung - es ist de- ren Aufgabe das brachliegende, enorm hoch einzuschätzende Kostenre- duktions- und Effizienzsteigerungspotential wahrzunehmen und auch zu nutzen.

Während diese Erkenntnisse in Österreich langsam Gestalt annehmen, dies ist unter anderem an der Gründung von diversen Ausbildungseinrich- tungen im Themenfeld der Gesundheitsökonomie und des Gesundheits- managements zu erkennen, ist eine Technologie im Zusammenhang mit den österreichischen Spitälern und deren Führungsebenen noch eine we- nig bekannte: Die Computersimulation . Vergleichen wir die Wichtigkeit und Größe des Gesundheitswesens mit jener der Fertigungs- oder Logis- tikindustrie, so ist es erstaunlich, dass die Simulation keinen annähernd ähnlichen Stellenwert einnimmt. Simulation besitzt das Potential eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung von Prozessen im Gesund- heitswesen einzunehmen, Ineffizienzen zu erkennen und Optimierungs- möglichkeiten erfolgreich zu planen und durchzuführen. International wurden durch den Einsatz der Simulation schon sehr hohe Rationalisie- rungspotentiale im Gesundheitswesen lokalisiert – Österreich soll diesen Beispielen folgen.

Die parallel zur Erstellung dieser Arbeit durchgeführte Simulationsstudie (OP-Simulationsprototyp) beschäftigt sich mit der Datenerhebung, Daten- strukturen, Modellkonzepten und der Modellierung von OPs, als teuersten Bereich eines Krankenhauses. OPs arbeiten im Moment, wie bereits er- wähnt, sehr ineffizient, das heißt die Auslastung muss aus Kosten- und Bedarfsgründen erhöht werden. Im Rahmen dieser Arbeit soll mit Hilfe eines OP-Simulationsprototyps untersucht und demonstriert werden, wie sich Patienten- bzw. Operationsaufkommen und Operationsmix unter Ein- satz verschiedener Belegungsstrategien und mittels anderer experimenta- ler Veränderungen im System auf die Effizienz des klinischen OP-Bereiches auswirken. Es werden weiters Aspekte und Einsatzfelder des Schedulings auch in Kombination mit der Simulation als hybrides Planungs- und Analy- seinstrument behandelt. Einflüsse unterschiedlicher Faktoren und deren Auswirkungen auf den Patientendurchsatz, sowie die Auslastung von OPs können so untersucht werden.

Mit der vorliegenden Arbeit soll die zukünftig wichtige Rolle der Computer- simulation im nationalen Gesundheitswesen demonstriert werden, um ein Umdenken im Management zu generieren, einen Paradigmenwechsel an- zustoßen und der Kostenkrise an ihren Wurzeln zu begegnen.

1.3 INHALTLICHER AUFBAU

Der Aufbau der vorliegenden Arbeit folgt einem klar strukturierten und logischen Konzept. Zunächst wird das Gesundheitswesen, als Arbeitsum- feld, und die Krankenanstalten bzw. der OP im speziellen behandelt. Die bereits kurz angesprochenen Probleme im österreichischen Gesundheits- system werden dann im Detail aufgezeigt und die Notwendigkeit von Optimierungen unterstrichen. Im Anschluss folgt eine kurze Einführung in die Theorie der modernen Planungs- und Analysemodule. Der verbleiben- de Teil stellt den Kern der Arbeit dar und befasst sich ausschließlich mit der konkret durchgeführten Simulationsstudie bzw. der Entwicklung des OP-Simulationsprototyps, den daraus gewonnenen Ergebnissen und deren möglichen Benefits für das heimische Gesundheitswesen.

Abbildung 1 zeigt eine „Landkarte“ der Struktur bzw. den „roten Fa- den“ durch die Arbeit, inklusive möglicher Fragen aus Sicht des Lesers, welche mittels kurzen Überblicks über die einzelnen Kapitel beantwortet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Inhaltlicher Au1bau der Arbeit

2 DAS GESUNDHEITSWESEN – EIN ÜBERBLICK

Gegenwärtiges Kapitel betrachtet das Gesundheitswesen aus makroöko- nomischer Perspektive. Begriffe, Berufsgruppen, historische Hintergründe, Entwicklungen und Strukturen im Gesundheitssystem werden oberflächlich im internationalen, vor allem aber im nationalen Kontext behandelt. Es ist erforderlich das Gesundheitssystem grob, aber ganzheitlich zu erfassen, um Einblick in das Arbeitsumfeld und diesen bedeutenden Wirtschaftssek- tor zu erlangen.

