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Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom - Eine kritische Auseinandersetzung mit einer medizinischen Diagnose

Title: Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom - Eine kritische Auseinandersetzung mit einer medizinischen Diagnose

Term Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 13,0

Autor:in: Lisa Schmidhuber (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mit dem Thema des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms . ADS ist die inzwischen am häufigsten bei Kindern und Jugendlichen gestellte Diagnose. Die Anzahl der diagnostizierten Fälle hat in den letzten Jahren stetig zugenom-men. Diese Tatsache hat mich dazu angeregt, mich eingehender mit dem Phänomen ADS zu beschäftigen. Beim Einlesen in die Thematik habe ich sehr schnell festgestellt, dass meh-rere höchst unterschiedliche Herangehens- und Betrachtungsweisen der Ursachen und da-mit auch eine Vielfalt an, als geeignet propagierte, Therapieformen für ADS existieren. Ein Erklärungsansatz, der in diesem Kontext eine große Rolle spielt, ist die medizinisch-biologische Betrachtungsweise, diese erscheint mir jedoch wesentlich zu kurz zu greifen. Aus diesem Grund habe ich nach Erklärungsmodellen gesucht, die auch die psychische E-bene in ihre Betrachtungen mit einbeziehen. Ich beschäftige mich daher in meiner Hausar-beit mit der Frage nach alternativen Erklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei ADS und deren konkrete Auswirkungen auf die pädagogische Praxis.
Dabei werde ich im Folgenden zunächst das ADS definieren sowie einige Diagnosekriterien nach dem DSM IV kurz vorstellen. Anschließend folgt eine Erläuterung der möglichen Kon-sequenzen einer Diagnosestellung, da eine ‚Etikettierung’ mit der Diagnose ADS für das ein-zelne Individuum durchaus bedeutsame Folgen haben kann, die so auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich scheinen.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem medizinisch-biologischen Ursachenmodell zur Entstehung von ADS. Hier gehe ich auf die verschiedenen angenommenen organischen Ursachen, von einer vorgeburtlichen Hirnschädigung bis hin zur Hypothese der Störung des Dopaminstoffwechsels, näher ein. Als nächstes erläutere ich einige kritische Betrachtungs-weisen zu diesem Modell, um dann im vierten Kapitel näher auf die Behandlung mit Ritalin und der kritischen Auseinandersetzung mit der medikamentösen Therapie einzugehen.
In Kapitel fünf beschäftige ich mich mit einer alternativen Sichtweise im Rahmen von psy-choanalytischen Betrachtungen zur Entstehung von ADS und der Funktion der auftretenden Symptome. Abschließend folgt im sechsten Kapitel eine kurze Darstellung der Frankfurter Präventionsstudie, welche beispielhaft die praktische Umsetzung der psychoanalytischen Sichtweise auf ADS darstellen soll.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ADS

2.1 Definition

2.2 Diagnose

2.2.1 Mögliche Konsequenzen der Diagnose ADS

2.2.2 Mögliche Funktionen der Diagnose ADS

3. Entstehung ADS

3.1 Medizinisch-biologisches Entstehungsmodell

3.2 Bio-psycho-soziales Modell

3.3 Kritik des bio-psycho-sozialen Modells

4. Die Bedeutung von Ritalin zur Behandlung von ADS

4.1 Kritik an der Behandlung mit Ritalin

5. Psychoanalytische Betrachtungen zur Entstehung von ADS

6. Frankfurter Präventionsstudie

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die medizinische Diagnose des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms (ADS) und hinterfragt, ob eine rein biologisch-medizinische Betrachtungsweise den komplexen Ursachen dieses Phänomens gerecht wird. Das Hauptziel besteht darin, alternative, psychoanalytisch fundierte Erklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und deren Bedeutung für die pädagogische Praxis zu analysieren.

  • Kritische Analyse der ADS-Diagnose und ihrer Stigmatisierungspotenziale.
  • Gegenüberstellung des medizinisch-biologischen Modells mit psychoanalytischen Ansätzen.
  • Untersuchung der Behandlung mit Ritalin und deren kritische Reflexion.
  • Die Rolle der frühen Eltern-Kind-Beziehung und des 'Containings' bei der Affektregulation.
  • Vorstellung der Frankfurter Präventionsstudie als pädagogisch-therapeutische Alternative.

Auszug aus dem Buch

Psychoanalytische Betrachtungen zur Entstehung von ADS

Bei einer psychoanalytischen Betrachtung des ADS steht nach Staufenberg die Suche nach den psychodynamischen Ursachen der Symptome im Vordergrund. Dabei werden die Symptome als Ausdruck tiefer liegender emotionaler Probleme im Zusammenhang mit der psychischen Strukturierung und der Konfliktverarbeitung verstanden. Eine angemessene psychische Strukturierung entwickelt sich im Rahmen der Erfahrungen mit den wichtigen Bezugspersonen des Kindes. Wenn diese Strukturierung sich aufgrund von Schwierigkeiten in der Interaktion des Kindes mit seinen Bezugspersonen (in den meisten Fällen sind dies zunächst die Eltern) nicht ausreichend entwickeln konnte, fehlt den Kindern ein stabiler innerpsychischer Raum. Dies zeigt sich besonders darin, dass Frustrationen und Spannungszustände nicht innerpsychische reguliert werden können und kein stabiles Selbstwertgefühl vorhanden ist. Als bedrohlich erlebte Gefühle von Frustration durch Begrenzung von außen können somit nicht im Selbst reflektiert werden und darüber ihre Bedroverlichkeit verlieren.

Stattdessen erfolgt eine Abwehr dieser Gefühle durch Überschreitung der gesetzten Grenzen, diese sei meistens verbunden mit einer unmittelbaren körperlichen Aktivität. Somit ließe sich der Bewegungsdrang hyperaktiver Kinder auch verstehen als „Abwehr und Flucht vor ihren eigenen und ihnen unerträglichen Gefühlen.“ Aber warum ist es für diese Kinder so schwierig, unangenehme Gefühle auszuhalten und in erträgliche Emotionen umzuwandeln? Staufenberg ist der Meinung, dass die Ursachen für diese Schwierigkeiten in Interaktionsstörungen in der frühen Eltern-Kind-Beziehung zu suchen sind. Für diese Beziehung sei es ganz entscheidend, in welchem Maße es den Eltern (beziehungsweise der ersten Hauptbezugsperson also häufig der Mutter) gelingt, einen Prozess des sich gegenseitig aufeinander Ein- und Abstimmens zu gestalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema ADS, erläutert die Beweggründe für die Arbeit und skizziert den methodischen Ansatz, der den Fokus von der rein medizinischen auf eine psychisch-pädagogische Ebene verschiebt.

2. ADS: Dieses Kapitel liefert eine Definition, beschreibt die Diagnosekriterien nach dem DSM IV und thematisiert kritisch die sozialen Konsequenzen und Funktionen einer ADS-Diagnose.

3. Entstehung ADS: Hier werden das medizinisch-biologische Modell und das bio-psycho-soziale Modell gegenübergestellt, wobei insbesondere die Kritik an der Biologisierung abweichenden Verhaltens hervorgehoben wird.

4. Die Bedeutung von Ritalin zur Behandlung von ADS: Es wird die Anwendung von Ritalin dargelegt, gefolgt von einer kritischen Reflexion über Nebenwirkungen und den Einfluss auf das Selbstkonzept der Betroffenen.

5. Psychoanalytische Betrachtungen zur Entstehung von ADS: Dieses Kapitel beleuchtet ADS als Ausdruck tiefer liegender emotionaler Probleme und betont die Bedeutung früher Interaktionserfahrungen und Mentalisierungsprozesse.

6. Frankfurter Präventionsstudie: Die Studie wird als praktisches Beispiel für einen psychoanalytisch begründeten, pädagogisch-therapeutischen Ansatz zur Prävention von Verhaltensauffälligkeiten vorgestellt.

7. Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine rein biologische Sichtweise unzureichend ist und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung psychosozialer Faktoren und eine bessere pädagogische Ausbildung im Umgang mit ADS.

Schlüsselwörter

ADS, ADHS, Ritalin, Psychoanalyse, Diagnostik, Erziehung, Psychodynamik, Frankfurter Präventionsstudie, Kindheit, Stigmatisierung, Affektregulation, Pädagogik, Psychische Strukturierung, Bio-psycho-soziales Modell, Verhaltensauffälligkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der medizinischen Diagnose des ADS auseinander und hinterfragt die einseitige Fokussierung auf biologische Erklärungsmodelle.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Mittelpunkt stehen die Entstehungsursachen von ADS, die Kritik an der medikamentösen Behandlung, psychoanalytische Deutungsansätze sowie pädagogische Präventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob ADS zwingend als medizinische Krankheit zu betrachten ist und welche alternativen pädagogisch-psychologischen Ansätze existieren, um betroffene Kinder besser zu verstehen und zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender Studien, Modelle und fachlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Diagnose, eine detaillierte Diskussion der Ursachenmodelle, die Kritik an der Ritalin-Gabe und die Darstellung psychoanalytischer Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie ADS-Diagnose, psychoanalytische Pädagogik, medikamentöse Therapie, Affektregulation und Frankfurter Präventionsstudie zusammenfassen.

Warum wird die Diagnose ADS in der Arbeit auch kritisch hinterfragt?

Weil eine Diagnose laut Arbeit auch stigmatisierend wirken kann und das Kind von der Verantwortung für sein eigenes Handeln entbindet, was langfristig die positive Selbstentwicklung erschweren kann.

Welche Rolle spielt die Frankfurter Präventionsstudie in den Schlussfolgerungen?

Sie dient als Beleg dafür, dass durch eine gezielte Ausbildung von ErzieherInnen und eine psychoanalytisch fundierte pädagogische Begleitung Verhaltensauffälligkeiten präventiv verringert werden können, ohne sofort auf Medikamente zu setzen.

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Details

Title
Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom - Eine kritische Auseinandersetzung mit einer medizinischen Diagnose
College
University of Marburg
Grade
13,0
Author
Lisa Schmidhuber (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V157713
ISBN (eBook)
9783640704736
Language
German
Tags
ADHS Ritalin Psychoanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Schmidhuber (Author), 2010, Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom - Eine kritische Auseinandersetzung mit einer medizinischen Diagnose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157713
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