Star Trek - Synchronisation und Untertitelung im SF-Genre


Seminararbeit, 2002
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Informationen zu den Synchronstudios der Serien und Filme

3. Nutzung der Untertitelung bei Star Trek
3.1. Untertiteltexte aus Star Trek VI: The Undiscovered Country
3.1.1. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 1
3.1.2. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 2
3.1.3. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 3
3.2. Erlauterung der Untertitel beider Fassungen

4. Allgemeine Betrachtung der Synchronisation von Star Trek VI

5. Beispiele der Synchronisation von Star Trek
5.1. Star Trek: The Next Generation Episode ‘All Good Things...Part Seite 9 II’
5.1.1. Skript der Originalfassung
5.1.2. Skript der deutschen Synchronfassung
5.2. Vergleich der Originalversion und der deutschen Synchronfassung
5.3. Die Synchronisation der gesamten Episode

6. Anmerkungen zur Synchronarbeit bei Star Trek allgemein

7. SchluBbemerkungen

8. Literaturverzeichnis

9. Filmographie

1. Einleitung

Synchronisation ist in Deutschland ein gangiges Verfahren, um fremdsprachige Filme fur das breite deutsche Publikum verstandlich in die Kinos zu bringen. Nahezu jeder nicht deutschsprachige Film wird von verschiedenen Tonstudios, welche sich auf die Ubersetzung dieses Mediums spezialisiert haben, ins Deutsche ubersetzt. Untertitelung ist, im Gegensatz zu vielen unserer europaischen Nachbarn, ein hier eher nicht weit verbreitetes Verfahren der Film- und Fernsehubersetzung. Dennoch gibt es Film- und Fernsehproduktionen, die in der ubersetzten deutschen Fassung mit der Untertitulierung arbeiten.

Auf den folgenden Seiten soll untersucht werden, in wie weit Untertitelung in den Serien und Kinofilmen des Science-Fiction-Phanomens Star Trek genutzt wird und welche Probleme es bei der Synchronisation einer solchen Science-Fiction Reihe geben kann. Des weiteren sollen besonders gelungene, aber auch miBlungene Szenenubersetzungen betrachtet werden.

Diese Arbeit stutzt sich dabei wenig auf fachspezifische Literatur, sondern vornehmlich auf die Erkenntnisse aus dem Seminar.

2. Informationen zu den Synchronisationsstudios der Serien und Filme

Star Trek wurde in Deutschland von verschiedenen Synchronstudios bearbeitet. Samtliche Fernsehproduktionen von Star Trek wurden von der Arena Synchron Berlin bearbeitet. Bei der Serie Star Trek: The next Generation, auf die im folgenden noch naher eingegangen wird, war Ulrich Johanson1 der verantwortliche Buch- und Dialogregisseur. Die Entscheidung uber die Vergabe der Stimmen lag in diesem Fall nicht ausschlieBlich in den Handen des Synchronstudios. Ein Redakteur der Kirch Media Gruppe, als Vertreter des zugehorigen Fernsehsenders Sat 1, welcher[1] hierzulande die Rechte an samtlichen Star Trek Serien hat, traf die Entscheidung uber die Stimmen der Hauptfiguren der Serie. Die Stimmen der Nebenfiguren, die lediglich in einer oder wenigen Episoden auftraten, wurden von Ulrich Johanson besetzt. Stimmen fur Kleinstrollen, damit sind Figuren gemeint, welche nur wenige Satze sprechen, wurden durch die Aufnahmeleitung ausgewahlt.[2] Die Synchronisation der Star Trek Kinofilme wurde von einem anderen Studio bearbeitet, der Berliner Synchron - Atelier-Betriebsgesellschaft mbH Wenzel Ludecke.

3. Nutzung der Untertitelung bei Star Trek

Innerhalb der Star Trek Serien wird die Untertitelung nicht genutzt, weder in der deutschen Fassung, noch im Original. Anders ist dies bei den Kinofilmen dieser Reihe. Dabei ist auffallig, daB Untertitelung ausschlieBlich genutzt wird, wenn auBerirdische Lebensformen untereinander kommunizieren. Gesprache dieser nicht menschlichen Rassen mit den Hauptfiguren der Raumschiffbesatzungen finden hingegen auf dem konventionellen Weg statt[3]. Wichtig dabei anzumerken ist auch, daB die Untertitelung nicht nur zur Ubersetzung der auBerirdischen Gesprache ins Deutsche genutzt wird, sondern daB dieses Verfahren genauso auch in der Originalfassung genutzt wird. Auf den nachsten Seiten werden einige Beispiele aus Star Trek VI: The Undiscovered Country vorgestellt, die besonders die gelungenen oder problematischen Falle der Ubersetzung untertitelter Szenen von der Originalfassung in die deutsche Synchronfassung aufzeigen sollen. Erganzend dazu wird im AnschluB auch auf allgemeine Aspekte der Ubersetzung des Film, bezuglich Untertitelung und Synchronisation, eingegangen werden.

3.1. Untertiteltexte aus Star Trek VI: The Undiscovered Country

Im Folgenden werden die Texte der Untertitelung festgehalten. Die Figuren sprechen in diesen Szenen die von Sprachwissenschaftlern fur die Filme speziell entworfene Kunstsprache Klingonisch[4]. Unten aufgefuhrt sind die Untertitel aus drei Sequenzen der englischen bzw. deutschen Videofassung des Films.

3.1.1. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 1

Klingon 1: We’ve lost gravity! - pause- We are betrayed!

Gorkon: Find Chang!

Klingone 1: Keine Gravitation mehr! -Pause- Wir wurden verraten! Gorkon: Holt Chang!

3.1.2. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 2

Kerla: Attack them now, while we still can!

1st General: Attack or be slaves in their world.

2nd General: We can take the whole by force, what they propose to divide.

Azetbur: War is obsolete, general... as we are in danger of becoming.

Kerla: Better to die on our feet than to live on our knees.

Azetbur: That wasn’t what my father wanted.

- ab hier sprechen die Figuren englisch und es wird nicht mehr untertitelt - General Chang: Your father was killed for what he wanted.

Azetbur: The peace process will go forward. Kirk... Kirk will pay for my father’s death.

Kerla: Jetzt angreifen, solange wir noch konnen.

General 1: Angriff oder Sklaven sein in ihrer Welt.

General 2: Mit Gewalt konnen wir alles nehmen, was sie nur teilen wollen.

Azetbur: Krieg ist uberholt, General... das konnen wir auch bald sein.

Kerla: Besser aufrecht sterben, als auf den Knien leben.

Azetbur: Genau das wollte mein Vater nicht.

- ab hier sprechen die Figuren deutsch und es wird nicht weiter untertitelt - Chang: Ihr Vater wurde fur das, was er wollte getotet.

Azetbur: Der Friedensprozefi wird weitergehen. Kirk... Kirk wird bezahlen fur meines Vaters Tod.

3.1.3. Originaltext und deutscher Text der Untertitel aus Sequenz 3

Kligon: This is listening post Morska. What ship is that? Over.

Uhura: We am thy freighter... Ursva... Six weeks out of... Kronos.

Klingon: (spricht klingonisch, keine Untertitelung, siehe Erlauterung in Kapitel 3.2.) Uhura: We is condemning food... things and supplies.

Klingon: Don’t catch any bugs!

3.2. Erlauterungen der Untertitel beider Fassungen

Zur ersten Szene laBt sich sagen, daB man mit den Untertiteln sehr sparsam umgegangen ist. Die Klingonen in diesen Sequenzen sprechen eindeutig mehr, als letzten Endes in den Untertiteln auftaucht. Dennoch sind die Untertitel sehr gut gelungen. Die notigen Informationen, die der Zuschauer braucht, um die Vorgange auf dem klingonischen Schiff zu verstehen, werden geliefert. Der Zuschauer muB sich nicht stark auf das Lesen konzentrieren, ein weiterer Pluspunkt fur die Untertitel dieser Sequenz. Ein kleines Manko kann man in der Ubersetzung des letzten Satzes sehen, der noch wortgetreuer ins Deutsche hatte ubertragen werden konnen, beispielsweise durch: „Findet Chang!”.

Die zweite Szene bietet einige Punkte mehr. Im Original, wie auch in der deutschen Ubersetzung ist ganz auffallig ein Bruch in der Kommunikationsstuktur der Klingonen zu finden. Es gibt letztlich keine handlungsbezogene Begrundung dafur, daB sie sich, obwohl sie untereinander sind, in der menschlichen Sprache weiterunterhalten. Der Grund dieses Bruchs laBt sich allerdings in der Dramaturgie der Szene finden. Es ist selbstverstandlich dramatischer, auch in Bezug auf den Fortgang des Films, die Klingonen diesen letzten Wortwechsel in englisch bzw. deutsch, als sie auf klingonisch sprechen zu lassen und den Zuschauer uber Untertitel zu informieren. Fur die sprachliche Logik ware es konsequenter gewesen, die gesamte Szene mit Untertiteln zu versehen.

Die Ubersetzung der Untertitel vom Englischen ins Deutsche wirkt auch ein wenig ungewohnt. Die Satzstellung entspricht nicht der gewohnten Sprechweise, so daB sie beim Lesen Schwierigkeiten bereiten kann, sowohl was den Lesevorgang selbst betrifft, als auch die Sinnesfindung.

Die ersten vier Zeilen dieser Szene konnten besser auf folgende Weise untertitelt werden:

Kerla: Greifen wir sie jetzt an, solange wir noch konnen.

General 1: Angreifen oder Sklaven in ihrer Welt sein.

General 2: s.o.

Azetbur: Krieg ist uberholt General... undwir konnten das auch baldsein.

(oder) Krieg ist uberholt General... und wir laufen Gefahr, das auch bald zu sein.