2.1 DEFINITION ESSENTIELLER BEGRIFFE

Die Betrachtung des komplexen Gebietes der Gesundheitsversorgung be- darf zunächst einer Definition grundlegender Begriffe. Gegenwärtiger Ab- schnitt bietet eine allgemeingültige Beschreibung der Begriffe Gesundheit, Gesundheitswesen und Gesundheitsökonomie, um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern.

2.1.1 GESUNDHEIT

Eine laienhafte Betrachtung des Gesundheitsbegriffes könnte folgende De- finition zulassen: Die Gesundheit ist ein Parameter für den physischen und psychischen Zustand eines Menschen. Tatsächlich aber lässt sich der Be- griff sehr viel weiter fassen. Die WHO6 definierte in ihrer Verfassung von 1946 den Gesundheitsbegriff in einer Kurzdefinition7 als einen „ Zustand vollkommenen körperlishen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“ und nicht bloß als ein „Fehlen von Krankheit und Gebreshen.“

Aus dieser Definition kann bereits abgeleitet werden, dass die Gesundheit an sich mehr umfasst, als nur den körperlichen und geistigen Zustand ei- nes Menschen. Neben den laienhaft angenommenen Faktoren der körper- lichen und psychischen Gesundheit spielt also auch das soziale Umfeld bzw. die soziale Stellung eine Rolle. Über dreißig Jahre nach der getroffe- nen Definition der WHO, erweiterte diese den Gesundheitsbegriff zusätz- lich um die Dimensionen Ökologie und Lebenssinn8. Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass der Begriff Gesundheit in einer ganz- heitlichen Betrachtung keinesfalls nur den körperlichen und physischen Zustand eines Menschen, sondern auch sein soziales Wohlbefinden, also Stellenwert und Anerkennung im sozialen Umfeld, die ökologische Umge- bung des Menschen, sowie weitere Einflussfaktoren umfasst.

2.1.2 GESUNDHEITSWESEN

Auch bezüglich dieses Wortgebrauchs können Mutmaßungen angestellt und sehr pauschal behauptet werden, dass das Gesundheitswesen all jene Einrichtungen und Personen umfasst, die sich in irgendeiner Form dem Heilen von Krankheiten und der Gesundheitsförderung widmen. Die tat- sächliche Definition ließt sich wie folgt9 :

„Als Gesundheitswesen bezeishnet man alle Einrishtungen und Perso- nen, die an der Vorsorge (Prophylaxe), Erkennung (Diagnostik), Be- handlung (Therapie) und Nashbehandlung (Metaphylaxe) von Krank- heiten mitwirken.“

Ungleich, aber ähnlich lässt sich das Gesundheitswesen als „Gesamtheit aller Einrishtungen zur Erfüllung medizinissher Aufgaben in den Bereishen Prävention, Diagnostik, Therapie, Nashsorge und Rehabilitation“10 charak- terisieren.

2.1.3 GESUNDHEITSÖKONOMIE

Der angeführte Begriff setzt sich aus den Ausdrücken Gesundheit und Ökonomie zusammen. Daraus kann geschlossen werden, dass die Gesundheitsökonomie sowohl die Bedeutung der Gesundheit wie vorange- hend definiert, als auch die Ökonomie zusammenführt. Ganz ohne Berück- sichtigung der gültigen Definition und des tatsächlichen Gegenstandes der Gesundheitsökonomie kann die These entwickelt werden, dass sich er- wähntes Fachgebiet mit dem Umgang der Gesundheit der Menschen unter Berücksichtigung des ökonomischen Prinzips beschäftigt. Wird der Begriff des Gesundheitswesens nun auch in die Betrachtung miteinbezogen, so könnte eine mögliche Definition der Gesundheitsökonomie als Schlussfol- gerung wie folgt lauten: Die Gesundheitsökonomie untersucht die Zielset- zung mittels eines definierten Ressourcenaufwandes einen maximalen Gesundheitszustand der Bevölkerung zu generieren oder einen gewünsch- ten bzw. geforderten Gesundheitszustand der Bevölkerung mit möglichst geringem Mittelaufwand zu realisieren.

