Die Merkmale der griechischen Kultur


Referat (Ausarbeitung), 2003

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Kulturbegriff nach Geert Hofstede

2. Griechenland in Daten

3. Die griechische Kultur anhand der vier Dimensionen von Geert Hofstede
3.1. Die Dimension Machtdistanz
3.1.1.Die familiäre Abhängigkeit
3.1.2. Die Schulpflicht
3.2. Die Dimension Kollektivismus- Individualismus
3.2.1.Die griechische Familienstruktur
3.3. Die Dimension Maskulinität- Femininität
3.3.1.Die Rollenverteilung innerhalb der griechischen Familie
3.3.2.Gefühle
3.3.3.Wettbewerb um den Wohlstand
3.4. Die Dimension Unsicherheitsvermeidung
3.4.1.Die griechische Kommunikation
3.4.2.Alkohol in Griechenland
3.4.3.Autofahren als Risiko

4. Schlussbetrachtung
4.1. Fragebogen-Auswertung zum Thema Unsicherheitsvermeidung

1. Der Kulturbegriff nach Geert Hofstede:

„Die Welt steckt voller Konfrontationen zwischen Menschen, Gruppen und Völkern, die unterschiedlich denken, fühlen und handeln.“ Dieses unterschiedliche denken, fühlen und handeln wird nach G. Hofstede als mentale Programmierung verstanden, die ein Leben lang erlernt und verfestigt werden.

Die Quellen unserer mentalen Programme liegen im sozialen Umfeld in dem wir aufgewachsen sind und unsere Erfahrungen gesammelt haben, wie z.B. in der Familie, Kindergarten, Schule, bei Freunden und in der Partnerschaft. Das heißt Kultur ist immer spezifisch erlernt und nicht vererbt, sie stammt von unserem sozialen Umfeld ab, nicht aus unseren Genen.

Aber auch wenn die Menschen, Gruppen und Völker dieser Erde in ihren Kulturen individuell sind, so stehen sie alle gemeinsamen vor z.B. ökologischen, wirtschaftlichen oder militärischen Problemen, die eine gemeinsame Zusammenarbeit erfordern. Um weltweite, praktikable Lösungen für diese Probleme zu finden, ist hierbei das Verständnis der kulturellen Unterschiede eine Vorrausetzung.[1]

Zitat von Michael Guttenbrunner- Eine Landstreifung:

Es ist unmöglich, ein Land wie Griechenland so zu beschreiben und darzustellen, dass es endlich mit allen Formen und in allen Gestalten seiner Höhen und Tiefen und bis in seine Eingeweide, gleich aufgedeckten Irrgängen, klar und wie von oben gesehen, vor unserm Blick liegt."[2]

Im folgenden Referat möchte ich nun, trotz der Aussage des Zitates versuchen, Euch die griechische Kultur näher zu bringen.

2. Griechenland in Daten

Lage:

Griechenland liegt am Mittelmeer und grenzt im Norden an Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, an Bulgarien und im Nordosten an die Türkei. Im Osten liegt das Ägäische Meer, im Westen das Ionische Meer.[3]

Genau 9841 Inseln gehören zu Griechenland - dies ist ein Europa Rekord. 114 der Inseln sind bewohnt. Die bekanntesten Inseln sind hierbei Rhodos, Korfu, Mykonos, Santorin, Samos, Zakynthos und Kreta.[4]

Nationalflagge (siehe Deckblatt):

Über die Bedeutung der Flagge gibt es in der Literatur viele versch. Meinungen. Eine Vermutung die mehrmals vorkommt ist, das Blau symbolisiert das Meer, das Weiß den Himmel und das Kreuz ist byzantinischen Ursprungs, und soll auf die Verbundenheit mit der Kirche und der Orthodoxie (Rechtgläubigkeit) hinweisen.

Allgemeines Staatsname: Griechische Republik (neugriechisch: Ellinikí Dimokratía)

Staatsform: Parlamentarische Republik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Staatspräsident der Republik Griechenland ist Konstantinos Stefanopoulos

Nach der Verfassung vom 11 Juni 1975 ist der Präsident Staatsoberhaupt und zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er wird vom Parlament für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Für alle Bürger ab 18 Jahre besteht Wahlrecht. Griechenland wurde 1981 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft (jetzt Europäische Union).[5]

Fläche Gesamtgriechenland: 131 957 km²

Hauptstadt: Athen (Athína)

Bevölkerung: Griechenland hat 10 623 835 Einwohner (2001).

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 81 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit 78,6 Jahren sehr hoch. Ein

Großteil der Stadtbewohner lebt in den Ballungsgebieten Athen und

Thessaloniki.

Sprache: Neugriechisch (Amtssprache), Englisch

Religion: 97% der Griechen sind griechisch-orthodox;

3 % moslemische, jüdische, protestantische und katholische Minderheiten.

Anzahl der in Deutschland lebenden Griechen:

Ende 1999 lebten laut Angaben des Ausländerzentralregisters insgesamt 7,344 Mio. Ausländerinnen und Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland. Das entsprach einem Anteil von ca. 9% an der Gesamtbevölkerung in Deutschland. Ungefähr 1,4 Millionen waren hiervon Griechen.[6]

3.Die griechische Kultur anhand der vier Dimensionen Geert Hofstedes

Um die Unterschiede zwischen nationalen Wertesystemen zu untersuchen, hat Geert Hofstede in einem großen multiinternationalen Konzern mit dem Namen IBM, Menschen aus über 50 Ländern in der ganzen Welt befragt. Die statistische Auswertung der Antworten aus der Untersuchung brachte gemeinsame Probleme aller Kulturen zutage, aber je nach Land unterschiedliche Lösungen.

