Es handelt sich hierbei um eine Seminarabschlussarbeit im Bereich Sozialmedizin und Arbeitsmedizin. Die Arbeit befasst sich mit der Erkrankung Borreliose, vereinigt pathologische Mechanismen und Interventionsmöglichkeit und gibt zusätzlich einen praktischen Einblick in eine Selbsthilfegruppe in Leipzig. Die Arbeit ist im dvs-Standard für wissenschaftliche Arbeiten verfasst worden.
Einleitung
Mit der hier vorliegenden Hausarbeit möchte ich Ihnen einen Einblick in das Krankheits-bild der Borreliose geben, wobei der inhaltliche Schwerpunkt neben epidemiologischen Gesichtspunkten vor allem auf der Charakterisierung der von mir hospitierten Selbsthilfe-gruppe, der Herangehensweise spezieller, sich ergebender Lebensproblematiken und aber auch auf Möglichkeiten der Rehabilitation liegen soll. Speziell in der heutigen Zeit aufgrund verbesserter Diagnostik, aber auch verbesserter Interventionsmöglichkeit besteht eine hohe Aktualität der Thematik - nicht nur aufgrund der derzeitigen saisonalen (März - November) Aktivitäten der Krankheitserreger. Dies ist vor allem der Tragweite der Folgen einer Nichtbehandlung bzw. Späterkennung zu schulden, die von langjährig Betroffenen oft in Einzelgesprächen beklagt wird. Eine probate Methodik der Aufklärung, Minimierung des Risikoclusters, aber auch einem Ausbau der Interventionsmöglichkeiten vor, während und nach einer Erkrankung kann dazu beitragen die oftmals wahrgenommene Hilflosigkeit, aber auch die nicht selten anzutreffende paranoide Angst vor einer Infektion übertragen durch Zecken zu senken bzw. einen gesunden Umgang mit der Problematik zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wissenschaftlicher Sachstand - Borreliose
2.1 Definition
2.2 Inzidenz
2.3 Ätiologie
2.3.1 Borrelien
2.3.2. Symptomatik und stadienhafter Verlauf
2.3.3 Gewebliche Nachweismöglichkeiten - Laborchemie
2.4 Risikofaktoren
2.5 Therapie
2.6 Maßnahmen zur aktive Gesundheitsbildung und Krankheitsverhütung
3 Rehabilitation
Medizinische Rehabilitation
Berufliche Rehabilitation
Soziale Rehabilitation
4 Gruppencharakteristik
5 Persönliche Einschätzungen, Beobachtungen und Reflexion
6 Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick in das Krankheitsbild der Borreliose. Dabei liegt der inhaltliche Schwerpunkt neben epidemiologischen Aspekten auf der Charakterisierung einer spezifischen Selbsthilfegruppe, der Analyse auftretender Lebensproblematiken sowie der Darstellung von Möglichkeiten der Rehabilitation.
- Epidemiologie und Ätiologie der Borreliose
- Diagnostik und stadienhafter Krankheitsverlauf
- Ansätze der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation
- Sozialmedizinische Bedeutung der Selbsthilfegruppenarbeit
- Umgang mit chronischen Krankheitsfolgen und psychosozialen Problemen
Auszug aus dem Buch
2.4 Risikofaktoren
Risikofaktoren einer Infektion lassen sich bei Einhaltung bestimmter Verhaltensweisen minimieren. Der Vektor "Holzbock" findet den Weg auf die Körperfläche des Wirtes dadurch, dass er sich aus dem hohen Gras von vorbeilaufenden Spezies abstreifen lässt. Dabei findet keinerlei Wirtsselektierung statt. Auf dem Wirt wandert der Holzbock zu warmen Körperarealen (gute Durchblutung - hohe Erfolgsaussichten eines positiven Saugaktes). Erst 24-36 Stunden danach steigt die Infektionsgefahr aufgrund übertragener Spirochäten rapide an. Die ersten 12 Stunden des Saugaktes werden mit einem geringem Risiko einer Infektion angegeben, da der Übertritt der Spirochäten vom Magen des Holzbockes noch nicht mit der Hämolymphe die Speicheldrüsen, und damit den potentiellen Übertritt auf den Wirt, erreicht hat. Hierbei lassen sich durch verantwortungsvollen Umgang die Risiken deutlich reduzieren.
Das Tragen von langen Beinbekleidung in Wald- und Wiesengebieten, bzw. das Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt in freier Natur stellen erste probate Schritte dar. Ist man dennoch von einem Holzbock gestochen worden ist ein unverzüglicher Arztbesuch ratsam. Ist dies nicht möglich kann man durch einfachen Ziehen mittels einer Pinzette den Holzbock entfernen. Als wichtig hat sich dabei herausgestellt den Holzbock weder zu drehen, noch mit Ölen, Laugen o.ä. Mitteln zu übergießen in der Hoffnung den Vektor damit zu töten, da dies lediglich zu einer Reizung und zu einem möglichen Erbrechen des Mageninhaltes in die Wunde führt. Ein einfaches gerades herausziehen und anschließendes Desinfizieren der Wunde ist die Vorgehensweise der Wahl.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Krankheitsbild der Borreliose ein und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit sowie den Fokus auf die hospitierte Selbsthilfegruppe.
2 Wissenschaftlicher Sachstand - Borreliose: Dieses Kapitel liefert eine medizinische Übersicht über Definition, Inzidenz, Ätiologie, Symptomatik, Diagnostik, Risikofaktoren und Therapiemöglichkeiten.
3 Rehabilitation: Es werden die verschiedenen Säulen der Rehabilitation – medizinisch, beruflich und sozial – im Kontext der chronischen Erkrankung beleuchtet.
4 Gruppencharakteristik: Dieses Kapitel beschreibt die Arbeitsweise und Ziele der Borreliose-Selbsthilfegruppe Leipzig sowie die Herausforderungen der Mitglieder.
5 Persönliche Einschätzungen, Beobachtungen und Reflexion: Der Autor reflektiert seine Eindrücke aus der Hospitation bei der Selbsthilfegruppe und die psychologischen Dynamiken innerhalb der Gruppe.
6 Ausblick: Der Ausblick resümiert den Nutzen der Selbsthilfegruppenarbeit und plädiert für ein konstruktives Miteinander zwischen Patienten und Ärzten.
Schlüsselwörter
Borreliose, Selbsthilfegruppe, Sozialmedizin, Rehabilitation, Borrelia burgdorferi, Zecken, Spirochäten, Chronische Erkrankung, Prävention, Patienten-Arzt-Verhältnis, Symptomatik, Diagnostik, Therapie, Psychosoziale Aspekte, Gesundheitsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Krankheitsbild der Borreliose unter sozialmedizinischen Aspekten und untersucht die Rolle von Selbsthilfegruppen für die Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Wissensvermittlung zum Krankheitsverlauf, den Risiken, den Behandlungsmöglichkeiten sowie der psychosozialen Unterstützung durch Selbsthilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Einblick in das Leben mit einer chronischen Borreliose-Erkrankung zu geben und die Relevanz der Rehabilitation sowie des Erfahrungsaustauschs in Gruppen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zum aktuellen Sachstand sowie auf einer teilnehmenden Beobachtung (Hospitation) bei der Selbsthilfegruppe Leipzig.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte medizinische Darstellung der Borreliose und eine soziologische sowie persönliche Analyse der Selbsthilfegruppenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Borreliose, Rehabilitation, Selbsthilfe, psychosoziale Belastung, Zeckenborreliose und Arzt-Patienten-Kommunikation.
Welche Rolle spielt die Selbsthilfegruppe laut dem Autor?
Die Gruppe fungiert als wichtiger Ort für Informationsaustausch und psychische Entlastung, birgt aber auch Risiken durch die mögliche Abkapselung von medizinischem Fachwissen.
Wie bewertet der Autor die Arzt-Patienten-Beziehung?
Der Autor stellt ein zunehmendes Misstrauen fest und betont die Notwendigkeit einer aufrichtigen Kooperation auf Augenhöhe zwischen behandelnden Ärzten und Patienten.
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- Dipl. Sportlehrer, cand. med. Mario Heinrichs (Author), 2010, Borreliose. Leben mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychosozialen Problemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158735