Diese laienhaft entwickelte Definition ist relativ gut gelungen, denn tat- sächlich beschäftigt sich die Gesundheitsökonomie mit der ökonomischen Analyse des Gesundheitswesens als bedeutenden Wirtschaftssektor 11. Grafisch kann dieser Zusammenhang, wie in untenstehender Abbildung12 ersichtlich, dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gra1ische De1inition der Gesundheitsökonomie

Exakt definiert sich das Wesen der Gesundheitsökonomie wie folgt13 :

„Die Gesundheitsökonomie untersusht die Allokation, Effizienz, Vertei- lung und Wertsshöpfung von Gesundheitsleistungen auf der Grundlage des Kosten-Nutzen-Kalküls als Entssheidungsregel und als Verhaltens- annahme.“

Breyer und Zweifel14 stellen zusätzlich die Frage, warum sich Ökonomen mit dem Gesundheitswesen befassen und führen dies auf die bereits er- wähnte Krise in besagtem System zurück. Somit bewegt sich vorliegende Arbeit auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie, da versucht wird, mittels modernen Managementtools, wie der Simulation und Schedulingwerkzeugen, die Effektivitätssituation in einem spezifischen Bereich des Gesundheitswesens (intraoperativer Bereich) zu analysieren, darzustellen und in folge dessen zu verbessern.

2.2 DAS GESUNDHEITSWESEN IM GLOBALEN KONTEXT

2.2.1 GLOBALE BETRACHTUNG

In nahezu jedem Staat dieser Erde gibt es eine Art Gesundheitssystem bzw. -versorgung. Hinsichtlich Ausprägung, Organisation, Struktur, Finan- zierung und anderen Rahmenbedingungen gibt es erhebliche Unterschiede.

Nur wenige Länder dieser Erde bieten der Bevölkerung eine vergleichbare Gesundheitsversorgung, wie das etwa in Österreich der Fall ist. Um die Gesundheitssysteme einzelner Staaten dieser Erde zu vergleichen und grob zu erfassen, wie diese Systeme in verschiedensten Nationen organi- siert sind, bietet Hajen15 eine sehr nützliche Klassifizierung. Demnach las- sen sich grundsätzlich drei Typen von Gesundheitssystemen unterscheiden:

1) Das wettbewerbliche Gesundheitssystem : Die Gesundheitseinrich- tungen sind fast ausschließlich in privater Hand oder im Eigentum von Non-Profit-Organisationen. Gesundheitsleistungen werden am „freien Markt“ angeboten und der Konsument entscheidet selbst über Vorsorge und Umfang der Nutzung entsprechender Leistungen. Dieses System gleicht anderen Wirtschaftsbereichen und gilt als effizient, innovativ, jedoch wenig gerecht. Personen, die sich keine Versicherung leisten können müssen auf Leistungen verzichten. Länder in denen dieser Sys- temtyp vorherrscht sind beispielsweise die USA und die Schweiz.

2) Das staatliche Gesundheitssystem : Die Gesundheitseinrichtungen sind zum Großteil in staatlicher Hand und werden über Steuern finan- ziert. Die einzelnen Leistungen werden genau definiert, standardisiert und kalkuliert. Der Staat kontrolliert das Angebot und die Qualität der Versorgung. Staatliche Systeme sind sehr gerecht, jedoch, so wie viele staatliche Betriebe auch, wenig effizient und innovativ. Repräsentative Länder für das staatliche System sind unter anderem Großbritannien, Italien, Griechenland, Schweden und Spanien.

3) Das korporatistische Sozialversicherungssystem : Dieser System- typ basiert auf dem Prinzip der Pflichtversicherung. Die Beiträge zur Sozialversicherung (lohnabhängig) werden von sich selbstverwaltenden Krankenkassen eingehoben. Diese planen auch Angebot, Qualität und Preise für das System. Die Gesundheitseinrichtungen sind sowohl in privatem, als auch in staatlichem Eigentum. Das korporatistische So- zialversicherungssystem System kann entweder Auswirkungen des wettbewerblichen (effizient, aber wenig gerecht), als auch des staatli- chen Systems (gerecht, aber wenig effizient und innovativ) aufweisen. Dieser Systemtyp herrscht in Österreich und weiteren Staaten wie Deutschland, die Niederlande, Belgien, Frankreich und Japan vor.

