Die Hauptseminararbeit mit dem Thema „Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS“ hat zur Aufgabe, die Bestandteile einer Risikoberichterstattung in den IFRS
herauszuarbeiten und diese zu analysieren und dabei kritisch zu würden. Als Basis dieser kritischen Würdigung dienen die verschiedenen IFRS-Abschlussadressaten mit ihren
jeweiligen Interessen, woraus sich Anforderungen an den IFRS-Abschluss ergeben. Im Hauptteil werden diese Anforderungen mit risikoorientierten Standards verglichen und kritisch gewürdigt. Als Ergebnis der Analyse und kritischen Würdigung wird deutlich, dass
die IFRS einen Risikobericht im eigentlichen Sinne nur in Zusammenhang mit der Gruppe der Finanzinstrumente fordern. Weitere Bereiche, in den das Risiko großen Einfluss hat, sind allgemein risikobehaftete Bewertungsmaßstäbe, Rückstellungen und die
Segmentberichterstattung. Innerhalb all dieser Bereiche wird der Unternehmensleitung großer Ermessensspielraum gewährt, die bei entsprechender Nutzung entgegen den Anforderungen des IFRS-Abschlusses stehen. Durch weitere Konkretisierungen der
betreffenden Standards könnten diese Ermessensspielräume entsprechend geschmälert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Definition Chance und Risiko
1.2. Gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung eines IFRS-Abschlusses
2. Die International Financial Reporting Standards (IFRS)
2.1. Zielsetzung des IFRS-Abschlusses
2.2. Adressaten und deren unterschiedliche Interessen
2.3. Anforderungen an den IFRS-Abschluss
2.3.1. Grundsatz der Verständlichkeit
2.3.2. Grundsatz der Relevanz und Wesentlichkeit
2.3.3. Grundsatz der Verlässlichkeit
2.3.4. Grundsatz der Vergleichbarkeit und Stetigkeit
3. Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS
3.1. Finanzinstrumente
3.1.1. Qualitative und Quantitative Berichterstattung
3.1.2. Quantitative Berichterstattung des Kreditrisikos
3.1.3. Quantitative Berichterstattung des Liquiditätsrisikos
3.1.4. Quantitative Berichterstattung des Marktrisikos
3.2. Risikobehaftete Bewertungsmaßstäbe
3.3. Rückstellungen
3.4. Segmentberichterstattung
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch die Bestandteile und die Qualität der Risikoberichterstattung innerhalb der International Financial Reporting Standards (IFRS). Dabei wird untersucht, inwieweit die bestehenden Regelungen den Informationsbedürfnissen der Abschlussadressaten gerecht werden und wo Ermessensspielräume des Managements die Verlässlichkeit der Berichterstattung beeinträchtigen könnten.
- Analyse der gesetzlichen Anforderungen an den IFRS-Abschluss
- Kritische Prüfung der Risikoberichterstattung bei Finanzinstrumenten
- Untersuchung von Risikoeinflüssen bei Bewertungsmaßstäben wie Fair Value und Value in Use
- Bewertung der Rückstellungsbilanzierung unter Risikoaspekten
- Vergleich zwischen Risiko- und Chancen-Ansatz sowie dem Managementansatz in der Segmentberichterstattung
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Qualitative und Quantitative Berichterstattung
Die qualitative Berichterstattung regelt IFRS 7.33. Gemäß IFRS 7.33a sind für jedes Finanzinstrument gesondert dessen Risikoausmaß und Entstehung zu erläutern. Die Art der Erläuterungen zum Risikomanagementsystem, welches sich aus Risikoidentifikation, Risikoanalyse und Risikobewertung zusammensetzt, regelt IFRS 7.33b. Es sind Ziele, Regelungen, Verfahren und Methoden der Risikomessung darzustellen. Die Einblicke in die einzelnen Prozesse des Risikomanagementsystems sollen den Adressaten ermöglichen, die Risikolage des Konzerns besser einschätzen zu können. Laut IFRS 7.33c sind Veränderungen im Risikoausmaß, Risikomanagement und Risikomessung im Vergleich zur Vorperiode anzugeben. Die Guidance for Implementing IFRS 7.IG15 enthält folgende konkreten Vorschläge, wie eine qualitative Berichterstattung aussehen kann.
Ein erster Kritikpunkt ergibt sich aufgrund der Regelungen in IFRS 7.33b. Es wird lediglich vorgeschrieben, über welche Themen des Risikomanagements berichtet werden muss, jedoch nicht in welcher Intensität. Hier treffen der Grundsatz der Relevanz und Wesentlichkeit und der Grundsatz der Verständlichkeit aufeinander. Einerseits müssen dem Adressaten alle wesentlichen Informationen über das Risikomanagement zugehen, anderseits ist die Berichterstattung darüber, aufgrund der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit, sehr kurz zu halten. An welchem Punkt des Informationsgehaltes im Risikobericht sich diese beiden Grundsätze die Waage halten, bleibt der subjektiven Entscheidung des Managements überlassen, dass durch gezielte Informationsvermittlung das Verhalten der Adressaten beeinflussen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die zentralen Begriffe Risiko und Chance und erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Anwendung von IFRS-Abschlüssen.
2. Die International Financial Reporting Standards (IFRS): Erörtert die Zielsetzungen des IFRS-Abschlusses, die Interessen verschiedener Adressatengruppen und die grundlegenden Anforderungen an die Rechnungslegung.
3. Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS: Der Hauptteil, der die Risikoberichterstattung bei Finanzinstrumenten, Bewertungsmaßstäben, Rückstellungen und der Segmentberichterstattung einer kritischen Analyse unterzieht.
4. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der IFRS-Abschluss ohne umfassenden Risikobericht und aufgrund von Ermessensspielräumen bei der Bewertung Schwächen bei der Darstellung der Risikolage aufweist.
Schlüsselwörter
IFRS, Risikoberichterstattung, Jahresabschluss, Finanzinstrumente, Risikomanagement, Fair Value, Value in Use, Rückstellungen, Segmentberichterstattung, Managementansatz, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Rechnungslegung, Unternehmensrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Würdigung der Risikoberichterstattung innerhalb des IFRS-Rechnungslegungssystems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Risikoberichterstattung bei Finanzinstrumenten, die Anwendung risikobehafteter Bewertungsmaßstäbe, die Bilanzierung von Rückstellungen sowie die Segmentberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bestandteile der Risikoberichterstattung herauszuarbeiten, zu analysieren und kritisch zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf die Ermessensspielräume des Managements.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Methode, bei der gesetzliche Anforderungen mit risikoorientierten Standards verglichen und unter Berücksichtigung von Adressateninteressen gewürdigt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Vorschriften zu Finanzinstrumenten, die Probleme bei der Barwertermittlung für Bewertungsmaßstäbe wie Fair Value, die Unsicherheiten bei Rückstellungen und den Wandel der Segmentberichterstattung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IFRS, Risikoberichterstattung, Finanzinstrumente, Fair Value, Rückstellungen und der Managementansatz.
Warum wird die Berichterstattung zu Finanzinstrumenten kritisiert?
Die Kritik richtet sich vor allem darauf, dass IFRS 7 dem Management zu große Ermessensspielräume einräumt, was die Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit der Informationen für den Adressaten einschränken kann.
Wie bewertet die Arbeit den Übergang zum Managementansatz in der Segmentberichterstattung?
Der Managementansatz wird zwar als kosteneffizienter angesehen, jedoch als ungeeignet für eine transparente Darstellung von Risiken und Chancen im Vergleich zum früheren Risiko- und Chancen-Ansatz bewertet.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2007, Kritische Würdigung der Risikoberichterstattung in den IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157891