Der Marketing-Mix und seine konkrete Umsetzung in "Par-dessus bord"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

13 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Marketing der 60er Jahre und Umsetzung in „Par-dessus bord“

3. Definition des Marketing – Mix

4. Der Marketing Mix und seine Umsetzung in „Par-dessus bord“
4.1 Kontrahierungspolitik:
4.2 Produktpolitik in „Par-dessus bord“
4.3 Distributionspolitik in „Par-dessus bord“
4.4 Kommunikationspolitik in „Par-dessus bord“

5. Fazit/ Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Das Französische Drama „Par-dessus bord“ (entstanden zwischen 1967 und 1969) von Michel Vinaver erforscht vorwiegend das kapitalistische Alltagsleben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dem Gebiet des Marketing wird innerhalb des Stückes eine besondere Rolle zugeschrieben. Das Auftreten eines amerikanischen Konkurrenzunternehmens, der „United Paper Company“, auf dem französischen Markt, welches durch seine neuen und ausgereiften Marketingmethoden das Unternehmen „Ravoire et Dehaze“ zunehmend in Bedrängnis bringt, zwingt den französischen Toilettenpapierfabrikant zunehmend zur Nutzung der neuen „amerikanischen“ Marketinginstrumente, welche sich in Form des Marketing-Mix widerspiegeln, um weiter am Markt bestehen zu können.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden wie und in welcher Weise der Marketing-Mix bei dem französischen Unternehmen „Ravoire et Dehaze“ eingesetzt bzw. umgesetzt wird und woran der Toilettenpapierhersteller letztendlich scheitert und vom amerikanischen Konkurrenzunternehmen „United Paper Company“ übernommen wird. Zu Anfang soll auf die reale Wirtschaftssituation und die neuen Marketingformen der 60er Jahre und deren Umsetzung in „Par-dessus bord“ eingegangen werden. Um das Hauptthema der Arbeit besser zu verstehen erfolgt anschließend eine allgemeine Definition des Marketing-Mix. Den Hauptteil dieser wissenschaftlichen Arbeit soll sich auf die konkrete Umsetzung der verschiedenen Gebiete des Marketing-Mix also der Kontrahierungs-, Produkt-, Distributions- und Kommunikationspolitik beziehen, ohne eine kritische Bewertung der Vorgehensweise von „Ravoire et Dehaze“ vorzunehmen. Zum Schluss soll sich kritisch mit dem Thema Marketing und besonders der Umsetzung des Marketing-Mix in „Par-dessus bord“ auseinander gesetzt und ein Fazit formuliert werden. Ziel soll es sein die unterschiedliche Umsetzung der Instrumente des Marketing-Mix in „par-dessus bord“ zu analysieren und auf ihre Korrektheit hin zu überprüfen. Dabei sollen die Intentionen und Absichten Michel Vinavers erläutert und mit in die Analyse einbezogen werden.

2. Marketing der 60er Jahre und Umsetzung in „Par-dessus bord“

Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts zeichnete sich immer mehr ein Wandel der kapitalistischen Gesellschaft hin zur Überflussgesellschaft ab (vgl. Hatzig. 2005, S.194). Die noch in den 50er Jahren vorherrschende Phase der Produktorientierung, wo die Nachfrage das Angebot bei weitem überstieg, wurde in den 60er Jahren durch die Phase der Verkaufsorientierung abgelöst, da die Nachfragerseite zunehmend gesättigt war und die steigende Anzahl von Substitutionsmöglichkeiten den Absatz der Produkte erschwerte (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.355). Die neu entstandene und zunehmende Absatzproblematik spiegelt sich vor allem in Vinaver’s Theater in „Par-dessus bord“ wieder und wird dort als ein zentrales Thema behandelt, wobei der Neuausrichtung der Marketingaktivitäten der 60er Jahre in dem französischen Drama eine erhebliche Bedeutung für die Überflussgesellschaft zugeschrieben wird (vgl. Hatzig. 2005, S.196). Die neue Marketingberaterin Jenny Frankfurter sieht beispielsweise neue Möglichkeiten des Marketings in einer Gesellschaft, die im Überfluss lebt (vgl. ebd. S.196):