Ohne tiefgehender auf die Erfassung und Evaluierung der Gesundheitssys- teme dieser Erde einzugehen, mit dieser Aufgabe beschäftigt sich die so genannte Gesundheitssystemforschung, eine Teildisziplin der Gesund- heitsökonomie16, sollen die Unterschiede der medizinischen Versorgung in einzelnen Staaten unserer Welt unterstrichen werden. Die Einleitung im Overview des „World Health Report 2003“ der WHO zitiert die Kluft zwi- schen Arm und Reich, zwischen exzellenter und so gut wie keiner medizi- nischen Versorgung in aller Deutlichkeit17 :

“Global health is a study in sontrasts. While a baby girl born in Japan today san expest to live for about 85 years, a girl born at the same moment in Sierra Leone has a life expestansy of 36 years. The Japa- nese shild will reseive vassinations, adequate nutrition and good sshooling. […] Growing older, she may eventually develop shronis dis- eases, but exsellent treatment and rehabilitation servises will be avail- able; she san expest to reseive, on average, medisations worth about US$ 550 per year and mush more if needed.

Meanwhile, the girl in Sierra Leone has little shanse of reseiving im- munizations and a high probability of being underweight throughout shildhood. […] If she falls ill, she san expest, on average, medisines worth about US$ 3 per year. If she survives middle age she, too, will develop shronis diseases but, without assess to adequate treatment, she will die prematurely.”

Dieser Auszug zeigt die Unterschiede der globalen Gesundheitsversorgung auf besonders tragische Art und Weise. Es erscheint nur allzu verständlich, dass Entwicklungsländer und Länder der „Dritten Welt“ kein oder nur we- nig Geld für die Gesundheit ihrer Bevölkerung zur Verfügung stellen kön- nen. Wichtig ist das Bewusstsein, dass Österreich, trotz der schwierigen finanziellen und strukturellen Situation, eine exzellente gesundheitliche Versorgung aufweist, auf deren Entwicklung die Bevölkerung stolz und für deren Vorhandensein dankbar sein sollte.

2.2.2 INTERNATIONALER VERGLEICH - WIRTSCHAFTSSEKTOR GESUNDHEIT

Es ist bereits bekannt, dass die Gesundheitssysteme verschiedener Staa- ten in drei Typen kategorisiert werden können. Die Ausprägung, der Stel- lenwert und die Bedeutung des Wirtschaftssektors Gesundheit in einzelnen Ländern ist jedoch nur sehr schwer zu erfassen oder zu vergleichen. Zwar können bestimmte Kennwerte gegenüber gestellt werden, die Aussage- kraft über den tatsächlichen Zustand der Gesundheitsversorgung in ent- sprechenden Ländern ist jedoch begrenzt. Ursachen für die schwierige Interpretation und Vergleichbarkeit können unter anderem sein18 :

- Unterschiedliche Gesundheitsbegriffsdefinitionen,
- Grenzziehung zwischen Gesundheits- und Sozialwesen,
- Unterschiedliche Datenquellen,
- Unterschiedlichste Organisationsstrukturen der Systeme,
- Brüche in den Zeitreihen (jährliche Erfassung), etc.

Dessen ungeachtet lohnt sich die Untersuchung anknüpfender Tabelle, in der die Ausgaben im Bereich des Gesundheitswesens verschiedenster Länder in % des BIP angegeben sind. Diese Kennzahl ist ein international anerkannter Indikator für die Ausprägung des Gesundheitswesens ver- schiedener Ländern:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Gesundheitsausgaben in % des BIP in ausgewählten Län- dern ab 1970 19

Die USA, gefolgt von der Schweiz (2001: 10,9 %) und Deutschland (2001: 10,7 %), bringt mit 13,9 % am BIP im Jahr 2001 mit Abstand am meisten finanzielle Mittel für das Gesundheitswesen auf. Am unteren Ende der Ausgabentabelle siedeln sich die Slowakei, Ungarn, Mexiko, Korea und Luxemburg an. Österreich liegt mit Staaten wie Neuseeland, Dänemark, Schweden oder Italien im internationalen Mittelfeld. Die Vermutung, dass mit hohen Gesundheitsausgaben unbedingt eine hohe Lebenserwartung, als Indikator des Gesundheitszustandes einer Bevölkerung, einhergeht, ist mit Vorsicht zu genießen. Tabelle 2 und 3 (siehe Kapitel 2.2.3), verglichen mit den Werten aus oben visualisierter Tabelle belegen diese Aussage.

