Transaktionsanalyse


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
25 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Der Ursprung, die Geschichte und die Philosophie der Transaktionsanalyse

2. Das Märchen vom Kuschelchen

3. Die Entwicklung der Transaktionsanalyse

4. Das Menschenbild, sowie ethische Haltungen

5. Intuition

6. Gesundheit, Krankheit, Heilung

7. Rabattmarken und ´Strokes´

8. Ich- Zustände

9. Transaktionen

10. Literaturliste

1. Der Ursprung, die Geschichte und die Philosophie der Transaktionsanalyse:

Die Transaktionsanalyse ist eine relativ junge Psychotherapieeinrichtung, da sie erst Mitte der 50´er Jahre des 20. Jh. Entstand. Die ersten Ideen zur TA stammen von ihrem Gründer Eric Berne ( 1910-1970). Berne war Arzt, Psychiater und psychoanalytisch ausgebildeter Psychotherapeut. Trotz Lehranalyse und abgeschlossener Ausbildung wurde er 1956 nicht in die psychoanalytische Vereinigung von San Francisco aufgenommen. Man gab ihm den Rat, es einige Jahre später noch einmal zu versuchen. Diese Ablehnung hatte weitreichende Folgen, denn obwohl der Einfluss der Freudschen Psychoanalyse bei Berne immer erkennbar blieb, begann er Anfang der 60´er Jahre endgültig seine eigene Methode, die TA, zu entwickeln. Auslösender Moment für die Entstehung der TA war seine Unzufriedenheit über den damaligen Therapiebetrieb.

Bernes Kritik an der Psychoanalyse und seine neuen Ideen:

Die Unzufriedenheit mit Teilen der Psychoanalyse in ihrer Theorie und Arbeitsweise animierte Berne zu einer Reihe von Neuerungen, die auch in der modernen TA Geltung haben:

- Die Kritik an der Behandlungsdauer, d.h. regelmäßige Sitzungen über Jahre hinweg, führten lediglich dazu, dass der Patient alles über sich wusste, aber sich selbst nicht ändern konnte.
- Bei dieser Art von Therapie wechselten Vermögenswerte den Besitzer, sie blieb eher auf reiche Bevölkerungsschichten beschränkt.
- Der Patient konnte sich selbst nicht helfen, er blieb vom Therapeuten abhängig.

Also stellt die TA eine Weiterentwicklung, bzw. eine Antwort auf die Psychoanalyse dar:

- Die Zielorientierung wurde wesentlich: Im Therapievertrag legen Therapeut/ Berater sich auf bestimmte Ziele fest.
- Schnelle, evt. sogar dramatische Veränderungen und Fortschritte sind explizit erwünscht.
- Ein erheblicher Teil der Therapie wird in Gruppen abgehalten.
- Der Klient soll sich möglichst bald selbst helfen können.
- Psychologische Erklärungsmodelle in der TA sind weitgehend so angelegt, dass auch ein Laie sie in wenigen Stunden verstehen und damit umgehen kann. Dies beinhaltet natürlich das Verstehen der Fachsprache. Berne verwendet auch Begriffe des american slang und orientierte sich an dem Verständnis eines achtjährigen Kindes.

Mit diesen Merkmalen wurde die TA schnell für die Anwendung im Managementbereich interessant. Die TA, als Vehikel zur bewussten Steuerung von Verhalten und Gestalten, wird bevorzugt in folgenden Themenkomplexen eingesetzt:

- Kommunikation
- Selbsterfahrung
- Eigene Wirkung auf Andere
- Gesprächsverhalten
- Organisationsentwicklung
- Kundenorientierung
- Motivation.

