Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, Erfolgsfaktoren für eine Markteinführung von Digitalen Gesundheitsanwendungen in das deutsche Gesundheitssystem zu finden und darzustellen. Dazu wird folgende Forschungsfrage gestellt: Welche hemmenden und fördernden Faktoren existieren bei der Markteinführung von Digitalen Gesundheitsanwendungen? Und welche Möglichkeiten es gibt, hemmende Faktoren in Zukunft zu überwinden?
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird eine Literaturrecherche durchgeführt, um aktuelle Daten und Informationen zu gewinnen und auszuwerten. Mit einer quantitativen Umfrage wird nach hemmenden und fördernden Faktoren für eine Einführung einer Digitalen Gesundheitsanwendung aus Patientensicht gesucht. Am konkreten Beispiel der MiGuide-App werden die identifizierten Faktoren bewertet und Lösungsperspektiven für hemmende Faktoren dargestellt. Dies erfolgt in einer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Equeo Health GmbH, um eine beispielhafte Herstellersicht wiederzugeben.
Die quantitative Umfrage hat gezeigt, dass erheblicher Informationsbedarf über Digitalen Gesundheitsanwendungen besteht und demgegenüber Lifestyle-Apps wesentlich besser bekannt sind. Die Auswertung der Literatur ergab, dass der wesentliche, hemmende Faktor die fehlende Akzeptanz der Ärzte ist.
Zusammengefasst: Digitale Gesundheitsanwendungen haben das Potenzial, die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystem voranzutreiben. Allerdings ist die Bereitschaft der Leistungserbringer Digitale Gesundheitsanwendungen in ihren Behandlungsplan zu integrieren derzeit noch sehr gering.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1 Digitale Gesundheitsanwendungen
1.1 Definition
1.2 Lifestyle-Apps vs. Digitale Gesundheitsanwendungen
1.3 Rechtlicher Hintergrund
1.4 Datenschutz und Informationssicherheit
2 Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen
2.1 Fast-Track-Verfahren
2.2 Endgültige Aufnahme
2.3 Vorläufige Aufnahme
3 Vergütung der Digitalen Gesundheitsanwendungen
4 Aktueller Stand der DiGA
5 Zusammenarbeit mit der Equeo Health GmbH
6 Derzeitige Einflussfaktoren
6.1 Fördernde Faktoren
6.1.1 Fördernde Faktoren aus Patientensicht
6.1.2 Fördernde Faktoren aus Ärztesicht
6.1.3 Fördernde Faktoren aus Herstellersicht
6.2 Hemmende Faktoren
6.2.1 Hemmende Faktoren aus Patientensicht
6.2.2 Hemmende Faktoren aus Ärztesicht
6.2.3 Hemmende Faktoren aus Herstellersicht
7 Empirische Untersuchung
7.1 Forschungsziel
7.2 Forschungsansatz
7.3 Merkmale der Umfrageteilnehmer
7.4 Erhebungsinstrument
7.5 Durchführung
8 Forschungsergebnisse
9 Diskussion
9.1 Aus Sicht der Patienten
9.2 Aus Sicht der Ärzte
9.3 Aus Sicht der Hersteller
9.4 Das deutsche Gesundheitssystem
9.5 Ableitung aus den Ergebnissen der quantitativen Untersuchung
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit hat zum Ziel, die hemmenden und fördernden Erfolgsfaktoren bei der Markteinführung von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in das deutsche Gesundheitssystem zu identifizieren und Lösungsansätze zu deren Überwindung zu erarbeiten, wobei die Forschungsfrage lautet, welche Faktoren bei der Einführung existieren und wie diese positiv beeinflusst werden können.
- Rechtliche Anforderungen und Definition von DiGA
- Prozess der Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis
- Best Practice Analyse anhand der MiGuide-App
- Identifikation von Barrieren und Erfolgstreibern aus Sicht von Patienten, Ärzten und Herstellern
- Empirische Untersuchung mittels quantitativer Umfrage
Auszug aus dem Buch
1.2 Lifestyle-Apps vs. Digitale Gesundheitsanwendungen
Digitale Gesundheitsanwendungen werden oftmals mit sogenannten ,Lifestyle-Apps‘ verwechselt. Beide Anwendungen können den Nutzer gezielt bei der Förderung der Gesundheit unterstützen, jedoch gibt es wesentliche Unterschiede bei den Anforderungen, die in diesem Kapitel erläutert werden.
Eine besondere Art der Lifestyle-Anwendungen sind Fitness-Apps wie z. B. Runtastic. Fitness-Apps sind, wie der Name bereits nahelegt, Anwendungen, die für ein Training und die Steigerung der körperlichen Fitness entwickelt worden sind. Im Gegensatz dazu dienen DiGA dazu, Krankheiten zu erkennen, zu überwachen, zu behandeln oder eine Linderung zu bewirken.
