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Neorealismus als Interpretationsansatz amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts

Titel: Neorealismus als Interpretationsansatz amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Oliver Ziesemer (Autor:in)

Politik - Region: USA
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Auf die politikwissenschaftliche Teildisziplin der Internationalen Beziehungen (IB) hatte die Theorie des Neorealismus prägenden Einfluss. Dieser wird auch als struktureller Realismus bezeichnet, da die Struktur des internationalen Systems die Analyseebene darstellt. In der Tradition des klassischen Realismus, mit seinen prägenden Autoren wie Hans Morgenthau und Edward H. Carr stehend, greift der Neorealismus zwar einige Grundannahmen auf, geht jedoch in Fragen der Theoriebildung über diesen hinaus. Im Rahmen dieser Hausarbeit wird darauf eingegangen welche Rolle der Neorealismus als Interpretationsansatz amerikanischer Außenpolitik einnimmt. Auf den klassischen Realismus nach Hans Morgenthau bezugnehmend, werden die Grundlagen und Modifikationen der neorealistischen Theorie von Kenneth Waltz und die Ausdifferenzierung von John Mearsheimer erläutert. Im weiteren Verlauf wird anhand vier prägender Essays eben genannter Autoren, die allesamt zwischen 1990 und 2000 erschienen sind chronologisch gezeigt, wie durch den Neorealismus die Ordnung in Europa nach dem Ende des Ost-West Konfliktes zu erklären ist, welche globalen ordnungspolitischen Möglichkeiten daraus resultieren und wie die Rolle internationaler Organisationen in diesem Zusammenhang zu bewerten ist. Auf Basis einer bissigen Fundamentalkritik am liberalen Institutionalismus widerlegen Waltz und Mearsheimer die aus ihrer Sicht haltlose Feststellung, dass der Neorealismus nach dem Ende der Blockkonfrontation seine Erklärungskraft zu den Vorgängen innerhalb der internationalen Beziehungen eingebüßt hätte. Am Ende werden die Ergebnisse zusammengefasst und dahingehend überprüft, inwiefern der Neorealismus die Entwicklung der internationalen Beziehungen nach 1990 schlüssig erklären kann und welche Interpretationsschwächen dieser aufweist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neorealismus nach Kenneth Waltz und John Mearsheimer

3. Neorealismus als Interpretationsansatz zum Verständnis der amerikanischen Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konfliktes

3.1 Back to the Future

3.2 The Emerging Structure of International Politics

3.3 The False Promise of International Institutions

3.4 Structural Realism after the Cold War

4. Kontroverse über den strukturellen Realismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Neorealismus als Interpretationsansatz für die US-Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, indem sie die theoretischen Grundlagen von Kenneth Waltz und John Mearsheimer analysiert und deren Erklärungsgehalt anhand zentraler Fachbeiträge auf die globale Entwicklung nach 1990 anwendet.

  • Grundlagen des klassischen Realismus nach Hans Morgenthau
  • Differenzierung zwischen offensivem und defensivem Neorealismus
  • Kritik an liberalen Institutionen und kollektiver Sicherheit
  • Strukturelle Analyse der internationalen Ordnung nach dem Kalten Krieg
  • Debatte um die Erklärungsgrenzen der neorealistischen Theorie

Auszug aus dem Buch

3.1 Back to the Future

In diesem 1990 erschienenen Artikel geht John Mearsheimer zunächst den Ursachen für die lange Phase des relativen Friedens in Europa zur Zeit des Kalten Krieges auf den Grund, anhand derer er anschließend mögliche Ordnungsvorstellungen für Europa für die Zeit nach dem Ende der Bipolarität ableitet.

Entgegen der zur damaligen Zeit weitverbreiteten Meinung, dass mit dem Ende des Kalten Krieges „[...] a new age of peace“ beginnt, kommt Mearsheimer zu einem völlig anderen Ergebnis: „I argue that the prospects for major crisis and war in Europe are likely to increase markedly if the cold war ends [...]“. Diese pessimistische Einschätzung resultiert aus dem Wegfall dreier Stabilitätsfaktoren, die in der Zeit zwischen 1945 und 1989 dafür gesorgt haben, dass sich die europäische Nachkriegsordnung als relativ stabil erwiesen hat. Erstens entwickelt sich das internationale System von einer Bi- hin zu einer Multipolarität. Aus neorealistischer Sicht sind bipolare - im Gegensatz zu multipolaren Systemen - der Idealzustand und gewissermaßen ein Garant für Stabilität, da sie aufgrund der Reduzierung auf zwei potentielle Gegner am Wenigsten anfällig für kriegerische Auseinandersetzungen sind. In einem bipolaren System ist eine Tendenz zum bandwagoning der minor powers um die dominanten Pole latent vorhanden, und somit entfällt die einem multipolaren System inhärente größere Wahrscheinlichkeit der Fehleinschätzung des Machtpotentials des jeweils anderen Akteurs. Ein weiterer Vorteil der Bipolarität liegt in der Tatsache, dass weniger Machtungleichgewichte auftreten. Sollten sie dennoch vorkommen können sie aufgrund der begrenzten Anzahl der Supermächte leichter ausbalanciert werden, wodurch sich potentielle Konfliktsituationen auf ein Minimum reduzieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die neorealistische Theorie ein und skizziert das Ziel der Arbeit, deren Erklärungskraft für die amerikanische Außenpolitik nach dem Kalten Krieg zu prüfen.

