Wie unterscheiden sich digitale Kompetenzen und digitale Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehramtsstudierenden in Abhängigkeit von dem Studienabschnitt, dem Geschlecht und der Fachrichtung – und besteht eine Korrelation zwischen diesen beiden Konstrukten?
Ziel dieser Masterarbeit ist es, zu untersuchen, über welche digitalen Kompetenzen Lehramtsstudierende verfügen und wie stark ihre digitale Selbstwirksamkeit ausgeprägt ist.
Für diese Masterarbeit wurde eine quantitative Online-Befragung unter 126 Lehramtsstudierenden durchgeführt, wobei die Mehrheit der Teilnehmenden an der Freien Universität Berlin studierte. Erfasst wurden die digitalen Kompetenzen mittels der Skala zur Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden von Rubach und Lazarides (2019) und die digitale Selbstwirksamkeit anhand der SWIT-Skala – Skala zur Erfassung der Selbstwirksamkeit von Lehrkräften im Hinblick auf die unterrichtliche Integration digitaler Technologien von Doll und Meyer (2021). Die Datenanalyse erfolgte mit dem Statistikprogramm JASP.
Die Ergebnisse zeigen, dass männliche Lehramtsstudierende eine signifikant höhere digitale Selbstwirksamkeitserwartung aufweisen als weibliche. Hinsichtlich der digitalen Kompetenz ergaben sich tendenziell höhere Mittelwerte bei männlichen Studierenden, Masterstudierenden sowie Studierenden mit MINT-Fächern, jedoch waren diese Unterschiede statistisch nicht signifikant. Es zeigte sich zudem eine hochsignifikante positive Korrelation zwischen digitaler Kompetenz und digitaler Selbstwirksamkeitserwartung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Zentrale Definitionen
2.1.1 Digitale Kompetenz
2.1.2 Selbstwirksamkeitserwartung
2.2 Aktueller Forschungsstand und Forschungsdefizite
3 Forschungsfragen und Forschungshypothesen
4 Methodik
4.1 Stichprobe
4.2 Forschungsdesign und Erhebungsinstrumente
4.2.1 Der Fragebogen zur Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden
4.2.2 Der Fragebogen zur digitalen Selbstwirksamkeitserwartung
4.3 Datenauswertung
4.4 Hypothesenprüfung und statistische Verfahren
4.5 Kategorisierung der ergänzenden Fragen
5 Ergebnisdarstellung
5.1 Auswertung der Hypothesen
5.2 Auswertung der ergänzenden Fragen
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Hypothesen
6.2 Diskussion der ergänzenden Fragen
6.3 Ergebnisse vor dem Hintergrund bisheriger Forschung
6.4 Praktische Implikationen für die kontinuierliche Professionalisierung
6.5 Limitationen der vorliegenden Untersuchung
6.6 Anschlussfragestellungen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Stand und die Zusammenhänge von digitalen Kompetenzen sowie digitalen Selbstwirksamkeitserwartungen bei Lehramtsstudierenden. Ziel ist es, in einer quantitativen Studie zu klären, inwiefern sich diese Konstrukte in Abhängigkeit von Studienabschnitt, Geschlecht und Fachrichtung unterscheiden und ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen hoher digitaler Kompetenz und ausgeprägter Selbstwirksamkeit besteht.
- Analyse der digitalen Kompetenzen basierend auf dem DigComp-Modell und der KMK-Vorgaben.
- Erfassung der digitalen Selbstwirksamkeitserwartung mittels der SWIT-Skala.
- Untersuchung von Gruppenunterschieden hinsichtlich des Studienfortschritts und der Fächerwahl.
- Qualitative Einblicke in das Begriffsverständnis und die praktische Nutzung digitaler Medien.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für die hochschuldidaktische Lehramtsausbildung.
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 Banduras Theorie der Selbstwirksamkeitserwartung.
Das Konzept der Selbstwirksamkeit, ursprünglich von Albert Bandura entwickelt, spielt eine zentrale Rolle in dieser Masterarbeit. In seinem Buch „Self-Efficacy: The Exercise of Control“ (1994) definiert Bandura das Konzept der Selbstwirksamkeit wie folgt: „Perceived self-efficacy refers to people’s beliefs in their capabilities to organize and execute the course of action required to deal with prospective situations“ (Bandura, 1994, S. 2). Selbstwirksamkeit bezieht sich demzufolge auf die Überzeugung einer Person, mit eigenen Fähigkeiten Handlungen ausführen zu können, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen.
Der Psychologe führt weiter aus, dass sich Selbstwirksamkeit nicht nur auf das Ausmaß bezieht, in dem Individuen glauben, ihre Fähigkeiten einsetzen zu können, sondern auch darauf, wie ihre Handlungen durch diese Überzeugung gesteuert werden (Bandura, 1994, S. 2). Bandura hebt hervor, dass Selbstwirksamkeit eine Vielzahl von Aspekten umfasst, darunter die Kontrolle über die eigenen Gedanken, Motivationen, emotionalen Zustände und Handlungen (Bandura, 1994, S. 2). Er betont, dass diese Überzeugung das Verhalten und die Problemlösungsstrategien in herausfordernden Situationen beeinflusst (Bandura, 1994, S. 2).
