Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Englisch - Literaturgeschichte, Epochen

Der zwiespältige Charakter der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht

Titel: Der zwiespältige Charakter der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht

Seminararbeit , 2009 , 13 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Steffen Plutz (Autor:in)

Didaktik für das Fach Englisch - Literaturgeschichte, Epochen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Shakespeares Tragödie „Macbeth“ (1606) nimmt die Figur der Lady Macbeth eine der bedeutendsten und auch undurchsichtigsten Rollen innerhalb des Stückes ein. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit soll die Rolle der Lady Macbeth im Hinblick auf deren Geschlecht und mannigfaltigen Charakter erarbeitet werden. Die Person Lady Macbeth ist nicht einfach zu durchschauen und ihre Handlungen und Empfindungen lassen sich teilweise nicht eindeutig definieren: Macbeths Frau scheint auf der einen Seite zunächst wesentlich stärker und rücksichtsloser als Macbeth selbst zu sein. Dennoch kann Sie, obwohl Sie selbst den Mord an König Duncan geplant hat, den Monarchen nicht selbst umbringen, was auf ihr weibliches Geschlecht zurückzuführen ist, welches Sie in verschiedenen Situation bannen möchte. Auf der anderen Seite wird Sie nach dem Mord, von Albträumen und Vorwürfen heim gesucht und schlafwandelt durch das Schloss.
Gelingt es Lady Macbeth die für diese Zeit typisch weiblichen Eigenschaften der Zurückhaltung, Schwäche und Unterwerfung abzulegen, in Sinne einer Abgrenzung zum männlichen Geschlecht? Kann Sie als eine Frau betrachtet werden, die revolutioniert und emanzipiert auftritt? Oder lassen sich mehrere Punkte in ihrem Handeln feststellen, die darauf schließen, dass ihre Versuche aus der männlichen Dominanz zu entkommen, fehlgeschlagen sind? Findet eine Entwicklung ihres Charakters im Laufe des Stückes statt oder spielt Shakespeare in Macbeth letztendlich nur mit stereotypischen Darstellungen von Frauen- und Männerbildern?
Diese Fragen sollen im Verlauf der Arbeit erörtert werden, um schließlich eine Antwort auf die Fragestellung zu finden ob Lady Macbeth es schafft sich von ihren weiblichen Eigenschaften und Charakterzügen zu trennen oder ob sie schließlich doch dem männlichen Geschlecht unterlegen ist und ihre Weiblichkeit beibehält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Frau zur Zeit Shakespeares

3. Charakterisierung der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht

4. Fazit/Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die ambivalente Charakterzeichnung der Lady Macbeth in Shakespeares Tragödie „Macbeth“ unter besonderer Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Rolle. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob es der Figur gelingt, sich erfolgreich von zugeschriebenen weiblichen Attributen zu lösen und männlich konnotierte Machtstrukturen zu übernehmen, oder ob sie letztlich an den gesellschaftlichen Normen und ihrer eigenen Weiblichkeit scheitert.

  • Die gesellschaftliche Stellung der Frau im elisabethanischen Zeitalter.
  • Analyse der Geschlechterrollen und deren Störung durch das Handeln der Lady Macbeth.
  • Untersuchung der sprachlichen und manipulativen Machtmittel im Kontrast zu physischer Stärke.
  • Die psychologische Entwicklung der Figur: Zwischen Grausamkeit, Schuldgefühl und Wahnsinn.
  • Interpretation des Scheiterns der Figur vor dem Hintergrund zeitgenössischer moralischer und religiöser Vorstellungen.

Auszug aus dem Buch

Charakterisierung der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht

Bei der Nachforschung in Shakespeares Tragödie ließe sich als erstes feststellen, dass eine Vielzahl von Interpretationen die Affinität der Charaktereigenschaften der Lady Macbeth als typisch männlichen Bereich des Daseins erklären, was im Bezug auf die Zeit in der das Drama entstanden ist, weder erwartet noch erwünscht wurde. Roberts bezeichnet Lady Macbeth, in diesem Sinne, sogar als „masculinized woman“ (Roberts 1991: 96.). Beweise für die fehlende Weiblichkeit der Lady Macbeth können zum Beispiel in der Entschlossenheit und Verbissenheit ihres Geistes gesehen werden, was auch als eine impulsive tragische Bewegung interpretiert werden kann. Am Anfang scheint Lady Macbeth klar als dominierender Part innerhalb des Ehepaares Macbeth hervorzugehen. Macbeth scheint sogar seine Ehepartnerin mehr zu fürchten als das Schlachtfeld (vgl. Traub 1995: 132.). In Lady Macbeths ersten Monolog (1.5.1-29) wird ihr Streben nach Herrschaft und Macht in ihrer Partnerschaft deutlich:

„That I may pour my spirits in thine ear, / And chastise with the valour of my tongue / All that impedes thee from the golden round, / Which fate and metaphysical aid doth seem / To have thee crown’d withal”(1.5.1-29)