2.2.3 INTERNATIONALER VERGLEICH – GESUNDHEITSZUSTAND

Ein wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand der Bevölkerung ist deren Lebenserwartung. Je älter die Einwohner einer Nation werden, desto gesünder leben diese und desto besser und umfangreicher ist demzufolge die medizinische Versorgung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung in Europa und ausgewählten außereuropäischen Staaten 20

Infolgedessen kann mit gewisser Aussagekraft eine Bewertung des Gesundheitssystems einzelner Staaten auf Basis der Lebenserwartung ih- rer Bewohner erfolgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Lebenserwartung der weiblichen Bevölkerung in Europa und ausgewählten außereuropäischen Staaten 21

Tabelle 2 und 3 geben einen Überblick über die unterschiedlichen Lebens- erwartungen, jeweils der Männer und der Frauen in den europäischen Staaten, sowie in ausgewählten außereuropäischen Staaten. Angegeben sind die Gesamtlebenserwartung, sowie die verbleibende Lebenserwartung ein Jahr, 15, 45 und 65 Jahre nach der Geburt. Eine penible Betrachtung beider Tabellen lässt die Formulierung untenstehender Aussagen zu, die jedoch mit Vorsicht getroffen werden müssen, da die Sterbetafeln aus den jeweiligen Jahren etwas von einander abweichen:

- Österreich liegt mit einer Lebenserwartung von 75,8 Jahren bei den Männern und 81,7 Jahren bei den Frauen im internationalen Spitzenfeld. Nur Schweden, die Schweiz, Australien, Japan und Kanada weisen so- wohl bei den Männern, als auch bei den Frauen eine höhere Lebenser- wartung auf. Dies spiegelt die hervorragende medizinische Versorgung in Österreich wider.
- Eine ähnliche, oder fast identische Lebenserwartung wie in Österreich zeigt sich bei den Griechen, den Niederländern, den Spaniern und der Bevölkerung in Großbritannien.
- Die in Kapitel 2.2.2 getroffene Aussage, dass die Gesundheitsausgaben eines Staates, gemessen in Prozent am BIP, nicht unbedingt mit dem Gesundheitszustand der jeweiligen Bevölkerung in Zusammenhang ge- bracht werden können bzw. mit Vorsicht zu genießen sei, kann nun un- terstrichen werden. Die Vereinigten Staaten gaben im Jahr 2001 mit Ab- stand am meisten Geld, gemessen in Prozent am BIP, für die medizini- sche Versorgung ihrer Bevölkerung aus. Trotzdem liegt die USA mit ei- ner Lebenserwartung von 74,1 Jahren bei der männlichen und 79,5 Jah- ren bei der weiblichen Bevölkerung hinter Österreich und anderen Staa- ten, welche deutlich weniger finanzielle Mittel, gemessen am BIP, für das Gesundheitssystem zur Verfügung stellten.
- Dass zwischen den Gesundheitsausgaben eines Staates und den Gesundheitszustand der Einwohner jedoch natürlich eine gewisse Korre- lation besteht beweist die Türkei. Mit nicht einmal 5 % der Gesundheits- ausgaben am BIP erreicht ein männlicher Türke im Durchschnitt auch nur ein Alter von 66,9, eine Türkin von nur 71,5 Jahren.
- Besonders niedirg ist die Lebenserwartung in der russischen Föderation (Männer: 59, Frauen: 72,2). Es kann angenommen werden, dass auf Grund der außerordentlichen Größe dieses Landes, den zusätzlichen po- litischen Schwierigkeiten und der turbulenten Vergangenheit, viele Men- schen keinen oder nur begrenzt Zugang zu professioneller medizinischer Versorgung haben. Dies zeigt zusätzlich, dass Russland auch in diesem Wirtschaftssektor erhebliche Rückstände aufzuholen hat, um das Niveau vieler westeuropäischer Staaten zu erreichen.

2.3 DAS ÖSTERREICHISCHE GESUNDHEITSWESEN

2.3.1 GESCHICHTLICHER RÜCKBLICK

Zunächst, noch vor Betrachtung der jüngeren Geschichte des österreichi- schen Gesundheitswesens, ist es von Interesse, einen Blick weit zurück zu den Ursprüngen zu werfen. Um die Geschichte der Gesundheitsversorgung von Anfang an aufzurollen, eignet sich zunächst eine Ausführung von Gutzwiller und Jeanneret22, die mit ihrer Beschreibung der Entstehung des Gesundheitswesens in der Schweiz wie folgt beginnen:

„Kranke und ihre Behandler hat es sshon immer gegeben, seitdem der

«homo sapiens» in helvetisshen Tälern und Bergen ersshienen ist. Es herrsshten weitgehend magisshe Vorstellungen vor, die erst einem Wandel unterzogen wurden, als die Römer mit ihrer Zivilisation aush ihre Medizin in die Sshweiz brashten.“