Die dritte Sequenz bringt auch wieder einen kurzen Bruch im Stil der Untertitelung, allerdings anders und somit nicht inkonsequent, wie die vorherige Sequenz. Ein Satz eines Klingonen wird nicht untertitelt (siehe Kapitel 3.1.3.), was sich jedoch auch wieder sehr gut durch die Umstande der Dramaturgie begrunden laBt. Die Besatzung der Enterprise muB die Worte des Klingonen eigenstandig ubersetzen. Der Zuschauer wird so auf die gleiche Informationsebene wie die Besatzung versetzt. Dramaturgisch eine sehr gute Losung fur diese Sequenz, da der Spannungsaufbau dadurch noch verstarkt wird.

Die Ubersetzung ins Deutsche ist in dieser Sequenz auch weitestgehend gelungen. Die deutschen Passagen sind jedoch auch sehr kurz gehalten, wobei der Informationsgehalt fur den Zuschauer ausreichend ist.

Insgesamt betrachtet ist der Sinn der Originaluntertitel in der Ubersetzung in allen Szenen sehr gut getroffen.

4. Allgemeine Betrachtung der Synchronisation von Star Trek VI

Die Synchronisation ist im Ganzen betrachtet sehr gut gelungen. Der Sinn der Originalfassung ist in der deutschen Fassung nicht verstellt. Kritisch anmerken laBt sich selbstverstandlich, daB die Figur Scotty in der Originalfassung mit schottischem Dialekt spricht, der sich auf seine Herkunft grundet. In der deutschen Synchronisation geht diese pragnante Aussprache verloren, da in keiner Hinsicht versucht wird, diesen Dialekt in einen schottischen Akzent im Deutschen zu ubertragen. Dies laBt sich unter Umstanden darauf zuruckfuhren, daB dies fur das Synchronstudio nicht durchfuhrbar gewesen sein mag. Die Figur Scotty ist in den vielen Jahren seit Beginn der ersten Serie immer von K.E. Ludwig gesprochen worden. Da schon in der Originalserie dieser Dialekt wegfiel, bleibt Star Trek VI zumindest diesem Muster treu.

Sehr positiv fallt auf, dab die russische Figur Chekov sehr wohl auch in der deutschen Fassung mit einem russischen Akzent spricht. Hier wurde sehr stark darauf geachtet, den Zuschauern die Herkunft der Figur auch durch die Sprache zu zeigen. Auch dies war schon in der Originalserie so und wurde im folgenden fortgefuhrt, obwohl die Figur von verschiedenen Sprechern synchronisiert wurde.

5. Beispiele der Synchronisation von Star Trek

Dieses Kapitel wird sich nun mit einem besonderen Beispiel der Synchronisation einer einzelnen Szene aus einer Episode der Serie Star Trek: The Next Generation beschaftigen. Die genaue Betrachtung der Ubersetzung technischer Dialogpassagen[5], typisch fur Star Trek, wird einer der Schwerpunkte dabei sein. Daruber hinaus sollen aber auch generelle Aspekte der Synchronisation Bestandteil der Untersuchung sein.

5.1. Star Trek: The Next Generation Episode „All good Things... Part II”

Die folgende Mitschrift dieser Episode im Original, wie in der deutschen Synchronfassung, soll sich mit dem oben genannten Problem der durch ‘techno-babble’ gepragten Dialoge beschaftigen.

[...]


[1] Ulrich Johanson ubernahm die Dialogregie von Michael Erdmann, als die Rechte an Star Trek, die vorher beim ZDF lagen, Anfang 1994 an Sat 1 ubergingen.

[2] Die Informationen wurden mit freundlicher Unterstutzung der Arena Synchron Berlin fur diese Arbeit zur Verfugung gestellt.

[3] Zu dem Konzept der Serie gehort eine technische Einrichtung, genannt Universalubersetzer, die es Menschen erlaubt, mit nahezu jeder auBerirdischen Rasse zu kommunizieren. Daher finden die Gesprache zwischen Menschen und AuBerirdischen in Englisch (in der Originalfassung), bzw. auf Deutsch (in der deutschen Synchronfassung) statt. Siehe dazu auch Rick Sternbach/Michael Okuda, Die Technik der U.S.S. Enterprise, Konigswinter 1994

[4] Diese Kunstsprache wurde von Mark Okrand entworfen. Mark Okrand ist Linguist und fur samtliche sprachtheoretischen Fragen in den Star Trek Produktionen zustandig. Mehr dazu siehe: Mark Okrand, The Klingon Dictionary, New York 1992

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Star Trek - Synchronisation und Untertitelung im SF-Genre
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Translating Popular Cinema & Television
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V15788
ISBN (eBook)
9783638208062
ISBN (Buch)
9783640746729
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Star, Trek, Synchronisation, Untertitelung, SF-Genre, Translating, Popular, Cinema, Television
Arbeit zitieren
Stefan Rein (Autor), 2002, Star Trek - Synchronisation und Untertitelung im SF-Genre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15788

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