Konstanz: Die Entwicklung der Stadt im Rechtssinne


Seminararbeit, 2009
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Kurze Vorgeschichte

3. Der Bischofssitz Konstanz und seine Gründer

4. Vom Bischofssitz zur Bischofsstadt

5. Der Bischof als Stadtherr und seine Amtsträger

6. Anfänge der Selbstverwaltung und Amtsträger der Bürgerschaft

7. Das Wachsen der Stadt - Ein Stadtgrundriss aus dem 13. Jahrhundert –

8. Von der Bischofsstadt zur Reichsstadt

9. Ausbau der Selbstverwaltung und die Amtsträger der Bürgerschaft

10. Fazit

11. Anhang

12. Literaturliste

1. Einleitung

„ Von da durchmißt der Rhein des Sees Mitte, an dessen Ende er die Stadt umschließt, deren Namen königlichen Ursprungs ist, sie nennt sich Konstanz.“[1]

Mönch Ermenrich von Ellwangen

Schon damals, im Jahr 850 n. Chr., beschäftigten sich geistige Gelehrte mit der, in den darauf folgenden Jahrhunderten, aufstrebenden Stadt Konstanz. In meiner Hausarbeit möchte ich genau auf die Entwicklung dieser sehr historischen Stadt am Bodensee eingehen. Besonders die Zeit zwischen dem 10. Jahrhundert und dem 13. Jahrhundert werde ich näher beleuchten. Wie verlief die Entwicklung der Stadt in den einzelnen Jahrhunderten? Wer war der Stadtherr, seine Amtsträger und die Gründer von Konstanz? Wie entwickelte sich die Bürgerschaft bis hin zur Selbstverwaltung und wer waren ihre Amtsträger? Wie sah die Stadt im Mittelalter aus?

Fragen über Fragen, die ich in den einzelnen Punkten meiner Arbeit beantworten werde.

2. Kurze Vorgeschichte

Durch Funde lässt sich eine ständige Besiedlung des Bodenseegebietes schon seit der mittleren Steinzeit, also bis etwa 15 000 Jahre v. Chr. nachweisen.[2] In der Jungsteinzeit (seit 3000 v. Chr.) siedelten sich viele kleine Uferdörfer in der Konstanzer Bucht an. Auch in den folgenden Perioden, wie Bronzezeit und Eisenzeit, sind durch Funde menschliche Wohnstätten an den Ufern nachzuweisen.

Die ersten verwertbaren Spuren reichen in die Zeit der Kelten zwischen 100 bis 50 v. Chr. zurück. Die Helvetier hatten hier eine Siedlung auf dem Moränenhügel, oberhalb des Rheins angelegt. Es dauerte jedoch nicht lang, genau genommen im Jahr 15 v. Chr., als der spätere Kaiser Tiberius, die keltischen Stämme in einer Seeschlacht schlug und somit das komplette Bodenseegebiet in den Besitz der Römer wanderte.[3]

Bis zur Mitte das dritten Jahrhunderts n. Chr., konnte sich die diese römische Siedlung behaupten, danach wurden sie durch die Alemannen vertrieben und Konstanz zählte von nun an zum Alemannenland.[4] Im Jahr 300 n. Chr. schließlich wurde, unter der Leitung von Diokletian und Constantius Chlorus, ein Kastell erbaut, welches den Namen Constantia trug.[5]

3. Der Bischofssitz Konstanz und seine Gründer

Um die Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert n. Chr. begann für Konstanz eine neue Epoche der Existenz. Es kam zur Gründung eines Bischofssitzes in Konstanz. Unklar ist jedoch ob dieser „aus wilder Wurzel“ gegründet wurde oder von dem bereits bestehendem Bistum Avenches-Windisch nach Konstanz transferiert wurde.[6]

Wie dem auch sei, diese Gründung bildete den Grundstein für eine allmähliche Entstehung eines Marktes und einer Stadt und somit auch den Beginn der mittelalterlichen Konstanzer Stadtgeschichte. Der erste Bischof von Konstanz und damit auch gleich der Stadtherr war Maximus (Ende des 6. Jahrhundert). Auf die Rolle des Bischofs als Stadtherr möchte ich jedoch später, in Punkt 5. meiner Hausarbeit eingehen.

An der Gründung des Bischofssitzes Konstanz waren mehrere wichtige Personen beteiligt. Zum einen die alemannischen Herzöge, ihnen voran Herzog Gunzos, der im nahen Überlingen residierte.[7] Ebenfalls beteiligt war die höchste Gewalt im Reich, die merowingischen Könige. Hier besonders zu erwähnen König Dagobert I., der den Bischofssitz mit seinem Königsgut ausstattete.

Zwei wesentliche Faktoren, für die spätere Entwicklung des Bischofssitzes zu Bischofsstadt, stellten die eben genannte Ausstattung des Bistums mit Güter und Rechten aus königlichem Besitz sowie die Festlegung der Bistumsgrenzen gegenüber dem Bistum Chur und Lausanne dar.

