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Die Instrumentalisierung des Sports im Nationalsozialismus am Beispiel des Turnens

Titel: Die Instrumentalisierung des Sports im Nationalsozialismus am Beispiel des Turnens

Essay , 2009 , 7 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Julia Altmann (Autor:in)

Sport - Sportgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl lange Zeit die Zweckfreiheit des Sports proklamiert wurde, lässt sich beson-ders in der Zeit des Nationalsozialismus eine klare Politisierung und Instrumentalisie-rung der Leibeserziehung erkennen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Nationalsozialistische Leibeserziehung als höchstes Bildungsgut

2. Turnen in der Schule

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die gezielte Politisierung und Instrumentalisierung der Leibeserziehung während der Zeit des Nationalsozialismus, wobei das Turnen als exemplarisches Fallbeispiel dient, um die Transformation des Sports zu einem militärischen Ausbildungsinstrument aufzuzeigen.

  • Die ideologische Umgestaltung der Leibeserziehung im NS-Staat.
  • Die Rolle des Sports bei der Erziehung zur Volksgemeinschaft und Rassenpflege.
  • Die Funktion des Turnunterrichts als Form der Kriegsvorbereitung und Abhärtung.
  • Der Missbrauch sportlicher Ereignisse als Propagandainstrument.
  • Die Gleichschaltung von Sportvereinen und Verbänden.

Auszug aus dem Buch

2. Turnen in der Schule

Während der Sport in der Öffentlichkeit zum Ziel hatte, die Überlegenheit des arischen Menschen durch besondere sportliche Leistungsfähigkeit und Überlegenheit zu demonstrieren, hatten Sport und Turnen in der Schule die Funktion der Kriegsvorbereitung und Abhärtung. Dennoch lagen erst im Jahre 1937 neue Richtlinien für die schulische Leibeserziehung der Jungen vor und 1941 für die der Mädchen.

Ganz im Sinne der Erziehung zum Kampfmenschen wurden hier in erster Linie Handball und Fußball sowie Boxen als Sportarten favorisiert, da sie zu kämpferischem Einsatz und entschlossenem Handeln erzögen. Dem Turnen kam eher eine Randstellung zu. Wenn es überhaupt praktiziert wurde, beschränkte es sich auf das Geräteturnen, da sich in ihm die „methodische Fiktion des ‚Ernstfalles’ besonders anschaulich durchführen“ lasse.

„Turnen an Geräten bedeutet ein Zweifaches: Kampf mit sich selbst und Auseinandersetzung mit jeglichem Hindernis, das sich in den Weg stellt. Mut, Härte, Selbstvertrauen, Herzhaftigkeit, Zielstrebigkeit und Willensstärke bis zum Sieg müssen die Eigenschaften eines Geräteturners sein.“

Wagnis und Mut im Überwinden innerer Widerstände und Hemmungen standen im Vordergrund, sodass der „dynamische Tatenmensch“, sobald er sich hier bewährte, „wahre Triumphe der Selbstüberwindung“ feiern konnte. In diesem Sinne verstand man jedes Gerät als ein Instrument, das Wagnisse ermöglichte. Gewagte Abgänge, Mutproben am Hochreck, Hocke, Flanke, Grätsche an den drei Hauptgeräten Reck, Barren und Pferd sollten Jungen wie Mädchen ‚zäh wie Leder und hart wie Krupp-Stahl’ machen. „Schwungübungen (Schwungstemme, Kippe an Reck und Barren, Spreizübungen am Pferd)“ galten hingegen als nicht charakterfördernd, da sie auch noch im ermüdeten Zustand leicht zu vollbringen seien und keines Mutes bedürfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Nationalsozialistische Leibeserziehung als höchstes Bildungsgut: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Vereinnahmung des Sports durch das NS-Regime, um eine körperlich gestählte und soldatische Jugend für den Krieg heranzuziehen.

2. Turnen in der Schule: Hier wird detailliert dargestellt, wie der Turnunterricht zu einem Instrument der militärischen Abhärtung umfunktioniert wurde, wobei Geräteturnen primär der Charakterschulung und Mutprüfung diente.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Sport unter dem NS-Regime vollständig seiner ursprünglichen Zweckfreiheit beraubt wurde und als moralisch und materiell zerstörtes Instrument der Diktatur endete.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Leibeserziehung, Sport, Turnen, Instrumentalisierung, Politisierung, Kriegsvorbereitung, Volksgemeinschaft, Geräteturnen, Propaganda, Wehrturnen, Gleichschaltung, Erziehung, Rassenpflege, Führerprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der totalen Politisierung und Instrumentalisierung des Sports im Nationalsozialismus mit einem speziellen Fokus auf das Turnen als Erziehungsmittel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der Leibeserziehung zur Formung des "Kampfmenschen", die Gleichschaltung der Sportorganisationen und die Nutzung sportlicher Großereignisse zur Propaganda.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das NS-Regime körperliche Ertüchtigung gezielt nutzte, um das Individuum zu unterwerfen und als widerstandsfähiges Material für den Krieg nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Basis von Fachliteratur und Dokumentationen die Theorie und Praxis der NS-Leibeserziehung aufarbeitet.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ideologischen Anforderungen an die Leibeserziehung, die spezifische Gestaltung des schulischen Turnunterrichts sowie die organisatorische Gleichschaltung.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Instrumentalisierung, Leibeserziehung, Nationalsozialismus und Ideologisierung.

Warum wurde ausgerechnet das Turnen als Beispiel gewählt?

Das Turnen diente im NS-Schulwesen besonders anschaulich als methodische Fiktion des "Ernstfalls" und zur Vermittlung von soldatischen Tugenden wie Härte und Mut.

Welche Rolle spielte das "Führerprinzip" im Sportunterricht?

Es verlangte die strikte Unterordnung unter einen Mannschaftsführer, wobei sportliche Leistung eng mit der bedingungslosen Integration in die politische Mannschaft verknüpft wurde.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Instrumentalisierung des Sports im Nationalsozialismus am Beispiel des Turnens
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,7
Autor
Julia Altmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V158312
ISBN (eBook)
9783640707379
ISBN (Buch)
9783640707386
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Instrumentalisierung Sports Nationalsozialismus Beispiel Turnens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Altmann (Autor:in), 2009, Die Instrumentalisierung des Sports im Nationalsozialismus am Beispiel des Turnens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158312
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Leseprobe aus  7  Seiten
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