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Walther von der Vogelweide - Der Leopoldston

Title: Walther von der Vogelweide - Der Leopoldston

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Petra Richter (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der Leopoldston von Walther von der Vogelweide scheint auf den ersten Blick relativ unhomogene Strophen in sich zu bergen. Hier einen Zusammenhang zu finden und die Abschnitte nicht als etwas zufällig durcheinander Gewürfeltes zu betrachten, fällt zunächst schwer. Diese Ausarbeitung wird sich mit der Einordnung und Interpretation der einzelnen Sprüche des Gesamttons beschäftigen. Es soll gezeigt werden, dass die Anordnung der Sprüche keineswegs unproblematisch und in der Forschung umstritten ist. Daher widersprechen sich auch die Interpretationsansätze, die sich z.T. auf die Reihenfolge stützen. Abschließend soll in einem Exkurs die Gattungsproblematik vorgestellt werden. Die unterschiedlichen Forschungsmeinungen werden dabei exemplarisch an den Thesen von Friedrich Maurer und Kurt Ruh untersucht, bevor die Ergebnisse im Schluss zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überlieferung des Leopoldstons

3. Fürstenmahnung-Triade

3.1 Atzestrophe

3.2 Gute und schlechte Werte

3.3 Verkehrtes Regiment

3.4 Sibechstrophe (Fragment)

4. Wien – Triade

4.1 Reinmarnachruf I

4.2 Reinmarnachruf II

4.3 Drei Wünsche

5. Exkurs: Spruchdichtung als gattungsgeschichtliches Problem

5.1 „Politische Lieder“?

5.2 Spruchdichtung: eine eigenständige Gattung?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Struktur und Interpretation der Strophen des „Leopoldstons“ von Walther von der Vogelweide. Das Hauptziel besteht darin, die wissenschaftlich umstrittene Anordnung der Sprüche zu analysieren, unterschiedliche Interpretationsansätze der Forschung (exemplarisch Friedrich Maurer und Kurt Ruh) gegenüberzustellen und abschließend die Gattungsproblematik der Spruchdichtung zu erörtern.

  • Analyse der Überlieferungsgeschichte des Leopoldstons
  • Interpretation der „Fürstenmahnung-Triade“
  • Untersuchung der „Wien-Triade“ als Totenklage und Werbestrophe
  • Gattungsgeschichtliche Einordnung der Sangspruchdichtung
  • Diskussion der Forschungsmeinungen zu Einheit vs. Einzelstrophencharakter

Auszug aus dem Buch

3.1 Atzestrophe

In der ersten Strophe des Leopoldston geht es um den auch schon im dritten Spruch des Atzetones erwähnten Gerhard Atze, welcher der geachtete und reiche Ministeriale am Hofe des Landgrafen Hermanns I. ist. Entstanden ist diese Strophe am Thüringer Hof vermutlich um 1204/05. Zu dieser Zeit entstand dort auch Wolframs Parzival. Nach Ursula Peters ist die Einordnung ausschließlich in Thüringen sinnvoll, da die Strophe vom Publikum ein gewisses Vorwissen verlangt. In dieser Strophe setzt sich nämlich der Autor mit seinem Publikum auseinander, welches damit gleichzeitig der Entstehungsgrund für die Strophe ist. Dies soll an späterer Stelle noch genauer erläutert werden.

Der Spottstrophe geht voraus, dass Gerhard Atze mit oder ohne Absicht in Eisenach ein Pferd von Walther erschießt. Der Grund dafür ist, dass das Pferd nach der Auffassung von Gerhard Atze mit dem Ross verwandt sei, welches ihm einen Finger abgebissen hatte. Nachdem dieser keinen Schadensersatz für das Pferd Walthers zahlen will, geht Walther an den Thüringer Hof, wo der Landgraf Gerhard Atze den Prozess machen soll. Diese Klage ist wahrscheinlich ins Leere gegangen. Jedoch ist es fragwürdig, ob dieser Prozess wirklich stattgefunden hat. Es ist kaum vorstellbar, dass Walther als Fahrender und Gast eine derartige gesellschaftliche Stellung hatte, sodass er einen Prozess gegen ein Mitglied des thüringischen Adels einleiten konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die unhomogene Anordnung der Strophen im Leopoldston und stellt die Forschungsmeinungen zu deren Einordnung vor.

2. Überlieferung des Leopoldstons: Es wird die handschriftliche Überlieferung und die wissenschaftlich diskutierte Reihenfolge der Strophen bei Lachmann, Maurer und Ruh erläutert.

3. Fürstenmahnung-Triade: Analyse der politisch-gnomischen Strophen, die als Kritik am Thüringer Hof und an schlechten Ratgebern gedeutet werden.

4. Wien – Triade: Untersuchung der Totenklage auf Reinmar den Alten und der nachfolgenden Einlassbitte an den Wiener Hof.

5. Exkurs: Spruchdichtung als gattungsgeschichtliches Problem: Gegenüberstellung der Theorien von Maurer (Einheit der Strophen als Lied) und Ruh (Eigenständigkeit der Strophe).

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Leopoldstons als zwei inhaltliche Triaden und Bestätigung des Ansatzes von Kurt Ruh zur Gattungsfrage.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Leopoldston, Spruchdichtung, Sangspruch, Minnesang, Reinmar von Hagenau, Gattungsgeschichte, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Friedrich Maurer, Kurt Ruh, Fürstenkritik, Handscrifte, Editionswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den „Leopoldston“ von Walther von der Vogelweide, dessen Strophen oft als unzusammenhängend wahrgenommen werden, und ordnet diese in den literarischen Kontext ein.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Hofkritik am Thüringer Hof, die Totenklage auf den Dichter Reinmar und die Frage nach der Gattungszugehörigkeit von Walthers Sprüchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die umstrittene Anordnung der Sprüche zu klären und zu belegen, warum die Interpretation nach Kurt Ruh für ein tieferes Verständnis am sinnvollsten erscheint.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die philologische Untersuchungen der Überlieferung mit der Auswertung zentraler Forschungsmeinungen verknüpft.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Fürstenmahnung-Triade, der Wien-Triade und einen grundlegenden Exkurs zur Gattung der Spruchdichtung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Walther von der Vogelweide, Leopoldston, Spruchdichtung, Sangspruch und die Kontroverse zwischen Maurer und Ruh.

Was ist die „Atzestrophe“ und welche Rolle spielt sie?

Sie ist der Auftakt der Fürstenmahnung und thematisiert einen Rechtsstreit um ein getötetes Pferd, durch den Walther Rache an dem Ministerialen Gerhard Atze übt.

Warum ist die „Wien-Triade“ von besonderer Bedeutung?

Sie vereint die Totenklage auf Reinmar mit einer persönlichen Bewerbung Walthers als Hofsänger in Wien, was sie zu einem politisch-sozialen Dokument macht.

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Details

Title
Walther von der Vogelweide - Der Leopoldston
College
University of Osnabrück
Grade
1,3
Author
Petra Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V158665
ISBN (eBook)
9783640710904
ISBN (Book)
9783640710935
Language
German
Tags
Walther Vogelweide Leopoldston
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Richter (Author), 2007, Walther von der Vogelweide - Der Leopoldston, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158665
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