Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Persönliche Assistenz bei körperlich behinderten Menschen im Modell der 24-Stunden-Assistenz aus Sicht der Assistenten

Title: Persönliche Assistenz bei körperlich behinderten Menschen im Modell der 24-Stunden-Assistenz aus Sicht der Assistenten

Diploma Thesis , 2010 , 63 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Verena Thielking (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Für meine Diplomarbeit wollte ich ein Thema erörtern, welches mich interessiert, mich auch privat beschäftigt und mit dem ich mich identifizieren kann.
Während meines Studiums arbeitete ich knapp zwei Jahre als Assistentin bei einer körperlich behinderten jungen Frau, welche die 24 Stunden Assistenz in Anspruch nimmt, um ein selbstständiges Leben außerhalb ihres Elternhauses führen zu können.
Im Rahmen dieser Arbeit stellten sich mir aus Sicht einer angehenden Sozialpädagogin, aber zugleich auch aus der Sicht einer Assistentin immer wieder Fragen, deren Antworten offen blieben oder nur unbefriedigend von dem Arbeitgeber oder Behindertenverbänden beantwortet wurden. Zusätzlich machte sich in meinem Team ein Unmut über schlechte Bezahlung trotz extremer Arbeitszeiten und wenig Hilfen bei zwischenmenschlichen Problemen breit. Zu vielen Themen fehlte mir die Sichtweise der Assistenten. Ich wollte wissen, was Assistenten aus anderen Teams über dieses Arbeitsfeld denken, wie es ihnen geht, ob und welche Probleme es dort gibt, gerade in Bezug auf die 24 Stunden Assistenz und ob und welche Unterstützung sie bekommen.
Deshalb entschloss ich mich, diesen Bereich im Rahmen meiner Diplomarbeit näher zu beleuchten, um Antworten auf meine Fragen zu erhalten.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema konnte nicht Anhand von Literatur theoretisch erschlossen werden, da das Feld der persönlichen Assistenz noch sehr jung ist. Außerdem bot sich eine eigenständige Erhebung aufgrund der speziellen Frageinhalte geradezu an .
Im Verlauf dieser Arbeit werden zunächst grundlegende Informationen zur Entstehung und zur Entwicklung Persönlicher Assistenz gegeben. Es wird dargestellt, welche Inhalte und welche Bedeutung der Persönlichen Assistenz zugrunde liegen.
Nach der Präsentation der Thesen wird die Auswahl der Methodischen Instrumente begründet. Auf eine deskriptive statistische Auswertung der Erhebung folgt die Beantwortung und Bewertung der erstellten Thesen.
Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und diskutiert, sowie die Bedeutung für die Soziale Arbeit erörtert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Teil I: Grundlagen

2. Geschichte der (west-)deutschen Behindertenbewegung

3. Der Weg zur Persönlichen Assistenz

3.1. Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung

3.2. Assistenzgenossenschaften

3.3. Das Konzept „Selbstbestimmt Leben“

4. Die Persönliche Assistenz

4.1. Begriffserklärung und Definitionen

4.2. Das Konzept der Persönlichen Assistenz

4.3. Verhältnis von Assistenznehmer und Assistent im Modell der Persönlichen Assistenz

4.3.1. Rollenverständnis von Assistent und Assistenznehmer

4.3.2. Macht und Abhängigkeit

4.3.3. Formen der Gewalt im Verhältnis von Assistenznehmer und Assistent

4.4. Finanzierung von Persönlicher Assistenz.

4.5. Zahlen/Fakten

4.6. 24-Stunden-Modell in Abgrenzung zu anderen Modellen

Teil II: Empirischer Teil

5. Methodische Vorgehensweise

5.1. Zugrunde liegende Thesen

5.2. Stichprobenziehung

5.3. Auswahl des methodischen Instruments

5.4. Pretest

5.5. Probleme der Befragung

6. Statistische Auswertung

6.1. Basisdaten der Stichproben

6.2. Soziographische Datenbasis

6.2.1. Geschlecht und Alter

6.2.2. Arbeitsstatus und Intensität ausgehend von der Stundenzahl

6.2.3. Berufserfahrung in der Persönlichen Assistenz

6.2.4. Zusammenfassung der soziographischer Daten

6.3. Empirische Datenbasis

6.3.1. Form der Behinderung und sich daraus ergebene Aufgaben des Assistenten

6.3.2. Arbeitsverständnis/ Werte

6.3.3. Beziehung zu Assistenznehmer.

6.3.4. Vorhandene oder mögliche Schwierigkeiten

6.3.5. Persönliche Grenzen

6.3.6. Erwartungen an Assistenznehmer

6.3.7. Einstellung zu Nähe und Distanz

6.3.8. Vorhandene Konfliktfelder oder Situationen

6.3.9. Umgang mit Konflikten

6.3.10. Fortbildung und Supervision

7. Prüfung der Thesen

8. Abschließende Diskussion / Bedeutung für soziale Arbeit

9. Zusammenfassung

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, das Arbeitsfeld der 24-Stunden-Persönlichen Assistenz aus der spezifischen Sicht der Assistenten zu beleuchten, da deren Perspektive in der Literatur bisher unterrepräsentiert ist. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Assistenten ihre Rolle in der engen, intimen Beziehungsstruktur zum Assistenznehmer wahrnehmen, welche Konfliktfelder existieren und welche Erwartungen sie an ihre Tätigkeit sowie an den Arbeitgeber haben.

  • Historische Entwicklung der Behindertenbewegung und Entstehung der Persönlichen Assistenz.
  • Strukturen und Kernkompetenzen im Modell der Persönlichen Assistenz.
  • Empirische Analyse der Arbeitsbedingungen, Belastungen und Konfliktpotenziale.
  • Evaluation des Verhältnisses von Nähe und Distanz in der 24-Stunden-Assistenz.
  • Diskussion der Bedeutung des Berufsfeldes für die Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

4.3.2. Macht und Abhängigkeit

Das eingangs in diesem Kapitel dargestellte besondere Verhältnis von A.N. und Assistent im Modell der Persönlichen Assistenz ist nicht frei von Abhängigkeiten. Der behinderte Mensch ist auf Hilfen angewiesen. Damit verbinden sich die Erfahrungen von Ohnmacht, da zwar Anweisungen zur Ausführung gegeben werden können, diese jedoch nie perfekt sind und das eigene Ausführen einer Handlung nicht ersetzen können (vgl. ebd. Fib, 2000, S. 4).

Mit einer solchen Lebenssituation umzugehen, ist eine persönliche Herausforderung und birgt die Gefahr, dass eine stark empfundene Ohnmacht im Arbeitsverhältnis sich in Machtinteresse gegenüber den Assistenten äußert. In der P.A. werden Macht und Ohnmacht zwar beidseitig erlebt (vgl. ebd.), doch in Bezug auf deren Ausprägung und Intensität gibt es Unterschiede.

Dem A.N. sind durch ständigen Assistenzbedarf kaum Möglichkeiten gegeben sich in seiner Privatsphäre abzugrenzen, während der Assistent dies recht leicht vermag. Er hat durch die arbeits-freie Zeit die Möglichkeit, seine Privatsphäre unbeobachtet auszuleben. Zwar befindet er sich in einer finanziellen Abhängigkeit, hat jedoch jederzeit die Möglichkeit aus dieser Arbeit auszusteigen (vgl. ebd.). Der A.N. kann die Assistenten auswechseln, die Grundabhängigkeit aber bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas aus der eigenen Berufserfahrung heraus und erläutert die Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung zur Sichtweise von Assistenten.

2. Geschichte der (west-)deutschen Behindertenbewegung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung von Selbsthilfegruppen und Behindertenverbänden als Vorläufer des Selbstbestimmt-Leben-Gedankens.

3. Der Weg zur Persönlichen Assistenz: Der Übergang von der ISB über Assistenzgenossenschaften bis hin zum Konzept "Selbstbestimmt Leben" wird dargestellt.

