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Begabtenförderung als Werkzeug zur Steigerung der Chancengleichheit im Bildungsweg von Mädchen

Einstein for Grrrls!

Title: Begabtenförderung als Werkzeug zur Steigerung der Chancengleichheit im Bildungsweg von Mädchen

Diploma Thesis , 2002 , 113 Pages

Autor:in: Sven Daubenmerkl (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

Das Physik-Projekt "EINSTEIN FOR GRRRLS!" beabsichtigte eine Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht. Während einer kurzzeitigen Aufhebung der Koedukation und des normalen Regelunterrichts wurde den Teilnehmerinnen Wissen über Albert Einsteins spezielle Relativitätstheorie vermittelt, das über den normalen Lehrplan der Hauptschule hinausging. In flankierenden Untersuchungen wurden dabei Einstellungen zum Physik/Chemie-Unterricht erfragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hoch Begabte an Hauptschulen?

2. Chancengleichheit als Utopie?

2.1. Theoretisch gleichberechtigt, praktisch keine Chance

2.2. Job-Ghettos

2.3. Die Utopie: Frauen forschen

3. Mädchenfeindliche Physik

3.1. Traditionelle Bildungswege

3.2. Der Einfluss der peer group

3.3. Ist Physik wirklich „nichts für Mädchen“?

3.4. Die Schülerinnen und Schüler meiner Klassen

3.5. Faktoren, die es den Mädchen schwerer machen

3.6 Die Mitschuld der LehrerInnen

3.7 Der Teufelskreis: Wenn aus Mädchen Lehrerinnen werden ...

4. Begabtenförderung als Werkzeug der Chancengleichheit

4.1. Die Verlogenheit der Elite-Debatte

4.2. Kritik der praktischen Vernunft oder: von der Fragwürdigkeit der Modelle

4.3. Vom kleinen Unterschied mit großen Folgen

4.4. Hoch begabte Mädchen

4.5. Wie begeistert „man“ Frau für Physik/Chemie?

4.6. „Better dead than coed!“

4.7. “Get them all!”

