Das Armutsverständnis des Franziskus von Assisi


Seminararbeit, 2000

13 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Franziskus’ Verständnis von Armut

Intention des Franziskus

Das Armutsverständnis und der Orden

Zusammenfassung

Bibliographie

Einleitung

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Armutsverständnis des Franziskus von Assisi. Franziskus selbst lebte seine Ideale und forderte dies auch von seinen Mitbrüdern. Die wichtigsten dieser Ideale waren die Armut (Paupertas), Demut und Selbstverleugnung (humilitas) sowie Unmittelbarkeit und Einfalt (simplicitas).

Aus diesen Forderungen heraus ergaben sich nach seinem Tod im Orden viele Probleme. Zum einen stellte sich die Frage, wie diese Ideale nach dem Willen von Franziskus verwirklicht werden sollten, und ob es innerhalb des Ordens möglich war, diese Lebensweise zu leben. Der Orden spaltete sich bereits kurz nach seinem Tod in zwei Gruppierungen auf, diejenigen, die sich für eine moderne Ausrichtung der Ordensregeln einsetzten, und die Konservativen, die für den Orden das Leben in absoluter Armut nach dem Vorbild des Franziskus forderten.

Zentrale Frage dieser Arbeit soll sein, was der Begriff Armut für Franz von Assisi umfasste und welche religiösen und gesellschaftlichen Motive er für das Leben in Armut hatte. Damit einher geht die Frage, inwieweit und ob es für den Orden möglich war, diesem Armutsideal zu folgen und wie sich das Verständnis von Armut innerhalb des Ordens nach dem Tod von Franziskus entwickelt hat.

Zur Beantwortung dieser Frage soll unter anderem die Arbeit von Helmut Feld über „Die Totengräber des heiligen Franziskus von Assisi“[1], sowie Arbeiten von Kajetan Esser[2] über das Armutsverständnis und die Entwicklung des Ordens verwendet werden. In allen Arbeiten wird der Frage nachgegangen, ob die wirklichen und ursprünglichen Ziele und Ideale verwirklicht wurden oder werden konnten.

Neben den wissenschaftlichen Arbeiten wird auch das Testament des Franziskus zur Aufklärung seines Verständnisses von Armut herangezogen, wobei zu beachten ist, dass in der Franziskus-Forschung zum Teil an der Echtheit des Testamentes gezweifelt wird.[3]

In dieser Arbeit soll nur der Frage der Armut nachgegangen werden, da die Ansichten über die Armut im Orden den größten Anlass zu Kontroversen gab.

Franziskus’ Verständnis von Armut

Die Armut ist das wichtigste Ideal des Franziskus. Gleichzeitig gibt es aber auch Anlaß zu den größten Kontroversen innerhalb des Ordens sowie der Franziskus-Forschung. Die Diskussion dreht sich vor allem um die exakte Definition des Armutsbegriffes sowie Franziskus’ Verständnis von Armut.

Esser schreibt dazu, dass „alle Versuche, die Armutsauffassungen im Minderbrüderorden auf einen Nenner zu bringen, (...) bisher gescheitert [sind].“[4] Anhand der Opuscula versucht Esser, Franziskus’ Verständnis von Armut zu entschlüsseln. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass die Armut von Franziskus verstanden wird „...als eine Gesamthaltung des ganzen Menschen (...), so daß die äußere, tatsächliche Armut der Ausdruck für eine viel tiefer greifende und weiter reichende innere Armut ist.“[5]

Franziskus fordert für sich und seine Brüder den vollständigen Verzicht auf materiellen Besitz. Dies bezieht sich sowohl auf die Kleidung als auch darauf, dass er ;...das bloße Anfassen einer Münze als Mißachtung der Armut ansah.“[6] Der Orden sollte keine großen Kirchen sowie Gebäude errichten. In seinem Testament spricht Franziskus diesen Teil der Armut auch an: „Hüten sollen sich die Brüder, daß sie Kirchen, Wohnungen und alles, was für sie gebaut wird, keinesfalls annehmen, wenn sie nicht sind, wie es der heiligen Armut gemäß ist, die wir in der Regel gelobt haben. Sie sollen dort immer herbergen wie Fremdlinge und Pilger.“[7] Konkretisiert wird dieses Armutsgebot auch in der Opuscula, wo Franziskus seinen Brüdern exakte Anweisungen für ihr Leben zu geben versucht: „Die Brüder sollen nichts als Eigentum erwerben, weder ein Haus noch eine Niederlassung noch irgendeine andere Sache. Und gleich wie Pilger und Fremdlinge, die in dieser Welt dem Herrn in Armut und Demut dienen, mögen sie voll Vertrauen um Almosen gehen und sollen sich dabei nicht schämen, weil der Herr sich um unseretwillen in dieser Welt arm gemacht hat.“[8]

[...]


[1] Feld, Helmut: Die Totengräber des heiligen Franziskus von Assisi. In: Archiv für Kulturgeschichte. Hg. von Egon Boshof. Bd.68. Köln 1986

[2] Esser, Kajetan: Die Armutsauffassung des hl. Franziskus. In: Poverty in the Middle Ages. Hg. von D. Flood /Franziskanische Forschungen 27). Werl 1975. S. 60-70

[3] Vgl.: Esser, Kajetan: Das Testament des heiligen Franziskus von Assisi. Münster 1949

[4] Esser 1975. S. 60

[5] Ebd. Vgl. Anm. 2

[6] Elm, Kaspar: Die vita franciscana. Eine geistliche Lebensform zwischen Aufbruch und Anpassung. In: Dieter Berg (Hg.): Vitasfratum. Beiträge zur Geschichte der Eremiten- und Mendikantenorden des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts. Festgabe K. Elm (Saxonia Franciscana 5). Werl 1994. S. 143-155. Vgl. S.145

[7] Esser, Kajetan: Das Testament des heiligen Franziskus von Assisi. Münster 1949. S. 172

[8] Esser, Kajetan: Anfänge und ursprüngliche Zielsetzungen des Ordens der Minderbrüder. Leiden 1966. S. 255 f. Vgl. Anm. 1

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Armutsverständnis des Franziskus von Assisi
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V15801
ISBN (eBook)
9783638208192
ISBN (Buch)
9783638901482
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Armutsverständnis, Franziskus, Assisi
Arbeit zitieren
Julika Stark (Autor), 2000, Das Armutsverständnis des Franziskus von Assisi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15801

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