„Mais aujourd’hui qu’une économie du superflu se substitue à l’économie de nécessité il y a des quantités de nouvelles avenues qui s’ouvrent sur le plan marketing […]“ (vgl. Vinaver. 1973, S.430)

Laut Vinaver ist es das Ziel der Marketingaktivitäten „désirs illimités“ also unbegrenzte und neue sekundäre Bedürfnisse, zu schaffen um den Produktabsatz in einer „Gesellschaft des gelenkten Konsums“ zu sichern (vgl. Hatzig. 2005, S.196ff). Weiterhin wurde, auf Grund der zunehmenden Marktsättigung, des steigenden Einkommens und des wachsenden Konsumbewusstseins, die Gebiete Forschung und Entwicklung zu zentralen Bereichen der Unternehmensführung (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.355). Dem Entwickeln von neuen Innovationen wurde immer mehr Bedeutung zugesprochen, mit dem Ziel sich von konkurrierenden Unternehmen abzugrenzen und Wettbewerbsvorteile auszubauen. Auch in „Par-dessus bord“ gehen der Produktgestaltung verstärkt Marktforschungsaktivitäten voraus um das Produkt „Toilettenpapier“ erfolgreich zu verkaufen (vgl. Hatzig. 2005, S.197). Die Produktion ist nicht mehr blind auf den Markt gerichtet sondern vielmehr auf Konsumentenwünsch hin zugeschnitten: „Au lieu de vendre ce qu’on fabrique on produit ce qui va se vendre“ (Vinaver. 1973, S.440). Weiterhin lässt sich sagen, dass in den 60er Jahren ein Wandel der Kommunikation und der Medien in denen diese genutzt wurde stattfand (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.355). Die Kommunikation sollte zunächst Emotionen und Images verkaufen, und nicht mehr direkt Produkte. Die Werbung wurde immer mehr von einer Produkt-zu einer Lifestylewerbung. Dieser Trend lässt sich auch in „Par-dessus bord“ beobachten mit der Einführung des neuen Produktes « Mousse et Bruyère », welches viele Vorteile aufzeigt (vgl. Elstob. 1992, S.93):

„Battistini. - [...] ce qui ressort le plus nettement comme associations valorisantes c’est l’évasion la solitude enivrante les amours adolescentes la nature inviolée le rêve et le papier s’appelant ainsi est décrit par les gens comme un papier digne de confiance de prix assez élevé mais justifié“ (Vinaver. 1973, S.465).

Weiterhin waren die 60er Jahre verstärkt geprägt durch die Invasion amerikanischer Konzerne in den europäischen Wirtschaftsraum und dem damit verbundenen Konfrontation französischer Unternehmen mit vergleichsweise fortschrittlichen amerikanischen Management- und Marketingstrategien (Hatzig. 2005, S.199f). Diese Konfrontation wird besonders in „Par-dessus bord“ deutlich, da sich das französische Familienunternehmen „Ravoire et Dehaze“ mehr und mehr mit dem amerikanischen Unternehmen „United Paper Company“ als starker Konkurrent auseinandersetzen muss.

3. Definition des Marketing – Mix

Laut dem Marketingexperten Franz Rudolpf Esch, erfordert erfolgreiches Marketing Kenntnisse über Konsumenten, die Konkurrenz, den Markt und die Entwicklungen, die Einfluss auf den Markt nehmen können sowie über das eigene Unternehmen. Gleichzeitig müssen konkrete Ziele und Strategien festgelegt werden. Nachdem die strategische Marketingplanung im Marketingmanagement erarbeitet wurde, findet nun die Umsetzung statt (vgl. Olbrisch. 2007). „Im Marketing Mix werden Marketing Strategien in konkrete Aktionen umgesetzt“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.34). Der Marketing Mix ist somit die zentrale Aufgabe der operativen Marketing-Planung und beschreibt die Abstimmung, Koordination und Integration der zu behandelnden Marketing-Instrumente untereinander (vgl. Olbrisch. 2007). Die Aufteilung der Instrumente des Marketing-Mix wurde erstmals von Jerome McCarthy vorgeschlagen und unterteilen sich in die englischen vier P´s: Product, Price, Promotion und Place.