Dies belegt zum einen, dass die Ursprünge des heutigen Gesundheitssys- tems bereits sehr weit zurück in der Vergangenheit zu finden sind und zum anderen, dass bis zur Zeit des römischen Reiches, die Medizin als etwas magisches und irrationales angesehen wurde. Moderne Formen und Gestalt nahm demnach die Gesundheitsversorgung im Mittelalter an. Ein Gefühl und Einblick in das damalige System liefert nachfolgender Auszug. Interessant herauszulesen ist die Stellung eines Arztes und dessen Aufga- ben zur damaligen Zeit:

„Wenn man im Mittelalter im Falle einer Krankheit einen Fashmann benötigte, standen in den Städten […] die Ärzte und Bader zur Verfü- gung. […] Im Früh- und Hoshmittelalter jedosh konnten sish nur Adlige und reishe Kaufleute den teuren Dienst eines Arztes leisten. […] Im Spätmittelalter änderte sish dies. In vielen Städten wurden die Ärzte nun vom Rat eingestellt und waren verpflishtet, alle Kranken zu be- treuen. In den städtisshen Medizinalordnungen wurde vom Medisus verlangt, daß seine Honorare bessheiden waren, daß er arme Men- sshen kostenlos behandelte, daß er die Arzneiherstellung den Apothe- kern überließ, daß er die Kranken in ihren Häusern aufsushte, daß er ohne Erlaubnis des Rates keine Reise unternahm oder über Nasht au- ßerhalb der Stadt blieb, daß er jede ungewöhnlishe Krankheit sofort meldete, und daß er ein- bis zweimal im Jahr die Apotheken überprüfte, ob von den Medikamenten nosh genügende Mengen vorhanden wa- ren.“ 23

Obenstehender historischer Auszug bietet Spielraum für einige hochinte- ressante Thesen:

- Der Grundstein für das heute vorzufindende Gesundheitswesen wurde bereits im Spätmittelalter gelegt. Ärzte wurden vom Rat, also von der Stadtverwaltung eingestellt und mussten ausnahmslos jedem kranken Menschen ihre Dienste anbieten. Somit kann angenommen werden, dass die Gesundheitsversorgung schon sehr früh in der Geschichte „staatliche“ Angelegenheit war und so wie heute für alle zugänglich sein musste, unabhängig vom sozialen Status, Bevölkerungsschicht oder Einkommen.
- Als erstes Anzeichen für die Entstehung des heutigen Sozialversiche- rungssystems, mit dem Grundgedanken jedem Menschen, egal welcher Einkommensgruppe, eine adäquate medizinische Versorgung zu garan- tieren, kann die Pflicht des Medicus, arme Menschen kostenlos zu ver- sorgen, interpretiert werden.
- Weitere Parallelen zwischen dem Mittelalter und der Gegenwart können folgendermaßen hergestellt werden: Die Pflicht des Medicus, jede unge- wöhnliche Krankheit sofort zu melden, gleicht den heutigen gesetzlichen Regelungen zur Eingrenzung und Bekämpfung von Epidemien. Die re- gelmäßigen Bestandsüberprüfungen der Apotheken, als weitere Pflicht des mittelalterlichen Medicus, weist weiters darauf hin, dass die Apothe- ken schon damals staatlicher Kontrolle unterlagen.

Nach diesem Ausflug in das Mittelalter, wo die Wurzeln unseres modernen Gesundheitswesens zu finden sind, gilt nun das Augenmerk der jüngeren Geschichte und der Entwicklung bis zum heutigen Tage. Im Zuge ihrer Arbeit zum österreichischen Gesundheitswesen analysieren Hofmarcher und Rack die historische Evolution, welche nachfolgend in tabellarischer Form betrachtet werden kann24 :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Geschichte des österreichischen Gesundheitswesens

Tabelle 4 verdeutlicht die Entwicklung unseres heute existierenden, sozial sicheren Systems. Allgemein kann festgehalten werden, dass die Entste- hung von Gesundheitssystemen immer sehr eng mit der Geschichte eines Landes zusammenhängt. So brachte der 1. Weltkrieg bzw. die Zwischen- kriegszeit erhebliche Fortschritte für die soziale Gesundheitsversorgung in Österreich, um später während des Austrofaschismus und dem 2. Welt- krieg erhebliche Einschnitte zu erleben. Oben stehende Tabelle verdeut- licht und belegt außerdem, dass das heimische Gesundheitssystem bereits gegen Ende der siebziger Jahre, also vor über 20 Jahren, mit Finanzie- rungsproblemen konfrontiert war. Diese Tatsache motivierte die damalige Gründung des KRAZAF. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich das heimische Gesundheitssystem an einem Wendepunkt. Die Suche nach ei- nem Kompromiss zwischen Finanzierbarkeit und Gerechtigkeit schlägt sich in einschneidenden Reformansätzen nieder.