4. Die Persönliche Assistenz: Definition, Struktur, Finanzierung und die spezifischen Anforderungen des 24-Stunden-Modells werden hier detailliert analysiert.

5. Methodische Vorgehensweise: Die Autorin legt ihre Thesen dar und beschreibt das Design ihrer empirischen Befragung mittels Fragebögen.

6. Statistische Auswertung: Die erhobenen Daten zur Soziographie der Assistenten und zu deren Arbeitsalltag, Konflikten und Werten werden deskriptiv ausgewertet.

7. Prüfung der Thesen: Die eingangs aufgestellten Thesen werden anhand der erhobenen empirischen Ergebnisse kritisch überprüft.

8. Abschließende Diskussion / Bedeutung für soziale Arbeit: Die Ergebnisse werden reflektiert und die Relevanz des Berufsfeldes für die Soziale Arbeit erörtert.

9. Zusammenfassung: Ein abschließender Überblick über die Ergebnisse zur Zufriedenheit der Assistenten und der Bedarf nach weiterer Ausgestaltung des Berufsfeldes.

Schlüsselwörter

Persönliche Assistenz, Behindertenbewegung, 24-Stunden-Assistenz, Assistenznehmer, Empowerment, Selbstbestimmt Leben, Arbeitsverhältnis, Konfliktmanagement, Machtverhältnisse, Rollenverständnis, Soziale Arbeit, Empirische Sozialforschung, Arbeitgebermodell, Supervision, Arbeitsbelastung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Berufsfeld der Persönlichen Assistenz, insbesondere im 24-Stunden-Modell, aus der Perspektive der Assistenten selbst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Behindertenbewegung, das Konzept der Persönlichen Assistenz, Rollenverständnisse in der Pflegebeziehung, Macht- und Abhängigkeitsstrukturen sowie die Arbeitsbedingungen von Assistenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, tiefere Einblicke in die Beziehungsgestaltung zwischen Assistent und Assistenznehmer zu gewinnen und insbesondere die subjektiven Belastungen und Erwartungen der Assistenten zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt einen quantitativen Ansatz in Form einer schriftlichen Befragung mittels Fragebögen, die an in Köln tätige Assistenten verschickt wurden.

Welche Inhalte werden im empirischen Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden soziographische Daten der Assistenten, ihre Aufgabenfelder, Werte, Beziehung zum Arbeitgeber, mögliche Konfliktquellen sowie ihr Wunsch nach Supervision und Fortbildung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Persönliche Assistenz, Selbstbestimmung, Rollenkonflikte, 24-Stunden-Betreuung und das Arbeitgebermodell.

Warum ist die Abgrenzung von Dienst- und Freundschaftsverhältnis so schwierig?

Da die Assistenz im häuslichen und intimen Umfeld des Arbeitgebers stattfindet, entsteht oft eine enge Beziehungsstruktur, die das Risiko von Rollenverwirrungen und Grenzüberschreitungen birgt.

Welche Rolle spielen Supervision und Fortbildung laut der Studie?

Etwa die Hälfte der Befragten begrüßt Angebote zur Fortbildung (z. B. Hebetechnik, soziale Kompetenz) und Supervision, um die psychische Belastung durch die Intimität des Arbeitsfeldes professionell aufzufangen.

Excerpt out of 63 pages  - scroll top

Details

Title
Persönliche Assistenz bei körperlich behinderten Menschen im Modell der 24-Stunden-Assistenz aus Sicht der Assistenten
College
Cologne University of Applied Sciences
Grade
1,7
Author
Verena Thielking (Author)
Publication Year
2010
Pages
63
Catalog Number
V158167
ISBN (eBook)
9783640725250
ISBN (Book)
9783640725342
Language
German
Tags
24 Stunden Modell persönliche assistenz körperlich behindert behindert assistenz empirisch Behindertenbewegung Selbstbestimmt Leben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Thielking (Author), 2010, Persönliche Assistenz bei körperlich behinderten Menschen im Modell der 24-Stunden-Assistenz aus Sicht der Assistenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158167
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  63  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint