Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Armutsverständnis des Franziskus von Assisi. Zentrale Frage soll dabei sein, was der Begriff Armut für Franz von Assisi umfasste und welche religiösen und gesellschaftlichen Motive er für das Leben in Armut hatte. Damit einher geht die Frage, inwieweit und ob es für den Orden möglich war, diesem Armutsideal zu folgen und wie sich das Verständnis von Armut innerhalb des Ordens nach dem Tod von Franziskus entwickelt hat.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Franziskus’ Verständnis von Armut
Intention des Franziskus
Das Armutsverständnis und der Orden
Zusammenfassung
Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Armutsverständnis des Franziskus von Assisi, seine persönlichen Beweggründe für diesen radikalen Lebenswandel sowie die daraus resultierenden Spannungsfelder innerhalb seines Ordens nach seinem Tod.
- Religiöse und gesellschaftliche Motive für das Leben in Armut
- Franziskus als Vorbild der Nachfolge Christi (Imitatio Christi)
- Die Konflikte zwischen Ordensideal und institutionalisierter Lebensweise
- Der Wandel vom spirituellen Armutsverständnis zur juristischen Regelung durch die Kurie
Auszug aus dem Buch
Franziskus’ Verständnis von Armut
Die Armut ist das wichtigste Ideal des Franziskus. Gleichzeitig gibt es aber auch Anlaß zu den größten Kontroversen innerhalb des Ordens sowie der Franziskus-Forschung. Die Diskussion dreht sich vor allem um die exakte Definition des Armutsbegriffes sowie Franziskus’ Verständnis von Armut.
Esser schreibt dazu, dass „alle Versuche, die Armutsauffassungen im Minderbrüderorden auf einen Nenner zu bringen, (...) bisher gescheitert [sind].“ Anhand der Opuscula versucht Esser, Franziskus’ Verständnis von Armut zu entschlüsseln. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass die Armut von Franziskus verstanden wird „...als eine Gesamthaltung des ganzen Menschen (...), so daß die äußere, tatsächliche Armut der Ausdruck für eine viel tiefer greifende und weiter reichende innere Armut ist.“
Franziskus fordert für sich und seine Brüder den vollständigen Verzicht auf materiellen Besitz. Dies bezieht sich sowohl auf die Kleidung als auch darauf, dass er „...das bloße Anfassen einer Münze als Mißachtung der Armut ansah.“ Der Orden sollte keine großen Kirchen sowie Gebäude errichten. In seinem Testament spricht Franziskus diesen Teil der Armut auch an: „Hüten sollen sich die Brüder, daß sie Kirchen, Wohnungen und alles, was für sie gebaut wird, keinesfalls annehmen, wenn sie nicht sind, wie es der heiligen Armut gemäß ist, die wir in der Regel gelobt haben. Sie sollen dort immer herbergen wie Fremdlinge und Pilger.“ Konkretisiert wird dieses Armutsgebot auch in der Opuscula, wo Franziskus seinen Brüdern exakte Anweisungen für ihr Leben zu geben versucht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Ideale des Franziskus ein und erläutert die zentrale Fragestellung bezüglich der Umsetzung des Armutsideals nach seinem Tod sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
Franziskus’ Verständnis von Armut: Dieses Kapitel definiert Armut nicht als bloßen materiellen Verzicht, sondern als eine innere Gesamthaltung und spirituelle Nachfolge Christi.
Intention des Franziskus: Hier werden die biografischen Ursprünge des Franziskus, seine Lebenskrise und seine religiöse Motivation zur Abkehr vom Reichtum beleuchtet.
Das Armutsverständnis und der Orden: Dieser Abschnitt analysiert die nach Franziskus' Tod entstandenen Konflikte im Orden und die Versuche der Kurie, das Armutsideal juristisch zu regeln.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Unvereinbarkeit der spirituellen Armutsidee mit den institutionellen Notwendigkeiten einer wachsenden Ordensgemeinschaft.
Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur zur Franziskus-Forschung auf.
Schlüsselwörter
Franziskus von Assisi, Armut, Paupertas, Orden, Nachfolge Christi, Imitatio Christi, Besitzverzicht, Testament, Franziskaner, Kurie, Ordensdisziplin, Religionsgeschichte, Mittelalter, Demut, Spiritualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Armutsverständnis des Franziskus von Assisi und der Frage, wie diese Ideale innerhalb des Ordens nach seinem Tod bewahrt oder verändert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das spirituelle Armutsideal, die persönliche Intention des Gründers, die Nachfolge Christi sowie die institutionelle Anpassung des Ordens an die gesellschaftliche Realität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu ergründen, was Armut für Franz von Assisi konkret bedeutete und warum es dem Orden nach seinem Tod schwerfiel, diesem Ideal treu zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie primäre Schriften wie das Testament des Franziskus sowie Fachliteratur von Experten wie Helmut Feld und Kajetan Esser kritisch auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in das Verständnis von Armut durch Franziskus, dessen persönliche Beweggründe für den Verzicht sowie die spätere juristische Transformation des Armutsbegriffs durch verschiedene Päpste.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Franziskus von Assisi, Armut, Ordensentwicklung, Nachfolge Christi, Besitzlosigkeit und institutionelle Anpassung.
Warum wird Franziskus’ Armutsideal als "nicht juristisch" beschrieben?
Franziskus verstand Armut spirituell und als Ausdruck der Liebe zu Gott, während der Orden später gezwungen war, juristische Konstrukte (wie das Gebrauchsrecht) zu finden, um den Betrieb zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt das Testament des Franziskus in der Untersuchung?
Das Testament dient als direkte Quelle für das Verständnis von Armut, wobei die Arbeit einschränkend darauf hinweist, dass die Authentizität des Dokuments in der Forschung teilweise diskutiert wird.
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- Julika Stark (Author), 2000, Das Armutsverständnis des Franziskus von Assisi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15801