2. Das Märchen vom Kuschelchen:

Vor langer Zeit lebten die Menschen in Frieden miteinander. Gewiss, nicht jeder war ständig mit jedem Menschen zufrieden. Aber wenn sich einer gekränkt, verletzt oder auf andere Weise nicht gut behandelt fühlte, so sagte er es dem anderen. Und nachdem beide darüber gesprochen hatten, gab meistens einer dem anderen ein Kuschelchen. Eines will Euch vorweg verraten – mit diesen Kuschelchen hat es so seine besondere Bewandtnis, die ich erklären will:

Auch heute noch kommt jeder Mensch mit einen unsichtbaren Beutel auf die Welt, im dem sich viele ebenfalls unsichtbare Kuschelchen finden. Doch die meisten von uns wissen das gar nicht. Damals aber wusste jeder, ohne dass es ihm jemand sagen musste, was diese Kuschelchen bewirken. Wenn ich einem anderen Menschen aus meinem Beutel ein warmes weiches Kuschelchen gebe, dann bleibt es natürlich weiter unsichtbar; es verschmilzt mit seiner Haut und macht Ihm ein warmes, gutes Gefühl. Und das tollste – die Kuschelchen in meinem Beutel werde nicht etwa weniger, sondern es bleiben immer genügend für viele weitere Anlässe über, wenn ich wieder jemanden ein Kuschelchen schenken möchte.

Bei vielen Gelegenheiten gaben sich Menschen ein solches Kuschelchen. Manchmal einfach dann, wenn zwei sich von Ihnen begegneten und einander immer noch mochten. Manchmal, um den anderen zu trösten. Manchmal, um Ihm Dank zu sagen. Manchmal, um Ihm Glück zu wünschen. Manchmal beim Abschiednehmen. Manchmal beim Wiedersehen. Und manchmal einfach nur so. Bei jedem Kuschelchen gab es ein warmes, gutes Gefühl. Diese Menschen waren darum auch kerngesund und fröhlich, ihre Augen strahlten, und ihre Haut sah frisch und kuschelig zugleich aus.

Aber eines Tages kam ein Fremder zu diesen Menschen. Sein Gesicht war blass, seine Augen waren kalt. Als er gesehen hatte, wie freigiebig die Menschen mit Ihren Kuschelchen umgingen, sagte er zu einem mit spitzer Zunge: „Weißt Du gar nicht, dass Deine Kuschelchen bald zu Ende gehen werden? Oder bist Du so einfältig zu glauben, dass Deine Kuschelchen immer von selbst wieder nachwachsen?“ Da erschrak der Angesprochene. Fortan verschenkte er seine Kuschelchen nur noch bei ganz besonderen Anlässen und an immer weniger andere Menschen. Wenn sich darüber jemand wunderte, verriet er Ihm hinter vorgehaltener Hand seinen Grund. So sprach es sich bald herum, dass der Vorrat an Kuschelchen nicht so unerschöpflich sei, wie alle bis dahin geglaubt hatten.

Nach und nach wurden auch die anderen Menschen vorsichtiger und sogar argwöhnisch beim Verschenken ihrer Kuschelchen. Zuerst stellten manche das Verschenken außerhalb ihrer eigenen Familie ein. Dann wurden sie auch innerhalb ihrer Familie sparsamer mit dem Verschenken von Kuschelchen. In vielen Familien bürgerte es sich ein, dass der einen dem anderen nur dann ein Kuschelchen gab, wenn er ein mindestens gleich großes von ihm zurückerhielt. Es soll sogar Familien gegeben haben, deren Mitglieder eine heimlich Buchführung anlegten, um sicher zu sein, dass sie über eine gewisse Zeit genauso viele Kuschelchen empfangen wie gegeben hatten. Aber all dies blieb nicht ohne Folgen: Zunächst fast unmerklich verlor die Haut der Menschen ihr frisches und kuscheliges Aussehen. Sie verwelkte ein bisschen. Das Strahlen in den Augen der meisten Menschen wurde schwächer und verlosch schließlich. Als nächstes wurden die Menschen anfälliger gegen Krankheiten. Dem einen schmerzte der Rücken, andere bekamen Kopfschmerzen. Kaum ein Körperteil blieb schließlich von Krankheiten verschont. Aber keiner kam auf den Gedanken, dass all dies mit dem ausgebrochenen Geiz beim Verschenken von Kuschelchen zusammen hängen könne. Stattdessen machten manche Menschen eine Beruf daraus, indem sie sichtbaren Kuschelchen- Ersatz in vielerlei Formen anboten, verschrieben und erstellten. Diesen Kuschelchen- Ersatz gab es zum Beispiel als Salben, Tinkturen und Pillen. Die beseitigten zwar die Schmerzen für eine Zeitlang, aber sie brachten kein warmes, gutes Gefühl, machten die Haut nicht wieder frisch, ließen die Augen nicht wieder strahlen und auch die Menschen nicht wieder fröhlich werden.

