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Populismus. Ein gesellschaftstheoretischer Erklärungsversuch mit Andreas Reckwitz

Titel: Populismus. Ein gesellschaftstheoretischer Erklärungsversuch mit Andreas Reckwitz

Hausarbeit , 2023 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie lässt sich das Phänomen des Rechtspopulismus gesellschaftstheoretisch erklären? Hierfür bezieht sich die Arbeit besonders auf den deutschen Soziologen Andreas Reckwitz und seine Theorie der Gesellschaft der Singularitäten. Ausgehend von einer Darstellung seiner Theorie in Kapitel zwei soll der Frage nachgegangen werden, wie der Wandel der Gesellschaft zu einer spätmodernen, eine Erklärung für den Populismus bieten kann.
Zur Beantwortung der Frage wird literaturbasiert vorgegangen und der Autor stützt sich hauptsächlich auf die von Reckwitz verfassten Bücher „Die Gesellschaft der Singularitäten“ (Reckwitz, 2017), „Das Ende der Illusionen“ (Reckwitz, 2019) und das neueste, mit Hartmut Rosa herausgegebene Buch „Spätmoderne in der Krise“ (Rosa & Reckwitz, 2021). Die Arbeit versteht sich als Beschreibung und Zusammenstellung seiner Gesellschaftstheorie und seinem Verständnis des Rechtspopulismus, sodass auf dieser Grundlage weitere Forschung betrieben werden kann. Zunächst wird die grundsätzliche Logik, die die Moderne und der Begriff der Kulturalisierung erläutert, bevor der Wandel der Gesellschaft dargestellt wird. Im dritten Kapitel erfolgt eine Zusammenstellung der Aussagen zum Populismus, bevor in einem vierten Kapitel eine kurze Auseinandersetzung mit den geäußerten Theorien stattfinden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gesellschaftskonzeption von Andreas Reckwitz

2.1. Die Logik des Allgemeinen versus die Logik des Besonderen

2.1.1. Die Logik des Allgemeinen

2.1.2. Die Logik des Besonderen

2.2. Kulturalisierung in Form von Hyperkultur und Kulturessenzialismus

2.2.1. Kulturalisierung in der Logik der Singularität

2.2.2. Hyperkultur und Kulturessenzialismus

2.3. Der Wandel der Gesellschaft

2.3.1. Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft der industriellen Moderne

2.3.2. Der Wandel zur spätmodernen Gesellschaft der Singularitäten

2.3.3. Die neue Mittelklasse

2.3.4. Die alte Mittelklasse

2.3.5. Die neue Unterklasse

2.3.6. Apertistischer Liberalismus

3. Populismus

4. Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen des Rechtspopulismus aus einer gesellschaftstheoretischen Perspektive zu beleuchten. Basierend auf der Theorie der "Gesellschaft der Singularitäten" nach Andreas Reckwitz wird untersucht, wie der gesellschaftliche Wandel zur Spätmoderne und die damit verbundenen Polarisierungsprozesse zwischen verschiedenen sozialen Klassen zur Entstehung populistischer Strömungen beitragen.

  • Analyse der "Logik des Allgemeinen" versus der "Logik des Besonderen"
  • Kulturalisierungsprozesse als Strukturmerkmal der Spätmoderne
  • Wandel der Klassenstruktur ("Drei-plus-eins"-Modell)
  • Rolle des "Apertistischen Liberalismus" in der politischen Krise
  • Der Populismus als Symptom sozialer Polarisierung

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Die Logik des Besonderen

„Die Logik des Besonderen“ oder auch „die Logik der Singularitäten“, stehen im deutlichen Kontrast zu dem soeben (Kapitel 2.1.1) beschriebenem. Grundsätzlich sei der Prozess der „Singularisierung“ nicht neu, gerade in der „Spätmoderne“ gewinne dieser jedoch deutlich an Einfluss, würde konflikthafter und in sich strittiger werden (vgl. Reckwitz, 2017, S. 64–65). Um sich dem Begriff der „Singularität“ anzunähern, werden zunächst drei Formen des Sozialen unterschieden: das „Allgemein-Besondere“, die „Idiosynkrasie“ und die „Singularität“ (vgl. Reckwitz, 2017, S. 48). Der Begriff des „Allgemein-Besonderen“ bezeichnet in Reckwitz‘ Verständnis konkrete Exemplare, die innerhalb einer sozialen „Logik des Allgemeinen“ existieren; also Versionen des im Kern Gleichen, wie zum Beispiel dieser (bestimmte) Stuhl. „Das Besondere“ wird mit dem „Allgemeinen“ klassifiziert. Unter „Idiosynkrasien“ verstehe man dasjenige, was man nicht in die Begriffe oder Schemata des „Allgemeinen“ eingliedern kann, quasi ein idiosynkratischer Rest oder Eigentümlichkeiten. Reckwitz Verständnis des Begriffs der „Singularität“ liegt zwischen diesen beiden Begriffen. „Singularitäten“ existierten innerhalb der sozialen Ordnung, anders als „Idiosynkrasien“, und werden innerhalb der sozialen Praktiken als besonders wahrgenommen, bewertet, hergestellt und angeeignet als eine soziokulturell hergestellte Einzigartigkeit im positiven Sinne. Sie seien das Ergebnis von „Singularisierungsprozessen“ und einem „doing singularity“. (vgl. Reckwitz, 2017, S. 49–52)

Bei „Singularisierungsprozessen“ werden die Entitäten als „Eigenkomplexitäten mit innerer Dichte“ erkannt. Komplexität meint laut Reckwitz: „Es gibt eine Reihe von Elementen oder Knotenpunkten, zwischen denen Relationen, Verknüpfungen und Wechselwirkungen existieren. Wenn ein solcher Verflechtungszusammenhang gegeben ist, redet man von Komplexität, deren Beschaffenheit als Dichte bezeichnet werden kann“ (Reckwitz, 2017, S. 52).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet aktuelle Wahlergebnisse als Symptome für die Relevanz des Rechtspopulismus und führt die soziologische Theorie von Andreas Reckwitz als erklärenden Rahmen ein.

