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Partnerschaft und Sexualität bei behinderten Menschen

Eine Befragung von MitarbeiterInnen von Behinderteneinrichtungen zu ihrem Umgang mit dem Sexualleben von Betreuten

Titel: Partnerschaft und Sexualität bei behinderten Menschen

Diplomarbeit , 2003 , 105 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Steffen Grundmann (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eindeutig zu viel erwartet wäre es, die Einstellungen gegenüber behinderten
Menschen zum Thema Sexualität durch diese Arbeit grundlegend verändern zu
wollen, geschweige denn zu können (Vielleicht wird sich durch die Umfrage
sogar herausstellen, dass dies zumindest im professionellen Sektor gar nicht
mehr nötig ist!?). Diese Erwartung ist schon deshalb übertrieben, da die
Umfrage aufgrund der relativ geringen Anzahl an befragten Personen nur
bedingt als repräsentativ bezeichnet werden kann. Ein realistischeres Ziel ist es
schon eher, wenn man durch die Befragung erreicht, dass dieses Thema in den
befragten Einrichtungen neu bzw. erneut diskutiert wird. Zweifellos haben sich
die Bedingungen für behinderte Menschen in den letzten Jahrzehnten
entschieden verbessert. Schlagworte wie Integration und
Normalisierungsprinzip machen dies deutlich. Doch kann ein kritisches
Hinterfragen der gegenwärtigen Einstellungen zur Sexualität geistig behinderter
Menschen nicht falsch sein – auch im Hinblick auf die aufgestellten Thesen und
die Untersuchungsergebnisse. Da jeder an der Umfrage teilgenommenen
Einrichtung die Auswertung der Fragebögen zugeschickt wird, ist diese
Auseinandersetzung mit diesem Thema zumindest nicht völlig unwahrscheinlich. Im ersten Teil werden zunächst in komprimierter Form die theoretischen
Grundlagen zum Thema behandelt. Dazu zählen grundlegende Erläuterungen
der Begriffe „Behinderung“, „geistige Behinderung“, „Einstellungen“,
„Sexualität“, „Selbstbestimmung“ sowie der rechtlichen Grundlagen (u.a.
Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Eheschließung, Sterilisation). Auf die
entsprechenden Fragen im Fragebogen wird jeweils folgendermaßen verwiesen: Im zweiten Teil wird nach Darstellung des Aufbaus und der Durchführung der
Befragung eine Auswertung versucht. Die Ergebnisse werden – wenn möglich –
mit den im theoretischen Teil dargestellten Fakten als auch mit anderen Fragen
in Verbindung gebracht.
Im dritten Teil – dem Schlussteil – werden nach der Auseinandersetzung mit
den aufgestellten Hypothesen die Ergebnisse der Umfrage zusammenfassend
dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Warum dieses Thema?

1.2 Was soll mit dieser Arbeit erreicht werden?

1.3 Zur Strukturierung

1.4 Nicht näher bearbeitete Themen

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definitorische Annäherung an den Begriff der „Behinderung“...

2.2 ...und speziell der geistigen Behinderung

2.2.1 Ursachen von geistiger Behinderung

2.3 Der Begriff der Einstellung – Erklärt am mehrdimensionalen Einstellungsmodell

2.4 Der Begriff der Sexualität

2.4.1 Die „andere“ Sexualität?

2.4.2 Zur Selbstbefriedigung bei geistiger Behinderung – Risiken und Chancen der aktiven Unterstützung für hilflose Menschen

2.5 Selbstbestimmung von geistig behinderten Menschen

2.6 Rechtliche Grundlagen zur Partnerschaft und Sexualität bei geistig behinderten Menschen

2.6.1 Die allgemeinen Grundrechte

2.6.2 Rechts- und Geschäftsfähigkeit von geistig behinderten Menschen

2.6.3 Juristische Aspekte zur Eheschließung

2.6.4 Juristische Aspekte zum Kinderwunsch von geistig behinderten Menschen

2.6.5 Juristische Aspekte zur Sterilisation

2.6.6 Exkurs 1: Juristische Aspekte zum Schwangerschaftsabbruch

2.6.7 Exkurs 2: Juristische Aspekte zur Sexualassistenz

3. Praktischer Teil – Die Umfrage

3.1 Wer wird befragt? Was wird erfragt?

3.2 Wie wird befragt?

3.3 Zum Rücklauf

3.4 Wie wurden die Fragebögen ausgewertet?

3.5 Hypothesen zu dieser Arbeit

4. Auswertung der Fragebögen

4.1 Statistische Fragen (Fragen 1 bis 9)

4.2 Zufriedenheit mit der Arbeit (Fragen 11 und 12)

4.3 Aufbau der Gruppe (Fragen 13 bis 21)

4.3.1 Fragen 18 bis 21

4.4 Fragen zu Freundschaft, Partnerschaft und Ehe von geistigbehinderten Menschen (Fragen 22 bis 29)

4.5 Ursache von geistiger Behinderung (Frage 30) und weitere „Wissensfragen“ zur Sexualität geistigbehinderter Menschen (Fragen 31 und 32)

4.6 Fragen zur Aufklärung und Verhütung (Fragen 33 bis 37)

4.7 Toleranz gegenüber der Sexualität von geistigbehinderten Menschen allgemein (Frage 38) und speziell zur Selbstbefriedigung (Fragen 39 bis 42)

4.8 Fragen zu Kinderwunsch von geistigbehinderten Menschen (Fragen 43 und 44) und zur Sterilisation (Frage 45)

4.9 Eigene Einstellung zur Sexualität (Frage 46) und Vergleich der eigenen Einstellungen zur Sexualität mit denen der Kollegen und der Einrichtung (Fragen 47 bis 49)

5. Schlussteil

5.1 Verifizierung bzw. Falsifizierung der aufgestellten Hypothesen

5.2 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Einstellungen von Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen gegenüber der Sexualität ihrer geistig behinderten Betreuten zu untersuchen und deren Umgang damit zu analysieren, um so einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema in professionellen Kontexten zu leisten.

  • Erfassung der Einstellungen von Fachpersonal zu Partnerschaft und Sexualität geistig behinderter Menschen.
  • Untersuchung des praktischen Umgangs mit sexuellen Bedürfnissen und Selbstbefriedigung in stationären Einrichtungen.
  • Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen im Hinblick auf Selbstbestimmung, Sterilisation und Kinderwunsch.
  • Überprüfung der Diskrepanz zwischen individuellem Anspruch an Toleranz und der realen institutionellen Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Zur Selbstbefriedigung bei geistiger Behinderung – Risiken und Chancen der aktiven Unterstützung für hilflose Menschen

Auch wenn es keine besondere Sexualität bei geistig behinderte Menschen gibt, so haben sie trotzdem aufgrund ihres oft mangelhaftem Wissens mit besonderen Schwierigkeiten zu „kämpfen“:

„Tim geht, wenn er aus der Werkstatt nach Hause kommt, stets zunächst in sein Zimmer, legt sich bäuchlings auf den Teppich und fängt an zu rütteln, zu stoßen, er macht beischlafähnliche Bewegungen. Mir ist klar, dass Tim sexuell erregt ist und sich befriedigen will, aber offensichtlich weiß er nicht, wie das geht. Schließlich bleibt er mit knallrotem Gesicht, atemlos, völlig verschwitzt erschöpft liegen. Noch eine ganze Weile danach ist er schlecht gelaunt.“ (Bericht einer Mutter über ihren 17 Jahre alten Sohn mit Down-Syndrom; aus: „Sexualität und geistige Behinderung“, pro familia 2001, S. 12)

Wie Tim sind viele geistig behinderte Menschen nicht in der Lage, sich erfolgreich selbst zu befriedigen. Sie brauchen Hilfe, um Selbstbefriedigung zu erlernen. Wird ihnen diese Hilfe verwehrt, so erleben sie statt Lust einfach nur Leid! (vgl. ebd., S. 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas Sexualität als individuelles Grundrecht und Darstellung der Problematik der Fremdbestimmung in Behinderteneinrichtungen.

2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe wie Behinderung, Einstellung, Sexualität und Selbstbestimmung sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen für Menschen mit geistiger Behinderung.

3. Praktischer Teil – Die Umfrage: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Zielgruppe und des Aufbaus der durchgeführten Befragung unter Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen.

4. Auswertung der Fragebögen: Präsentation und Analyse der erhobenen statistischen Daten sowie der Antworten zu spezifischen Themen wie Partnerschaft, Aufklärung und Sterilisation.

5. Schlussteil: Verifizierung der aufgestellten Hypothesen anhand der Untersuchungsergebnisse und eine zusammenfassende Betrachtung der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Schlüsselwörter

Sexualität, geistige Behinderung, Behinderteneinrichtung, Selbstbestimmung, Einstellungsforschung, Partnerschaft, Aufklärung, Sterilisation, Betreuungsgesetz, pädagogische Praxis, Fremdbestimmung, Sexualpädagogik, Selbstbefriedigung, Behindertenarbeit, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einstellungen und dem praktischen Umgang von Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen bezüglich des Sexuallebens geistig behinderter Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit thematisiert Partnerschaft, Sexualität, Selbstbestimmung, das Recht auf Eheschließung, Kinderwunsch sowie die juristischen Rahmenbedingungen wie das Betreuungsgesetz und die Sterilisation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Status quo in den befragten Einrichtungen zu erfassen, kritisch zu reflektieren und die Diskrepanz zwischen professionellen Einstellungen und der tatsächlichen alltäglichen Lebenspraxis aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine quantitative Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens mit 50 Fragen bei 86 Mitarbeitern in sechs verschiedenen Behinderteneinrichtungen in Baden-Württemberg durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt und anschließend die Ergebnisse der Umfrage im Hinblick auf Hypothesen zur Selbstbestimmung und zum Umgang mit Sexualität analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Sexualität, geistige Behinderung, Selbstbestimmung, Einstellungsforschung, Sterilisation und stationäre Unterbringung.

Wie stehen die befragten Mitarbeiter zur Selbstbefriedigung bei Betreuten?

Die Umfrage ergab, dass eine deutliche Mehrheit von über 87% die Selbstbefriedigung als völlig normales Verhalten ansieht und das Personal diese in der Praxis meist gewähren lässt.

Welche Rolle spielen institutionelle Strukturen bei der Selbstbestimmung?

Der Autor betont, dass stationäre Strukturen – etwa durch mangelnde Rückzugsmöglichkeiten oder das Fehlen eigener Zimmerschlüssel – die Möglichkeiten zur gelebten Sexualität und Selbstbestimmung stark einschränken.

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Details

Titel
Partnerschaft und Sexualität bei behinderten Menschen
Untertitel
Eine Befragung von MitarbeiterInnen von Behinderteneinrichtungen zu ihrem Umgang mit dem Sexualleben von Betreuten
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Arbeitsfeldseminar
Note
2,5
Autor
Steffen Grundmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
105
Katalognummer
V15823
ISBN (eBook)
9783638208376
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Partnerschaft Sexualität Menschen Eine Befragung MitarbeiterInnen Behinderteneinrichtungen Umgang Einstellungen Sexualleben Betreuten Arbeitsfeldseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Grundmann (Autor:in), 2003, Partnerschaft und Sexualität bei behinderten Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15823
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  105  Seiten
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