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Die Bauhaus-Rezeption in der DDR: Design, Architektur, Kunsthochschulwesen

Titel: Die Bauhaus-Rezeption in der DDR: Design, Architektur, Kunsthochschulwesen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Franziska Beyer (Autor:in)

Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Bauhaus ist in den vergangenen Jahren zu einem der populärsten
Forschungsthemen der deutschen und internationalen Kunsthistoriker avanciert. Dementsprechend groß ist der Bestand an Literatur zur Geschichte der Schule, den Dozenten und Fachbereiche. Die Ideen des Bauhauses haben dessen Einrichtung bis heute überlebt und wurden von seinen Vertretern und Schülern in die Welt getragen. Auch in der DDR haben solche Auffassungen Karriere gemacht und deutliche Spuren hinterlassen. Die Konzepte von Gropius, van der Rohe, Meyers und anderen haben Architektur, Design und Pädagogik so wesentlich beeinflusst, dass man bereits über jedes dieser Themen mehrere Bücher verfassen könnte. Allein: solche Bücher wurden noch nicht geschrieben. Der Anteil der Bauhaus-Literatur, der sich mit der DDR beschäftigt, ist verschwindend gering und zum größten Teil provokant-spielerisch oder rein monografisch in der Form.
Wer sich dennoch auf dieses Sujet einlässt, bemerkt, wie eng verstrickt die beteiligten Personen, Institutionen und Ereignisse sind, auch Disziplin übergreifend. Personen aus dem ehemaligen Bauhaus tauchten an Kunsthochschulen und in politisch markanten Ämtern auf. Wohnungen, welche neu gebaut wurden, wurden Trendgerecht eingerichtet. Diese Wechselbeziehungen sind der Grund für etliche Dopplungen, die in dieser Arbeit vorkommen mögen; wenn sie vorkommen, sind sie notwendig, um
Zusammenhänge besser zu beleuchten.
Die Bauhaus-Rezeption in der DDR lief auf weiten Strecken parallel zur politischen Entwicklung im Land und lässt sich in mehrere Phasen gliedern, die nahezu mit den einzelnen Jahrzehnten zusammen fallen und unübersehbar mit der jeweiligen wirtschaftlichen und kultur-politischen Situation im Land verquickt sind. Um nicht zu verwirren habe ich meine Abhandlung daher chronologisch gegliedert. Da die Bauhaus-Einflüsse in Ost-Deutschland wie bereits erwähnt umfassend waren, erhebt sie freilich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern kann höchstens einen kurzen Abriss oder eine Übersicht über ein facettenreiches, umfangreiches Phänomen darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Das Bauhaus-Erbe in der Deutschen Demokratischen Republik

1.1 An Kunsthochschulen

1.2 Im Design

1.3 In der Architektur

2. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Rezeption und Transformation des Bauhaus-Erbes in der DDR unter Berücksichtigung der politischen, ökonomischen und kulturgeschichtlichen Rahmenbedingungen zwischen 1945 und den späten 1980er Jahren. Dabei wird analysiert, wie sich Bauhaus-Ideen im Spannungsfeld zwischen ideologischer Lenkung, dem Wunsch nach einer sozialistischen Identität und den praktischen Anforderungen des industriellen Bauens und Designs durchgesetzt oder verändert haben.

  • Die chronologische Entwicklung der Bauhaus-Rezeption in der DDR.
  • Die Rolle ehemaliger Bauhäusler an Kunsthochschulen und in Gestaltungsinstituten.
  • Der Einfluss ideologischer Debatten (z.B. Formalismusstreit) auf Design und Architektur.
  • Die Transformation funktionaler Bauhaus-Prinzipien hin zur industriellen Typisierung und zum Plattenbau.
  • Die Spannung zwischen dem Anspruch einer sozialen Architektur und der ökonomischen Realität.

Auszug aus dem Buch

1. Das Bauhaus-Erbe in der Deutschen Demokratischen Republik

Alle drei Wirkungsstätten des Bauhauses – Weimar, Dessau und letztlich Berlin – befanden sich auf Territorium der DDR. Betrachtet man nun die Bauhaus-Rezeption und Fortentwicklung in dieser Zeit, offenbart sich eine einzigartige Ausgangssituation, denn die architektonischen und ideellen Hinterlassenschaften der Bauhäusler bewirkten eine wesentlich unmittelbarere Rezeption ihrer Ideen, als in der BRD oder in den USA. Auch gab es sowohl in Weimar, als auch in Dessau Menschen, die sich an die Anregungen des Bauhauses erinnerten und sich persönlich für dessen Wiederaufbau einsetzten.

Viele ehemalige Bauhäusler lebten in der DDR oder kehrten aus dem Exil dorthin zurück, da sie sich vom Sozialismus eine humane, gegenüber Kultur aufgeschlossene Gesellschaft erhofften. Vor allem im Bereich der industriellen Formgestaltung wurden bis in die Fünfziger Jahre noch Vorkriegs-Entwürfe ehemaliger Bauhäusler umgesetzt. Viele von ihnen verließen das Land jedoch bereits nach wenigen Jahren wieder, als das kulturpolitische Klima im Staat aufgrund der fortschreitenden Formalismus-Debatte deutlich abkühlte. Verfechter der Bauhaus-Ideen wurden verfemt und von höchster Stelle abgelehnt und verurteilt.