Erst nach langer Zeit gab es dann neue Hoffnung. Eine fremde junge Frau kam zu diesem Menschen. Von ihr ging ein Leuchten und eine Kraft aus, wie sie früher all diesen Menschen eigen gewesen war. Jetzt aber war sie die einzige mit dieser Ausstrahlung. Zuerst kamen die ganz kleinen Kinder zu ihr, dann die etwas größeren und schließlich die ganz großen. An alle verschenkte sie ihre Kuschelchen. Sie war einfach sicher, dass ihre Kuschelchen nicht weniger werden würden. Und genau das sagte sie den Kindern. Die meisten glaubten ihr und begannen, selbst wieder reichlich Kuschelchen zu verschenken. Die Schenkenden und auch die Beschenkten blühten rasch wieder auf. Das verunsicherte die Erwachsenen zutiefst. Sie erließen ein Gesetz, wonach schließlich das Verschenken von Kuschelchen verboten sei. Sie druckten Karten mit Abschnitten daran, die zum Bezug einer begrenzten Menge von Kuschelchen berechtigten. Aber inzwischen wussten die Kinder doch wieder, dass Kuschelchen doch gar nicht knapp sein müssen. Und manche Erwachsenen, deren Seele jung geblieben war, glaubten den Kindern. Sie kümmerten sich ebenso wenig um das neue Gesetz, sondern verschenkten wieder freigebig ihre Kuschelchen. Da stehen wir heute. Werden die gesunden und fröhlichen jungen Menschen sich durchsetzen, denen das Verschenken von Kuschelchen immer mehr Freude macht? Oder werden die anderen mit der welken Haut, den schmerzenden gliedern, den Ersatz- Kuschelchen und den rationierten Kuschelchen die Oberhand behalten, so dass es eines Tages einer sagen wird, wenn er nur das Wort „Kuschelchen“ hört: „Ja, da war doch noch was...“

3. Die Entwicklung der Transaktionsanalyse:

Aus Vorträgen entwickelte sich entwickelte sich seit 1950 ein Arbeitskreis um Berne, in dem Ideen, Konzepte und Erfahrungen diskutiert wurden. Hieraus entstand 1964 die Internationale Gesellschaft für TA, genannt ITAA. Die Verbindung von TA- Theorie mit anderen Behandlungsmethoden, u.a. der Gestalttherapie oder dem Psychodrama wurden erprobt. Mit der Zeit entstanden Konzepte zu Behandlung psychotischer und persönlichkeitsgestörter Menschen, von Personen mit neurotischen Konflikten und Verhaltensstörungen, zur Familientherapie, zur Paartherapie und ebenso zur Beratung. Durch die Veröffentlichung Bernes Bestseller „Games people play“ (Spiele der Erwachsenen) wurde die TA einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Da die Konzepte so leicht verständlich waren, interessierten sich auch Fachleute anderer Professionen für die Anwendung über die Therapie hinaus. So wurde die TA auch bald in den Bereichen der Seelsorge, der Beratung, Erziehung, Erwachsenenbildung und der Organisationsentwicklung angewandt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Transaktionsanalyse
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (IfE Tübingen)
Veranstaltung
Soziale Arbeit und Therapie
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
25
Katalognummer
V15812
ISBN (eBook)
9783638208277
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transaktionsanalyse, Soziale, Arbeit, Therapie
Arbeit zitieren
Michael Greißl (Autor), 2002, Transaktionsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15812

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