Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Werkstätten für behinderte Menschen bei der Eingliederung ins Arbeitsleben. Das Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion

Titel: Werkstätten für behinderte Menschen bei der Eingliederung ins Arbeitsleben. Das Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion

Hausarbeit , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Florian Demke (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Werkstätten für behinderte Menschen sind staatlich geförderte Einrichtungen, die die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben unterstützen
sollen. Im Jahr 2007 verzeichneten die deutschen Werkstätten über 275.000 Beschäftigte; Menschen, „[...] die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können [...]“. Während Werkstätten auf der einen Seite einen rechtlichen, sozialpolitisch gewollten Auftrag erfüllen, der die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben beinhaltet, werfen KritikerInnen den Institutionen auf der anderen Seite vor, das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen zu unterbinden: „ ,Behindertenwerkstätten sind Aussonderungseinrichtungen. Zwar sind es oft sehr schöne Gebäude, aber sie bleiben ein goldener Käfig.’ [...] Eine wirkliche Inklusion der Behinderten in die Gesellschaft und den ersten Arbeitsmarkt finde über die Werkstätten nicht statt.“

Dem Verfasser stellt sich im Folgenden die Frage, inwiefern sich das hier beschriebene Spannungsfeld zwischen den beiden Polen Ex- und Inklusion begreifen lässt. Hierzu ist es erforderlich, verschiedene Perspektiven einzunehmen um ein möglichst genaues Gesamtbild über die verschiedenen Wirkungspotenziale der WfbM zu erlangen.

Im ersten Abschnitt dieser Arbeit wird der Verfasser kurz die dieser Arbeit zugrunde liegenden Begriffe Exklusion und Inklusion erläutern, um mögliche Verständnisschwierigkeiten in der Auslegung der nachfolgenden Ausführungen zu verhindern.
Im anschließenden Kapitel wird aus soziologischer Sicht hinterfragt, inwiefern sich der Status des Menschen mit Behinderung auf dessen Arbeitssituation auswirkt und
wo sich Faktoren für Ex- bzw. Inklusion in der derzeitigen Konzeption der Teilhabe am Arbeitsleben ausmachen lassen. Nachfolgend liefert der Text eine Auseinandersetzung mit den sozialpolitischen Rahmenbedingungen der Werkstätten für behinderte Menschen und möglichen Konsequenzen. Bevor der Verfasser abschließend ein Resümee aus den vorangegangenen Erarbeitungen zieht, betrachtet Abschnitt 5 der Arbeit die für den Bereich der Sonder- und Rehabilitationspädagogik eminente UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und hinterfragt, inwiefern die dort benannten Rechte eine Umgestaltung der bundesdeutschen Sozialpolitik und der Teilhabe am Arbeitsleben nach sich ziehen müssen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung: Exklusion - Inklusion

3. Arbeit und Behinderung aus soziologischer Perspektive

4. Die sozialpolitischen Rahmenbedingungen der WfbM

5. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ihre Implikationen für die Gestaltung von Erwerbstätigkeit

6. Fazit: Werkstätten für behinderte Menschen im Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion bei Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und analysiert, inwiefern diese Einrichtungen zur gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsleben beitragen.

  • Soziologische Einordnung von Erwerbsarbeit und Behinderung
  • Sozialpolitische Rahmenbedingungen und Funktionsweise von WfbM
  • Kritische Auseinandersetzung mit der UN-Behindertenrechtskonvention
  • Analyse von Lohnunterschieden und Exklusionsmechanismen
  • Diskussion über Inklusionspotenziale durch das Persönliche Budget

Auszug aus dem Buch

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ihre Implikationen für die Gestaltung von Erwerbstätigkeit

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen stellt eine Abkehr von einer defizitorientierten Fürsorgeperspektive hin zu einer auf der Würde des Einzelnen fußenden sozialen Inklusion auf der Grundlage individueller Autonomie dar; die „[…] Bedeutung dieses internationalen Übereinkommens besteht vor allem darin, dass die Rechte von Menschen mit Behinderungen nicht nur einer Gesamtbetrachtung unterzogen, sondern unter Berücksichtigung aller Lebensfelder genau analysiert und teilweise detailliert beschrieben werden.“ Artikel 27 der Konvention bezieht sich direkt auf die Ausgestaltung von Arbeit und Beschäftigung und beinhaltet folgende Passagen, die für die derzeitige sozialpolitische Konzeption von Werkstätten für behinderte Menschen besonders kritisch sind:

1. “[…] the right to the opportunity to gain a living by work freely chosen or accept- ed in a labour market and work environment that is open, inclusive and accessi- ble to persons with disabilities.”