2.3.2 Berufsgruppen im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen unterscheidet im Wesentlichen unten angefuhrte Berufsgruppen25 :

- Apotheker
- Arzte
- Gesundheits- und Krankenpflegeberufe
- Hebammen
- Kardiotechniker
- Medizinisch-technische Dienste
- Psychotherapeuten, klinische Psychologen und Gesundheitspsy- chologen
- Sanitatshilfsdienste

Die Berufsgruppe der Arzte umfasst Turnusarzte, Allgemeinmediziner und Facharzte (inkl. Zahnarzte). Entfielen I960 in Osterreich auf einen Arzt 714 Einwohner (Arztedichte), so waren es 1998 mit 3 3 326 Personen pro Arzt deutlich weniger. Tabelle 5 zeigt die Entwicklung der im medizini- schen Fachdienst beschaftigten Personen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Anzahl des medizinischen Fachpersonals 1970 bis 200127

Die Arzteschaft in Osterreich hat sich von 1970 bis 1990, also in nur 20 Jahren mehr als verdoppelt. Betrachtet man die Entwicklung bis 2001, so hat sich die Anzahl der Arzte verdreifacht. Grund dafur kann der enorm steigende Bedarf an Gesundheitsleistungen, unter anderem zuruckzufuh- ren auf die in Kapitel 1.1 und vor allem in Kapitel 4 erlauterten Ursachen sein.

Die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe unterteilen sich in den geho- benen Dienst fur Gesundheits- und Krankenpflege und in die Pflegehilfe. Erst genannter kann nur mittels Diplom ausgefuhrt werden. Auch die me- dizinisch-technischen Dienste werden in gehobene medizinisch-technische Dienste, sowie in den medizinisch-technischen Fachdienst unterteilt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 6: Anzahl Personal aus ausgewahlten Berufsgruppen im Gesundheitswesen nach Bundeslander zum 31. Dezember 200128

Wien beschaftigt mit ca. 21.600 Personen in den angefuhrten Berufsgrup­pen, verglichen mit den anderen Bundeslandern, mit Abstand am meisten Osterreicher und Osterreicherinnen im Gesundheitswesen. Auffallend ist weiters, dass im Burgenland niemand den Beruf des psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegers ausubt.

2.3.3 Organisation

2.3.3.1 Allgemeines

Struktur, Management, Planung und Regulierung des heimischen Gesund- heitswesens stellen ein komplexes Konstrukt dar, welches hier aggregiert und oberflachlich dargestellt wird. Es wird bewusst auf Details verzichtet, um die Organisationsstruktur in ihren Grundzugen zu vermitteln, ohne den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen.

2.3.3.2 Gesetzliches

Die gesundheitliche Versorgung der Bevolkerung ist grundsatzlich Angele- genheit des Bundes. Auf Basis von Vereinbarungen („Staatsvertragen") teilen sich der Bund und die Lander die Verpflichtung zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Osterreich untereinander auf, wobei die Bundesverfassung regelt, dass nahezu alle Bereiche, mit Ausnahmen in Gesetzgebung und Vollziehung, Bundeskompetenz sind.29

Somit entfallen fast alle Aufgaben im Gesundheitswesen in den Zustandig- keitsbereich der betreffenden Ministerien, vor allem dem Bundesministeri- um fur Gesundheit und Frauen und dem Bundesministerium fur soziale Sicherheit und Generationen. Die Ausnahme stellt der, in dieser Arbeit naher analysierte Bereich der offentlichen Krankenanstalten dar. Hier er- folgt die Gesetzgebung zwar auf Bundesebene, die Vollziehung ist jedoch Sache der Bundeslander30. Zusatzlich ist zu erwahnen, dass einige Berei- che des Gesundheitswesens durch das Sozialrecht bzw. dem Sozialversi- cherungsrecht31 geregelt sind, weshalb auch diese keiner unmittelbaren staatlichen Hilfe unterliegen32.

