Borreliose. Leben mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychosozialen Problemen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wissenschaftlicher Sachstand - Borreliose
2.1 Definition
2.2 Inzidenz
2.3 Ätiologie
2.3.1 Borrelien
2.3.2. Symptomatik und stadienhafter Verlauf
2.3.3 Gewebliche Nachweismöglichkeiten - Laborchemie
2.4 Risikofaktoren
2.5 Therapie
2.6 Maßnahmen zur aktive Gesundheitsbildung und Krankheitsverhütung

3 Rehabilitation
Medizinische Rehabilitation
Berufliche Rehabilitation
Soziale Rehabilitation

4 Gruppencharakteristik

5 Persönliche Einschätzungen, Beobachtungen und Reflexion

6 Ausblick

7 Literatur

1 Einleitung

„Gestochen einst in Arm und Bein verstummen mir die Glieder. Den Gefolgsdienst meiner Sinne aufgegeben verschwimmt mir der sanfte Duft der Blumen und Gräser. Das Unheil in winzg'er Form und von nicht erahnender Dimension verschleiert mein Gemüt. Lasst mich auf bessere Tage hoffen, auch wenn ich gewiss bin, sie nicht mehr erleben zu werden.“

- langjähriger Borreliosebetroffener - (anonym)

Mit der hier vorliegenden Hausarbeit möchte ich Ihnen einen Einblick in das Krankheitsbild der Borreliose geben, wobei der inhaltliche Schwerpunkt neben epidemiologischen Gesichtspunkten vor allem auf der Charakterisierung der von mir hospitierten Selbsthilfegruppe, der Herangehensweise spezieller, sich ergebender Lebensproblematiken und aber auch auf Möglichkeiten der Rehabilitation liegen soll. Speziell in der heutigen Zeit aufgrund verbesserter Diagnostik, aber auch verbesserter Interventionsmöglichkeit besteht eine hohe Aktualität der Thematik - nicht nur aufgrund der derzeitigen saisonalen (März - November) Aktivitäten der Krankheitserreger. Dies ist vor allem der Tragweite der Folgen einer Nichtbehandlung bzw. Späterkennung zu schulden, die von langjährig Betroffenen oft in Einzelgesprächen beklagt wird. Eine probate Methodik der Aufklärung, Minimierung des Risikoclusters, aber auch einem Ausbau der Interventionsmöglichkeiten vor, während und nach einer Erkrankung kann dazu beitragen die oftmals wahrgenommene Hilflosigkeit, aber auch die nicht selten anzutreffende paranoide Angst vor einer Infektion übertragen durch Zecken zu senken bzw. einen gesunden Umgang mit der Problematik zu fördern

2 Wissenschaftlicher Sachstand - Borreliose

2.1 Definition

Borreliose ist eine nach einer amerikanischen Kleinstadt (Lyme), in der der Erreger erstmals nachgewiesen wurde, benannte Form der Zeckenborreliose. Sie stellt eine unbehandelt stadienhaft verlaufende Erkrankung durch Borrelia burgdorferi dar, welche vor allem höhere Wildtiere befällt. Das geographische Verbreitungsgebiet ist hochgradig vom Lebensraum des Vektors (Holzbockes) abhängig, wobei Neuinfektionen vorrangig zwischen April und Oktober auftreten. Die Lyme-Krankheit gehört zu den häufigsten Anthropozoonosen und ist in vielen Gebieten der Welt weitaus häufige als alle anderen durch Vektoren übertragenen Krankheiten zusammen. Dies verdeutlicht die Relevanz der beschriebenen Erkrankung. (Vgl. Renz-Polster, Braun, 2000, S. 1182-83)

2.2 Inzidenz

Die Frage der Inzidenz lässt sich anhand eindeutiger empirischer Daten nur schwierig charakterisieren, da bundesweit keine geregelte Meldepflicht existiert. Lediglich die neuen Bundeländer verfügen über eine einheitliche Regelung, so dass Statistiken auf Bundesebene der mathematischen Hochrechnung unterliegen. Die je nach Studie stark variieren Neuerkrankungen von 50.000 bis 160.000 ergeben dementsprechend eine Inzidenz von 0,06 Prozent bis 0,2 Prozent (zum Vergleich: die Inzidenz für FSME ist etwa 500 mal geringer). (Vgl. Nau, R. et al, 2009, S. 72-81)

2.3 Ätiologie

2.3.1 Borrelien

Die infektiöse Übertragung der Borrelien, welche zur Gattung der Spirochäten gehören, erfolgt durch Schildzecken der Gattung Ixodes ricinus ("Holzbock"), wobei ein Infektionszyklus unter den Zecken als Vektoren und anderen wildlebenden Säugetieren, die selbst nicht erkranken, besteht. Als Untergruppierungen zur Gattung der Spirochäten kommen drei Arten in Betracht, die je nach Infektion charakteristische Symptome verursachen.

- B. burgdorferi: häufigste Art, Arthritis im frühen Krankheitsstadium, später
chronische Arthritis
- B. afzelii: dermatologische Krankheitsbilder
- B. garinii: neurologische Komplikationen

Die Bakterien leben im Mittelmagen. Beim Saugakt, bei dem die Zecke versucht, Blut aus dem Wirt zu beziehen treten die Erreger in die Hämolymphe über und gelangen während der späten Saugphase über die Speicheldrüsen in den Wirt. (Vgl. Heizmann et al, 1999, S. 91)

2.3.2 Symptomatik und stadienhafter Verlauf

Die durchschnittliche Inkubationszeit bis zum Auftreten des charakteristischen Erythema migrans (kreisrunde rötlich, flächenhafte livide Verfärbung rund um das Areal der Einstichstelle) beträgt etwa 7-12 Tage (bis Wochen). Entsprechend der Zeckenaktivität ist eine Häufung der Patienten im Stadium 1 im Sommer bzw. Herbst zu verzeichnen. Der Verlauf ist dabei äußerst variabel und kann in drei Stadien eingeteilt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Borreliose. Leben mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychosozialen Problemen
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Sozialmedizin und Arbeitsmedizin)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V158735
ISBN (eBook)
9783640723805
ISBN (Buch)
9783640723973
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich hierbei um eine Seminarabschlussarbeit im Bereich Sozialmedizin und Arbeitsmedizin. Die Arbeit befasst sich mit der Erkrankung Borreliose, vereinigt pathologische Mechanismen und Interventionsmöglichkeit und gibt zusätzlich einen praktischen Einblick in eine Selbsthilfegruppe in Leipzig. Die Arbeit ist im dvs-Standard für wissenschaftliche Arbeiten verfasst worden.
Schlagworte
Borreliose, Selbsthilfegruppe, Chronische Erkrankungen, Sozialmedizin, Zecken, Spirochäten, Holzbock, Lyme-Borreliose, Lyme-Erkrankung, Lyme-Arthritis
Arbeit zitieren
Dipl. Sportlehrer, cand. med. Mario Heinrichs (Autor), 2010, Borreliose. Leben mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychosozialen Problemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158735

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