In der vorliegenden Arbeit soll das Konzept des Sozialkapitals aus ökonomischer Sicht dargestellt werden. Um sich Klarheit über die Funktionen, sich ergebende Bestimmungsfaktoren oder Effekte von Sozialkapital in der Wirtschaft zu gewinnen, ist es daher wichtig die Vielzahl der Konzepte zu strukturieren.
Im ersten Kapitel wird erklärt, was unter Sozialkapital zu verstehen ist. Dabei wird das Problem einer eindeutigen Definition des Begriffs Sozialkapital angesprochen. Außerdem wird die Frage beantwortet, warum Sozialkapital Kapital darstellt und welche Besonderheiten dieses in Vergleich zu anderen Kapitalarten aufweist.
In der Literatur lassen sich zwei Hauptansätze unterscheiden, die Sozialkapital auf zwei Ebenen analysieren:
Auf der individuellen Ebene (Mikro-Ebene) tritt Sozialkapital als Beziehungsgröße von Individuen und somit als Wert sozialer Beziehungen, die Individuen für das Verfolgen ihrer persönlichen Ziele einsetzen, auf.
Auf der gesellschaftlichen Ebene (Makro-Ebene) wird Sozialkapital als kollektives Gut angesehen.
Unabhängig von der jeweiligen Ebene (individuelle oder gesellschaftliche Ebene) besteht der Wert des Sozialkapitals aus den positiven Effekten für die einzelnen Mitglieder und für die Gruppe als Ganzes (vgl. Seubert, 2007: 13).
Da die beiden Ebenen (individuelle bzw. gesellschaftliche Ebene) zusammenhängen und sich einander ergänzen, treffen die Elemente bzw.
Ausprägungen des Sozialkapitals auf beide Ebenen zu. Auf die Elemente bzw. Ausprägungen des Sozialkapitals wird im zweiten Teil der Arbeit eingegangen. Anschließend werden die Auswirkungen des Sozialkapitals hinsichtlich Wirtschaftswachstum, nachhaltiger Entwicklung und Bürgerschaft dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Was ist Sozialkapital?
1.1 Probleme der einheitlichen Definition
1.2 Ist Sozialkapital ein Kapital?
1.3 Ebenen des Sozialkapitals
1.3.1 Mikro-Ebene (Individuelle Ebene)
1.3.2 Makro-Ebene (Gesellschaftliche Ebene)
1.3.3 Korrespondenz von Mikro- und Makroebene
2 Elemente bzw. Ausprägungen des Sozialkapitals
2.1 Soziale Netzwerk
2.1.1 Horizontale und vertikale Netzwerke
2.1.2 Formelle und informelle Beziehungen
2.1.3 Starke und schwache Beziehungen
2.2 Vertrauen
2.3 Reziprozität
2.4 Gemeinsame Normen und Werte
3 Auswirkungen des Sozialkapitals für die Gesellschaft
3.1 Sozialkapital und Wirtschaftswachstum
3.2 Sozialkapital und nachhaltige Entwicklung
3.3 Sozialkapital und Bürgergesellschaft
4 Zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Sozialkapitals aus einer ökonomischen Perspektive, um dessen Funktionen, Bestimmungsfaktoren und gesellschaftliche Effekte zu strukturieren und ein besseres Verständnis für dessen ökonomische Relevanz zu gewinnen.
- Grundlagen des Sozialkapital-Begriffs und dessen Abgrenzung zu anderen Kapitalformen.
- Analyse der verschiedenen Ebenen (Mikro- und Makro-Ebene) des Sozialkapitals.
- Untersuchung der zentralen Elemente wie Vertrauen, Reziprozität und soziale Netzwerke.
- Darstellung der Auswirkungen des Sozialkapitals auf Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit und Bürgergesellschaft.
