Die vorliegende Untersuchung analysiert den Zusammenhang zwischen den Einstellungen von Lehrkräften zum inklusiven Schulsystem und ihrer Selbstwirksamkeitsüberzeugung in Bezug auf die Durchführung inklusiven Unterrichts. Insgesamt wurden 85 Lehramtsstudierende unterschiedlicher Fachrichtungen mithilfe eines Online-Fragebogens befragt. Die Erhebung umfasste Skalen zur Erfassung der Einstellungen gegenüber Inklusion und der Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante, jedoch schwach ausgeprägte Korrelation zwischen den beiden Variablen. Dies deutet darauf hin, dass positive Einstellungen mit einer stärkeren Selbstwirksamkeit einhergehen, wobei weitere Faktoren moderierend wirken könnten. Methodische Einschränkungen, wie die ausschließliche Nutzung von Selbstauskunft und die fehlende Berücksichtigung kontextueller Moderatoren, wurden reflektiert. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Relevanz gezielter Fortbildungsprogramme und praktischer Erfahrungen zur Förderung von positiven Einstellungen und Selbstwirksamkeit in der Lehrer*innenbildung. Zukünftige Forschung sollte die Rolle institutioneller und demografischer Faktoren sowie internationaler Unterschiede vertiefen, um die Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung inklusiver Bildung besser zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
0 Abstract
1 Einleitung
2 Methode
3 Ergebnisse
4 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Untersuchung ist die Analyse des Zusammenhangs zwischen den Einstellungen von Lehrkräften zum inklusiven Schulsystem und ihrer individuellen Selbstwirksamkeitsüberzeugung in Bezug auf die Durchführung inklusiven Unterrichts.
- Bedeutung von Lehrereinstellungen für den Erfolg inklusiver Bildung
- Konzept und Relevanz der Selbstwirksamkeit für pädagogisches Handeln
- Quantitative Analyse der Korrelation zwischen den beiden Variablen bei Lehramtsstudierenden
- Einflussfaktoren wie Berufserfahrung und institutionelle Rahmenbedingungen
- Praktische Implikationen für die Lehrerbildung und Fortbildungsprogramme
Auszug aus dem Buch
Zusammenhang von Selbstwirksamkeit und Inklusionsverständnis
Neben den Einstellungen ist die Selbstwirksamkeit ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Umsetzung inklusiver Bildungsmaßnahmen. Das Konzept der Selbstwirksamkeit, das auf der sozial-kognitiven Theorie von Bandura (1977, 1997) basiert, beschreibt die Überzeugung einer Person, durch eigene Fähigkeiten bestimmte Ziele erreichen zu können. Im Kontext inklusiver Bildung zeigt sich, dass Lehrkräfte mit hoher Selbstwirksamkeit überzeugt sind, Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf erfolgreich in der Regelschule zu unterrichten und zu fördern (Sharma, Loreman & Forlin, 2012). Diese Überzeugung geht in der Regel mit einer höheren Bereitschaft einher, inklusionsbezogene Ansätze umzusetzen.
Darüber hinaus trägt eine ausgeprägte Selbstwirksamkeit zur Verbesserung des beruflichen Wohlbefindens und erhöht die Resilienz gegenüber beruflichen Belastungen (Edelstein, 2002). Lehrkräfte mit geringerer Selbstwirksamkeit nehmen ihre Handlungsmöglichkeiten oft als eingeschränkt wahr und stehen der praktischen Umsetzung von Inklusion daher kritischer gegenüber (Sharma et al., 2012).
Empirische Befunde legen nahe, dass Einstellungen und Selbstwirksamkeit in einem dynamischen Wechselverhältnis stehen. Lehrkräfte mit hohen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen berichten häufig positivere Einstellungen zur Inklusion, was wiederum ihre Bereitschaft fördert, inklusiven Unterricht engagiert zu gestalten (u.a. Bosse & Spörer, 2014; Görel, 2019). Hingegen zeigen Lehrkräfte mit negativen Einstellungen und geringer Selbstwirksamkeitserwartung oft geringere Bestrebungen in der Umsetzung inklusiver Praktiken, da sie die Anforderungen als schwierig oder nicht bewältigbar wahrnehmen (Sharma & Jacobs, 2016). Obwohl bereits wichtige Erkenntnisse vorliegen, sind die genauen Mechanismen, die die Wechselbeziehung zwischen Einstellungen und Selbstwirksamkeit steuern, sowie die Rolle moderierender und kontextueller Faktoren noch nicht abschließend geklärt.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Abstract: Kurze Zusammenfassung der Studie, die den positiven, jedoch schwachen Zusammenhang zwischen Einstellungen zur Inklusion und Selbstwirksamkeit bei 85 Lehramtsstudierenden aufzeigt.
1 Einleitung: Herleitung der Relevanz inklusiver Bildung im deutschen Schulsystem und theoretische Verknüpfung von Lehrereinstellungen sowie Selbstwirksamkeitsüberzeugungen.
2 Methode: Darstellung des methodischen Vorgehens anhand einer quantitativen Online-Befragung bei 85 Lehramtsstudierenden mittels validierter Skalen zur Erfassung der beiden Hauptvariablen.
3 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertung, die eine signifikante, aber schwache positive Korrelation zwischen der Einstellung zur Inklusion und der Selbstwirksamkeitsüberzeugung belegt.
4 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund bestehender Forschung, Diskussion methodischer Limitationen und Empfehlungen für eine integrative Lehrerbildung.
Schlüsselwörter
Inklusion, Lehrkräfte, Selbstwirksamkeit, Inklusiver Unterricht, Bildungsforschung, Quantitative Studie, Lehramtsstudierende, Einstellung zu Inklusion, Schulsystem, Lehrerbildung, Berufserfahrung, Inklusive Bildung, Pädagogische Kompetenzen, Förderung, Resilienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Einstellungen angehender Lehrkräfte zum inklusiven Schulsystem und ihrem persönlichen Zutrauen, diesen Unterricht erfolgreich durchzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Konstrukte "Einstellungen zur Inklusion" und "Selbstwirksamkeitsüberzeugung" sowie deren gegenseitige Beeinflussung im pädagogischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, in einer empirischen Untersuchung zu klären, ob Lehramtsstudierende mit positiveren Einstellungen zur Inklusion auch eine stärkere Überzeugung besitzen, inklusive Unterrichtsprozesse kompetent zu meistern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit 85 Lehramtsstudierenden durchgeführt, wobei validierte Fragebogenskalen und statistische Korrelationsanalysen zur Anwendung kamen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung, die statistische Auswertung und die anschließende fachliche Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Inklusion, Selbstwirksamkeit, Lehrkräfteeinstellungen und inklusive Bildungspraxis definieren.
Inwiefern beeinflusst das Alter oder die Erfahrung der Studierenden die Ergebnisse?
Die Studie untersuchte zwar verschiedene Vorerfahrungen der Studierenden, konnte jedoch keine belastbaren Rückschlüsse auf den direkten Einfluss der Berufserfahrung ziehen, da die Stichprobe primär aus noch nicht voll berufstätigen Studierenden bestand.
Spielt die Art der Behinderung eine Rolle für die Einstellung der Lehrkräfte?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Studie die Inklusion nicht nach spezifischen Förderbedarfen differenziert hat, betont aber, dass andere Studien zeigen, dass Einstellungen je nach Art der Beeinträchtigung (z.B. motorisch vs. emotional) variieren können.
- Arbeit zitieren
- Celina Mehlmann (Autor:in), 2025, Zusammenhang zwischen Lehrkräfte-Einstellungen zur Inklusion und Selbstwirksamkeit im inklusiven Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1582636