Diese Arbeit soll eine kleine Übersicht zu den bisherigen Ergebnissen der Forschung darstellen und versuchen, die These 'Durch die kommunikativen Aspekte der Jugendsprache lässt sich auf die Sprachgemeinschaft rückschließen' zu ergründen. Dazu werde ich in dem Folgenden mit einer Definition des Terminus Jugendsprache zum Thema führen, die Funktion jener Sprachvarietät erläutern, die Jugendsprache am Beispiel des Kiezdeutsch untersuchen und Sprachkritik ausüben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aufschlüsselung von Gesichtspunkten der Jugendsprache
2.1 Definition des Soziolekts "Jugendsprache"
2.2 Kommunikative Funktionen der Jugendsprache
2.3 Kiezdeutsch als Varietät der Jugendsprache
2.4 Sprachkritik am Schema der Jugendsprache
3 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kommunikative Aspekte der Jugendsprache, um zu ergründen, ob durch die spezifische Sprachverwendung der Jugendlichen auf ihre Sprachgemeinschaft rückgeschlossen werden kann. Dabei wird der Fokus auf Definitionen, Funktionen sowie die Varietät des Kiezdeutsch gelegt.
- Grundlagen der Jugendsprache als Soziolekt
- Kommunikative Funktionen und Identitätsfindung
- Analyse von Kiezdeutsch als urbane Varietät
- Sprachkritische Betrachtung jugendsprachlicher Register
Auszug aus dem Buch
Kommunikative Funktionen der Jugendsprache
Die verbalen Kommunikationsmittel werden von den Anwendern bewusst genutzt, um bestimmte gesellschaftliche Ziele der Bestimmung des Standpunkts in einer Gemeinschaft zu erreichen. So nutzen Jugendliche die Jugendsprache zum einem, damit sie die Möglichkeit haben, sich selbst zu profilieren – sowohl als einzelnes Mitglied in einer Gruppe oder als Gesamtheit einer Gruppe (vgl. Androutsopoulos 1998: 33). Ebenso betont Henne in der Analyse der Funktionen der Jugendsprache die Identitätsfindung mithilfe der Profilierung durch die eigene Sprechweise:
„Jugendsprache bezeichnet spezifische Sprech- und Schreibweisen, mit denen Jugendliche ihre Sprachprofilierung und damit ein Stück Identitätsfindung betreiben.“ (Henne 1986: 27)
Eine weitere kommunikative Funktion ist die bewusste Nutzung einer Art 'Fremdsprache', um sich von anderen (Jugend-) gruppen und von der übrigen Gesellschaft zu unterscheiden und somit Distanzierung zu bezwecken. So grenzen sich Jugendliche, unter anderem, durch die 'Spiegelung fremder sozialer Welten' (vgl. Schwitalla 1988: 167) von nicht angenommen Personen ihres Umfeldes ab, indem sie typische Redeweisen imitieren, die ihre Positionseinnahme zu einem bestimmten Sachverhalt darstellen sollen. Beispielsweise werden hierbei Mahnungen von Erwachsenen aufgegriffen, die gegensätzlich zu den Ansichten der Erwachsenen stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Jugendsprache als dynamisches Sprachphänomen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2 Aufschlüsselung von Gesichtspunkten der Jugendsprache: Theoretische Herleitung des Begriffs Soziolekt und Untersuchung der sozialen sowie kommunikativen Mechanismen hinter jugendlicher Sprachvariation.
2.1 Definition des Soziolekts "Jugendsprache": Erläuterung der terminologischen Grundlagen und der Einordnung der Jugendsprache als sekundäre Sprachvarietät.
2.2 Kommunikative Funktionen der Jugendsprache: Analyse der bewussten Nutzung von Jugendsprache zur Identitätskonstruktion und sozialen Distanzierung.
2.3 Kiezdeutsch als Varietät der Jugendsprache: Untersuchung der soziolinguistischen Besonderheiten des Kiezdeutsch als informelle urbane Varietät.
2.4 Sprachkritik am Schema der Jugendsprache: Kritische Reflexion über das Register der Jugendsprache und die gesellschaftliche Wahrnehmung jugendlicher Ausdrucksweisen.
3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Falsifizierung der eingangs aufgestellten These.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Soziolekt, Sprachwandel, Kommunikation, Identitätsfindung, Sprachgemeinschaft, Kiezdeutsch, Sprachvarietät, Sprachkritik, Standardnorm, Distinktion, Interkulturelle Verständigung, Sprachphänomen, Sprachgebrauch, Soziolinguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Jugendsprache und deren Rolle innerhalb der Sprachgemeinschaft unter Berücksichtigung kommunikativer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition der Jugendsprache als Soziolekt, ihre verschiedenen Kommunikationsfunktionen, das Phänomen Kiezdeutsch sowie eine sprachkritische Analyse jugendsprachlicher Tendenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die These zu überprüfen, ob durch die kommunikativen Aspekte der Jugendsprache ein direkter Rückschluss auf die Sprachgemeinschaft der Jugendlichen möglich ist.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse und Definitionen (u.a. von Wiese, Neuland und Henne) zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden begriffliche Definitionen geklärt, die identitätsstiftende Funktion der Jugendsprache analysiert, Kiezdeutsch als spezifische Varietät betrachtet und schließlich eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bewertung jugendsprachlicher Äußerungen vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Jugendsprache, Kiezdeutsch, Identitätsfindung, Soziolekt, Sprachvarietät und Kommunikationsfunktionen.
Gibt es eine eindeutige Antwort auf die Forschungsfrage?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die These falsifiziert werden muss, da die "Jugendsprache" kein homogenes Konstrukt ist, sondern aus stark variierenden Formen besteht.
Welche Rolle spielt das Kiezdeutsch in dieser Arbeit?
Das Kiezdeutsch dient als Fallbeispiel für eine dynamische, urbane Varietät, die zeigt, wie mehrsprachige Kompetenzen der Sprecher die Sprachentwicklung beeinflussen.
Wie bewertet der Autor die Freiheit der jugendlichen Wortbildung?
Der Autor argumentiert, dass diese Freiheit nicht unermesslich sein darf, da Sprache ein mächtiges Werkzeug ist, das bei diskriminierendem Gebrauch moralisch problematisch werden kann.
- Arbeit zitieren
- Niklas Richter (Autor:in), 2018, Kommunikative Aspekte der Jugendsprache als Gesichtspunkte einer Sprachgemeinschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1586955