2. Die Gesellschaftskonzeption von Andreas Reckwitz: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Dualismen der Moderne, den Wandel von einer industriellen zu einer spätmodernen Gesellschaft der Singularitäten sowie die Neukonfiguration der Klassenstruktur und des politischen Paradigmas.

3. Populismus: Das Kapitel verortet den Populismus als „verdrängte Kehrseite“ sowie als Symptom der Krise des apertistischen Liberalismus und analysiert seine Funktion als Ausdruck von Identitätskonflikten.

4. Diskussion: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Theorie von Reckwitz statt, wobei akademische Gegenpositionen – etwa zur empirischen Belegbarkeit der Klassenbrüche – reflektiert werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die gesellschaftspolitische Erklärung des Populismus zusammen und resümiert die Stärken sowie die kritischen Punkte von Reckwitz' Argumentation hinsichtlich des spätmodernen Wandels.

Schlüsselwörter

Gesellschaft der Singularitäten, Andreas Reckwitz, Populismus, Spätmoderne, Kulturalisierung, neue Mittelklasse, alte Mittelklasse, apertistischer Liberalismus, soziale Polarisierung, Wertewandel, Singularisierung, Identitätspolitik, Kulturessenzialismus, Hyperkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Rechtspopulismus vor dem Hintergrund der soziologischen Gesellschaftstheorie von Andreas Reckwitz und analysiert, wie der Übergang zur spätmodernen "Gesellschaft der Singularitäten" diesen Prozess begünstigt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen gehören der Strukturwandel von der Industrie- zur Spätmoderne, die Veränderung der Klassenstruktur, die Dynamik von Wissensökonomie und Kulturalisierungsregimen sowie die politische Krise des Liberalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte die Forschungsfrage beantworten, wie sich das Phänomen des Rechtspopulismus gesellschaftstheoretisch erklären lässt, insbesondere durch die Darstellung der Transformation zur spätmodernen Gesellschaft nach Reckwitz.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt ein literaturbasiertes Vorgehen, wobei zentrale soziologische Werke von Andreas Reckwitz sowie aktuelle akademische Diskussionsbeiträge (u.a. aus der Zeitschrift Leviathan) analysiert und kritisch in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Logik des Allgemeinen vs. Besonderen), eine detaillierte Ausarbeitung des ökonomischen und sozialen Wandels sowie die Analyse des Populismus als spezifische Reaktion auf diese Spätmoderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben der "Gesellschaft der Singularitäten" und "neue/alte Mittelklasse" auch "Singularisierung", "Kulturessenzialismus" und "Apertistischer Liberalismus".

Warum unterscheidet Reckwitz zwischen einer alten und einer neuen Mittelklasse?

Die Unterscheidung verdeutlicht die ökonomische und kulturelle Polarisierung: Während die "neue Mittelklasse" als Gewinner des spätmodernen Wandels gilt und Singularitätsmärkte treibt, sieht sich die "alte Mittelklasse" als Verliererin durch Entwertungsprozesse.

Inwiefern spielt der Kulturessenzialismus für den Populismus eine Rolle?

Reckwitz versteht Populismus als eine Form des Kulturessenzialismus, da hier kollektive Identitäten einer als homogen imaginierten Gemeinschaft gegen liberale, individualistische Tendenzen in Schutz genommen werden.

Was bedeutet das "Drei-plus-eins-Modell" im Kontext des Wandels?

Das Modell beschreibt die neue soziale Schichtung in der Spätmoderne, bestehend aus der aufsteigenden neuen Mittelklasse, der stagnierenden alten Mittelklasse, der absteigenden neuen Unterklasse sowie einer Oberklasse.

Wie steht die Arbeit zur Kritik an Reckwitz' Theorie?

Der Autor erkennt die Plausibilität und Breite der Theorie von Reckwitz an, kritisiert jedoch zugleich den hohen Abstraktionsgrad sowie das Fehlen ausreichend empirischer Belege, die insbesondere für die Klassenabgrenzungen gefordert werden.

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Details

Titel
Populismus. Ein gesellschaftstheoretischer Erklärungsversuch mit Andreas Reckwitz
Veranstaltung
Masterseminar Demokratie zwischen Konflikt und Konsens
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
27
Katalognummer
V1588047
ISBN (PDF)
9783389132494
ISBN (Buch)
9783389132500
Sprache
Deutsch
Schlagworte
populismus erklärungsversuch andreas reckwitz Soziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Populismus. Ein gesellschaftstheoretischer Erklärungsversuch mit Andreas Reckwitz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1588047
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