Wie in dieser Arbeit bereits ausführlicher betrachtet wurde, haben Menschen mit Behinderungen faktisch oft nicht die Möglichkeit, sich eine Arbeitsstelle zu suchen, die ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen am ehesten entspricht, da der segregative Mechanismus spezieller Fördereinrichtungen und die mangelnde Bereitschaft von Arbeitgebern, Menschen mit anerkannter Schwerbeschädigung einzustellen, dies effizient verhindern. Die UN-Konvention fordert, dass jeder Mensch mit Behinderung seinen Lebensunterhalt durch Arbeit bestreiten kann – das dies in Deutschland fernab der Realität liegt, zeigen die äußerst geringen Durchschnittsentgelte der Werkstätten und die zwangsläufig entstehende sozialrechtliche Kopplung an staatliche Hilfeleistungen wie Grundsicherung oder Rente wegen Erwerbsunfähigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Rolle der Werkstätten für behinderte Menschen als staatlich geförderte Einrichtungen und führt in das Spannungsfeld zwischen ihrer Funktion als Teilhabeinstitution und ihrer Kritik als Aussonderungseinrichtungen ein.

2. Begriffsklärung: Exklusion - Inklusion: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion auf Basis sonderpädagogischer Konzepte, um eine Grundlage für die weitere Untersuchung zu schaffen.

3. Arbeit und Behinderung aus soziologischer Perspektive: Hier wird der hohe Stellenwert von Erwerbsarbeit für die soziale Identität analysiert und dargelegt, wie Menschen mit Behinderungen durch Exklusionsmechanismen oft von einer gleichberechtigten Teilhabe ausgeschlossen werden.

4. Die sozialpolitischen Rahmenbedingungen der WfbM: Das Kapitel beleuchtet die rechtliche Entwicklung der WfbM, den arbeitnehmerähnlichen Status der Beschäftigten sowie die Auswirkungen neuer Instrumente wie des Persönlichen Budgets auf die Selbstbestimmung.

5. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ihre Implikationen für die Gestaltung von Erwerbstätigkeit: Die Autorin untersucht kritisch Artikel 27 der UN-Konvention im Kontext der derzeitigen Entlohnung und Arbeitsbedingungen in Werkstätten.

6. Fazit: Werkstätten für behinderte Menschen im Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion: Das Fazit führt die Argumente zusammen und schließt, dass Werkstätten zwar einen Modernisierungsdruck verspüren, jedoch aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktstruktur vorerst eine notwendige Institution bleiben.

7. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Rechtsgrundlagen zur Untermauerung der Argumentation.

Schlüsselwörter

Werkstätten für behinderte Menschen, WfbM, Inklusion, Exklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, Erwerbsarbeit, Teilhabe, Sozialpolitik, Persönliches Budget, Arbeitsmarkt, Arbeitnehmerähnlicher Status, Segregation, Behindertenhilfe, Sozialstaat, Arbeitsentgelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Werkstätten für behinderte Menschen in der Bundesrepublik Deutschland innerhalb des gesellschaftlichen Spannungsfeldes von Exklusion und Inklusion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der soziologische Status von Arbeit, die sozialpolitischen Rahmenbedingungen für Werkstattbeschäftigte sowie die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Gesamtbild über die Wirkungspotenziale von WfbM zu erlangen und zu untersuchen, inwieweit diese Einrichtungen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen oder verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf soziologischen Diskursen, sozialpolitischen Studien, Rechtsvorschriften und aktuellen Stellungnahmen der Behindertenhilfe basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen, die soziologische Perspektive auf Arbeit und Behinderung, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Werkstätten sowie eine kritische Prüfung anhand der UN-Konvention erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Werkstätten für behinderte Menschen, Inklusion, Exklusion, Teilhabe am Arbeitsleben und Sozialpolitik definieren.

Wie unterscheidet sich der Rechtsstatus eines Werkstattbeschäftigten von dem eines regulären Arbeitnehmers?

Beschäftigte in einer WfbM haben einen arbeitnehmerähnlichen Status, der unter anderem durch ein geringeres Arbeitsentgelt und eine eingeschränkte Mitbestimmung im Vergleich zu regulären Beschäftigten charakterisiert ist.

Warum wird das Persönliche Budget als Lösungsansatz diskutiert?

Das Persönliche Budget soll den Fokus von einer rein fürsorgeorientierten Betreuung hin zu einem gleichberechtigten Kunden-Dienstleister-Verhältnis verschieben und die individuelle Selbstbestimmung bei der Teilhabe am Arbeitsleben stärken.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Werkstätten für behinderte Menschen bei der Eingliederung ins Arbeitsleben. Das Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,3
Autor
Florian Demke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V158081
ISBN (eBook)
9783640721245
ISBN (Buch)
9783640721771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werkstatt für behinderte Menschen Eingliederungshilfe Inklusion Exklusion UN-Behindertenrechtskonvention Sozialpolitik Arbeitsgesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Demke (Autor:in), 2009, Werkstätten für behinderte Menschen bei der Eingliederung ins Arbeitsleben. Das Spannungsfeld zwischen Exklusion und Inklusion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158081
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum