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Ikone trifft Mauerblümchen. Die Wirkung der Parodie auf das Werk "Ein gleiches" von Johann Wolfgang von Goethe

Titel: Ikone trifft Mauerblümchen. Die Wirkung der Parodie auf das Werk "Ein gleiches" von Johann Wolfgang von Goethe

Hausarbeit , 2021 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Vivian Grimm (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Wirkung von Ernst Jandls Parodie "Übe!" auf Johann Wolfgang von Goethes Gedicht "Ein gleiches". Ausgehend von der Frage, ob Parodien das Schöne und Edle eines Originals zerstören oder zu einer neuen Betrachtung anregen, analysiert die Arbeit Jandls Bearbeitung im Kontrast zu Goethes Werk. Nach einer Definition des Begriffs Parodie und der Darstellung zweier gegensätzlicher Wahrnehmungen – als aufwertendes, neue Perspektiven eröffnendes Kunstwerk versus als destruktive Verlachung – werden beide Gedichte interpretiert und formal analysiert. Der Vergleich der beiden Werke verdeutlicht signifikante Unterschiede in Entstehungszeit, thematischer Ausrichtung und formaler Gestaltung. Während Goethes "Ein gleiches" im Kontext des Sturm und Drangs eine harmonische Naturbetrachtung mit Todesahnung entwirft, spiegelt Jandls "Übe!" die Tristesse der Nachkriegszeit wider und transformiert die Vorlage in ein Lautgedicht mit potenziell bedrohlichen und sexuellen Konnotationen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Jandls Parodie das Original nicht im klassischen Sinne zerstört, sondern vielmehr eine radikal andere Lesart und ein völlig neues Verständnis des Goethe-Gedichts ermöglicht, indem sie dessen traditionelle Semantik und Form aufbricht und somit zu einer veränderten Wahrnehmung anregt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition der Parodie

2.1 Parodie als künstlerisches Werk mit Kraft zur Neuwahrnehmung

2.2 Parodie als zerstörerischen Gegenstand alles Schönen und Edlen

3 Zwei Werke - ein Gedanke

3.1 Ein gleiches oder doch etwas ganz anderes? Eine Interpretation von „Übe!“

3.2 Tod und Harmonie in stiller Zweisamkeit – Interpretation von „Ein gleiches“

4 Ikone vs. Mauerblümchen – ein Vergleich

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung der Parodie am Beispiel von Ernst Jandls „Übe!“ und dessen Vorlage, Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „Ein gleiches“. Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob eine Parodie das Schöne und Edle eines Originals zerstört oder ob sie vielmehr dazu anregt, die Vorlage aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und zu neuen Interpretationen zu gelangen.

  • Begriffsdefinition und Funktionen der Parodie
  • Interpretationsansätze zu Ernst Jandls „Übe!“
  • Analyse von Goethes „Ein gleiches“ hinsichtlich Form und Inhalt
  • Vergleichende Gegenüberstellung beider Werkansätze
  • Untersuchung der Wirkung von Parodien auf die Rezeption von Literatur

Auszug aus dem Buch

3.1 Ein gleiches oder doch etwas ganz anderes? Eine Interpretation von „Übe!“

Das am 23. Juli 1965 entstandene Gedicht „Übe!“ von Ernst Jandl, ist eine Parodie des berühmten Goethe Werkes „Ein gleiches“. Veröffentlich wurde dies in seiner Anthologie „der künstliche Baum“, direkt neben einer anderen Parodie Jandls, die ebenfalls Goethes wohl größte Schöpfung parodiert, jedoch auf eine andere Weise, die für dieses Hausarbeitsthema nicht relevant ist.

Das 56 Zeilen umfassende Gedicht, das wie seine Vorlage einstrophig gehalten wurde, folgt keinem bestimmten Reimschema. Ebenso die Buchstabenreihung folgt ihrem Original und wurde nicht verändert, jedoch wurden sie ihren ursprünglichen Begriff entwunden, neu auf einzelne Zeilen verstreut, zum Teil exzessiv vervielfältigt und mit Interpunktionen versehen. Durch Anführungszeichen, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Punkte, Klammern und Gedankenstriche entstehen neue Laute, Silben und Wörter, durch die Teilweise ein ganz neuer Sinn entsteht (vgl. Uhrmacher 2007:35).

Über die ersten acht Zeilen des Gedichtes wurden die Wörter „Über allen Gipfeln“, in verschiedener Buchstabenreihung gelegt. So wurde aus der ursprünglichen Präposition „Über“ der Imperativ „Übe!“ (Z. 1). Das hinter dem Wort „Übe“ stehende Ausrufezeichen hebt es nochmal hervor, wodurch man gleich zu Anfang an das Üben, wie in der Schule denkt, was Jandl, der nicht nur Autor, sondern auch Deutschlehrer war, vielleicht übermitteln wollte. Das übrig gebliebene „r“ vervielfacht Jandl im zweiten Vers zu einem „rrrrrrrrr [...]“ Laut. So verhält es sich auch in den nächsten sechs Zeilen weiter. Aus „allen Gipfeln“ wird das „A!“ (Z. 3) in Großbuchstaben und durch das Ausrufezeichen hervorgehoben und erinnert beinahe an einen kurzen Schrei. Anschließend kommt es zu einer weiteren Vervielfachung des Konsonanten „l“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Parodie ein und stellt die Forschungsfrage vor, ob Parodien das Original zerstören oder zu einer neuen Wahrnehmung anregen.

2 Begriffsdefinition der Parodie: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage zum Begriff der Parodie und beleuchtet ihre unterschiedlichen Wahrnehmungen von künstlerischer Neuschöpfung bis hin zur rein zerstörerischen Kraft.

3 Zwei Werke - ein Gedanke: Hier findet die detaillierte Interpretation und Formanalyse der beiden Gedichte „Übe!“ von Ernst Jandl und „Ein gleiches“ von Johann Wolfgang von Goethe statt.

4 Ikone vs. Mauerblümchen – ein Vergleich: In diesem Kapitel werden die beiden Gedichte in einen direkten Vergleich gesetzt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich Form, Inhalt und Wirkung herauszuarbeiten.

5 Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs formulierte Forschungsfrage und fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die wechselseitige Beziehung von Parodie und Original zusammen.

Schlüsselwörter

Parodie, Ernst Jandl, Johann Wolfgang von Goethe, Ein gleiches, Übe!, Literaturwissenschaft, Gedichtanalyse, Neuwahrnehmung, Rezeption, Formanalyse, Lyrik, Sprachspiel, Komik, Literaturkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Gattung der Parodie und untersucht deren Wirkungsweise anhand eines spezifischen Vergleichs zwischen einem klassischen Werk und dessen zeitgenössischer parodistischer Verarbeitung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definition und Funktionsweise der Parodie, die Analyse lyrischer Strukturen sowie die Bedeutung der Rezeptionsgeschichte von literarischen Werken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob die Parodie das Schöne und Edle eines Originals zerstört, oder ob sie dazu beiträgt, das Original neu zu bewerten und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Begriffsdefinition, Formanalyse beider Gedichte sowie einen direkten komparativen Vergleich der Texte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe definiert, anschließend folgen die detaillierte Interpretation von Jandls „Übe!“ und Goethes „Ein gleiches“ sowie deren vergleichende Analyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Parodie, Literaturanalyse, Neuwahrnehmung, Sprachspiel und das spezifische Verhältnis zwischen den genannten Autoren und Werken.

Inwiefern beeinflusst Jandls Parodie die Sicht auf Goethes Gedicht?

Die Untersuchung zeigt, dass die Parodie durch ihre Andersartigkeit das Interesse am Original steigern und diesem durch den bewussten Kontrast eine neue, unerwartete Sanftheit verleihen kann.

Welche Rolle spielen die Begriffe „Ikone“ und „Mauerblümchen“ im Titel?

Diese Begriffe versinnbildlichen den Kontrast zwischen dem kanonisierten, als „heilig“ geltenden Goethe-Gedicht und der destruktiv wirkenden, aber dennoch künstlerisch wertvollen modernen Parodie Jandls.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ikone trifft Mauerblümchen. Die Wirkung der Parodie auf das Werk "Ein gleiches" von Johann Wolfgang von Goethe
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Textanalyse
Note
1,3
Autor
Vivian Grimm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1577180
ISBN (PDF)
9783389127773
ISBN (Buch)
9783389127780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Johann Wolfgang Goethe Ernst Jandl Parodie Ein Gleiches ÜBE! Interpretation Formanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vivian Grimm (Autor:in), 2021, Ikone trifft Mauerblümchen. Die Wirkung der Parodie auf das Werk "Ein gleiches" von Johann Wolfgang von Goethe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1577180
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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