Theodosius in Konstantinopel

Kirchenpolitik und Bauwerke


Seminararbeit, 2009

10 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Weg nach Konstantinopel
II.1. Kurzer Einblick in die Geschichte der Stadt
II.2. Die Vorgeschichte des Theodosius und die Erhebung zum Kaiser

III. Wichtige politische und gesetzliche Änderungen in Konstantinopel
III.1. Kirchenpolitik
III.2. Andere Gesetze

IV. Änderungen am Stadtbild durch Theodosius
IV.1. Bauwerke im Auftrag von Theodosius
IV.4. Der Theodosius-Obelisk
IV.3. Das Theodosius-Forum

V. Schlussbetrachtung und Ausblick

VI. Verwendete Literatur und Quellen

I. Einleitung

Am 12. August 379 in Sirmium durch Kaiser Gratian zum Mitaugustus erhoben, zog Theodosius der Große erstmals am 24. November 380 triumphal in die Stadt Konstantinopel ein. 382 schloss er von dort aus den Frieden mit den Goten, besuchte die Hauptstadt Rom und die Stadt Mailand. Was aber veränderte der Machthaber innerhalb der von Konstantin dem Großen gegründeten Stadt? Was lässt darauf schließen, dass Theodosius hier gelebt hat? Welche schwerwiegenden politischen Änderungen nahm er von hier aus vor und welche Gebäude und Einrichtungen hinterließ er der Nachwelt? Ohne Frage wichtige außenpolitische Ereignisse wie beispielsweise die Usurpation des Maximus[1] und die Auseinandersetzung mit Ambrosius von Mailand[2] werden in dieser Arbeit außen vor gelassen, um die bereits erwähnten Fragen an Hand von antiken Quellen und Fachliteratur zu klären.

II. Der Weg nach Konstantinopel

II.1. Kurzer Einblick in die Geschichte der Stadt

Konstantinopel wurde um etwa 660 v.Chr. von griechischen Siedlern als die Kolonie Byzantion gegründet. Aufgrund der günstigen Lage am Bosporus wurde die Siedlung schnell zu einem großen Umschlagsplatz für Waren wie Getreide, Fisch und gepökeltes Fleisch und zu einem wichtigen Versorgungspunkt für die Großstadt Athen[3]. Mit dem Wachstum der Stadt und des Wohlstandes wurde die Notwendigkeit nach Festungsmauern immer größer, da sich die Bewohner immer wieder gegen Angriffe und Belagerungsversuche verschiedener Völker wie den Persern und den Römern erwehren mussten. Dies half aber dennoch nichts, da die Bewohner einige Zerstörungen und Besetzungen, beispielsweise durch die Makedonier über sich ergehen lassen mussten. Im Jahr 195 n.Chr. wurde Byzantion durch die Truppen des Septimius Severus eingenommen und weitgehend zerstört. Nach einer Bitte des Sohnes von S. Severus, Caracalla, wurde die Stadt wiederaufgebaut und mit neuen Befestigungsanlagen versehen. Um 323 n.Chr. fasste Kaiser Konstantin den Plan, Byzantion in eine neue Metropole umzuwandeln und benannte die Stadt bereits ein Jahr später in Konstantinopel um[4]. Das Ziel des Kaisers war es, eine (östliche) Hauptstadt zu errichten, die Rom ebenwürdig war. Für den Ort der Errichtung hatte vorher mit, unter anderem, Sofia, Troja und Thessalonike bereits andere Städte ins Auge gefasst, entschied sich aber für den Platz am Bosporus, da hier durch die günstige Lage an der Küste der Handel vorangetrieben werden und das oströmische Reich aus der Mitte regiert werden konnte. Außerdem war Konstantinopel durch die engen Seewege und die guten Befestigungsmöglichkeiten auf dem Lande leicht gegen feindliche Seemächte und Heere zu verteidigen. Des Weiteren wurde der Baubeginn erheblich erleichtert, da S. Severus der Stadt durch seine Baupläne bereits eine gewisse Struktur verliehen hatte. Begonnene Bauprojekte wurden weitergeführt[5].

Nach Konstantin, der die Stadt um viele wichtige Bauten, wie zum Beispiel dem wichtigen Hippodrom, neben dem servianischen Markt das Zentrum für Volk und Kaiser, erweiterte und Straßennetze und Hafenanlagen aufbauen ließ, wurde das Stadtbild auch von dessen Nachfolgern geprägt. Eines der prägendsten Bauwerke hierbei war wohl das Valensaqäudukt, das die Menschen mit Wasser versorgte. Um der Stadt ein prächtiges Aussehen zu verleihen und Reichtum und Wohlstand zu demonstrieren, wurden viele Kunstwerke aus dem ganzen Reich in die Stadt gebracht und öffentlich, beispielsweise im Hippodrom, aufgestellt. Obwohl ebenfalls auf sieben Hügeln errichtet und prunkvoll auf Münzen abgebildet, war Konstantinopel vorerst noch davon entfernt, eine Art „Konkurzenstadt“ zu Rom darzustellen.

II.2. Die Vorgeschichte des Theodosius und die Erhebung zum Kaiser

Flavius Theodosius wurde vermutlich am 11. Januar 346 nach Christus in Cauca in Spanien als Sohn des späteren Heermeisters Theodosius des Älteren geboren und nizänisch erzogen. Dieser ältere Theodosius genoss beim Militär einen ausgezeichneten Ruf und wurde vom regierenden Kaiser Valentian I. (364 – 378 n.Chr.) erstmals etwa um 368 mit einem hohen Amt in Britanien bekleidet. Es folgten weitere Aufträge unter anderem in Afrika Weil es damals zum Komment gehörte, war der Sohn Theodosius des Älteren häufig im Stab seines Vaters vertreten. Im Jahr 374 n.Chr. kam der spätere Kaiser zu seinem ersten militärischen Einsatz als Militärkommandeur im heutigen Bulgarien, wo er gegen einfallende iranische Sarmanten zu Felde zog. Nach dem Tode seines Vaters durch Hinrichtung, fürchtete der jüngere Theodosius das Ende seiner militärischen Laufbahn und zog sich nach Spanien in sein Heimatland zurück, wo er Flaccilla heirate und mit ihr seinen ersten Sohn Arcadius und seine Tochter Pulcheria bekam. Im August 378 fiel jedoch Kaiser Valens bei einem Angriff germanischer Barbaren auf die Stadt Adrianopel, die nur wenige Fußmärsche von der Hauptstadt Konstantinopel entfernt war. Daraufhin wurde Theodosius von Kaiser Gratian wieder zum General erhoben. Nach Beschreibungen des Theodoret war der spätere Mitaugustus ein „vorzüglicher Feldherr“, der sofort auf den Ruf seines Befehlshabers Gratian reagierte, von Spanien in den Osten reiste, das Heer formierte und einen großen Sieg davon trug, in dem er die Barbaren bis über die Donau zurücktrieb[6]. Sokrates und Sozemos behaupteten aber kurz vor Theodoret, dass Theodosius bereits zum Kaiser erhoben wurde, bevor er gegen die Barbaren in die Schlacht zog[7]. Welche der Quellen nun stimmt, lässt sich nur vermuten. Am wahrscheinlichsten ist es, dass Theodosius, da er nicht mit dem Kaiserhaus verwandt, sich mit einem Sieg hervorgetan hatte und daraufhin am 19. Januar 379 zum Augustus erhoben wurde. Nach der Erhebung zum Kaiser bezog Theodosius vorerst ein fürstlich ausgestattes Quartier in Thessalonike (von wo aus auch das Cunctos populos erlassen wurde), bevor er am 24. November 380 triumphierend in die Stadt Konstantinopel einzog.

[...]


[1] Vgl. Leppin 2003, S. 87 ff.

[2] Vgl. Leppin 2003, S. 135 ff.

[3] Vgl. Schweizer 2007 S.33 f.

[4] Vgl. Dörries 1958, S. 55 ff.

[5] Vgl. Bleckmann, S.24 ff.

[6] Thdt., HE 5,5 f.

[7] Vgl. Socr. 5,3,3f.; 5,6,3 bzw. Soz 7,3,3; 7,4,1f.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Theodosius in Konstantinopel
Untertitel
Kirchenpolitik und Bauwerke
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V158475
ISBN (eBook)
9783640722242
ISBN (Buch)
9783640722419
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodosius, Konstantinopel, Kirchenpolitik, Bauwerke
Arbeit zitieren
Marco Engelien (Autor), 2009, Theodosius in Konstantinopel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158475

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