Die vier Grundproblembereiche, die empirisch erschlossen worden sind, stellen Dimensionen von Kultur dar (eine Dimension ist ein Aspekt von Kultur), auf die ich im folgenden näher eingehen möchte.

3.1. Die Dimension Machtdistanz

Griechenland liegt bei der Untersuchung von G. Hofstede zum Thema „ Machtdistanz “ bei einem Wert von 60 Punkten auf der 27/28 Position, also fast Mittig. Die Machtdistanz definiert die Abhängigkeit von Beziehungen untereinander, wie z.B. in der Familie, Schule, Arbeit oder Gesellschaft.[7]

Nach der Untersuchung von G. Hofstede bedeutet dies, dass Griechenland eine durchschnittlich hohe Abhängigkeit von Beziehungen innerhalb der Kultur hat. Im folgenden möchte ich die Dimension Machdistanz anhand der familiären Abhängigkeit darstellen.

3.1.1. Die familiäre Abhängigkeit

Wie bei fast allen mediterranen Völkern, ist die Beziehung zwischen Mutter und Sohn besonders eng. Es gibt Mütter die wegen ihres verstorbenen Sohnes ein Leben lang schwarz tragen. Viele junge Leute gehen zwar weg vom Land in die Stadt, jedoch überqueren manche Söhne die halbe Welt um ihre kranke Mutter zu sehen

Die soziale Schicht der Familienmitglieder ist meist ausgeglichen, da alle füreinander Sorge tragen, Ungleichheit wird somit meist vermieden. Beispielsweise hat Griechenland 127 Millionen Olivenbäume, die auch das grüne Gold genannt werden weil sie einen großen wirtschaftlichen Ertrag bringen. Statistisch gesehen hat also jeder Grieche, egal ob aus der Stadt oder vom Land, zwölf Bäume. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Familien die nicht über ein paar Olivenbäume verfügen, denn jedes Jahr zur Erntezeit im November bricht ein wahrer Urlaubsboom auf dem städtischen Arbeitsmarkt aus, und ganz Griechenland befindet sich im Ausnahmezustand.[8]

Bevor ein griechisches Paar heiratet, wird von den beiden Vätern die sogenannte Prika, die Mitgift ausgehandelt. Die Prika macht den finanziellen Status der Familie deutlich, der für das meist tagelange Hochzeitsfest sehr wichtig ist. Obwohl die Prika 1983 durch Gesetz abgeschafft wurde, bedeutet dies jedoch keine grundlegende Änderung. Der Brauch der Mitgift wird ganz oder in verfeinerter Gestalt fortgeführt, wie beispielsweise; die Wichtigkeit des beruflichen Status des Ehemannes und dem familiären Status seiner Familie. Oftmals kommt ein Mädchen schon mit ihrer Prika auf die Welt, und diese vermehrt sich, z.B. durch Feste wie die Taufe, bei der häufig Grundstücke geschenkt werden. Da der griechische Mann nach der Hochzeit immer in das Haus der Frau zieht, gehört natürlich auch dies neben Bettwäsche, Geschirr, Töpfen usw. zur Mitgift. Die Eltern mehrerer Töchter haben dadurch eine meist Lebenslange finanzielle Belastung.[9]

3.1.2 Schulpflicht

Die Vorschulerziehung von griechischen Kindern beginnt mit vier Jahren und endet mit der Schulpflicht im Alter von sechs Jahren. Die Einrichtungen ähneln den deutschen Kindergärten und Schulen, jedoch findet die Erziehung und Förderung der Kinder in Griechenland ganztags statt. Die Schulpflicht endet in Griechenland mit 15 Jahren, ein Schulabschluss kann auch über den zweiten Bildungsweg nachgeholt werden[10]

[...]


[1] vgl. Hofstede, G.: Lokales Denken, globales Handeln, 2. Aufl. 2001. S 1ff

[2] Guttenbrunner, M.: Griechenland. Eine Landesstreifung,1 .Aufl. 2001 S.24

[3] Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2002

[4] Reisebild-Spezial März 2003, Axel Springer Verlag AG/Hamburg S. 119

2 www.griechischebotschaft.de: Politik

[5] Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2002

[6] www.go.bc.bw.schule.de: Daten und Fakten

[7] vgl. Hofstede, G.: Lokales Denken, globales Handeln, 2. Aufl. 2001. S 32

[8] vgl. Moir, A.: KulturSchlüssel Griechenland, 1.Aufl.2002.S. 53

[9] vgl. Meraklis, M.G.: Damals-Heute-Damals, 1.Aufl. 2000 S. 28

[10] www.griechische-botschaft.de, Die Erziehungsstufen in Griechenland

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Merkmale der griechischen Kultur
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Veranstaltung
Kulturelle Diversität
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V15880
ISBN (eBook)
9783638208741
ISBN (Buch)
9783656202370
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Merkmale, Kultur, Kulturelle, Diversität
Arbeit zitieren
Tanja Berlin (Autor:in), 2003, Die Merkmale der griechischen Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15880

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