Zwei verschiedene Themen finden im Bereich der Mehrsprachigkeit bei Kindern zu-einander: Sprachen und Kinder. Beide sind jeweils Teil unseres Lebens, von Gesell-schaft und Welt. Genau diesem Themenkomplex möchten wir uns in der vorliegen-den Arbeit widmen. Wir haben dieses Thema für unsere Arbeit gewählt, da es in Zei-ten wie diesen immer mehr an Aktualität zu gewinnen scheint, es demnach bereits latent über unseren Köpfen schwebt und zunehmend in Erscheinung zu treten „droht“. Schlagwörter wie Globalisierung, Migration, Wirtschaftszusammenschlüsse, Internationalisierung und damit auch Mehrsprachigkeit prägen unser derzeitiges Weltbild. Unsere Welt zeichnet sich durch eine kulturelle und sprachliche Vielgestal-tigkeit aus. Überall sind wir von Sprache(n) umgeben. Wir beherrschen, lernen, hö-ren, kommunizieren, erkennen und teilen uns über Sprache mit. Ein jeder von uns wächst mit einer Sprache auf und lernt diese auf ganz natürlichem Wege. Warum soll dies also nicht auch im Kontext mehrerer Sprachen geschehen? Kinder bergen ein großes Potential in sich und vermögen so viel. Was spricht also dagegen dies auch für die Mehrsprachigkeit zu nutzen?
Diese Arbeit steht im Wesentlichen auf 2 Pfeilern: zum einen der Mehrsprachigkeit allgemein und zum anderem der mehrsprachigen Entwicklung. Beide sollen jeweils nach einer umfassenden Darstellung schließlich zu einer Zusammenfügung im The-ma der Zweisprachigen Erziehung kommen. Ziel dieser Arbeit ist es somit herauszu-finden, wie Mehrsprachigkeit zustande kommt und welche Wirkung und Chancen sie bei Kindern hat.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Mehrsprachigkeit
1.1 Allgemeines zur Mehrsprachigkeit
1.2 Frühkindliche Mehrsprachigkeit
1.3 Mehrsprachigkeit als Chance
2. Mehrsprachige Entwicklung
2.1 Herausforderungen mehrsprachiger Entwicklung
2.2 Gefährdung mehrsprachiger Entwicklung
2.3 Störungen der Sprachentwicklung
3. Zweisprachige Erziehung
3.1 Definition von Zweisprachigkeit
3.2 Die Anfänge des Bilingualen Wortschatzes
3.3 Prinzipien und Rahmenbedingungen der zweisprachigen Erziehung
3.4 Vor- und Nachteile der Zweisprachigkeitserziehung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der kindlichen Mehrsprachigkeit, ihre Entstehung und die damit verbundenen Entwicklungschancen sowie Herausforderungen. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Kinder unter verschiedenen Bedingungen mehrsprachig aufwachsen und welche Rolle die zweisprachige Erziehung dabei spielt.
- Grundlagen der Mehrsprachigkeit und ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt.
- Prozesse und Herausforderungen der mehrsprachigen Sprachentwicklung bei Kindern.
- Analyse möglicher Gefährdungen und Störungen in der sprachlichen Entwicklung.
- Pädagogische Prinzipien und Rahmenbedingungen einer erfolgreichen zweisprachigen Erziehung.
- Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des bilingualen Aufwachsens.
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition von Zweisprachigkeit
Eduard Blocher beschreibt den Begriff Zweisprachigkeit folgendermaßen:
„Unter Zweisprachigkeit ist zu verstehen die Zugehörigkeit eines Menschen zu zwei Sprachgemeinschaften in dem Grade, daß Zweifel darüber bestehen können, zu welcher der beiden Sprachen das Verhältnis enger ist, oder welche als Muttersprache zu bezeichnen ist, oder welche mit größerer Leichtigkeit gehandhabt wird, oder in welcher man denkt.“ (Blocher 1982, S. 17).
Man unterscheidet zudem zwischen natürlicher und künstlicher Zweisprachigkeit. Natürliche Zweisprachigkeit ist dann gegeben, wenn die Angehörigen verschiedener Sprachfamilien in ständigem Kontakt stehen. Beispiele dafür sind, Mutter und Vater die verschiedene Sprachen sprechen oder Familien mit Migrationshintergrund und deren Kinder, in denen sich die Umgebungssprache von der Sprache, die in der Familie gesprochen wird, unterscheidet.
Bei der natürlichen Zweisprachigkeit hören die Kinder meist von Anfang an oder sobald sie in die Schule kommen zwei Sprachen und eignen sich den nötigen Sprachstoff je nach ihren Bedürfnissen an.
Bei der künstlichen Zweisprachigkeit findet der Erwerb aus erzieherischen, politischen oder sozialen Maßnahmen statt. Dies kann im Elternhaus, in der Schule oder bei einem Auslandsaufenthalt geschehen (vgl. a.a.O., S. 17f).
Im Folgenden werden wir uns hauptsächlich auf den natürlichen Erwerb der Zweisprachigkeit beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, beleuchtet historische sowie zukünftige Perspektiven und definiert Grundlagen der frühkindlichen Mehrsprachigkeit sowie deren Potenzial als Chance.
2. Mehrsprachige Entwicklung: Hier werden die Entwicklungsbedingungen unter Migrationshintergrund, potenzielle Gefährdungen wie der Semilingualismus sowie spezifische Sprachentwicklungsstörungen analysiert.
3. Zweisprachige Erziehung: Das Kapitel widmet sich der praktischen Erziehung, definiert Zweisprachigkeit, erläutert den Aufbau eines bilingualen Wortschatzes und stellt Prinzipien sowie Vor- und Nachteile der Erziehung dar.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Mehrsprachigkeit unter fördernden Bedingungen eine große Bereicherung darstellt und plädiert für eine positive gesellschaftliche Bewertung dieser Kompetenz.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Kindheit, Spracherwerb, Zweisprachige Erziehung, Bilingualismus, Sprachentwicklung, Migration, Sprachprestige, Sprachmischung, Sprachdidaktik, Interkulturelle Kommunikation, Frühkindliche Entwicklung, Sprachkompetenz, Muttersprache, Zweitsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und den Prozess der kindlichen Mehrsprachigkeit sowie die Rahmenbedingungen und Auswirkungen einer zweisprachigen Erziehung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Mehrsprachigkeit, die Herausforderungen der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund und pädagogische Ansätze zur Förderung von Bilingualismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Mehrsprachigkeit bei Kindern entsteht, welche Risiken bestehen können und welche Wirkung bzw. Chancen das Aufwachsen mit mehreren Sprachen für das Kind hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die einschlägige Fachliteratur aus den Bereichen Sprachwissenschaft, Pädagogik und Psychologie heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung in die Mehrsprachigkeit, die Analyse der mehrsprachigen Entwicklung unter Berücksichtigung potenzieller Störungen sowie die detaillierte Betrachtung der Prinzipien zweisprachiger Erziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe wie Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Spracherwerb, Sprachprestige und kindliche Entwicklung stehen im Fokus.
Wie unterscheidet die Arbeit natürliche von künstlicher Zweisprachigkeit?
Natürliche Zweisprachigkeit entsteht durch ständigen Kontakt innerhalb des familiären Umfelds, während künstliche Zweisprachigkeit durch gezielte erzieherische, soziale oder politische Maßnahmen (z.B. Schule) gefördert wird.
Was besagt die „eine Person – eine Sprache“-Regel?
Dieses Prinzip besagt, dass eine Bezugsperson in der Regel konsequent nur eine Sprache mit dem Kind spricht, um die Sprachtrennung und den Spracherwerb in der frühen Kindheit zu fördern.
Können zweisprachige Kinder durch das Erlernen mehrerer Sprachen überfordert werden?
Die Arbeit stellt fest, dass Mehrsprachigkeit bei natürlicher Vermittlung meist mühelos verläuft. Überforderungen entstehen eher, wenn unrealistische Erwartungen an die Korrektheit der Sprache gestellt werden.
Welche Rolle spielt das Sprachprestige für das Kind?
Das soziale Ansehen einer Sprache beeinflusst die Einstellung des Kindes dazu maßgeblich; ein geringes Prestige der Familiensprache kann im fortgeschrittenen Alter zu einer negativen Einstellung oder Sprachverweigerung führen.
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- Ina Reimann (Author), 2009, Interkulturelle Mehrsprachigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157799