Mit der Zeit haben sich Fitness- zu Lifestyle-Apps weiterentwickelt. Dabei steht nicht mehr die alleinige Steigerung der körperlichen Fitness im Vordergrund. Vielmehr werden Anwendungen zum Abnehmen, Einschlafen und zu diversen anderen Zwecken angeboten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz moderner digitaler Gesundheitslösungen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage dieser Arbeit.
1 Digitale Gesundheitsanwendungen: Definition der DiGA als Medizinprodukt und Abgrenzung gegenüber dem allgemeineren Bereich der Lifestyle- und Fitness-Apps.
2 Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen: Erläuterung des administrativen Aufnahmeverfahrens, inklusive Fast-Track, dauerhafter und vorläufiger Zulassung durch das BfArM.
3 Vergütung der Digitalen Gesundheitsanwendungen: Darstellung der gesetzlichen Vergütungsrahmen sowie der Preiskalkulation für Hersteller im ersten Jahr nach der Zulassung.
4 Aktueller Stand der DiGA: Ein Überblick über die bis Januar 2022 im Verzeichnis gelisteten Anwendungen, gegliedert nach Indikationen und technischer Ausstattung.
5 Zusammenarbeit mit der Equeo Health GmbH: Praxisbeispiel der MiGuide-App zur Veranschaulichung, wie digitale Konzepte auf den deutschen Markt übertragen werden.
6 Derzeitige Einflussfaktoren: Systematische Analyse der fördernden und hemmenden Faktoren unter der spezifischen Perspektive von Patienten, Ärzten und Herstellern.
7 Empirische Untersuchung: Methodische Beschreibung der durchgeführten quantitativen Online-Umfrage, ihrer Zielsetzung und des Forschungsansatzes.
8 Forschungsergebnisse: Vorlage der erhobenen Daten aus der Umfrage, inklusive soziodemografischer Merkmale und Nutzungsverhalten der Befragten.
9 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Akzeptanz sowie zur Optimierung des deutschen Gesundheitssystems.
10 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung.
Schlüsselwörter
Digitale Gesundheitsanwendungen, DiGA, Digitale-Versorgung-Gesetz, DVG, Gesundheitsmanagement, ,Fast-Track-Verfahren, Patientenmotivation, Gesundheitsdaten, , ,Telemedizin, MiGuide-App, Compliance, , Prävention, , ,Versorgungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Markteinführung von sogenannten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland und analysiert, welche Faktoren deren Erfolg oder Etablierung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernaussagen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen (DVG), der Zulassungsprozess beim BfArM, die Vergütung sowie die Analyse der Akzeptanz bei den Hauptakteuren: Patienten, Ärzten und Herstellern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, hemmende und fördernde Faktoren bei der Markteinführung von DiGA zu identifizieren und Perspektiven für deren Überwindung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche sowie eine eigene quantitative Online-Umfrage unter potenziellen Nutzern, ergänzt durch ein Praxisbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu DiGA, administrative Zulassungsprozesse, Preisgestaltung sowie eine empirische Untersuchung, die das Nutzungsverhalten und die Erwartungen an solche Anwendungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
DiGA, Gesundheitssystem, Patientensicht, ärztliche Akzeptanz, regulatorische Hürden und digitale Gesundheitskompetenz sind zentrale Begriffe der Studie.
Warum ist die Unterscheidung zwischen DiGA und allgemeinen Lifestyle-Apps für die Arbeit so wichtig?
Die Unterscheidung ist deshalb entscheidend, da sie den rechtlichen Status definiert: DiGA sind zertifizierte Medizinprodukte mit nachgewiesenem Versorgungsnutzen, während Lifestyle-Apps vorrangig der allgemeinen Fitness dienen und keine Erstattung durch GKV erhalten.
Welche Rolle spielt die MiGuide-App in der Analyse?
Die MiGuide-App dient als konkretes Fallbeispiel zur Veranschaulichung, wie innovative Gesundheitskonzepte aus dem Ausland (in diesem Fall den Niederlanden) in den deutschen Markt integriert werden und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Was ist das Hauptergebnis der Diskussion über die Akzeptanz bei Ärzten?
Ein zentrales Ergebnis ist, dass insbesondere die mangelnde Aufklärung sowie der subjektiv empfundene Mehraufwand der Ärzte die größten Barrieren für die Verordnung von DiGA darstellen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Schluss?
Die Autorin folgert, dass DiGA das Potenzial haben, die Gesundheitsversorgung durch Personalisierung und Effizienz zu verbessern, sofern mehr in die Aufklärung aller Akteure investiert wird.
- Arbeit zitieren
- Alina Flum (Autor:in), 2022, Erfolgsfaktoren für die Einführung von Digitalen Gesundheitsanwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1576918