4.8. Das Projekt “EINSTEIN FÜR GRRRLS”

5. Die spezielle Relativitätstheorie im Unterricht

5.1. Die Bedeutung der beiden Relativitätstheorien

5.2. Mythos Albert Einstein

5.3. Symbol Albert Einstein

5.4. Voraussetzungen und Chancen in der Sekundarstufe I

5.5. Relativitätstheorie an der Hauptschule?

6. Ergebnisse der allgemeinen Befragung

6.1. Interesse an Schulfächern

6.2. Selbstbewusstsein bei schulischem Erfolg

6.3. Zusammenhang zwischen Schulfach und Berufswahl

6.4. Einstellungen und Geschlechterstereotypen

6.5. Entscheidung für das Wahlpflichtfach ab der vierten Klasse

6.6. Wer ist besser in Physik/Chemie und Mathematik?

6.7. Warum gibt es so wenige Frauen in der Technik?

6.8. Zusammenfassung der Ergebnisse

7. Projektablauf

7.1. Rahmenbedingungen

7.2. Zeitlicher Ablauf

7.3. Begleitende Maßnahmen: Girls’ Day

8. Projektinhalt

8.1. Durch Raum und Zeit mit Onkel Albert

8.2. Die wundersame Entdeckung des Ole Rømer

8.3. Folgerungen aus der Tatsache der Lichtgeschwindigkeit

8.4. Die Zeitdilatation

8.5. Die vierdimensionale Raumzeit

8.6. The last frontier

8.7. Das Märchen von der Gleichzeitigkeit

8.8. Alles ist relativ: Krise und Lösung

9. Abschlussbefragung

9.1. Erwartungen vorher

9.2. Erfüllte Erwartungen und Überraschungen

9.3. Was war besonders gut?

9.4. Was war nicht so gut?

9.5. Selbstvertrauen und Physik

9.6. Mehr Interesse am Fach Physik/Chemie

9.7. Physik ist nichts für Mädchen

9.8. Keine Frauen in den Naturwissenschaften

9.9. Wie steht es mit dir?

9.10. Zukünftige Begabungsförderungen für Mädchen

10. Physik – eine Leidenschaft, die Leiden schafft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie durch gezielte Begabtenförderung und eine zeitweilige Aufhebung der Koedukation das naturwissenschaftliche Interesse und Selbstbewusstsein von Schülerinnen gestärkt werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob ein solches Unterrichtsprojekt, basierend auf der Relativitätstheorie, den geschlechtsspezifischen Interessensknick bei Mädchen im Fach Physik/Chemie überbrücken und deren fachspezifisches Selbstvertrauen nachhaltig festigen kann.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen Benachteiligung im naturwissenschaftlichen Unterricht
  • Rolle der Begabtenförderung als Instrument zur Chancengleichheit
  • Bedeutung der „Peer Group“ und LehrerInnenerwartungen für die Berufswahl von Mädchen
  • Implementierung der speziellen Relativitätstheorie als didaktisches Mittel
  • Empirische Auswertung von Schülereinstellungen zum Physikunterricht

Auszug aus dem Buch

Die Mitschuld der LehrerInnen

Wir können als Lehrerinnen und Lehrer nicht gegen die Wirklichkeit der Welt anrennen. Aber es muss uns bewusst werden, dass wir im alltäglichen Unterricht durch unser Verhalten genau jenes Rollenbild zu festigen helfen, das wir doch eigentlich vermeiden oder herabmildern möchten. Wir sind es, die die Buben als intelligenter, interessierter und kreativer einstufen, wir sind es, die die Mädchen als sauber, ordentlich, gewissenhaft und fleißig beurteilen.

Entspricht ein Mädchen nicht unseren Rollenerwartungen, tadeln wir es viel schneller als einen Buben („Sei doch nicht so schlampig!“). Entspricht ein Mädchen nicht unseren Leistungserwartungen, entschuldigen wir es („Du hast dich bemüht, aber es hat nicht gereicht.“), während wir bei Buben nur mangelnden Willen unterstellen („Du könntest, wenn du wolltest.“). Zu recht sprechen daher Dweck et al von „gelernter Hilflosigkeit“.

Peter Labudde bringt es auf den Punkt: „Bei gleichen Leistungen werden Schüler häufiger gelobt als Schülerinnen. Umgekehrt werden Mädchen mehr als Jungen für soziales Wohlverhalten gelobt. Damit beginnt sich eine gefährliche Spirale zu drehen: Das Selbstwertgefühl von Jungen und Mädchen erfährt je nach Bereich – Fähigkeiten in Physik hier, im sozialen Bereich dort – geschlechtsspezifische Prägungen. Diese bestimmen nicht nur die weitere Schullaufbahn mit, sondern zementieren über Berufs- und Studienwahl hinaus auch Geschlechterstereotype in unserer Kultur.“

Labudde hat in einem Seminar gerade das fehlende Problembewusstsein der Lehrpersonen eindrucksvoll darstellen können. Eine kleine Umfrage unter Lehrerinnen und Lehrern an einer Schule in Bern ergab ein ihn erschreckendes Bild mangelnder Sensibilisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hoch Begabte an Hauptschulen?: Das Kapitel diskutiert die Existenz hochbegabter Kinder im Hauptschulsystem und reflektiert über das soziale Prestige und den oft unterschätzten Bildungsauftrag dieser Schulen.

2. Chancengleichheit als Utopie?: Hier wird der theoretische Status von Chancengleichheit kritisch hinterfragt und aufgezeigt, wie tief verwurzelte gesellschaftliche Rollenmodelle die Bildungswege einschränken.

3. Mädchenfeindliche Physik: Dieses Kapitel identifiziert Faktoren, die Mädchen den Zugang zur Physik erschweren, wie etwa den Einfluss der Peer-Group, Lehrererwartungen und die allgemeine Darstellung des Faches als männliche Domäne.

4. Begabtenförderung als Werkzeug der Chancengleichheit: Der Autor erörtert Begabungsmodelle und leitet daraus die Notwendigkeit ab, das Selbstbewusstsein von Mädchen gezielt zu stärken, um echte Chancengleichheit im naturwissenschaftlichen Bereich zu erreichen.

5. Die spezielle Relativitätstheorie im Unterricht: Dieses Kapitel begründet die fachliche Wahl der Relativitätstheorie als besonders geeignetes Mittel zur Begabtenförderung in der Sekundarstufe I aufgrund ihrer Anschaulichkeit und Faszinationskraft.

6. Ergebnisse der allgemeinen Befragung: Eine Analyse der anonymen Befragung aller Schüler der dritten Klassen zum Interesse an Schulfächern und zum persönlichen Selbstwertgefühl.