Ein zentrales Merkmal der Selbstwirksamkeit ist, dass es sich um keine allgemeine, unveränderliche Eigenschaft handelt, sondern um eine differenzierte Reihe von Überzeugungen, die sich auf spezifische Handlungsbereiche beziehen (Bandura, 1994, S. 29). Der Autor erklärt, dass Selbstwirksamkeit nicht als eine allgemeine Eigenschaft verstanden werden kann, sondern vielmehr als eine Sammlung von Überzeugungen, die sich auf verschiedene Lebensbereiche und Tätigkeiten beziehen: „[S]elf-efficacy beliefs are differentiated across major systems of expression within activity domains“ (Bandura, 1994, S. 29). Diese Differenzierung macht deutlich, dass die Überzeugung von der eigenen Fähigkeit, digitale Technologien im Unterricht zu integrieren, von anderen Überzeugungen über persönliche Fähigkeiten, wie der Fähigkeit zur Problemlösung oder zur Kommunikation, getrennt betrachtet werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen im Lehrberuf und führt in die digitale Selbstwirksamkeitserwartung als zentralen Forschungsgegenstand ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie digitale Kompetenz und Selbstwirksamkeit unter Einbezug relevanter Modelle (DigComp, TPACK) und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
3 Forschungsfragen und Forschungshypothesen: Hier werden die zentralen Fragestellungen und die sechs aus der Literatur abgeleiteten Hypothesen zur Untersuchung von Unterschieden und Korrelationen formuliert.
4 Methodik: Beschreibung des quantitativen Forschungsdesigns, der Stichprobenzusammensetzung (N = 126) und der verwendeten Erhebungsinstrumente zur Messung digitaler Kompetenz und Selbstwirksamkeit.
5 Ergebnisdarstellung: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten sowie Darstellung der Ergebnisse aus den Hypothesenprüfungen und der ergänzenden qualitativen Fragen.
6 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Lichte der Hypothesen und bisheriger Forschung, ergänzt um praktische Implikationen und kritische Limitationen der Studie.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Ergebnisse, die insbesondere den Zusammenhang zwischen Kompetenz und Selbstwirksamkeit hervorhebt.
Schlüsselwörter
Digitale Kompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung, Lehramtsstudierende, DigComp-Modell, SWIT-Skala, TPACK, Medienbildung, digitale Transformation, MINT-Fächer, Lehrerbildung, Online-Befragung, pädagogische Mediennutzung, Unterrichtspraxis, quantitative Studie, digitale Werkzeuge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie es um die digitalen Kompetenzen und die digitale Selbstwirksamkeitserwartung von Lehramtsstudierenden steht und wie diese beiden Faktoren miteinander zusammenhängen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung digitaler Kompetenz (DigComp-Modell), die Selbstwirksamkeitstheorie von Bandura sowie die praktische Integration digitaler Technologien in den Schulunterricht.
Welches primäre Ziel und welche Forschungsfragen verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist herauszufinden, ob sich Studierende in verschiedenen Studienabschnitten, Geschlechtern oder mit unterschiedlichen Fächerkombinationen in ihrer digitalen Kompetenz und Selbstwirksamkeit unterscheiden und ob ein statistischer Zusammenhang zwischen diesen Konstrukten besteht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit 126 Lehramtsstudierenden durchgeführt, deren Daten statistisch (u.a. via JASP) analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konzepte, die methodische Darstellung des Vorgehens, die Auswertung der Hypothesen anhand t-Tests und Korrelationen sowie qualitative Einblicke durch offene Fragen an die Teilnehmenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind Bildungstechnologie, Lehrkräftebildung, digitale Kompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung und MINT-Didaktik.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen digitaler Kompetenz und Selbstwirksamkeit?
Die Studie belegt eine hochsignifikante positive Korrelation: Studierende, die sich selbst über eine hohe digitale Kompetenz wahrnehmen, haben im Regelfall auch ein stärkeres Vertrauen in ihre Fähigkeit, diese Technologien wirkungsvoll im Unterricht einzusetzen.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für die Ausbildung von Lehrkräften?
Die Untersuchung macht deutlich, dass technische Kenntnisse allein nicht ausreichen. Hochschulen müssen verstärkt didaktische Modelle wie TPACK integrieren und Räume für praktische, reflektierte Erfahrungen mit digitalen Medien schaffen.
- Arbeit zitieren
- Marie Matern (Autor:in), 2025, Digitale Kompetenzen und digitale Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehramtsstudierenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1586821