Durch die stetig wachsende Migration in Deutschland, gibt es auch hier immer mehr Menschen, die bilingual aufwachsen. Nach einiger Zeit beherrschen sie meist neben der Sprache ihres Heimatlandes auch die deutsche Sprache. Auf Grund dieses reichen Sprachrepertoires ist es ihnen möglich zwischen den Sprachen zu Wechseln.
Diese Ausarbeitung soll nun einen Überblick über dieses Phänomen, welches Code-switching genannt wird, geben. Zunächst wird das Code-switching mit seinen Strukturen und Regeln näher erläutert. Anhand eines Beispielsatzes, in dem zwischen der griechischen und deutschen Sprache gewechselt wird, sollen die Grundlagen der Analyse des Code-switching erklärt werden. Bevor dieser Satz jedoch analysiert wird, erkläre ich zunächst die griechische Grammatik, um den darauf folgenden Beispielsatz verständlich zu machen. Abschließend fasse ich meine Ergebnisse und Bedeutung der Thematik in einem Fazit zusammen. Meine Ausarbeitung basiert auf der Literatur von Bechert/Wildgen (1991), Eideneier (1976), Dirim/Auer (2004), Maas (2007), Myers-Scotton (2006) und Riehl (2004).
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Definition Code-switching
2. Beispiel für Code-switching
2.1. Einführung in die Griechische Grammatik
2.2. Satzanalyse
2.2.1. Glossierung
2.2.2. Klammermodell
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über das Phänomen des Code-switching zu geben und dessen grammatische Strukturen anhand eines konkreten Beispielsatzes zwischen dem Griechischen und Deutschen zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die grammatische Integration bei Sprachwechseln erfolgt und ob Code-switching als Kompetenz oder als Defizit zu werten ist.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Code-switching
- Unterscheidung zwischen inter-sential und intra-sential switching
- Einführung in die griechische Grammatik als Analysegrundlage
- Strukturelle Analyse mittels Glossierung und Klammermodell
- Funktion und soziolinguistische Motivation des Sprachwechsels
Auszug aus dem Buch
1. Definition Code-switching
Als Code-switching bezeichnet man in der Sprachwissenschaft die Verwendung von mindestens zwei Varietäten innerhalb der selben Interaktion. Dieses Phänomen tritt häufig in mehrsprachigen Gesellschaften bei Bilingualen auf, die mehr als eine Sprache beherrschen (vgl. Bechert/Wildgen 1991:59). Entgegen der Meinung vieler Laien ist der Wechsel zwischen zwei Sprachen nicht ein Anzeichen für doppelte Halbsprachigkeit und damit kein Anzeichen dafür, dass weder die eine noch die andere Sprache sicher beherrscht wird. Es handelt sich vielmehr um „eine spezifische Kompetenz, mit Mehrsprachigkeit umzugehen“ (Dirim/Auer 2004:106).
Myers-Scotton (2006) unterscheidet zwei unterschiedliche Strukturen des Code-switching. Zum einen gibt es „inter-sential switching“ d.h. innerhalb einer Interaktion wird zwischen den einzelnen abgeschossenen Sätzen die Sprache gewechselt. Zum anderen gibt es „intra-sential switching“, dies bedeutet, dass binnen eines Satzes die Sprache gewechselt wird (Myers-Scotton 2006:239). Im ersten Fall haben wir demnach beispielsweise einen Satz auf English und einen Satz auf Deutsch nebeneinander stehen. Im zweiten Fall stehen englische und deutsche Wörter direkt in einem Satz beisammen:
(1) Hier sind einige clumps of trees.
‚Hier sind einige Gruppen von Bäumen’
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz bilingualer Lebenswelten in Deutschland ein und beschreibt das Ziel, Code-switching anhand linguistischer Strukturen und einer konkreten Analyse zu beleuchten.
1. Definition Code-switching: Dieses Kapitel definiert den Begriff wissenschaftlich, grenzt ihn von der Halbsprachigkeit ab und erläutert die Typologie nach Myers-Scotton.
2. Beispiel für Code-switching: Dieser Abschnitt dient der praktischen Anwendung, indem er zunächst die notwendigen Grundlagen der griechischen Grammatik vermittelt und anschließend eine detaillierte linguistische Satzanalyse durchführt.
2.1. Einführung in die Griechische Grammatik: Hier werden spezifische grammatische Merkmale des Griechischen erläutert, die für das Verständnis der späteren Satzanalyse essenziell sind.
2.2. Satzanalyse: In diesem Kapitel wird ein konkreter Beispielsatz linguistisch untersucht und nach funktionalen sowie lexikalischen Einheiten aufgegliedert.
2.2.1. Glossierung: Das Kapitel widmet sich der praktischen Glossierung des Beispielsatzes, um die morphosyntaktischen Besonderheiten des Code-switching zu verdeutlichen.
2.2.2. Klammermodell: Hier wird das Klammermodell angewendet, um die hierarchische Struktur und die Regie von Satzgliedern im Rahmen des Sprachwechsels darzustellen.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Code-switching eine komplexe grammatische Leistung erfordert und plädiert für die Anerkennung dieser Fähigkeit im schulischen Kontext.
Schlüsselwörter
Code-switching, Bilingualismus, Sprachkontakt, Griechisch, Deutsche Grammatik, Mehrsprachigkeit, Satzanalyse, Glossierung, Klammermodell, Matrixsprache, Sprachkompetenz, Inter-sential switching, Intra-sential switching, Morphosyntax, Soziolinguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Phänomen des Code-switching, also dem Wechsel zwischen zwei Sprachen innerhalb einer Interaktion oder eines Satzes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Code-switching, die morphosyntaktische Struktur von Sprachwechseln und deren Bewertung als sprachliche Kompetenz.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Wechsel zwischen dem Griechischen und dem Deutschen strukturell zu analysieren, um aufzuzeigen, dass Code-switching auf einem komplexen grammatischen Abgleich basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es wird eine deskriptive linguistische Analyse durchgeführt, wobei das Matrix Language Frame Model und ein Klammermodell zur Strukturierung von Sätzen herangezogen werden.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition, eine grammatische Einführung in das Griechische und eine detaillierte Analyse eines Beispielsatzes mittels Glossierung und Klammermodell.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Code-switching, Bilingualismus, Morphosyntax, Sprachkontakt und Sprachkompetenz charakterisieren.
Warum ist die Analyse der griechischen Grammatik für die Arbeit so wichtig?
Da der analysierte Beispielsatz griechische Bestandteile enthält, ist das Verständnis der griechischen Flexionsmorphologie und Satzstruktur notwendig, um die grammatischen Sollbruchstellen des Sprachwechsels zu identifizieren.
Was schließt die Autorin in Bezug auf die pädagogische Praxis?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Code-switching bei Schülern nicht als Mangel an Sprachkenntnissen fehlinterpretiert werden sollte, sondern als Ausdruck einer spezifischen Mehrsprachigkeitskompetenz anzuerkennen ist.
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- Petra Richter (Author), 2007, Codeswitching, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158667