2.3.3.3 Struktur

Um die Organisationsstruktur im osterreichischen Gesundheitswesen zu analysieren, benotigt es einer Erfassung beteiligten Institutionen. Diese konnen in offentliche und private Akteure klassifiziert werden33 :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben dem Bund nehmen auch die Lander und Gemeinden, sowie die So­zialversicherungstrager und andere Institutionen wichtige Rollen im Gesundheitssystem ein. Wie diese Akteure interagieren und vor allem wie das Gesundheitswesen geplant, aufrechterhalten, gesteuert und weiter- entwickelt wird zeigt Abbildung 3 im Detail. Dem untenstehenden Schema folgt eine Beschreibung der einzelnen Abhangigkeiten.

[...]


[1] Vgl. Oberender/Fleischmann, 2002, S. 79.

[2] Vgl. ebenda, S. 84.

[3] Vgl. Hofmarcher/Rack, 2001, S. 52.

[4] Vgl. ebenda, S. 113.

[5] Vgl. ebenda.

[6] Weltgesundheitsorganisation.

[7] URL: http://gesundheit.dgb-bwt.de/definition.html [03.02.2004].

[8] Vgl. Hayen/Paetow/Schumacher, 2000, S. 7.

[9] URL: http://www.uni-kl.de/FB-Biologie/AG-Zankl/2/sld001.htm [04.02.2004].

[10] URL: http://www.imse.med.tu-muenchen.de/mi/theormed/GI-12/02Akteure.htm [04.02.2004].

[11] Vgl. Hayen/Paetow/Schumacher, 2000, S. 1.

[12] Graf von der Schulenburg/Kielhorn/Greiner/Volmer, 1998, S. 45.

[13] Vgl. Hayen/Paetow/Schumacher, 2000, S. 5.

[14] Vgl. Breyer/Zweifel, 1999, S. 1.

[15] Vgl. Hayen/Paetow/Schumacher, 2000, S. 232f.

[16] Vgl. Hayen/Paetow/Schumacher, 2000, S. 228.

[17] URL: http://www.who.int/whr/2003/en/overview_en.pdf [26.02.3004].

[18] Vgl. Statistik Austria: Jahrbuch der Gesundheitsstatistik (2004), Online im WWW unter URL: http://www.statistik.at/neuerscheinungen/gesundheit2001.shtml [26.02.2004].

[19] Vgl. Statistik Austria: Jahrbuch der Gesundheitsstatistik (2004), Online im WWW unter URL: http://www.statistik.at/neuerscheinungen/gesundheit2001.shtml [23.02.2004].

[20] Vgl. Statistik Austria: Jahrbuch der Gesundheitsstatistik (2004), Online im WWW unter URL: http://www.statistik.at/neuerscheinungen/gesundheit2001.shtml [23.02.2004].

[21] Vgl. Statistik Austria: Jahrbuch der Gesundheitsstatistik (2004), Online im WWW unter URL: http://www.statistik.at/neuerscheinungen/gesundheit2001.shtml [23.02.2004].

[22] Gutzwiller/Jeanneret, 1999, S. 235.

[23] URL: http://www.asn- ibk.ac.at/bildung/faecher/geschichte/maike/mittelalter/MaX.htm [08.02.2004].

[24] Vgl. Hofmarcher/Rack, 2001; S. 7f.

[25] Vgl. o.V.: Das Gesundheitswesen in Osterreich, BMSG, 2001, S. 79f.

[26] Vgl. ebenda, S.80.

[27] Vgl. Statistik Austria: Statistischen Jahrbuch 2004, Online im WWW unter URL: [09.02.2004].

[28] Vgl. Statistik Austria: Statistischen Jahrbuch 2004, Online im WWW unter URL: [09.02.2004],

[29] Vgl. Hofmarcher/Rack, 2001, S. 11.

[30] Vgl. ebenda.

[31] Zugang zu den einzelnen Leistungen.

[32] Vgl. o.V.: Das Gesundheitswesen in Osterreich, BMSG, 2001, S.13.

[33] Vgl. Hofmarcher/Rack, 2001, S. 14.

Ende der Leseprobe aus 139 Seiten

Details

Titel
Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Gesundheitswesen und speziell im OP-Bereich
Hochschule
FH OÖ Standort Steyr  (PMT, Produktion und Managementtechnik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
139
Katalognummer
V157645
ISBN (eBook)
9783640722051
ISBN (Buch)
9783640722105
Dateigröße
8158 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitswesen, Optimierung, Simulation
Arbeit zitieren
Robert Andexer (Autor), 2004, Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion im Gesundheitswesen und speziell im OP-Bereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157645

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