Mitte der Fünfziger Jahre zeichnete sich dann vor dem Hintergrund der prekären wirtschaftlichen Situation und der enormen Wohnungsnot eine Neubewertung des Bauhaus-Gedankens ab: Man besann sich auf industrielle Bauweisen und die soziale Komponente des Bauhauses und erkannte es wieder als Teil des eigenen kulturellen Erbes an.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Forschungsrelevanz des Bauhauses in der DDR und erläutert die chronologische Gliederung der Arbeit angesichts der komplexen politischen Verflechtungen.

1. Das Bauhaus-Erbe in der Deutschen Demokratischen Republik: Dieses Kapitel beschreibt die wechselhafte Aufnahme von Bauhaus-Ideen im Kontext politischer Entwicklungen, von der anfänglichen Verfolgung während der Formalismus-Debatte bis zur späteren Ideologisierung als Teil sozialistischer Tradition.

1.1 An Kunsthochschulen: Der Abschnitt untersucht, wie Bauhaus-Konzepte an verschiedenen Akademien trotz staatlicher Lenkung und politischer Kampagnen durch das Engagement einzelner ehemaliger Bauhäusler überdauerten.

1.2 Im Design: Hier wird der Prozess beschrieben, wie funktionales Design in der DDR von kleinen Anfängen in Werkstätten hin zu einer zentral gesteuerten Standardproduktion unter dem Einfluss von Bauhaus-Prinzipien und industriellen Anforderungen gelangte.

1.3 In der Architektur: Der Teil analysiert den Übergang von architektonischen Idealen der Moderne über die monumentale Phase der 1950er Jahre hin zur flächendeckenden Industrialisierung durch den Plattenbau.

2. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass die Bauhaus-Ideen im Verlauf der DDR-Geschichte maßgeblich durch ökonomische Notwendigkeiten und ideologische Propaganda transformiert und letztlich entfremdet wurden.

Schlüsselwörter

Bauhaus, DDR, Design, Architektur, Sozialistischer Realismus, Formalismusstreit, Industrialisierung, Plattenbau, industrielle Formgestaltung, Kunsthochschule, Typenentwurf, Walter Gropius, Horst Michel, Wohnkultur, Planwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rezeption und der praktischen Anwendung des Bauhaus-Erbes in der Deutschen Demokratischen Republik unter Berücksichtigung der politisch-ideologischen und wirtschaftlichen Bedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Designs, die Architektur und das Kunsthochschulwesen im Kontext der DDR-Geschichte und ihrer wechselhaften Beziehung zum Bauhaus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bauhaus-Ideen in der DDR überlebt haben, wie sie ideologisch instrumentalisiert wurden und in welcher Form sie sich in der industriellen Produktion von Gütern und Gebäuden widerspiegelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine chronologische Analyse historischer Diskurse und vergleicht diese mit beispielhaften Bauten sowie Design-Projekten der damaligen Zeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Kunsthochschulen, Design und Architektur, wobei die jeweiligen Entwicklungsphasen und Akteure detailliert beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bauhaus, DDR-Design, industrielle Formgestaltung, Plattenbau, Formalismusstreit und Typisierung.

Welche Rolle spielten ehemalige Bauhäusler für die Entwicklung in der DDR?

Sie fungierten als wichtige Vermittler, die versuchten, die Prinzipien der Moderne an Kunsthochschulen und in Industriebetrieben zu etablieren, standen dabei jedoch oft im Konflikt mit der staatlichen Kulturpolitik.

Wie veränderte sich die Bewertung des Bauhauses durch die SED im Laufe der Jahrzehnte?

Die SED bewertete das Bauhaus anfangs als "formalistisch" und "kapitalistisch" negativ, integrierte es jedoch später als "kulturelles Erbe" in das eigene ideologische Selbstverständnis, vor allem um den Plattenbau zu legitimieren.

Inwiefern beeinflussten ökonomische Faktoren das Design?

Materialengpässe und der Zwang zur Effizienz in der Planwirtschaft führten zu einer Standardisierung, die einerseits die Bauhaus-Idee der Typisierung aufgriff, andererseits aber oft zu gestalterischer Monotonie und Qualitätsverlusten führte.

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Details

Titel
Die Bauhaus-Rezeption in der DDR: Design, Architektur, Kunsthochschulwesen
Hochschule
Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe  (Institut für Kunstwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar „From Bauhaus to our house - Kunsthochschulen der Moderne“
Note
1,3
Autor
Franziska Beyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V157916
ISBN (eBook)
9783640714957
ISBN (Buch)
9783640715312
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bauhaus Weimar Dessau Kunsthochschulen DDR Architektur Design
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Beyer (Autor:in), 2006, Die Bauhaus-Rezeption in der DDR: Design, Architektur, Kunsthochschulwesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157916
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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