Im deutschen haben sich die vier Säulen Produktpolitik , Kontrahierungspolitik , Distributionspolitik und Kommunikationspolitik e tabliert (vgl. Olbrisch. 2007). Im Bereich der Produktpolitik geht es um die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen, d.h. Instrumente wie Qualität, Stil, Verpackung, Service, Innovationen, Produktprogramme, Name der Marke etc. (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.34ff). „Produkte und Dienstleistungen müssen Kundenbedürfnissen entsprechend maßgeschneidert werden. Innovationen in diesem Bereich stellen die Treiber des Unternehmenswachstums dar. Produktprogramme sind Markt und unternehmensbezogen zu optimieren.“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.35). Bei der Kontrahierungspolitik geht es um die Bildung von Preisen, die vom Konsumenten für das jeweilige Produkt zu entrichten sind. Neben der endkundenorientierten Preispolitik muss weiterhin noch die Konditionspolitik festgelegt werden, d.h. eventuell zu vergebende Rabatte, Absatzkredite, Mengenzuschläge etc. (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.36). „Die Preispolitik hat zum Ziel, durch eine optimale Preissetzung die maximale Zahlungsbereitschaft der Kunden abzuschöpfen. Da dies mit einem Einheitspreis nicht durchgängig möglich ist, müssen Maßnahmen zur Preisvariation initiiert werden“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.36). Um die Distributionspolitik richtig zu gestalten, müssen Entscheidungen über die Absatzwege und die logische Ausgestaltung des Vertriebs getroffen werden. d.h. Entscheidungen über Absatzkanäle, Standorte, Lagerhaltung, Transport etc. (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006 S.37). „Distributionsentscheidungen beziehen sich auf die Wege mit denen man die Angebote den Kunden näher bringt und sicherstellt, dass diese auch entsprechend der Nachfrage verfügbar sind“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.37). Unter der Kommunikationspolitik wird das managen von allen möglichen Arten der Kommunikation verstanden, d.h. Werbung, persönlicher Verkauf, Public Relations, Sponsoring, Verkaufsförderung, etc. (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.36). „Die Kommunikation als Sprachrohr von Unternehmen und Marken ist grundlegend, um Angebote in der heutigen Informationsflut bei den Kunden auf die Menükarte zu stellen und die spezifischen Vorteile der Angebote mundgerecht sowie bedürfnis- und markenadäquat zu vermitteln.“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006 S. 36). Das Ziel des Marketing-Mix ist es das optimale Zusammenspiel der Instrumente zu erreichen, um so das Unternehmensziel zufrieden stellen zu können (vgl. Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.37). „Erst die Orchestrierung der Marketingmaßnahmen auf die Marketingstrategie führt zu einem effektivem und effizienten Einsatz aller Marketing-Mix-Instrumente“ (Esch/Herrmann/Sattler. 2006, S.38).

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Marketing-Mix und seine konkrete Umsetzung in "Par-dessus bord"
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Le capitalisme au théâtre – Zu zeitgenössischen französischen Dramen
Note
3,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V158270
ISBN (eBook)
9783640721160
ISBN (Buch)
9783640721658
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Michel Vinaver, Capitalisme, Pa-dessus bord
Arbeit zitieren
Steffen Plutz (Autor), 2009, Der Marketing-Mix und seine konkrete Umsetzung in "Par-dessus bord", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158270

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