Die Methode des Silbenklatschens wird jedem Grundschulkind schon einmal begegnet sein. Die Hilfestellung, Wörter zu klatschen, wird besonders bei Wörtern mit Silbengelenken wie bei Mappe verwendet. Kinder sollen durch ihr phonologisches Bewusstsein wahrnehmen können, wie viele Konsonanten in dem Gelenk enthalten sind. Bereits im vorschulischen Bereich werden Vorläuferfähigkeiten durch entsprechende Rhythmuserziehung in Liedern oder Reimen erworben.
Laut Risel (2002) ist „das Sprechen in Silben [...] eine ‚klassische‘, oft unhinterfragt praktizierte Verfahrensweise im Rechtschreibunterricht“. Es stellt sich die Frage, ob eine Methode, die eigentlich für die Ermittlung von Silbenanzahlen steht, eine korrekte Schreibung der Silbengelenke gewährleisten kann.
„Die besten Chancen auf einen erfolgreichen Schriftspracherwerb haben Kinder dann, wenn sie dabei unterstützt werden, die Funktionsweise des Systems verstehen zu lernen“ (Bangel et al. 2017). Ein gelungener Deutschunterricht gibt in diesem Zusammenhang Einblicke in orthographische Strukturen, die auf Rechtschreibphänomenen basieren. Es gilt zu erörtern, inwiefern die Vermittlung der Schärfungsschreibung im Orthographieunterricht erfolgt. Lassen sich spezifische Elemente als gelungen oder ausbaufähig herausstellen?
Die vorliegende Arbeit untersucht nun genau diese Problematik. Die Relevanz wird angesichts der vorliegenden Studien sichtbar. Nur bei etwa einem Viertel der Schülerinnen und Schüler erfolgt die Schreibung an Silbengelenken sicher. Eine Reduktion der Thematik erfolgt durch die Bezugnahme auf den Grundwortschatz der Handreichung NRW. Es werden nur genannte Gelenkschreibungen mit den Buchstabenfolgen <ll>, <mm>, <nn>, <pp>, <ss>, <tt>, <ck> und <tz> analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das silbische Prinzip
2.1 Die Silbe
2.2 Die Schärfungsschreibung
2.3 FRESCH-Methode
3 Synthese des Kriterienkataloges
3.1 Grundwortschatz in der Handreichung NRW
3.2 Kriterienkatalog
4 Analyse der Schärfungsschreibung in dem Lehrwerk Zebra
5 Diskussion
6 Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vermittlung und Förderung der Schärfungsschreibung im Deutschunterricht der Primarstufe, wobei ein besonderer Fokus auf der kriteriengeleiteten Analyse der Lehrwerkreihe „Zebra“ (Klasse 1/2) liegt. Ziel ist es zu eruieren, inwieweit die Schärfungsschreibung orthographisch korrekt vermittelt wird und ob sich gezielte didaktische Strategien als gelungen oder ausbaufähig erweisen.
- Grundlagen des silbischen Prinzips und der Schärfungsschreibung
- Einsatz der FRESCH-Methode im orthographischen Unterricht
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Analyse von Lehrwerken
- Überprüfung der Umsetzung im Lehrwerk „Zebra“
- Didaktische Reflexion und Diskussion zur Wirksamkeit der Förderung
Auszug aus dem Buch
2 Das silbische Prinzip
„Das Deutsche hat eine Alphabetschrift, die wesentlich lautbezogen ist“ (Fuhrhop 2015: 6). Einige Wortformen können durch die Graphem-Phonem-Korrespondenzen richtig verschriftet werden. Dieses Verfahren führt jedoch bei einer großen Zahl „nicht zu korrekten Schreibungen“ (Eisenberg 2016: 71). Die Bedeutung eines Buchstabens kann erst durch die Bezugnahme weiterer Buchstaben ermittelt werden.
