Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
28 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Abstract

1. Einleitung
1.1. Definition Chance und Risiko
1.2. Gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung eines IFRS-Abschlusses

2. Die International Financial Reporting Standards (IFRS)
2.1. Zielsetzung des IFRS-Abschlusses
2.2. Adressaten und deren unterschiedliche Interessen
2.3. Anforderungen an den IFRS-Abschluss
2.3.1. Grundsatz der Verständlichkeit
2.3.2. Grundsatz der Relevanz und Wesentlichkeit
2.3.3. Grundsatz der Verlässlichkeit
2.3.4. Grundsatz der Vergleichbarkeit und Stetigkeit

3. Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS
3.1. Finanzinstrumente
3.1.1. Qualitative und Quantitative Berichterstattung
3.1.2. Quantitative Berichterstattung des Kreditrisikos
3.1.3. Quantitative Berichterstattung des Liquiditätsrisikos
3.1.4. Quantitative Berichterstattung des Marktrisikos
3.2. Risikobehaftete Bewertungsmaßstäbe
3.3. Rückstellungen
3.4. Segmentberichterstattung

4. Schlussbemerkung

V. Thesen

VI. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anforderungen an den IFRS-Abschluss

Abbildung 2: Bilanzierung bei wirtschaftlichem Eigentum.

Abbildung 3: Qualitative Angaben

Abbildung 4: Fair Value Accounting in der IFRS-Rechnungslegung

Abbildung 5: Problemkreise der Barwertermittlung eines Values

Abbildung 6: Verpflichtungen und ihre Passivierung.

IV. Abstract

Die Hauptseminararbeit mit dem Thema „Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS“ hat zur Aufgabe, die Bestandteile einer Risikoberichterstattung in den IFRS herauszuarbeiten und diese zu analysieren und dabei kritisch zu würden. Als Basis dieser kritischen Würdigung dienen die verschiedenen IFRS-Abschlussadressaten mit ihren jeweiligen Interessen, woraus sich Anforderungen an den IFRS-Abschluss ergeben. Im Hauptteil werden diese Anforderungen mit risikoorientierten Standards verglichen und kritisch gewürdigt. Als Ergebnis der Analyse und kritischen Würdigung wird deutlich, dass die IFRS einen Risikobericht im eigentlichen Sinne nur in Zusammenhang mit der Gruppe der Finanzinstrumente fordern. Weitere Bereiche, in den das Risiko großen Einfluss hat, sind allgemein risikobehaftete Bewertungsmaßstäbe, Rückstellungen und die Segmentberichterstattung. Innerhalb all dieser Bereiche wird der Unternehmensleitung großer Ermessensspielraum gewährt, die bei entsprechender Nutzung entgegen den Anforderungen des IFRS-Abschlusses stehen. Durch weitere Konkretisierungen der betreffenden Standards könnten diese Ermessensspielräume entsprechend geschmälert werden.

1. Einleitung

1.1. Definition Chance und Risiko

Zu Beginn der Seminararbeit, die sich mit der kritischen Würdigung der Risikoberichterstattung in den International Financial Reporting Standards (IFRS) beschäftigt, ist es zunächst essentiell, den Begriff des Risikos genau zu definieren.

Sowohl im Sprachgebrauch, als auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur lässt sich dem Begriff des Risikos keine eindeutige Definition zuordnen. Kann man sprachlich das Risiko negativ oder wertneutral umschreiben, so finden sich in der Literatur drei inhaltlich und terminologisch unterschiedlich ausgeprägte Risikodefinitionen: Entscheidungs- und investitionstheoretischer Risikobegriff, Risiko als Gefahr der Fehlentscheidung und Risiko als Verlustgefahr.[1]

Nach dem International Accounting Standard (IAS) 1.23 sind im IFRS-Abschluss bekannte wesentliche Unsicherheiten (Risiken) über Ereignisse und Bedingungen, die die Unternehmensfortführung gefährden könnten, anzugeben. Die Gefährdung der Unternehmensfortführung geht einher mit der Definition des Risikos als Verlustgefahr, bei der das Risiko als Möglichkeit einer negativen Abweichung vom geplanten Unternehmensziel[2], also als ein möglicher Vermögens- und Kapitalverlust, umschrieben wird oder als Unternehmensrisiko in Erscheinung treten kann.[3] Diese Definition wird somit in dieser Arbeit verwendet. Als Chance wird dagegen die Möglichkeit einer positiven Abweichung vom geplanten Unternehmensziel gesehen.[4]

1.2. Gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung eines IFRS-Abschlusses

Nach §315a Abs.1 HGB i.V.m. EG Nr.1606/2002 haben alle börsennotierten Mutterunternehmen ab dem 01.Januar 2005 in ihrem Konzernabschluss die IFRS-Vorschriften anzuwenden. Nicht börsennotierte Mutterunternehmen verbleibt nach §315a Abs.3 HGB ein Wahlrecht, den Konzernabschluss nach handelsrechtlichen oder IFRS-Vorschriften aufzustellen.

Die Verpflichtung aller Unternehmen zur Erstellung eines HGB-Einzelabschlusses bleibt nach wie vor bestehen. Die bilanzierenden Unternehmen haben nur die Möglichkeit, zusätzlich zum HGB-Abschluss, einen IFRS-Einzelabschluss zu erstellen, der damit grundsätzlich keine befreiende Wirkung entfaltet.[5] Lediglich zum Zweck der Jahresabschlusspublizität im Bundesanzeiger, zu der nur große Kapitalgesellschaften verpflichtet sind, ersetzt ein freiwillig erstellter Einzelabschluss nach IFRS den nach HGB.[6]

Ist im handelsrechtlichen Konzernabschluss nach §315 Abs. 1 HGB über wesentliche Risiken, in Form eines Risikoberichtes innerhalb des Lageberichts, zu berichten, so enthält der IFRS-Abschluss keinen Lagebericht und auch keinen umfassenden Risikobericht, wird von der Darstellung von Risiken basierend auf Finanzinstrumenten abgesehen. Aus diesem Sachverhalt ergibt sich eine interessante Grundlage zur Diskussion: Inwieweit werden die unternehmensgefährdenden Risiken im IFRS-Abschluss unter Berücksichtigung der Adressateninteressen adäquat dargestellt? Durch eine kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS versucht die Seminararbeit diese Frage zu beantworten. Um dies zu erreichen, werden zunächst die verschiedenen Zwecke des IFRS-Abschlusses und dessen Adressaten mit ihren Interessen erläutert, daraus Anforderungen an den IFRS-Abschluss abgeleitet und diese anschließend mit ausgewählten Vorschriften der IFRS verglichen, in deren Sachverhalte Risiken zu erläutern sind, einfließen oder dem Adressaten Informationen zur Einschätzung der Risikolage vermittelt werden.

2. Die International Financial Reporting Standards (IFRS)

2.1. Zielsetzung des IFRS-Abschlusses

Das Primärziel der IFRS besteht laut RK.12 und IAS 1.13 in der Vermittlung von entscheidungsrelevanten Informationen, die von den Abschlussadressaten[7] genutzt werden, um die zukünftigen Zeitpunkte und Höhen der Zahlungsströme mit deren Wahrscheinlichkeit zu prognostizieren[8].

Unter entscheidungsrelevanten Informationen sind dabei Informationen über die Vermögens-, Finanzlage, sowie deren Änderungen und der Ertragslage zu verstehen. Informationen über die Vermögens- und Finanzlage unterstützen die Abschlussadressaten in der Beurteilung der Investitions- und Finanzierungstätigkeiten des Unternehmens.[9]

Informationen über die Ertragskraft geben die Möglichkeit die zukünftigen Veränderungen der wirtschaftlichen Ressourcen des Unternehmens zu prognostizieren.[10]

Im Jahresabschluss gibt die Bilanz Informationen über die Vermögens- und Finanzlage. Über die Ertragslage informiert die Gewinn- und Verlustrechnung und über den Kapitalfluss die Kapitalflussrechnung.

Gemäß RK.14 ist als Sekundärziel der IFRS die Rechenschaftsfunktion des Managements gegenüber den Adressaten zu sehen.