Auszug aus dem Buch
1.2 Ist Sozialkapital ein Kapital?
Über Kapital wird gesprochen, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 1) Kapital kann weiter gegeben z.B. veräußert oder vererbt werden; 2) Es ist möglich auf das Kapital freiwillig zu verzichten, um in der Zukunft für sich einen Vorteil zu erzielen (Investition und Rendite); 3) Zeitunabhängige Existenz des Kapitals; 4) Kapital ist akkumulierbar; 5) Kapital ist konvertierbar;
Im Folgenden werden die einzelnen Kriterien genauer beschrieben:
1) Weitergabe des Kapitals Ein Individuum kann über sein ökonomisches Kapital (Sach- und Finanzkapital) als auch über sein Humankapital (die Besitzung des Wissens, besonderen Fähigkeiten, der Kompetenzen, Erfahrung, des Bildungsabschlusses, und Eigenschaften) verfügen und andere können von der Nutzung ausgeschlossen werden (vgl. Zwingenberger, 2003: 67-68). Diese Kapitale sind rein private Güter (vgl. Franzen und Freitag, 2007: 67-68). Finanz- und Sachkapital kann man z.B. verschenken. Auch Zugang zu Humankapital lässt sich mittelbar an andere Personen weitergeben z.B. in Form von Nachhilfestunden (vgl. Franzen und Freitag, 2007: 67-68).
Dagegen lässt sich Sozialkapital weder verschenken noch automatisch von anderen nutzen. Es ist zwar möglich den Zugang zu eigenen sozialen Kontakten zu verschaffen z.B. andere Person in eine Gesellschaft einzuführen. Die Entscheidung ob der Neuling von der Gesellschaft angenommen wird liegt nicht mehr in den Händen des Initiators oder Eingeführten. Somit liegt die Entscheidung über die Bereitstellung von Ressourcen des Netzwerkes im Wesentlichen bei den Netzwerkkontakten. (vgl. Franzen und Freitag, 2007: 67-68). Folglich ist das Sozialkapital Bestandteil einer Beziehung (vgl. Iseke, 2007:62).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Was ist Sozialkapital?: Dieses Kapitel beleuchtet das Problem der Begriffsdefinition und prüft anhand ökonomischer Kriterien, inwieweit Sozialkapital als Kapitalform klassifiziert werden kann.
2 Elemente bzw. Ausprägungen des Sozialkapitals: Hier werden die wesentlichen Bausteine wie soziale Netzwerke, Vertrauen, Reziprozität sowie Normen und Werte detailliert analysiert.
3 Auswirkungen des Sozialkapitals für die Gesellschaft: In diesem Abschnitt wird der Einfluss des Sozialkapitals auf makroökonomische Faktoren, die nachhaltige Entwicklung und die Stärkung der Bürgergesellschaft untersucht.
4 Zusammenfassende Betrachtung: Das Schlusskapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Vielschichtigkeit sowie die ökonomische Bedeutung des Sozialkapitals.
Schlüsselwörter
Sozialkapital, Ökonomische Perspektive, Mikro-Ebene, Makro-Ebene, Soziale Netzwerke, Vertrauen, Reziprozität, Normen, Wirtschaftswachstum, Nachhaltige Entwicklung, Bürgergesellschaft, Investition, Ressourcen, Beziehungsgut, Kapitalakkumulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Sozialkapitals aus einer ökonomischen Perspektive und untersucht dessen Funktionen und Effekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung des Sozialkapital-Begriffs, seine Bestandteile wie Vertrauen und Netzwerke sowie seine gesellschaftlichen Wirkungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Vielzahl existierender Konzepte zum Sozialkapital zu strukturieren, um ein klares Verständnis über dessen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Disziplinen wie Soziologie, Politik- und Wirtschaftswissenschaft vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Definitionsproblematik und die Einordnung als Kapitalform erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Elemente und gesellschaftlichen Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialkapital, soziale Netzwerke, Vertrauen, Reziprozität, Wirtschaftswachstum und Bürgergesellschaft geprägt.
Warum ist eine einheitliche Definition von Sozialkapital laut Autor schwierig?
Aufgrund der Komplexität des Begriffs und seiner Verwendung in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen ist eine für alle Bereiche gültige, einheitliche Definition kaum möglich.
Inwiefern unterscheidet sich Sozialkapital von Sach- oder Humankapital?
Im Gegensatz zu anderen Kapitalformen ist Sozialkapital kein rein privates Gut, kann nicht einfach verschenkt werden und bildet sich erst durch die aktive Nutzung in sozialen Beziehungen.
- Quote paper
- Anna Makarova (Author), 2009, Das Konzept des Sozialkapitals aus ökonomischer Sicht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157769