Das silbische Prinzip arbeitet mit der nächstgrößeren Einheit, den Silben. Die einzelnen Segmente werden durch Buchstabenfolgen abgebildet (vgl. Bangel et al. 2017: 7). Das Geschriebene entspricht nicht den Graphem-Phonem-Korrespondenzen, sondern umfasst weitere silbenbezogene Regelhaftigkeiten, wie das Dehnungs-
Silben sind dem Sprecher „leichter zugänglich als Einheiten wie Laute, Wörter oder auch Sätze“ (Bredel et al. 2017: 30). Schon vor Eintritt der Schule können Kinder die Silbenanzahl von Wörtern recht sicher bestimmen. In der gesprochenen Sprache, vor allem in Liedern, sind die lautlichen Einheiten für sie deutlich wahrnehmbar (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Schärfungsschreibung im Orthographieunterricht und definiert das Ziel der Analyse des Lehrwerks Zebra anhand des Grundwortschatzes.
2 Das silbische Prinzip: Das Kapitel führt grundlegende linguistische Konzepte ein, darunter die Bedeutung der Silbe als Struktureinheit und die theoretischen Hintergründe zur Schärfungsschreibung sowie zur FRESCH-Methode.
3 Synthese des Kriterienkatalogs: Hier werden auf Basis des fachlichen Hintergrunds fünf Kriterien entwickelt, die als Maßstab für die anschließende Untersuchung der Lehrwerke dienen.
4 Analyse der Schärfungsschreibung in dem Lehrwerk Zebra: Dieses Hauptkapitel wendet den Kriterienkatalog konkret auf die Lehrwerke „Zebra“ an und wertet die Vermittlung der Schärfungsschreibung aus.
5 Diskussion: Die Ergebnisse der Analyse werden kritisch hinterfragt, wobei die Stärken und Schwächen der gewählten Didaktik im Hinblick auf den Lernerfolg besprochen werden.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und resümiert den Forschungsbedarf sowie die didaktischen Empfehlungen für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Schärfungsschreibung, Silbenstruktur, Silbengelenk, Doppelkonsonant, FRESCH-Methode, Schriftspracherwerb, Lehrwerkanalyse, Grundwortschatz, Phologische Bewusstheit, Orthographieunterricht, Silbenklatschen, Zebra Lehrwerk, Didaktik, Grundschule, Graphem-Phonem-Korrespondenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Schärfungsschreibung im Deutschunterricht der Grundschule vermittelt wird und wie Lehrwerke – speziell die Reihe Zebra – dieses Thema umsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die orthographische Regelhaftigkeit der Schärfung, das silbische Prinzip und die didaktische Aufbereitung von Rechtschreibstrategien für das Grundschulalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch einen kriteriengeleiteten Kriterienkatalog zu bewerten, ob das Lehrwerk Zebra die orthographischen Anforderungen erfüllt und die Kinder effektiv zum korrekten Schreiben befähigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kriterienorientierte Lehrwerkanalyse, die fachwissenschaftliche Grundlagen (u.a. das silbische Prinzip) mit didaktischen Anforderungen der Handreichung NRW verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Erstellung eines Kriterienkatalogs und die praktische Analyse der verschiedenen Lehrwerkteile von Zebra.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Silbengelenk, Schärfungsschreibung, FRESCH-Methode, Doppelkonsonanten und Graphem-Phonem-Korrespondenz.
Warum ist das Silbengelenk für die Schärfungsschreibung so wichtig?
Das Silbengelenk kennzeichnet die Schnittstelle zwischen zwei Silben, an der durch die Verdopplung des Konsonanten die lautliche Schärfung orthographisch markiert wird.
Inwiefern beeinflusst das Spiralcurriculum die Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet, wie das Lehrwerk Zebra schwierige Rechtschreibphänomene wie die Schärfung sukzessive von Klasse 1 bis Klasse 2 aufbaut und vertieft.
- Arbeit zitieren
- Celina Mehlmann (Autor:in), 2023, Vermittlung der Schärfungsschreibung im Deutschunterricht. Kriteriengeleitete Analyse der Lehrwerke Zebra Klasse 1/2, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1582642