4. Vom Bischofssitz zur Bischofsstadt

Bis zum Beginn des 9. Jahrhunderts kann Konstanz als eine ausschließlich „geistige Stadt“ angesehen werden. Erst Mitte des 9. Jahrhunderts setze eine allmähliche Wende ein, genau genommen im Jahr 838 oder 839, als 3 Bischöfe aus der alemannischen Hochadelsfamilie der Salomone, die Konstanzer Bischofswürde bekleideten.[8] Den Anfang machte Salomo III. (890 – 919), der als Kaiserbeamter Karls des dritten und als Kaplan König Arnulfs tätig war. Salomo stellte fest, dass es dem Bischofssitz an Reliquien mangelte. Er erweiterte aus diesem Grund die Krypta des Münsters und lies den Leichnam, des heiligen Pelagius aus Rom, in das neu erbaute Heiligengrab nach Konstanz überführen. Solche Überreste von Heiligen zogen Pilger magisch an und diese brachten der Stadt wirtschaftlichen Nutzen, indem sie bei Ihren Pilgerreisen Geld in der Stadt ließen.[9]

Münzfunde aus ganz Europa deuten darauf hin, dass es seit dem 9. Jahrhundert eine Münzstätte und einen Handelsplatz unter bischöflicher Regie gegeben haben muss. Daher ist anzunehmen, dass Konstanz zu dieser Zeit schon weitreichende Handelsverbindungen gehabt hatte. Ebenfalls errichte wahrscheinlich schon Salomo eine mächtige Pfalz auf dem Münsterhügel, was zweifellos darauf deuten lässt, dass er den Plan hegte, Konstanz als Herrscherresidenz auszubauen. Der Münsterhügel stellte das Herz des jungen Konstanz dar, denn er wurde für wichtige Versammlungen kirchlicher, politischer und kommunaler Art genutzt.

Der zweite, der oben erwähnten drei Bischöfe, war Bischof Konrad (934- 937). Unter seiner Regie kam es zu einer Vielzahl neuer Kirchengründungen. Er lies beispielsweise direkt an der Bischofskirche einen Rundbau errichten, der an die Grabeskirche in Jerusalem erinnerte.[10]

Der dritte und letzte im Bunde war Bischof Gebhard II. (979 – 995). Durch sein Wirken wurde auf der anderen Rheinseite eine Mönchkirche errichtet, welche er nach dem Namen Papst Gregor des Großen benannte. Die Etablierung einer Peterskirche jenseits des Flusses, wie in Rom, brachte schnell den Namen eines neuen Stadtteils „Petershausen“ hervor.

Zusammenfassend wäre an dieser Stelle zu sagen, dass die Bischöfe mit ihren Strukturmaßnahmen, in Anlehnung an die Stadttopographie Roms und an die Grabeskirche in Jerusalem, Konstanz zur Stadt machten.[11]

Konstanz war wie oben schon erwähnt, vor der Jahrtausendwende ein geistliches Zentrum, Hauptstadt der Diözese und Tagungsort großer Synoden für Alemannien. Durch die Verbindung der Bischöfe zum Königtum im 10. Jahrhundert, wurde Konstanz auch zum Stützpunkt der deutschen Herrscher für Alemannien und zu einer Art Hauptstadt der schwäbischen und alemannischen Herzöge.[12]

[...]


[1] Maurer, Helmut: Konstanz im Mittelalter. I. Von den Anfänger bis zum Konzil, Konstanz 1996, S. 20.

[2] Feger, Otto: Kleine Geschichte der Stadt Konstanz, Konstanz 1972, S. 11.

[3] Seuffert, Ralf: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte, Konstanz 2003, S. 11.

[4] Feger, Otto: Kleine Geschichte der Stadt Konstanz, Konstanz 1972, S. 15.

[5] Feger, Otto: Kleine Geschichte der Stadt Konstanz, Konstanz 1972, S. 17.

[6] Maurer, Helmut: Konstanz im Mittelalter. I. Von den Anfänger bis zum Konzil, Konstanz 1996, S. 25.

[7] Maurer, Helmut: Konstanz im Mittelalter. I. Von den Anfänger bis zum Konzil, Konstanz 1996, S. 27.

[8] Maurer, Helmut: Konstanz im Mittelalter. I. Von den Anfänger bis zum Konzil, Konstanz 1996, S. 52.

[9] Seuffert, Ralf: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte, Konstanz 2003, S. 17.

[10] Seuffert, Ralf: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte, Konstanz 2003, S. 18.

[11] Seuffert, Ralf: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte, Konstanz 2003, S. 18.

[12] Seuffert, Ralf: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte, Konstanz 2003, S. 19.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Konstanz: Die Entwicklung der Stadt im Rechtssinne
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V157859
ISBN (eBook)
9783640705641
ISBN (Buch)
9783640706105
Dateigröße
2726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstanz, Entwicklung, Stadt, Rechtssinne
Arbeit zitieren
Stefanie Köhler (Autor), 2009, Konstanz: Die Entwicklung der Stadt im Rechtssinne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157859

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Konstanz: Die Entwicklung der Stadt im Rechtssinne


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden