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Der Moral Foreign Language Effect

Wie verändert die Verwendung einer Fremdsprache unsere ethischen Entscheidungen in moralischen Dilemma Situationen?

Title: Der Moral Foreign Language Effect

Term Paper , 2023 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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In den letzten Jahren wurde ein interessantes Phänomen in der Forschung zu Mehrsprachigkeit beobachtet: Konfrontiert mit moralischen Dilemmata wurde signifikant häufiger von den Probanden eine utilitaristische Entscheidung in einer Fremdsprache getroffen als in ihrer Muttersprache. Wie kann dieser Effekt erklärt werden, wo liegen seine Grenzen und welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

In dieser Arbeit werden aktuelle Studien und Erkenntnisse zum MFLE (Moral Foreign Language Effect) behandelt, während der
FLE (Foreign Language Effect) im Themenfeld der Risikoaversion außen vor bleiben wird. Nach einer Skizzierung des Forschungsstandes zum MFLE wird auf die Methoden und Inhalte von vier aktuellen Studien zum Thema FLE bzw. MFLE (BROUWER 2019, CIRCI et al. 2021, DYLMAN & CHAMPOUX-LARSSON 2020, KYRIAKOU & MAVROU 2023) eingegangen. Insbesondere soll dabei untersucht werden, wo die Grenzen des MFLE liegen und welche Erklärungen die Forschung für diesen Effekt vorschlägt.

Insbesondere beleuchtet werden sollen dabei die Auswirkungen von Sprachkompetenz bzw. Sprachdominanz in der FL, von Sprachähnlichkeit zwischen NL und FL, sowie von dem Wahrnehmungsmodus (auditiv vs. visuell) auf den MFLE. Mit den Erklärungsansätzen der dualprocess-theory, der Rolle von kognitivem Stress und Emotionen, sowie mit der Rolle von sozialen
und moralischen Normen bzw. deren Abrufbarkeit wird sich kritisch auseinandergesetzt. Im Anschluss sollen die Schlussfolgerungen der Erkenntnisse diskutiert werden speziell im Hinblick auf Gründe für den FLE und die Auswirkungen und Konsequenzen für das internationale System und dessen mehrsprachigen Entscheidungsapparat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Forschungsstand

2.2. Methoden

2.3. Studienzusammenfassung

2.4. Diskussion

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten Moral Foreign Language Effect (MFLE), bei dem die Verwendung einer Fremdsprache die moralische Entscheidungsfindung im Vergleich zur Muttersprache beeinflusst. Ziel ist es, die Gründe für diesen Effekt zu identifizieren, seine Grenzen in realistischen versus unrealistischen Dilemmata zu analysieren und die moderierenden Faktoren wie Sprachkompetenz, kognitive Belastung und Darbietungsmodus zu beleuchten.

  • Der Moral Foreign Language Effect (MFLE) und utilitaristisches Entscheidungsverhalten.
  • Einfluss von Sprachkompetenz und linguistischer Ähnlichkeit zwischen den Sprachen.
  • Die Rolle von kognitiven Prozessen (Dual-Process-Theory) und Stressfaktoren.
  • Unterschiede zwischen schriftlicher und auditiver Darbietung von moralischen Dilemmata.
  • Auswirkungen des Effekts auf internationale Entscheidungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

1. EINLEITUNG

In den letzten Jahren beschäftigte sich die Forschung zu Fremdsprachen und Mehrsprachigkeit vermehrt, wie die Verwendung einer Fremdsprache Entscheidungen beeinflussen kann. Dabei zeigten mehrere Studien auf, dass es Unterschiede zwischen Entscheidungen in der Muttersprache (native language: NL) und Entscheidungen in einer Fremdsprache (foreign language: FL) gibt; sowohl in Szenarien mit Fokus auf Risikoaversion als auch bei moralischen Dilemmata. So wählten Studienteilnehmer bei einer in der FL gestellten Aufgabe häufiger die riskantere Version als Studienteilnehmer mit Aufgabenstellung in ihrer NL (z.B. COSTA et al. 2014a). Dies zeigt auf, dass Personen weniger Risikoaversion zeigen, wenn sie in einer FL Entscheidungen treffen. Neben dem Schwerpunkt der Risikoaversion wird auch untersucht, welchen Einfluss die Verwendung von Fremdsprachen in moralischen Entscheidungsfragen hat.

Besonders gut als Untersuchungsmethode bieten sich moralische Dilemmata an. Mehrere Studien weisen auf, dass Personen wahrscheinlicher eine utilitaristische Option in ihrer FL wählen, als wenn das moralische Dilemma in der NL gestellt wird (z.B. COSTA et al. 2014b). Dass Entscheidungsfragen diese unterschiedlichen Antworten je nach Sprachbearbeitungsmodus (NL/FL) hervorbringen, wird gemeinhin als Foreign Language Effect (FLE) bezeichnet. Speziell auf moralische Entscheidungen bezogen wird er auch Moral Foreign Language Effect (MFLE) genannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des MFLE ein und erläutert die Bedeutung der Sprache für moralische Urteilsprozesse sowie die Zielsetzung dieser Arbeit.

2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand, detaillierte methodische Ansätze verschiedener Studien, eine Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Erklärungsansätze.

3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die Offenheit vieler Fragen hinsichtlich der Ursachen des Effekts und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung, insbesondere in realistischen Entscheidungssituationen.

4. Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet die in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen auf.

Schlüsselwörter

Moral Foreign Language Effect, MFLE, Fremdsprache, Muttersprache, moralische Dilemmata, Utilitarismus, Dual-Process-Theory, Sprachkompetenz, kognitive Belastung, Risikoaversion, Entscheidungsverhalten, Fremdsprachenforschung, auditive Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Verwendung einer Fremdsprache im Vergleich zur Muttersprache auf moralische Entscheidungen von Menschen auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Moral Foreign Language Effect (MFLE), die utilitaristische Entscheidungsweise, psychologische Erklärungsmodelle (Dual-Process-Theory) sowie Einflussfaktoren wie Sprachkenntnisse und Darbietungsform.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie die fremdsprachliche Verarbeitung ethische Urteile beeinflusst, welche psychologischen Grenzen der MFLE aufweist und welche Rolle Faktoren wie die auditive Präsentation dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor führt eine Literatur- und Metaanalyse durch, bei der bestehende Forschungsarbeiten zum FLE und MFLE, insbesondere experimentelle Studien, systematisch ausgewertet und diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung des Forschungsstandes, die Erläuterung der experimentellen Methoden der analysierten Studien, die Synthese der erzielten Studienergebnisse sowie eine intensive Diskussion der Erklärungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Moral Foreign Language Effect, utilitaristische Entscheidungsfindung, kognitive Belastung, Dual-Process-Theory, Sprachkompetenz und moralische Dilemmata.

Welche Rolle spielt die auditive Wahrnehmung beim MFLE?

Die Arbeit legt nahe, dass der MFLE in auditiven Darbietungssituationen verstärkt auftreten kann, da hier möglicherweise eine andere kognitive Verarbeitung stattfindet als beim reinen Lesen.

Warum ist der MFLE auch für internationale Entscheidungsprozesse relevant?

Da in globalen Organisationen (wie der EU oder UN) verhandelt und in Fremdsprachen kommuniziert wird, ist es wichtig zu verstehen, ob und wie diese Sprachumgebung moralische Urteile bei politischen oder geschäftlichen Entscheidungen systematisch beeinflussen könnte.

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Details

Title
Der Moral Foreign Language Effect
Subtitle
Wie verändert die Verwendung einer Fremdsprache unsere ethischen Entscheidungen in moralischen Dilemma Situationen?
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
12
Catalog Number
V1584263
ISBN (PDF)
9783389128640
ISBN (Book)
9783389128657
Language
German
Tags
Linguistik dilemma fremdsprache bilingual
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Der Moral Foreign Language Effect, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1584263
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