7. Projektablauf: Detaillierte Darstellung der administrativen und methodischen Planung sowie der praktischen Umsetzung des Unterrichtsprojekts „EINSTEIN FÜR GRRRLS“.

8. Projektinhalt: Eine fachliche Zusammenfassung der im Unterricht vermittelten Themen der speziellen Relativitätstheorie, von der Lichtgeschwindigkeit bis zur Zeitdilatation.

9. Abschlussbefragung: Auswertung der offenen Befragung der Teilnehmerinnen am Projekt, die ihre Eindrücke, Lernerfahrungen und persönlichen Veränderungen reflektieren.

10. Physik – eine Leidenschaft, die Leiden schafft: Ein persönliches Fazit des Autors, der seine Motivation für das Projekt reflektiert und die Zukunft der Emanzipation im Schulalltag kritisch beleuchtet.

Schlüsselwörter

Begabtenförderung, Chancengleichheit, Mädchenbildung, Physikunterricht, Koedukation, Relativitätstheorie, Selbstbewusstsein, Geschlechterstereotype, LehrerInnenerwartungen, Rollenbilder, Hauptschule, Hochbegabung, MINT-Bereich, Projektunterricht, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Ziel der Diplomarbeit?

Das primäre Ziel besteht darin, die Chancengleichheit von Mädchen im Bereich Naturwissenschaften zu steigern, indem durch gezielte Begabtenförderung und zeitweilige Aufhebung der Koedukation das fachspezifische Selbstvertrauen gestärkt wird.

Welche Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?

Die Arbeit behandelt Themen wie das geschlechtsspezifische Selbstkonzept in Physik, die soziologischen Faktoren hinter der Berufswahl sowie die didaktische Vermittlung komplexer physikalischer Inhalte an Hauptschülerinnen.

Welche Methode wird zur Umsetzung des Projekts verwendet?

Es wird die Projektmethode angewandt, wobei die Schülerinnen intensiv an einem fachfremden, anspruchsvollen Thema (spezielle Relativitätstheorie) in einer geschlechtergetrennten Kleingruppe arbeiten.

Was ist der zentrale Inhalt des Projekts „EINSTEIN FÜR GRRRLS“?

Der inhaltliche Kern liegt in der Vermittlung der speziellen Relativitätstheorie durch Gedankenexperimente, die historisch kontextualisiert werden, um die Freude am wissenschaftlichen Staunen und Verstehen zu fördern.

Welche Rolle spielen Lehrer in der Arbeit?

Der Autor reflektiert kritisch über die eigene Rolle und das oft unbewusste Verstärken von Geschlechterstereotypen im Alltag, um daraus Konsequenzen für eine sensibilisierte Unterrichtsführung abzuleiten.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Untersuchung charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen zählen Begabtenförderung, Chancengleichheit, Geschlechterstereotype, Relativitätstheorie und die Reflexion über das Selbstvertrauen von Mädchen in männlich dominierten Wissensgebieten.

Warum wurde explizit die spezielle Relativitätstheorie gewählt?

Der Autor wählte dieses Thema, weil es anspruchsvoll genug ist, um hochbegabte Kinder herauszufordern, gleichzeitig aber mathematisch auf ein absolutes Minimum reduziert werden kann, was es für die Sekundarstufe I zugänglich macht.

Welche Bedeutung hat der „Girls’ Day“ im Kontext dieser Arbeit?

Der „Girls’ Day“ dient als flankierende Maßnahme zur Berufsorientierung, wobei der Autor kritisch anmerkt, dass er für die betroffenen Mädchen aufgrund der Anmeldefristen für höhere Schulen oft zu spät stattfindet.

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Details

Title
Begabtenförderung als Werkzeug zur Steigerung der Chancengleichheit im Bildungsweg von Mädchen
Subtitle
Einstein for Grrrls!
College
Radboud Universiteit Nijmegen  (Pädagogisches Institut des Bundes in Oberösterreich)
Course
Lehrgang zur Hochbegabtenförderung
Author
Sven Daubenmerkl (Author)
Publication Year
2002
Pages
113
Catalog Number
V157845
ISBN (eBook)
9783640708406
ISBN (Book)
9783640708451
Language
German
Tags
Hauptschule Mädchen Relativitätstheorie Albert Einstein Projekt Selbstbewusstsein Sekundarstufe 1
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Daubenmerkl (Author), 2002, Begabtenförderung als Werkzeug zur Steigerung der Chancengleichheit im Bildungsweg von Mädchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157845
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