Browne merkt in diesem Sinne an, dass das Wort “chastise” eine bedeutende Rolle spielt: „the strength of “chastise” suggests that Lady Macbeth can be very manipulative“(Browne 1976: 124.). Lady Macbeth will also ihren Mann nicht nur unterstützen sondern ihn lenken und bewusst manipulieren um seine Fehler, was seine Weichheit und seine Unentschlossenheit wären, zu korrigieren. Die Aussage „that I may pour my spirits in thine ear“ zeigt weiterhin das sie nach Macht strebt und in einem gewissen Umfang auch hat. Männlichkeit, welche Lady Macbeth erreichen will, impliziert Macht: „In Macbeth and Coriolanus, the two most important representatives of the feminine are even more committed than the heroes to a code of manliness that emphasizes power, honor, war, and revenge” (Bamber 1982: 91.). Bamber erläuter weiterhin, dass Lady Macbeth einerseits diejenige Person ist, die Ambitionen hat, auf der anderen Seite jedoch Macbeth untergeordnet und eher „stage manager“ (vgl. Bamber 1982: 92.) als „independent center [...] of self-interest“ (ebd. 92.) ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der widersprüchlichen Charakterdarstellung der Lady Macbeth ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer Emanzipationsversuche und ihres Verbleibs in geschlechtsspezifischen Rollen.

2. Die Rolle der Frau zur Zeit Shakespeares: Dieses Kapitel skizziert die gesellschaftliche Unterordnung der Frau im frühen 17. Jahrhundert, um den Kontrast zu Lady Macbeths ambivalentem Rollenverständnis als Bruch mit der bestehenden Ordnung darzustellen.

3. Charakterisierung der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht: Dieser Hauptteil analysiert die Versuche der Lady Macbeth, sich durch Sprache, Manipulation und Härte von ihrer Weiblichkeit zu lösen, und zeigt auf, warum sie letztlich an ihrer „unveränderlichen Weiblichkeit“ sowie an Schuldgefühlen scheitert.

4. Fazit/Zusammenfassung: Das Fazit schließt mit der Erkenntnis, dass Lady Macbeth an ihren Emanzipationsbestrebungen scheitert und ihr tragisches Schicksal als Bestätigung der damaligen Geschlechtertrennung und moralischen Weltordnung gedeutet werden kann.

Schlüsselwörter

Lady Macbeth, William Shakespeare, Macbeth, Geschlechterrollen, Feminismus, Tragödie, Macht, Weiblichkeit, Männlichkeit, Schuld, Manipulation, Elisabethanisches Zeitalter, Literaturanalyse, Charakterisierung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Figur der Lady Macbeth aus Shakespeares Tragödie „Macbeth“ und beleuchtet ihr komplexes Rollenverhalten sowie ihre Entwicklung im Kontext ihrer Geschlechtszugehörigkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören das elisabethanische Frauenbild, die Dynamik der Partnerschaft zwischen Macbeth und seiner Frau sowie die symbolische Bedeutung von Sprache und Macht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Lady Macbeth tatsächlich ihre weiblichen Charakterzüge ablegen kann, um männliche Dominanz zu erlangen, oder ob sie unweigerlich in traditionelle Rollenmuster zurückfällt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes sowie die Einbeziehung zeitgenössischer sowie moderner Sekundärliteratur zu Geschlechtertheorien.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil werden Lady Macbeths Monologe und Handlungen – insbesondere ihr Einfluss auf Macbeth und ihr anschließender mentaler Verfall – detailliert auf geschlechtsspezifische Metaphern untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Geschlechterrollen“, „Ambivalenz“, „Emanzipation“, „Schuld“ und „historischer Kontext“ beschreiben.

Inwiefern spielt die „Zunge“ oder Sprache eine besondere Rolle für die Figur?

Die Autorin argumentiert, dass die Sprache für Lady Macbeth das einzige „männliche“ Machtinstrument darstellt, da ihr physische Kraft als Frau innerhalb der damaligen Ordnung weitgehend verwehrt blieb.

Wie deutet die Arbeit den Ohnmachtsanfall der Lady Macbeth?

Der Ohnmachtsanfall wird als bewusste Inszenierung ihrer Weiblichkeit interpretiert, um von ihrem Ehemann abzulenken und die Aufmerksamkeit auf ihre vermeintliche Schwäche zu lenken.

Warum wird Lady Macbeth als „tragische Figur“ bezeichnet?

Ihr Scheitern ist tragisch, da ihre Versuche, die gesellschaftliche Ordnung durch den Mord an Duncan zu durchbrechen, zwangsläufig in den eigenen Untergang führen, sobald sie ihre Rolle als treibende Kraft verliert.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der zwiespältige Charakter der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Anglistik)
Veranstaltung
Gendered Spaces – Repräsentation des weiblichen in der frühen Neuzeit
Note
2,5
Autor
Steffen Plutz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V158269
ISBN (eBook)
9783640715558
ISBN (Buch)
9783640715718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macbeth Shakespeare Gender Geschlecht Weiblichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Plutz (Autor:in), 2009, Der zwiespältige Charakter der Lady Macbeth im Hinblick auf ihr Geschlecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158269
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum