In der vorliegenden Seminararbeit wird die Pléiade – und speziell Joachim du Bellay sowie dessen Werk – vorgestellt. Hierzu wird im Hauptteil der Arbeit auf ausgewählte Textstellen des Werkes eingegangen. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen mit welchem Motiv und welchen Forderungen die Mitglieder der Dichtergruppe im 16. Jahrhundert in die Öffentlichkeit treten und inwiefern sie damit zur Sprachnormierung des Französischen beitragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Frankreich im 16. Jahrhundert: Der volkssprachliche Humanismus in der Literatur
2 Die Pléiade
2.1 Gründung und Mitglieder
2.2 Ziele und Manifest
3 Joachim du Bellay (1522-1560)
3.1 Kindheit, Studium und literarische Erfolge: 1522-1553
3.2 Romreise, Rückkehr nach Frankreich und Tod: 1553-1560
4 „La Défense et Illustration de la langue française“ (1549)
4.1 Verteidigung des Französischen
4.2 Bereicherung und Veranschaulichung des Französischen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das 1549 veröffentlichte Manifest „La Défense et Illustration de la langue française“ von Joachim du Bellay, um aufzuzeigen, mit welchen Motiven und Forderungen die Dichtergruppe der Pléiade im 16. Jahrhundert zur Aufwertung und Sprachnormierung des Französischen beitrug.
- Entwicklung des volkssprachlichen Humanismus in Frankreich.
- Historischer Hintergrund und Zielsetzungen der Dichtergruppe Pléiade.
- Biographische Stationen und literarisches Wirken von Joachim du Bellay.
- Strategien zur Verteidigung und Bereicherung der französischen Sprache.
- Einordnung des Manifests in den Kontext der französischen Renaissance.
Auszug aus dem Buch
4.1 Verteidigung des Französischen
Das erste Buch, das den allgemeineren Teil darstellt, dient der Verteidigung des Französischen, insbesondere gegen das Lateinische und das Griechische, aber auch gegen das Italienische (vgl. Schroeder 1996: 41).
Zu Beginn seines Werkes befasst sich du Bellay mit der Thematik des Ursprungs aller Sprachen. Dies sei die menschliche Fantasie, sodass keine Sprache lobenswerter sei als die andere (vgl. 1905: 56). Er kritisiert folglich diejenigen, die aus Hochmut die französische Sprache verachten und als barbarisch bezeichnen (vgl. 1905: 59-62). Schließlich sei der einzige Grund, weshalb das Französische bisher nicht so reichhaltig sei wie das Griechische oder Lateinische
l’ignorance de nos majeurs, qui, ayans [...] en plus grande recommandation le bien faire, que le bien dire, et mieux aimans laisser à leur postérité les exemples de vertu que les préceptes, se sont privez de la gloire de leurs biens faits, et nous du fruict de l’imitation d’iceux : et par mesme moyen nous ont laissé nostre langue si pauvre et nue qu’elle a besoin des ornements, et [...] des plumes d’autruy. (Du Bellay 1905: 63f.)
Demnach liege es nicht an der Natur der Muttersprache, sondern an der Vernachlässigung der Sprachpflege. Nach du Bellay seien die Griechen und Römer bei der Pflege ihrer Sprachen fleißiger gewesen, weshalb sie diese reicher machen konnten (vgl. Klare 1998: 95). Jedoch sei das Französische dadurch nicht weniger wert. Du Bellay charakterisiert die französische Sprache als eine entwicklungsfähige, den Griechen und Römern ebenbürtige Sprache: „[...] nostre langue [...] qui commence encore à jetter ses racines, sortira de terre, et s’eslevera en telle hauteur et grosseur, qu’elle se pourra egaler aux mesmes Grecs et Romains [...]“ (1905: 66). Dieser Entwicklungsgedanke ist einer der Ansätze, die bereits bei Geoffrey Tory zu finden sind (vgl. Klare 1998: 93-95).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Frankreich im 16. Jahrhundert: Der volkssprachliche Humanismus in der Literatur: Dieses Kapitel erläutert den Einfluss der Renaissance und des Humanismus auf die französische Sprachauffassung und die Entstehung des Strebens nach eigener kultureller Identität.
2 Die Pléiade: Hier werden die Entstehung der Dichtergruppe, ihre Akteure und das Bestreben dargestellt, die französische Literatur nach antiken und italienischen Vorbildern zu reformieren.
3 Joachim du Bellay (1522-1560): In diesem Abschnitt wird die Biographie du Bellays beleuchtet, von seinen frühen Lebensjahren bis zu seinen Erfahrungen in Rom und seinem literarischen Schaffen.
4 „La Défense et Illustration de la langue française“ (1549): Das zentrale Kapitel analysiert das programmatische Manifest, gegliedert in die Verteidigung des Französischen und die konkreten Methoden zu seiner stilistischen Bereicherung.
5 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung bewertet den historischen Beitrag der Pléiade zur Etablierung des Französischen als Nationalsprache und setzt diesen in Beziehung zu späteren sprachpuristischen Tendenzen.
Schlüsselwörter
Französisch, Renaissance, Humanismus, Pléiade, Joachim du Bellay, La Défense et Illustration de la langue française, Sprachgeschichte, Literarische Theorie, Nachahmung, imitatio, Sprachpflege, Nationalsprache, Lyrik, Sprachnormierung, Dichtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und die theoretischen Grundlagen des Manifests von Joachim du Bellay für die Entwicklung der französischen Sprache im 16. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der französische Humanismus, die literarische Ambition der Gruppe Pléiade und die methodische Aufwertung der Volkssprache gegenüber der Antike.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Motive und Forderungen der Pléiade aufzudecken, die dazu dienten, das Französische als ebenbürtige literarische Sprache zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und sprachhistorische Analyse, die auf der Auswertung des Primärtexts und relevanter fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Dort werden das Manifest „La Défense et Illustration de la langue française“ detailliert untersucht und die biographischen Hintergründe des Autors dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pléiade, Joachim du Bellay, imitatio, Sprachnormierung, Renaissance und die Verteidigung der französischen Muttersprache.
Welche Bedeutung hatte die Romreise für du Bellay?
Die Romreise endete für du Bellay enttäuschend; sie löste eine kritische Distanz zum antiken Ideal aus, die sich in seinen Werken nach der Rückkehr niederschlug.
Warum kritisierte du Bellay zeitgenössische Dichter?
Er sah in der Vernachlässigung der eigenen Sprache und der mangelnden künstlerischen Anstrengung die Hauptgründe für die vermeintliche Minderwertigkeit des Französischen seiner Zeit.
Wurde das Ziel der Pléiade vollständig erreicht?
Obwohl sich nicht alle Forderungen durchsetzten, legte die Gruppe den Grundstein für die Anerkennung des Französischen als anspruchsvolle Literatursprache.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Dichter der Pléiade - Joachim du Bellay (1549): "La Défense et Illustration de la langue française", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1585198