Diese Arbeit befasst sich mit zwei Schulformen, die beide der Bewegung der Reformpädago-gik zuzuordnen sind: Die freien Alternativschulen und die Waldorfschulen.
Zunächst werden in Kapitel 1 die freien Alternativschulen in Bezug auf ihre Geschichte, ihre Leitvorstellungen und Ziele sowie den Unterricht und die Organisation dargestellt. Im zweiten Kapitel werden eben diese Punkte für die Waldorfschulen erläutert. Beide sollen jeweils nach einer umfassenden Darstellung in Kapitel 3 zu einer Zusammenfügung hinsichtlich ihrer Ge-meinsamkeiten und Unterschiede kommen. Ziel dieser Arbeit ist es somit herauszufinden, worin die wesentlichen Merkmale dieser beiden reformpädagogischen Schulformen liegen und inwiefern sich beide vergleichen lassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Freien Alternativschulen
1.1 Geschichte und Entstehung
1.2 Leitvorstellungen und Ziele
1.3 Unterricht und Organisation
2. Die Waldorfschule
2.1 Geschichte und Entstehung
2.2 Leitvorstellungen und Ziele
2.3 Unterricht und Organisation
3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.1 Geschichte
3.2 Leitvorstellungen und Ziele
3.3 Unterricht und Organisation
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zwei reformpädagogischen Schulformen der Freien Alternativschulen und Waldorfschulen, um deren wesentliche Merkmale sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im direkten Vergleich herauszuarbeiten.
- Historische Entstehung und ideologische Hintergründe beider Schulbewegungen
- Leitvorstellungen, pädagogische Konzepte und Erziehungsziele
- Struktur von Unterrichtsgestaltung und Schulorganisation
- Vergleich der Rollen von Lehrkräften, Eltern und Schülern
- Analyse der Ansätze zu Selbstbestimmung und Demokratisierung im Alltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Geschichte und Entstehung
Maas (1998) misst der Geschichte der deutschen Freien Alternativschulen dieselbe Vielschichtigkeit und Reichhaltigkeit zu wie ihren Schulen selbst. Ihre Anfänge bestimmen sich zunächst vor allem durch Anlehnungen an Reform- und Versuchsschulen des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Auch in der Methodenwahl wird auf das Inventar der traditionellen Reformpädagogik zurückgegriffen. Eine weitere, grundlegende Basis der Alternativschulbewegung stellt das kritische Potential der bundesrepublikanischen Gesellschaft Ende der 1960er Jahre dar (vgl. Maas 1998, S. 15). Auch Skiera (2003) verbindet die Anfänge der Alternativschulbewegung mit den Emanzipationsbestrebungen der späten 1960er Jahre sowie den 1970er Jahren. Beide vereint die anarchistische Färbung ihres ethisch-politischen Imperativs. Die Politik und die Erziehungswissenschaft stehen hier in einem weitreichenden geschichtlichen Zusammenhang (vgl. Skiera 2003, S. 331).
Göhlich (1997) beschreibt die Zeit der ausgehenden 1960er Jahren als eine Zeit in der man ungeduldig hoffte und erstmalig am Widerstand von staatlicher Bürokratie und Administration scheiterte. Viele Jahre hatten etwa in der Bundesrepublik Deutschland wirtschaftlicher Aufschwung und innenpolitische Ruhe geherrscht, doch konfrontierte man in der Zeit von 1965-1970 eine tiefe Krise. Frühe Kennzeichen davon waren besonders im Bildungswesen zu erkennen. Während Politik und Administration auf Struktur- und fachliche Qualifizierungsfragen prompt antworteten, wurden sozio-emotionale und kulturelle Punkte außer Acht gelassen. Man hatte es vor allem mit einer Perspektivenkrise zu tun. Zwar hatten die Älteren etwas aufgebaut, doch welchen Weg die junge Generation nun selbst bestreiten sollte, war unklar (vgl. Göhlich 1997, S. 127f).
Aufgrund dieses zeitgeschichtlichen Entstehungshintergrundes (1968-1978) und ihren geistig-ideologischen Orientierungen ergeben sich für Skiera (2003) daher folgende Ausgangspunkte von Alternativschulen: Radikale Kapitalismuskritik: Rücksichtlose Ausbeutung lässt die Welt sich zunehmend bedroht fühlen. Das kapitalistische System wird mit Kriegen in den Entwicklungsländern sowie sozialen und ökologischen Katastrophen in Verbindung gebracht und will überwunden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Arbeit vergleicht die zwei reformpädagogischen Konzepte der freien Alternativschulen und der Waldorfschulen anhand ihrer Geschichte, Ziele und Unterrichtsmethoden.
1. Die Freien Alternativschulen: Dieses Kapitel beleuchtet den Entstehungshintergrund aus der 68er-Bewegung sowie die pädagogischen Grundsätze der Selbstbestimmung, Basisdemokratie und Institutionskritik.
2. Die Waldorfschule: Hier werden die historische Entwicklung durch Rudolf Steiner, das anthropologische Fundament der Waldorfpädagogik sowie die Besonderheiten der Schulorganisation beschrieben.
3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Dieses Kapitel führt die zuvor dargestellten Konzepte zusammen und arbeitet differenziert heraus, worin sich die Ansätze trotz ähnlicher reformpädagogischer Wurzeln unterscheiden.
4. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise zur Erstellung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Reformpädagogik, Freie Alternativschulen, Waldorfschule, Rudolf Steiner, Selbstbestimmung, Erziehung in Freiheit, Anthroposophie, Selbstverwaltung, Epochenunterricht, Partizipation, Bildungsreform, Demokratisierung, Pädagogik, Individualität, Schulmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einem systematischen Vergleich von zwei prominenten reformpädagogischen Schulformen: den Freien Alternativschulen und den Waldorfschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den zugrunde liegenden Leitvorstellungen und Zielen sowie der konkreten praktischen Umsetzung in Unterricht und Schulorganisation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, die wesentlichen Merkmale beider Schulformen herauszufinden und zu analysieren, inwiefern sie sich im direkten Vergleich ähneln oder unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine fundierte Literaturanalyse basierend auf einschlägigen reformpädagogischen Standardwerken und historisch-analytischen Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Schulmodelle in den Kapiteln 1 und 2 sowie eine abschließende Synopse und vergleichende Gegenüberstellung in Kapitel 3.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Reformpädagogik, Selbstbestimmung, Waldorf-Pädagogik, Alternativschulen, Anthroposophie und demokratische Erziehung.
Inwiefern unterscheiden sich die Ursprünge der beiden Schulmodelle?
Während die Alternativschulen aus der gesellschaftskritischen Perspektivenkrise der späten 1960er Jahre hervorgingen, wurzelt die Waldorfschule in der geisteswissenschaftlichen Anthropologie Rudolf Steiners nach dem Ersten Weltkrieg.
Welche Rolle spielt die Anthroposophie für die Waldorfschule?
Die anthroposophische Menschenkunde bildet das fundamentale Fundament, aus dem sich sowohl das soziale Gestaltungsbild der Schule als auch die fachspezifische Didaktik und der Lehrplan ableiten.
- Arbeit zitieren
- Ina Reimann (Autor:in), 2009, Reformpädagogik - Walddorfschulen und Alternativschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157797