2. Neorealismus nach Kenneth Waltz und John Mearsheimer: Das Kapitel stellt die theoretischen Kernannahmen von Waltz und Mearsheimer dar, insbesondere den Fokus auf die Struktur des internationalen Systems und das Streben der Staaten nach Machtmaximierung.

3. Neorealismus als Interpretationsansatz zum Verständnis der amerikanischen Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konfliktes: Hier werden die Kernaussagen der Theorie anhand vier spezifischer Beiträge auf die US-Außenpolitik und deren Umgang mit internationalen Organisationen nach 1990 angewendet.

3.1 Back to the Future: Der Abschnitt diskutiert Mearsheimers pessimistische Prognose für Europa nach dem Ende der Bipolarität und seine Analyse der Stabilitätsfaktoren im Kalten Krieg.

3.2 The Emerging Structure of International Politics: Dieses Unterkapitel analysiert Waltz' Perspektive auf die Auswirkungen struktureller Veränderungen im internationalen System auf das staatliche Verhalten.

3.3 The False Promise of International Institutions: Mearsheimers Kritik an liberalen Institutionalismus-Theorien und seine Skepsis gegenüber der friedensstiftenden Wirkung internationaler Institutionen stehen hier im Mittelpunkt.

3.4 Structural Realism after the Cold War: Hier wird Waltz' Verteidigung des Neorealismus gegen Kritikpunkte nach der Jahrtausendwende sowie seine Analyse von Interdependenz und NATO-Rolle betrachtet.

4. Kontroverse über den strukturellen Realismus: Das abschließende Kapitel diskutiert die Stärken und Schwächen des Neorealismus, insbesondere die Problematik der Ausblendung innerstaatlicher Faktoren bei der Erklärung komplexer Außenpolitik.

Schlüsselwörter

Neorealismus, struktureller Realismus, Internationale Beziehungen, Machtmaximierung, Bipolarität, Multipolarität, John Mearsheimer, Kenneth Waltz, US-Außenpolitik, internationale Institutionen, Kalter Krieg, Sicherheit, Machtprojektion, Balance of Power, Anarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie des Neorealismus und ihrer Anwendbarkeit als Erklärungsmodell für die Außenpolitik der USA nach dem Ende des Kalten Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen des strukturellen Realismus, die Unterscheidung zwischen offensivem und defensivem Neorealismus sowie die kritische Analyse liberaler Institutionentheorien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu überprüfen, inwieweit neorealistische Annahmen nach 1990 noch schlüssig erklären können, wie sich die USA international positionieren und welche Interpretationsschwachstellen die Theorie dabei aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, indem sie vier zentrale Essays von Kenneth Waltz und John Mearsheimer chronologisch auf die geänderten Rahmenbedingungen nach dem Ost-West-Konflikt anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theoriegrundlagen, die Anwendung auf spezifische außenpolitische Analysen und eine kritische Diskussion der Stärken und Schwächen des neorealistischen Ansatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neorealismus, Bipolarität, Machtmaximierung, internationale Anarchie, struktureller Realismus und die Außenpolitik der USA nach 1990.

Wie bewertet Mearsheimer die Rolle internationaler Institutionen?

Mearsheimer vertritt die Ansicht, dass Institutionen nur einen minimalen Einfluss auf das Verhalten von Staaten haben und kaum zur Stabilität in einer Welt nach dem Kalten Krieg beitragen können.

Warum hält Kenneth Waltz das bipolare System für stabiler als ein multipolares?

Waltz argumentiert, dass bipolare Systeme weniger anfällig für Fehleinschätzungen des gegnerischen Machtpotentials sind und durch die begrenzte Anzahl der Supermächte ein einfacheres Ausbalancieren ermöglichen.

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Details

Titel
Neorealismus als Interpretationsansatz amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
HS: Interpretationsansätze amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts
Note
1,3
Autor
Oliver Ziesemer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V158531
ISBN (eBook)
9783640711949
ISBN (Buch)
9783640712977
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neorealismus Interpretationsansatz Außenpolitik Ende Ost-West Konflikts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Ziesemer (Autor:in), 2010, Neorealismus als Interpretationsansatz amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-West Konflikts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158531
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Leseprobe aus  23  Seiten
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