2.2. Adressaten und deren unterschiedliche Interessen

Als Adressaten bezeichnet man diejenigen Personengruppen, die ein individuelles schutzwürdiges Interesse an der Berichterstattung der Unternehmung haben. Nicht alle Personenkreise, für die der Lagebericht zugänglich ist, sind gleichzeitig auch Adressaten.[11]

Im Gegensatz zur handelsrechtlichen Rechnungslegung, die im Zug des Gläubigerschutzes die Fremdkapitalgeber als wichtigste Adressatengruppe sieht, steht bei der internationalen Rechnungslegung der Anlagerschutz und somit die Investoren im Vordergrund.[12]

Folgende Übersicht der IFRS-Abschlussadressaten mit deren Informationsbedürfnissen mit abnehmender Bedeutung gibt RK.9:

Investoren benötigen genaue Informationen über die künftige Unternehmensentwicklung, um über den Kauf, Verkauf oder das Halten von Unternehmensanteilen zu entscheiden und um ihre Dividendenansprüche einschätzen zu können. Eine Entscheidung über eine wirtschaftliche Transaktion des Investors ergibt sich, indem durch Berechnung des Unternehmenswertes durch die Ertragswertmethode der bestehende Aktienkurs auf seine Angemessenheit hin überprüft wird.[13]

Kreditgeber haben großes Interesse an den Wahrscheinlichkeiten aktueller und zukünftiger Liquiditätsprobleme des Unternehmens, um ihr Kreditausfallrisiko zu beurteilen.

Arbeitgeber interessieren sich aus Gründen der Stabilität ihres Arbeitsplatzes und zukünftigen Gehaltsforderungen insbesondere für die Ertragskraft des Unternehmens.

Lieferanten sind aufgrund der noch bestehenden Forderungen und zusammen mit den langfristigen Kunden aufgrund der Einschätzung der zukünftigen Stabilität ihrer Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen an dessen wirtschaftlichen Gesamtlage interessiert.

2.3. Anforderungen an den IFRS-Abschluss

Um den verschiedenen Interessen der Adressaten gerecht zu werden, ist an die Aufstellung des IFRS-Abschlusses eine Reihe von Anforderungen zu stellen. Eine Übersicht über diese Anforderungen, die sich weitgehend an den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung orientieren, gibt RK.24-42.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3.1. Grundsatz der Verständlichkeit

Die generelle Forderung dieses Grundsatzes besteht darin, dass die Berichterstattung dem individuell unterschiedlichen Fachwissen der Adressaten angepasst wird.[14] Dabei wird davon ausgegangen, dass die Adressaten bereits ein gewisses Fachwissen besitzen, um die zu vermittelnden Informationen auswerten zu können.[15] Sofern die vorgegebenen Gliederungsschemata für Bilanz und GuV-Rechnung eingehalten werden, sowie die richtigen Postenbezeichnungen und –Abgrenzungen gewählt werden, ist dieser Grundsatz weitgehend erfüllt.[16]

[...]


[1] Vgl. SELCH, Lagebericht (2003), S.109.

[2] Vgl. MÜSSIG, Risikoberichterstattung (2006), S.22.

[3] Vgl. SELCH, Lagebericht (2003), S.113-114.

[4] Vgl. MÜSSIG, Risikoberichterstattung (2006), S.23.

[5] Vgl. BUCHHOLZ, Internationale Rechnungslegung (2003), S.9-15.

[6] Vgl. Handelsgesetzbuch (2005), §325 Abs. 2a.

[7] Darstellung der Abschlussadressaten mit deren Informationsbedürfnissen siehe Kapitel 2.2.

[8] Vgl. IFRS Rahmenkonzept RK.15 (1989).

[9] Vgl. IFRS Rahmenkonzept RK.18 (1989).

[10] Vgl. IFRS Rahmenkonzept RK.17 (1989).

[11] Vgl. SELCH, Lagebericht (2003), S.40.

[12] Vgl. BUCHHOLZ, Internationale Rechnungslegung (2003), S.23.

[13] Vgl. BUCHHOLZ, Internationale Rechnungslegung (2003), S.26.

[14] Vgl. MÜSSIG, Risikoberichterstattung (2006), S.135.

[15] Vgl. IFRS Rahmenkonzept RK.25 (1989) und PELLENS, FÜLBIER, GASSEN, Internationale Rechnungslegung (2006), S.108.

[16] Vgl. BUCHHOLZ, Internationale Rechnungslegung (2003), S.44.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS
Hochschule
Technische Universität Ilmenau
Note
2,0
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V157891
ISBN (eBook)
9783640725649
ISBN (Buch)
9783640725892
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische, Würdigung, Risikoberichterstattung, IFRS
Arbeit zitieren
Anonym, 2007, Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157891

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