Länderstudie des Beitrittslandes Malta


Hausarbeit, 2003

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Landeskurzinformationen
1.1 Geographie
1.2. Geschichte
1.3. Wirtschaft
1.4. Politik

2. Beziehung zu Großbritannien

3. Weg in die EU

4. Fazit/ Aussichten

Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 13. Dezember 2002 war es endlich soweit. Auf dem Regierungsgipfel in Kopenhagen wurde die Osterweiterung der Europäischen Union mit den zehn Beitrittskandidaten vereinbart. Damit kann die EU zum 1. Mai 2004 um Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und den Inselstaat Malta erweitert werden. Im Rahmen des Proseminars/ Übung „Osterweiterung der Europäischen Union“ werde ich mich im Folgenden genauer mit diesem Land beschäftigen und den besonderen Weg in die EU aufzeigen. Die maltesische Geschichte zeigt, dass Malta stets Teil „Europas“ war und einige Zeitalter der europäischen Geschichte miterlebt hat. Deshalb wird es zu Recht Teil der EU. Auf die genauen Hintergründe werde ich im historischen Teil eingehen und besonders auf die enge Beziehung zu Großbritannien im Verlauf hinweisen. Diese Ausarbeitung soll mir und dem Leser helfen etwas mehr über den nun kleinsten EU-Mitgliedsstaat (Malta löst Luxemburg als „kleinstes Mitglied“ ab) zu erfahren, indem ich mich intensiv mit dem Thema beschäftige und dem Leser somit einen Einblick in die Thematik verschaffe.

1. Landeskurzinformationen

1.1 Geographie

Die Republik Malta liegt, südlich der italienischen Insel Sizilien, im Mittelmeer. Sie besteht aus drei Inseln: der kleinen Insel Comino, der Insel Gozo und der Hauptinsel Malta, mit der Hauptstadt La Valetta. Mit einer Fläche von nur 320 km², wird sie Luxemburg als flächenmäßig kleinstes EU-Land ablösen. In Malta leben ca. 380,000 Menschen, was ebenfalls die geringste Bevölkerungszahl in der EU bedeutet. Aus diesen Zahlen ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von ca. 1200 Einwohnern pro km². Dies entspricht einer der größten Bevölkerungsdichten auf der Welt. Neben der Landessprache Maltesisch ist Englisch die zweite Landes- und Amtssprache.

1.2 Geschichte (bis zum Aufnahmeantrag in die EU 1990)

„Maltas Geschichte trägt den Stempel des Zusammenwirkens von fremden Kräften (Phöniker, Römer,

Byzantiner, Ostgoten) und einem gewissen Eigenleben.”[1] Zwischen 1000 und 600 v. Chr. wurde Malta von den Phönikern und den Karthagern kolonisiert.

Beide errichteten Handelsvertretungen auf der Insel. Während der Punischen Kriege wurde Malta Teil des Römischen Imperiums. Im Jahre 60 n. Chr. strandete der Apostel Paulus auf Malta. Zwischen 533 und 1090 stand Malta unter der Herrschaft der Byzantiner, Araber und Normannen, die sich in Süditalien und Sizilien festgesetzt hatten. Danach wechselte Malta als Besitztum zwischen Hohenstaufen, Anjou, Aragon, Kastilien und Spanien.

1523, ein wichtiges Datum in der Malteser Geschichte, wurden die Inseln an den reichen Ritterorden des Hl. Johannes von Jerusalem verkauft. Der erfolgreiche Widerstand der Ordensritter (und maltesischer Hilfstruppen) gegen die Türken ("Große Belagerung" 1565) stoppt das Vordringen des osmanischen Reiches in das westliche Mittelmeer. Die Regentschaft der Ritter hielt für über 250 Jahre, in denen sich Malta prächtig entwickelte. Nachdem die Macht der Ritter verflogen war, ergaben sie sich 1798 den Franzosen unter Napoleon.

Die Malteser vertrieben die Franzosen mit britischer Hilfe im Jahr 1800. 1814 wird Malta freiwillig Teil des britischen „Empire“. Hier setzt nun der besondere Bezug zu Großbritannien ein.

„Der britische Kolonialismus bestimmte die sozioökonomischen und politischen Entwicklungen Maltas in hohem Maße. Die Inselgruppe war wirtschaftlich nahezu vollständig auf die Erfordernisse der Kolonialmacht ausgerichtet. Im Mittelpunkt der britischen Kolonialpolitik stand die Sicherung einer militärisch-strategischen Position“[2]

Malta wurde Hauptquartier der britischen Mittelmeer-Flotte. Bestrebungen sich schon frühzeitig von Großbritannien zu lösen, waren nicht erfolgreich, da einer Annäherung an Italien Grenzen gesetzt waren. Während des 2. Weltkriegs wehrt sich Malta unter großer Aufopferung gegen eine Besatzung von Deutschland und Italien, was die Annäherung an Italien noch mehr erschwert.

„Die Kluft zwischen dem Kolonialregime und dem Volk war auf Malta weniger tief als z.B. auf Zypern, weshalb sich der Übergang zur Unabhängigkeit trotz mancher Unruhen und Rückschläge verhältnismäßig schmerzlos vollzog. Nach verschiedenen Selbstverwaltungsphasen kam es am 21.September 1964 zur Unabhängigkeit, am 13. Dezember 1974 zur Ausrufung der Republik und am 31. März 1979 zum Abzug der letzten britischen Truppen.“[3]

Ich denke an diesem geschichtlichen Abriss lässt sich erkennen, dass Malta einige Etappen der europäischen Geschichte „mitgemacht“ hat und man somit durchaus von einem gemeinsamen kulturellen Hintergrund sprechen kann.

[...]


1 Tzermias, Pavlos: Malta in: Weidenfeld, Werner (Hrsg): Europa Handbuch, Bonn 2002, Seiten 207-211

2, 3 Tzermias, Pavlos: Malta in: Weidenfeld, Werner (Hrsg): Europa Handbuch, Bonn 2002, Seiten 207-211

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Länderstudie des Beitrittslandes Malta
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Die Osterweiterung der EU
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V15798
ISBN (eBook)
9783638208161
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Beitrittsland Malta wird vorgestellt. (wirtschaftlich+politisch + Aussichten)
Schlagworte
Länderstudie, Beitrittslandes, Malta, Osterweiterung
Arbeit zitieren
Daniel Keuper (Autor), 2003, Länderstudie des Beitrittslandes Malta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15798

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