Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik

Julikrise und Kriegsausbruch 1914

Titel: Julikrise und Kriegsausbruch 1914

Seminararbeit , 1999 , 19 Seiten , Note: 1-

Autor:in: Nils Urban (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diskussion um die Schuldfrage des Ersten Weltkrieges ist, wenn auch
überlagert durch die Ereignisse des zweiten Weltkrieges, weiterhin eine
bedeutende Frage, der sich zahlreiche Literatur widmet. Dabei war es vor allem
Fritz Fischer mit seinem Buch „Griff nach der Weltmacht“, der in die bis in die
60er Jahre hinein wenig distanziert und weitgehend patriotisch geführte
Debatte neue Kontroversen einbrachte (Fischerkontroverse1). Er analysierte
nach Ansicht bis dato unveröffentlichter Aktenbestände erstmals, daß das
Deutsche Reich die Julikrise nutzen wollte, um sich der selbstverschuldeten
Auskreisung 2 gewaltsam zu entziehen und eine unangefochtene
Hegemonialstellung in Europa aufzubauen, um somit die von Öffentlichkeit
und Politik zunehmend geforderten Weltmachtambitionen durch politische und
wirtschaftliche Expansion verwirklichen zu können.3
Ihm folgten weitere Historiker wie Peter Graf Kielmannsegg 4 und Imanuel
Geiss5, die eigene Analysen vorlegten und mit dazu beitrugen, daß sich
inzwischen in Deutschland weitgehend die Ansicht durchgesetzt hat, daß sich
das Deutsche Reich mit seiner Politik für die Eskalation der Julikrise mit- oder
gar hauptverantwortlich gemacht hat, obwohl die Beweggründe und
Kriegsziele der Reichsleitung weiterhin umstritten sind.
Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit, wird es mir nicht möglich
sein, sämtliche Ursachen- und Wirkungsstränge zu untersuchen, die in den
Weltkrieg führten. Ich werde deshalb den Schwerpunkt auf die folgenden
Themenbereiche legen: Erstens, welche Faktoren eine militärische
Auseinandersetzung absehbar und unvermeidlich erschienen ließen, zweitens,
die Vorgänge und ihre spätere Bewertung während der entscheidenden Julitage und drittens, ob die Schuldfrage eine berechtigte, aber falsch verstandene
Frage im Bezug auf den historischen Kontext ist.

1 Vgl. Schöllgen , Gregor: Griff nach der Weltmacht? 25 Jahre Fischerkontroverse, in:
Historisches Jahrbuch 106 (1986) S. 386-406.
2 Geiss, Imanuel: Der lange Weg in die Katastrophe. Die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges
1815-1914, München 1990, S. 217.
3 Vgl. Fischer, Fritz: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen
Deutschland 1914/1918, Düsseldorf 1961, S. 11;12.
4 Kielmannsegg, Peter Graf: Deutschland und der Erste Weltkrieg, 2. Auflage, Stuttgart 1980.
5 Geiss, Imanuel: Der lange Weg in die Katastrophe. Die Vorgeschichte des ersten Weltkrieges
1815-1914, München 1990. S. 205; 210.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Wegbereiter der Julikrise

Einleitung

1. Innenpolitische Entscheidungen und Einflüsse

a) Weltmachtstreben und Flottenbau

b) Industrie und Verbände

c) Die deutsche Öffentlichkeit

2. Außenpolitische Entscheidungen und ihre Auswirkungen

a) Deutsche Kolonien

b) Krisen vor Juli 1914

II. Die Julikrise

1. Das Attentat und die politischen Konsequenzen

2. Vergebliche Vermittlungsversuche

3. Die Kettenreaktion der Mobilmachungen

C. Schluß

Schuldfrage oder legitimes Mittel der Zeit

D. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die innen- und außenpolitischen Hintergründe des Deutschen Reiches, die zur Eskalation der Julikrise 1914 und schließlich zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten, wobei insbesondere die Rolle militärischer und diplomatischer Entscheidungsprozesse kritisch beleuchtet wird.

  • Analyse des deutschen Weltmachtstrebens und des Flottenbaus als innenpolitische Einflussfaktoren.
  • Untersuchung der Bedeutung internationaler Krisen (insb. Marokkokrisen) für das Eskalationspotenzial.
  • Darstellung der diplomatischen Handlungsspielräume während der Julitage.
  • Erörterung der Kriegsschuldfrage im historisch-wissenschaftlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

I. Wegbereiter der Julikrise

Die Julikrise von 1914, die schließlich in den ersten Weltkrieg mündete, sollte nicht isoliert betrachtet werden. Ohne eine zumindest kurze Anskizzierung der Ereignisse, die ihr vorausgingen, ist ihr Ausmaß nicht verständlich. Wie sollte eine derartige Krise so plötzlich erwachsen sein, zumal die Situation im Vergleich zu vorausgegangenen Krisen nur unwesentlich kritischer war. Gewisse entscheidungsprägende Ereignisse müssen also bereits vor der Julikrise von 1914 vorgefallen sein, die die Entwicklungen am Vorabend des Krieges indirekt beeinflußt haben. Um die sich aufbauenden und zunehmenden Spannungsverhältnisse bis zum Juli 1914 zu verstehen, werde ich im Rahmen dieser begrenzten Arbeit einige Sachverhalte ansprechen, die von Bedeutung erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Forschungsgeschichte zur Kriegsschuldfrage, insbesondere unter Bezugnahme auf die Fischer-Kontroverse, und definiert den Fokus der Untersuchung.

B. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der strukturellen Voraussetzungen (Wegbereiter) der Julikrise sowie die chronologische Analyse der Julikrise selbst.

I. Wegbereiter der Julikrise: Dieses Kapitel analysiert innenpolitische Entwicklungen wie den Flottenbau sowie außenpolitische Faktoren, die das Deutsche Reich in einen europäischen Konflikt führten.

II. Die Julikrise: Hier werden der Verlauf der diplomatischen Krise nach dem Attentat von Sarajewo, die Vermittlungsbemühungen und die militärische Eskalationsdynamik beschrieben.

C. Schluß: Das Fazit bewertet die Rolle Deutschlands und diskutiert den damaligen historischen Kontext des Krieges als vermeintlich legitimes politisches Mittel.

D. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und historischer Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Julikrise, Erster Weltkrieg, Kriegsschuldfrage, Weltmachtstreben, Flottenbau, Außenpolitik, Bündnissystem, Mobilmachung, Bethmann Hollweg, Schlieffenplan, Diplomatie, Historischer Kontext, Imperialismus, Eskalation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf der Julikrise 1914, die direkt zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf deutsche innenpolitische Bestrebungen, die außenpolitische Isolation, koloniale Interessen sowie den Einfluss militärischer Planungen auf die Diplomatie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu erörtern, ob die Schuldfrage als isolierte Schuldzuweisung berechtigt ist oder ob sie im historischen Kontext eines zeitgenössischen Verständnisses von Krieg als politischem Mittel betrachtet werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Dokumentensammlungen zur Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der langfristigen Wegbereiter wie Weltmachtstreben und Krisenerfahrungen sowie die konkrete chronologische Betrachtung der Julitage von 1914.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Julikrise, Weltmachtstreben, Kriegsschuldfrage, Bündnissystem und Diplomatie.

Was bedeutet der Begriff "Blankoscheck" in dieser Arbeit?

Der "Blankoscheck" bezeichnet die deutsche Zusage an Österreich-Ungarn nach dem Attentat von Sarajewo, das Land bei seinem harten Vorgehen gegen Serbien bedingungslos zu unterstützen.

Welche Rolle spielten die "Rezessionsjahre 1913/1914" für die Politik?

Die wirtschaftliche Unsicherheit dieser Jahre verstärkte den Druck auf die deutsche Regierung, durch außenpolitische Erfolge innere soziale Unruhen einzudämmen und die Interessen der Großindustrie zu bedienen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Julikrise und Kriegsausbruch 1914
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Seminar Köln)
Veranstaltung
Einführungsseminar: Deutsche Innenpolitik 1890-1914
Note
1-
Autor
Nils Urban (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
19
Katalognummer
V15831
ISBN (eBook)
9783638208420
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Julikrise Kriegsausbruch Einführungsseminar Deutsche Innenpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Urban (Autor:in), 1999, Julikrise und Kriegsausbruch 1914, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15831
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum