Da die Verfasserin beruflich in der stationären Wohnungslosenhilfe tätig ist und viele der ehemals wohnungslosen Menschen von sozialer Ausgrenzung und Exklusion berichten, entstand der Gedanke, im Rahmen der Projektarbeit eine real existierende Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen zu einer Begegnungsstätte für alle Bewohnende im Sozialraum weiterzuentwickeln. Hier können alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Bildungsstand oder ihrem sozialen Status, zusammenkommen und soziale Teilhabe erfahren. Die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort werden so verbessert und der Grundstein für ein zukunftsfähiges soziales Gemeinwesen gelegt.
Im Rahmen ihrer Recherche stieß die Verfasserin auf das gut dokumentierte reale Praxisbeispiel einer Tagesaufenthaltsstätte in Norderstedt (TAS Norderstedt), die laut Konzept bereits eine Begegnungsstätte sein soll. Jedoch wird sie nur von Menschen in besonderen Lebenslagen mit sozialen Schwierigkeiten genutzt. Durch Soziale Arbeit mit Sozialraumorientierung wird die TAS zu einer gelebten Begegnungsstätte weiterentwickelt, um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Quartier herbeizuführen.
Die Einzelphänomene der Wohnungslosen werden so vom Fall zum Feld geführt, um strukturelle Unterstützungsmöglichkeiten zur Überwindung der Notlagen zu erwirken. Dies unterstützt die von der Bundesregierung geplante Überwindung von Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030. Hierbei wird vor allem auf Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit gesetzt, um Diskriminierung abzubauen.
Bei der Entwicklung zur Begegnungsstätte wird sich an dem Willen des Menschen im Sozialraum orientiert, der durch Sozialraumanalyse und verschiedene Befragungen erkundet wird. Die Menschen werden durch ein Stadtteilfest aktiviert, sich am Projekt zu beteiligen. Die Ressourcen des Sozialraumes und seiner Bewohner werden erkundet. Die zukünftigen Angebote der TAS werden anhand der Analysen entwickelt und sind zielgruppen- und bereichsübergreifend. Die Netzwerkarbeit dient dem Aufbau eines breiten Unterstützungsnetzes und bildet die Basis für Einzelfallhilfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. TAS Norderstedt
2.1 Begründete Auswahl
2.2 Problembeschreibung
2.3 Analyse
2.4 Beurteilung mit Rückgriff auf Fachdiskurs
2.5 Vertielle Problemerklärung
3. Weiterentwicklung durch Sozialraumorientierung
3.1 Prinzipien der Sozialraumorientierung
3.1.1 Orientierung am Willen des Menschen
3.1.2 Aktivierende Arbeit
3.1.3 Persönliche und sozialräumliche Ressourcen
3.1.4 Zielgruppen- und bereichsübergreifende Aktivitäten
3.1.5 Vernetzung und Integration des Sozialdienstes
3.2 Ziele des Projektes
4. Evaluation
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Projektarbeit ist die Transformation der bestehenden Tagesaufenthaltsstätte (TAS) Norderstedt in eine lebendige Begegnungsstätte durch die Anwendung sozialraumorientierter Methoden, um die soziale Inklusion, Teilhabe und Lebensqualität aller Bewohnenden im Quartier Garstedt Zentrum nachhaltig zu verbessern.
- Analyse der Ist-Situation der TAS Norderstedt und der sozialräumlichen Gegebenheiten in Garstedt Zentrum.
- Anwendung der Prinzipien der Sozialraumorientierung zur Aktivierung und Vernetzung der Bewohnerschaft.
- Entwicklung bedarfsgerechter, zielgruppen- und bereichsübergreifender Angebote zur Förderung des sozialen Miteinanders.
- Erarbeitung von Strategien zur Partizipation und zum Empowerment durch eine Beteiligungsplattform und Projektgruppen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Problembeschreibung
Das Angebot zum Aufenthalt in der Tagesstätte nutzen nur wenige Personen. Am Tag der Hospitation hielten sich durchschnittlich sechs Menschen in den Räumlichkeiten auf. Circa 50 Prozent von Ihnen haben ein Wohnproblem, die andere Hälfte sind laut Müller arme, kranke, alte oder sozial arme Personen. Unter den Besuchenden der TAS sind keine Menschen ohne soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die TAS definiert sich als Begegnungsstätte, dies wird aber nicht gelebt.
Die aktuellen Räumlichkeiten sind zu klein, um Angebote zu schaffen. Mit dem großen Esstisch in der Mitte des Raumes ist dieser bereits zur Hälfte ausgefüllt. Die andere Hälfte des Raumes wird von einem Arbeitsplatz mit Computer sowie einem Sofa gefüllt. Die TAS wirkt wenig einladend auf Besuchende. Die Räumlichkeiten der Küche sind sehr klein und bieten Platz für maximal drei Personen. Für Gruppenangebote gibt es keine Möglichkeiten.
Ein weiteres Problem der TAS ist der Mangel an Personal, besonders für die Samstage, so dass die TAS samstags häufig geschlossen bleiben muss. Aktuell sind circa 30 Ehrenamtliche tätig, jedoch mit sehr unterschiedlichem Zeitkontingent. Dies reicht von täglicher Präsenz bis hin zu einmal monatlicher Mitarbeit. Die meisten Ehrenamtlichen haben zudem das Rentenalter erreicht. Bisherige Versuche, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, beispielsweise über die Ehrenamtsmesse, scheiterten.
Die Frau Müller berichtet von einem großen Zulauf in der Beratung. Immer mehr Menschen wenden sich in Krisensituationen an die TAS. Auch die Themen in der Beratung nehmen zu und betreffen nicht mehr nur Wohnungsnotfälle. Müller berichtet von immer mehr Familien mit Migrationshintergrund, die sich mit allen Themen wie beispielsweise Schulbescheinigungen oder Elterngeldanträgen an die Mitarbeitenden wenden. Häufig kommt es zu sprachlichen Barrieren. Weder die Anzahl an Beratungen noch die Inhalte kann die TAS abdecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Zusammenfassung der Ausgangslage, der Problemstellung und der Strategie zur Weiterentwicklung der TAS zu einer echten Begegnungsstätte.
2. TAS Norderstedt: Detaillierte Beschreibung der Einrichtung, der Zielgruppe sowie Analyse der aktuellen Defizite wie zu geringe Räumlichkeiten, Personalmangel und fehlende soziale Durchmischung.
3. Weiterentwicklung durch Sozialraumorientierung: Theoretische Fundierung der Sozialraumorientierung und praktische Planungsschritte zur Einbindung der Bewohnerschaft und Aktivierung lokaler Ressourcen.
4. Evaluation: Erläuterung der notwendigen Schritte zur Überprüfung der Projekterfolge anhand spezifischer Indikatoren und Erhebungsinstrumente.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Projekts vor dem Hintergrund der Erkenntnisse, dass eine sozialräumliche Öffnung zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zum Abbau von Vorurteilen essenziell ist.
Schlüsselwörter
Sozialraumorientierung, TAS Norderstedt, Wohnungslosenhilfe, Begegnungsstätte, Soziale Teilhabe, Inklusion, Partizipation, Quartiersentwicklung, Aktivierende Arbeit, Sozialraumanalyse, Empowerment, Ehrenamt, Vernetzung, Armutsbekämpfung, Sozialraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation einer bestehenden Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose in Norderstedt zu einer Begegnungsstätte für alle Bewohner des Quartiers, um soziale Exklusion zu überwinden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Sozialraumorientierung, die Aktivierung von Bewohnenden, die Förderung von Partizipation und die Überwindung gesellschaftlicher Stigmatisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Schaffung eines Ortes der Begegnung, an dem Menschen mit und ohne soziale Hilfebedarfe vorurteilsfrei miteinander in Kontakt treten können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Kombination aus Sekundäranalyse des Sozialberichts Norderstedt und einer geplanten Primärerhebung durch Befragungen und strukturierte Stadtteilbegehungen als sozialraumorientierte Methode genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage der TAS, erarbeitet ein Konzept zur Sozialraumorientierung und entwickelt konkrete Ziele sowie Evaluationskriterien für das Projekt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialraumorientierung, Partizipation, Inklusion, Aktivierung und Netzwerkarbeit.
Wie soll die Partizipation der Bewohner konkret umgesetzt werden?
Durch die Einführung einer digitalen Beteiligungsplattform, die Einrichtung von Projektgruppen für Ideenwerkstätten und die Durchführung eines Stadtteilfestes finden Bewohner direkt Gehör.
Warum reicht der aktuelle Ansatz der TAS laut Verfasserin nicht aus?
Die aktuelle TAS fungiert primär als Einrichtung zur existenziellen Grundversorgung, was dazu führt, dass die Klienten isoliert bleiben und das Ziel einer echten Begegnung zwischen allen Bevölkerungsschichten verfehlt wird.
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- Anonym (Author), 2024, Weiterentwicklung der TAS zu einer Begegnungsstätte in Garstedt Zentrum für ein besseres Miteinander im Sozialraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1583403